Theodor Carl Gottfried Wiese, auch Theo Wiese (* 7. Juli 1893 in Brandenburg an der Havel; † 9. Oktober 1946 in München), war ein deutscher Maler.
Leben und Werk mini|hochkant|Kinderporträt (um 1930); Öl auf Holz mini|Fraueninsel im Chiemsee, Aquarell, 1933 Theodor Wiese wurde am 7. Juli 1893 in Brandenburg an der Havel geboren. Er war ein Sohn des Dekorationsmalermeisters und Kunstmalers Theodor Wiese und dessen Ehefrau Berta, geb. Eckert. Bei seinem Vater erlernte Theodor Wiese die Grundlagen des Malerhandwerks. Im Ersten Weltkrieg leistete er ab Oktober 1914 Dienst als Rekrut in einer Kompanie des Bayerischen Infanterie-Leib-Regiments.Datenbank Kriegsranglisten und -stammrollen des Königreichs Bayern, 1. Weltkrieg 1914-1918, diverse Einträge für Theodor Wiese; eingesehen auf ancestry.de am 28. Februar 2026.
Im Alter von 24 Jahren konnte er 1917 mit einer vertiefenden künstlerischen Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in München beginnen. Laut den Matrikelbüchern der Kunstakademie wurde er am 25. Oktober 1917 als Schüler in die Zeichenschule von Angelo Jank aufgenommen.„Nr. 5609, Theodor Wiese“. In: Matrikelbücher der Akademie der Bildenden Künste München, 1809–1920, Band 3, 1920 (Digitalisat) Theodor Wiese nahm 1924 und 1930 an den Ausstellungen der Münchner Künstlergenossenschaft im Glaspalast teil. Dort zeigte er 1924 ein Selbstbildnis und einen Halbakt in ÖlDeutsche Kunstausstellung München 1924 im Glaspalast, Katalog, S. 62 (Digitalisat). und 1930 die Bilder Sonnengäste (Sommer) und Kinderspielplatz (beide Öl auf Papier).Deutsche Kunstausstellung München 1930 im Glaspalast, Katalog, S. 82 (Digitalisat).
In München wohnte Wiese an der Adresse Wilhelmstraße 23.Adressbücher München 1930 und 1935. Dort befand sich auch die Kameradschaft kriegsbeschädigter bildender Künstler, deren Schriftführer Theo Wiese war.Dresslers Kunsthandbuch, 1. Band, Wasmuth, Berlin 1934, S. 674 (Digitalisat).
Zu Wieses Gesamtwerk zählen Ölbilder, Pastelle und Zeichnungen, teils im Stil des Impressionismus, teils in naturalistischer Auffassung. Viele seiner Werke zeigen Münchner Motive wie die Theatinerkirche, die Lukaskirche oder den Englischen Garten. Bekannt sind außerdem Bilder von Theo Wiese mit Motiven aus Oberbayern, aus dem Altmühltal und aus Spanien.
Während des Zweiten Weltkriegs entstand 1942 ein großformatiges Ölgemälde mit dem Titel Panzerführer, das einen Panzerkommandanten zeigt, der in schwarzer Sonderbekleidung mit Barett, Kopfhörern und Fernglas in der Einstiegsluke eines Panzers steht. Dieses Motiv des Kriegs‑ und Soldatenthemas hebt sich deutlich von der sonst überwiegend malerisch‑idyllischen Stadt‑ und Landschaftsmalerei Wieses ab.
Der Künstler signierte seine Bilder mit „Theo Wiese München“ oder „Theo Wiese Mchn.“, manchmal folgte dann noch eine Datierung.
Theodor Wiese starb am 9. Oktober 1946 im Alter von 53 Jahren in München.
Familie Am 2. Dezember 1920 heiratete Theodor Wiese die aus Philadelphia stammende Gesangslehrerin Emma Seiler Whitney, die Tochter eines Fabrikbesitzers.
Archivalien Stadtarchiv München, Polizeimeldebögen W 214
Weblinks
Kataloge der Kunstausstellungen im Münchner Glaspalast 1869-1931 in bavarikon
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (München) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1893 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann