Coco – Lebendiger als das Leben!, auch nur Coco, ist ein US-amerikanischer Computeranimationsfilm der Pixar Animation Studios aus dem Jahr 2017. Regie führte Lee Unkrich nach einem Drehbuch von Adrian Molina und Matthew Aldrich. Der Kinderfilm thematisiert den „Tag der Toten“ (Día de Muertos), einen mexikanischen Feiertag.

Im Rahmen der Golden Globe Awards 2018 wurde der Film in zwei Kategorien nominiert und als bester Animationsfilm ausgezeichnet. Im Rahmen der Oscarverleihung 2018 wurde Coco ebenfalls als bester Animationsfilm ausgezeichnet, zudem Remember Me als bester Filmsong.

Handlung mini|hochkant=1.3|Am Día de Muertos finden sich in Mexiko Freunde und Verwandte zusammen, um ge­mein­sam der geliebten Verstorbenen zu gedenken Der zwölfjährige Miguel lebt in einer kleinen Stadt in Mexiko und glaubt, dass ein Fluch auf seiner Familie liegt, denn sein Ururgroßvater, der Musiker war, wollte einst für die ganze Welt spielen, ging fort und kam nie wieder zurück. So musste seine Ururgroßmutter Imelda selbst für sich und ihre Tochter Coco sorgen und begann, Schuhe zu machen. Heute ist Coco Miguels Urgroßmutter, spricht jedoch kaum noch ein Wort und dämmert vor sich hin. Wie seine Ururgroßmutter steht seit der Begebenheit in der Vergangenheit jeder in seiner Familie mit Musik auf Kriegsfuß, Miguel hingegen liebt sie. Besonders verehrt er den verstorbenen mexikanischen Musiker Ernesto de la Cruz und hat für ihn im Dachstuhl heimlich einen Schrein errichtet und Fotos seines großen Vorbildes aufgestellt. Von seinem heimlichen Rückzugsort weiß nur der Hund Dante, der sich auf den Straßen der Stadt herumtreibt. In seinem Versteck hat sich Miguel mit der Hilfe einiger Videos seines Idols selbst das Gitarrespielen beigebracht.

Miguel trägt als Schuhputzer zum Einkommen seiner Familie bei, deren Mitglieder sonst alle in alter Familientradition mit der Herstellung von Schuhen beschäftigt sind. Hierfür ist er in der gesamten Stadt unterwegs, doch seine Großmutter will nicht, dass Miguel dort Kontakt zu Musikern, den Mariachi, hat. Lieber soll Miguel seine Familie ehren, denn es ist Día de Muertos in Mexiko, an dem sich Freunde und Verwandte zusammenfinden, um gemeinsam der geliebten Verstorbenen zu gedenken. Auf dem Familienaltar steht ein Foto, das seine Ururgroßmutter Imelda mit der noch kleinen Coco und deren Vater zeigt. Allerdings ist die Ecke mit dessen Kopf abgerissen. Als er das Bild genauer betrachtet, entdeckt er darauf die Gitarre von Ernesto de la Cruz, die er aus der für diesen errichteten Ehrenhalle in der Stadt kennt. Miguel glaubt nun, dass dieser sein Ururgroßvater sein müsste. Er offenbart seiner Familie, dass er gerne in dessen Fußstapfen treten würde, und diese erfährt hierbei von seinem Versteck. Als seine Großmutter seine selbstgebaute Gitarre zerstört, läuft Miguel weg. Er will unbedingt am Talentwettbewerb teilnehmen, der am Tag der Toten veranstaltet wird. Um an eine funktionsfähige Gitarre zu kommen, will er sich die von de la Cruz leihen. Doch als er auf die Totenblumen tritt, die in dessen Mausoleum auf dem Friedhof verstreut worden sind, und er einen Akkord auf der Gitarre spielt, geschieht etwas Sonderbares: Denn Miguel kann plötzlich die Toten sehen, die Lebenden sehen ihn umgekehrt jedoch nicht mehr.

Miguel trifft sogleich eine Tante, mehrere seiner verstorbenen Onkel, so Oscar und Felipe, die alle zum Día de los Muertos in die Stadt gekommen sind. Gemeinsam gehen sie mit ihm über die Blumenbrücke in das Land der Toten zurück, wo sich viele andere darauf vorbereiten, bis zum Sonnenaufgang drüben in die Welt der Lebenden zu verweilen, um zu sehen, wie es ihren Liebsten geht. Nur wenn Angehörige ein Foto eines Verstorbenen aufgestellt haben, kann dieser die Brücke passieren. Seine verstorbenen Familienmitglieder versuchen Miguel wieder zurückzubringen, indem Mamá Imelda ihm ihren Segen gibt, den sie an die Bedingung knüpft, er dürfe keine Musik machen. Gleich nach der Rückkehr in die Welt der Lebenden kehrt er aber wieder zurück, denn kaum dort, hat er gleich wieder die Gitarre von de la Cruz an sich genommen.

Miguel glaubt nun, wenn er zu seinem großen Idol gelangt, werde der ihm sicher seinen Segen geben ohne die Auflage, in Zukunft auf die Musik zu verzichten. Er begegnet Héctor, der behauptet, de la Cruz zu kennen. Héctor verspricht dem Jungen, ihm zu helfen, wenn dieser im Gegenzug ein Foto von ihm mit hinüber in die Welt der Lebenden nimmt und aufstellt, damit auch er am Tag der Toten die Brücke passieren kann. Der Weg zu Cruz gestaltet sich jedoch nicht so einfach, wie es anfangs scheint. Erst müssen sie für den Jungen eine Gitarre besorgen und versuchen, über einen Talentwettbewerb eine Einladung zur Party von de la Cruz zu ergattern. Dabei ist ihnen Miguels tote Verwandtschaft auf den Fersen, die ihn zurückbringen will, besonders weil Miguel Imeldas Foto mit ins Totenreich gebracht hat und sie die Blumenbrücke nun nicht passieren kann.

Mit List schleichen sich beide letztlich doch auf die Party von de la Cruz. Als Miguel sich diesem als sein Ururenkel zu erkennen gibt, sind beide zunächst hocherfreut und de la Cruz will Miguel seinen Segen geben. Dann aber offenbart Héctor, dass nicht de la Cruz, sondern Héctor dessen große Hits geschrieben hat. Es stellt sich heraus, dass de la Cruz ihn schließlich um des Ruhmes willen ermordet hat. De la Cruz lässt Miguel in eine Grube werfen, um zu verhindern, dass jemand von dem Mord an Héctor und seinem Betrug erfährt. In der Grube erwähnt Héctor den Namen seiner Tochter Coco, und Miguel erkennt, dass in Wahrheit Héctor sein Ururgroßvater ist und nicht de la Cruz. Miguel und Héctor werden von Mamá Imelda und ihrem Geistführer aus der Grube gerettet. Der Geistführer wirft Ernesto de la Cruz gegen eine Glocke, worauf er noch einmal stirbt.

Letztlich gelingt es ihnen gemeinsam, Miguel noch vor dem Sonnenaufgang zu den Lebenden zurückzuschicken, doch leider ohne das Foto von Héctor, der nun kurz davor steht, den letzten Tod zu sterben, das Verschwinden für immer, weil in der Welt der Lebenden selbst Coco ihn zu vergessen beginnt. Zurück im Haus der Familie rennt Miguel zu Mamá Coco, um sie dazu zu bringen, sich wieder an ihren Vater zu erinnern. Erst als Miguel auf de la Cruz’ Gitarre das Lied Denk stets an mich spielt und zu singen beginnt, fängt seine Urgroßmutter an aufzublühen und stimmt mit in das Lied ein. Obwohl sie schon lange kein verständliches Wort mehr gesprochen hat, erzählt sie nun, wie ihr Vater einst das Lied für sie geschrieben hat, und zeigt Miguel all die Briefe, die sie von ihm erhalten und aufbewahrt hat. Auch der abgerissene Teil vom Foto mit Héctors Kopf befindet sich darunter.

Im folgenden Jahr am Día de Muertos steht nun auch das Foto seines Ururgroßvaters auf dem Altar von Miguels Familie. So können alle verstorbenen Verwandten gemeinsam über die Blumenbrücke zu Besuch kommen, darunter auch Imelda und Héctor, die wieder zueinander gefunden haben, gemeinsam mit ihrer Tochter Coco, denn auch Miguels Urgroßmutter ist in der Zwischenzeit verstorben. Auch Dante, der im Totenreich ein Geisterführer geworden ist, mischt sich am Tag der Toten in seiner normalen Gestalt unter die Lebenden. Miguel hat dafür gesorgt, dass alle Menschen erfahren, dass es sein Ururgroßvater Héctor war, der all die Lieder geschrieben hat, die man in Mexiko so gerne hört. Miguel, der nun erkannt hat, dass Erinnerung tatsächlich mehr als nur ein Wort ist und der Tag der Toten mehr als ein folkloristisches Fest, ist nun selbst ein Mariachi und singt bei der Feier für seine lebenden und verstorbenen Familienangehörigen.

Produktion Stab und Sprecher mini|hochkant=0.75|Drehbuchautor Adrian Molina im Juni 2017 beim Festival d’Animation Annecy Der Film ist eine Ko-Produktion von Walt Disney Pictures und Pixar Animation Studios. Für die Regie wurde Lee Unkrich verpflichtet, welcher bereits bei Toy Story 3 (2010) diese Position innehatte. Das Drehbuch schrieben Adrian Molina und Matthew Aldrich. In der Vorbereitung setzen sich die Macher des Films intensiv mit den Menschen, der Kultur und den Traditionen von Mexiko auseinander. Hierfür stand ihnen neben einer Reihe von mexikanischen Musikern auch ein Stab an Beratern und Experten zur Seite. Während diverser Reisen zwischen 2011 und 2013 recherchierten der Regisseur Lee Unkrich und sein Team drei Jahre lang in Museen und Kirchen und besuchten Plätze, Haciendas und Friedhöfe in Oaxaca, Guanajuato und in Mexiko-Stadt.Reggie Ugwu: How Pixar Made Sure 'Coco' Was Culturally Conscious. In: The New York Times, 19. November 2017. Außerdem lernten sie in Tlacolula, Tialixtac, El Tule, San Marcos Tlapazola und Abasolo Familien kennen, die sie an ihrem Leben teilhaben ließen, meist Mehrgenerationenfamilien, wie auch im Film gezeigt.Pixars's 'Coco' is alive and well in the Lands of th Deas whit Honea. In: fandango.com, 28. August 2017.Matt Grobar: 'Coco' Director Lee Unkrich On His Journey Into The Heart Of Mexico, Firsthand & On Screen. In: deadline.com, 6. Dezember 2017.

Zur Idee meinte Lee Unkrich in einem Gespräch mit epd Film, diese sei von ihm gekommen, da er von der Tradition des Dia de los Muertos fasziniert gewesen sei: „Ich wollte mehr darüber erfahren und musste bei meinen Recherchen feststellen, dass es dabei weniger um den Tod geht als um eine Feier des Lebens, besonders um die Familie – im Rahmen einer Wiederbegegnung wird der Kontakt zwischen den Lebenden und den Toten lebendig. Es geht dabei sehr stark um die Erinnerung, um unsere Verpflichtung, die Erinnerung an die Verstorbenen lebendig zu halten, was auch bedeutet, das an die nächste Generation weiterzugeben.“ Auch die Vorstellung, dass ein Toter ganz zu Staub zerfällt, wenn niemand mehr an ihn denkt, entstammte der Mythologie des Dia de los Muertos, wie die Macher des Films bei ihren Research-Trips in Mexiko erfahren hatten.Frank Arnold: In: epd Film, 19. Dezember 2017.

Bei der Auswahl der Sprecher für den Film wählten die Produzenten bewusst Sprecher mit mexikanischem Hintergrund. Anfang Oktober 2017 wurde bekanntgegeben, dass der peruanische Fußballspieler Claudio Pizarro in der deutschen Synchronisation des Films einen Gastauftritt haben wird.

Filmmusik

Die Filmmusik wurde von Michael Giacchino komponiert, der für seine Arbeit an dem Disney-Pixar-Film Oben mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Für die Orchestration arbeitete Giacchino mit Germaine Franco zusammen. Sie erklärte den Einsatz einer Vielzahl typischer mexikanischer Instrumente, so ein Guitarrón, eine folkloristische Harfe, eine Quijada und mehrere Sousaphone, Charchetas, Jaranas, Requintos, Marimbas, Trompeten und Violinen. Die Aufnahme entstand im August 2017 gemeinsam mit einem 83-köpfigen Orchester.‘Coco’ Soundtrack Features Original Songs, A Memorable Score And Traditional Mexican Sounds – Available 11/10 In: broadwayworld.com, 3. November 2017. In der Filmmusik finden sich traditionelle mexikanische Lieder. Camilo Lara vom Musikprojekt Mexican Institute of Sound unterstützte das Team als musikalischer Berater und steuerte das Stück Jálale bei.