Schenkendorf ()Deutsch-Niedersorbisches Wörterbuch, Stichwortsuche → Schenkendorf / Šenkojce ist ein Gemeindeteil von Glienig, einem Ortsteil der Gemeinde Steinreich im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg.
Lage Schenkendorf liegt an der Grenze der Niederlausitz zwischen dem Niederen Fläming und dem Lausitzer Heideland. Die Stadt Golßen ist etwa zehn Kilometer entfernt. Umliegende Ortschaften sind das bereits im Landkreis Teltow-Fläming liegende Groß Ziescht im Norden, der Golßener Ortsteil Mahlsdorf im Nordosten, Sellendorf im Osten, Schöneiche im Südosten, das wiederum im Landkreis Teltow-Fläming liegende Görsdorf im Süden, Glienig im Südwesten sowie Damsdorf im Westen.
Schenkendorf liegt an der Landesstraße 711 von Wahlsdorf nach Krausnick.
Geschichte Schenkendorf wurde im Jahr 1346 als „Schenckendorf“ urkundlich erwähnt. Der Ort wurde offenbar von einem Angehörigen des Adelsgeschlechts Schenken von Landsberg und Teupitz gegründet, was sich allerdings nicht urkundlich nachweisen lässt. Das Dorf verfügt über eine Dorfkirche. Diese wurde im 15. Jahrhundert als Findlingsbau errichtet und 1983 saniert.Amt Unterspreewald (Hrsg.): Gemeinden/Steinreich/Ot. Schenkendorf.
Über mehrere Generationen prägte die später ausgestorbene Adelsfamilie von Karras die Ortsgeschichte.Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band 3, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 76. Namhaftester Vertreter wurden der kursächsische Rittmeister und Oberstallmeister Jost Heinrich von Karras-Schenkendorf (1651–1718), respektive dessen Sohn Hans Ernst von Karras-Schenkendorf (1698–1757), sächs.-weißenf. Hausmarschall, Schloßhauptmann des Amtes Dahme sowie Oberstwachtmeister der Gardes du Corps für Sachsen.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser 1916. Siebzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1915, S. 353.Vgl. Johann Christian Lünigs, neu verbessertes und ansehnlich vermehrtes Titular-Buch. Begl. von Gottlob August Jenichen, Verlag Friedrich Lanck seel. Erben, Leipzig 1750, S. 241.
Nach den Vereinbarungen des Wiener Kongresses kam Schenkendorf 1815 an das Königreich Preußen und lag im Landkreis Luckau im Regierungsbezirk Frankfurt. 1853–1855 prozessierten die sieben Geschwister der Grafen von Kleist-Zützen als Eigentümer des Gutes Schenkendorf gegen den Pfarrbauer Richter wegen streitiger Qualität des Pfarrbauerngutes. Ende des 19. Jahrhunderts hatte das örtliche Rittergut Schenkendorf einen Umfang von 865,76 ha und war mit der Abstand der größte Teil der Besitzungen des Grafen von Kleist auf Schloss Zützen. Die Verwaltung lief von dort direkt. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert gehören dem Majoratsherrn Leopold Graf Kleist die Güter Zützen (668 ha), (Wendisch)-Gersdorf (383 ha), Sagritz (264 ha) und eben Schenkendorf mit 894 ha.Güter-Adreßbuch Brandenburg. . Verzeichnis der Rittergüter, Güter und Höfe über 20 ha. Nach amtlichen Angaben. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Adressbücher. Band VII, 1. Auflage, Friedr. Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1907, S. 196 f. Digitalisat Pächter von Schenkendorf war jener Zeit Premierleutnant a. d. Werner von Lochow (1861–1908), jüngster Bruder des weltbekannten Saatzüchter Ferdinand von Lochow-Petkus. Nach Ablauf dieser Verpachtung wirkte der eingesetzte Administrator A. Wetzel, was dafür spricht, dass ein Kreditgeber, zumeist die Ritterschaftsbank, eine Auflage zur Betreibung vorgeben musste.Ernst Seyfert: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Brandenburg. . Verzeichnis der Rittergüter, Güter und Höfe über 20 ha, nach amtlichen Angaben. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Adressbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, 318–319. Digitalisat Für das Jahr 1938 weist das Adressbuch des Kreises Luckau 141 Einwohner aus, darunter Bürgermeister Häke, die öffentliche Fernsprechstelle im Gasthof Ernst Dantz, über das Ortsnetz Golßen 304. Letzter Fideikommissherr auf Zützen war Hans Joachim Graf von Kleist.
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem neu gebildeten Kreis Luckau im Bezirk Cottbus zugeordnet. Zum 1. Oktober 1972 erfolgte die Eingemeindung nach Glienig. Nach der Wende lag das Dorf zunächst im Landkreis Luckau in Brandenburg und wurde nach der brandenburgischen Kreisreform vom 6. Dezember 1993 dem neu gebildeten Landkreis Dahme-Spreewald zugeordnet. Am 31. Dezember 2002 wurde Glienig nach mit Sellendorf zur Gemeinde Steinreich zusammengelegt und Schenkendorf zu einem Gemeindeteil herabgestuft.
Am 30. August 1992 wurden Glienig und Schenkendorf dem Amt Golßener Land angeschlossen. Dieses fusionierte zum 1. Januar 2013 mit dem Amt Unterspreewald. Infolgedessen wurde das Amt Golßener Land aufgelöst und die Dörfer in das neu gebildete Amt Unterspreewald umgegliedert.
Bevölkerungsentwicklung
mini|Dorfkirche Schenkendorf Sehenswürdigkeiten Die Dorfkirche Schenkendorf entstand im 15. Jahrhundert und wurde 1713 erneuert. Die Kirchenausstattung stammt einheitlich aus der Zeit um 1700, darunter ein Altar des Tischlers Bandicke sowie des Malers Zimmermann.
Literatur Wilhelm Jung, Willy Spatz: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Tl. 6. Kreis Luckau. Hrsg. Brandenburgischer Provinzialverband, Theodor Goecke, Voss, Berlin 1917, S. 470 f. Gerhard Vinken, u. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Auflage, Hrsg. Georg Dehio Nachfolge / Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2000, ISBN 3-422-03054-9, S. 963 f.
Weblinks
Schenkendorf, Hrsg. Amt Unterspreewald Historie Schenkendorf, Hrsg. Gemeinde Steinreich Ansichten Schenkendorf, Hrsg. Museum-Digital Brandenburg Schenkendorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 9. Juni 1996
Nachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Dahme-Spreewald Kategorie:Ort in der Niederlausitz Kategorie:Steinreich Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Dahme-Spreewald) Kategorie:Ersterwähnung 1346 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)