Am 19. Mai 1968 werden aufgrund der Mai-Unruhen in Paris die Filmfestspiele in Cannes abgebrochen. Dieser Artikel behandelt das Filmjahr 1968.

Ereignisse 4. Januar: Der deutsche Spielfilm Zur Sache, Schätzchen mit Uschi Glas feiert Premiere. 16. bis 18. Februar – Eine Gruppe junger Filmemacher organisiert die „1. Hamburger Filmschau“. Ein Wochenende, das als Film-Happening in die Geschichte des Neuen Deutschen Films eingegangen ist. 2. April – Uraufführung von 2001: Odyssee im Weltraum. Durch wegweisende Aufnahme- und Tricktechnik, einen später als beispielhaft gelobten Match Cut, die Etablierung von Richard Strauss’ Also sprach Zarathustra als Ikone der Filmmusik und philosophische Fragestellungen ist Stanley Kubrick als Produzent, Regisseur und Co-Drehbuchautor ein Werk gelungen, das weit über das Science-Fiction-Genre hinaus als Meilenstein der Filmgeschichte gilt. 5. September: In Essen erlebt der nach einer Romanvorlage von Eric Malpass entstandene Film Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung seine Uraufführung. 1. Oktober: Der Horrorfilm Die Nacht der lebenden Toten (The Night of the Living Dead) von George A. Romero erscheint erstmals in den US-amerikanischen Kinos. Der Film avanciert zum Kultfilm und wird in der Folge in die Filmsammlung des Museum of Modern Art aufgenommen. 11. Oktober: In Dänemark läuft der erste Teil der Olsenbande in den Kinos an. 30. Oktober: In den Vereinigten Staaten hat der Spielfilm Der Löwe im Winter Premiere. 12. Dezember: Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten: die letzte Karl-May-Verfilmung mit Pierre Brice und Lex Barker hat ihre Uraufführung im Mathäser-Filmpalast in München. 21. Dezember – Uraufführung von Spiel mir das Lied vom Tod. Trotz schwachen Starts gilt Sergio Leones „barocke Pferdeoper“ (Lexikon des Internationalen Films) heute als Höhepunkt des Italowestern. In filmhistorischen Betrachtungen sind immer wieder Dramaturgie, Schnitt, Ausstattung und das Zusammenspiel von Musik und Bildern als beispielhaft hervorgehoben worden. United Artists nimmt 11 Zeichentrickfilme aufgrund rassistischen Inhalts aus dem Verleihprogamm. Die Sieger der Bravo Otto Leserwahl 1968: Kategorie – männlicher Filmstar: Gold Pierre Brice, Silber George Nader, Bronze Robert Hoffmann Kategorie – weiblicher Filmstar: Gold Marie Versini, Silber Helga Anders, Bronze Liselotte Pulver Die erfolgreichsten westdeutschen Filmproduktionen und Koproduktionen 1968:Die erfolgreichsten deutschen Filme seit 1968 bei insidekino.com Zur Sache, Schätzchen (ca. 6,5 Millionen Zuschauer) Oswalt Kolle: Das Wunder der Liebe – Sexualität in der Ehe (ca. 6 Millionen Zuschauer) Zum Teufel mit der Penne (Die Lümmel von der ersten Bank 2. Teil) (ca. 6 Millionen Zuschauer) Pippi Langstrumpf (ca. 4.456.000 Zuschauer) Zur Hölle mit den Paukern (Die Lümmel von der ersten Bank 1. Teil) (ca. 4 Millionen Zuschauer) Immer Ärger mit den Paukern (ca. 4 Millionen Zuschauer) Oswalt Kolle: Das Wunder der Liebe 2. Teil – Sexuelle Partnerschaft (ca. 3,5 Millionen Zuschauer) Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung (ca. 3 Millionen Zuschauer) Der Arzt von St. Pauli (ca. 3 Millionen Zuschauer) Komm nur, mein liebstes Vögelein (ca. 3 Millionen Zuschauer) Engelchen oder Die Jungfrau von Bamberg Frau Wirtin hat auch einen Grafen Kommissar X – Drei blaue Panther Die Nichten der Frau Oberst Technik der körperlichen Liebe

Top 10 der erfolgreichsten Filme In Deutschland

Die zehn erfolgreichsten Filme an den deutschen Kinokassen nach Besucherzahlen (Stand: 24. November 2018):

Platz Filmtitel Besucher 1. Das Dschungelbuch 27.394.000 2. Zur Sache, Schätzchen 6.500.000 3. Oswalt Kolle: Das Wunder der Liebe 6.000.000 4. Zum Teufel mit der Penne 6.000.000 5. Die Nichten der Frau Oberst 5.000.000 6. Zur Hölle mit den Paukern 4.000.000 7. Immer Ärger mit den Paukern 4.000.000 8. Oswalt Kolle: Das Wunder der Liebe II – Sexuelle Partnerschaft 3.500.000 9. Die Wirtin von der Lahn 3.000.000 10. Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung 3.000.000

In den USA Die zehn erfolgreichsten Filme an den US-amerikanischen Kinokassen nach Einspielergebnis. PlatzFilmtitelEinspielergebnis in US-Dollar1.Funny Girl24.900.0002.2001: A Space Odyssey21.500.0003.The Odd Couple20.000.0004.Bullitt19.000.0005.Oliver!16.800.0006.Planet of the Apes Rosemary's Baby15.000.0008.Romeo and Juliet14.500.0009.Yours, Mine and Ours11.500.00010.The Lion in Winter10.006.000

Filmpreise

Golden Globe Award

Am 12. Februar findet im Coconut Grove die Golden-Globe-Verleihung statt.

Bestes Drama: In der Hitze der Nacht von Norman Jewison Bestes Musical/Komödie: Die Reifeprüfung von Mike Nichols Bester Schauspieler (Drama): Rod Steiger in In der Hitze der Nacht Beste Schauspielerin (Drama): Edith Evans in Flüsternde Wände Bester Schauspieler (Musical/Komödie): Richard Harris in Camelot Beste Schauspielerin (Musical/Komödie): Anne Bancroft in Die Reifeprüfung Bester Nebendarsteller: Richard Attenborough in Doktor Dolittle Beste Nebendarstellerin: Carol Channing in Thoroughly Modern Millie Bester Regisseur: Mike Nichols für Die Reifeprüfung Beste Musik: Frederick Loewe für Camelot Cecil B. DeMille Award: Kirk Douglas

Academy Awards

Am 10. April findet die Oscarverleihung Santa Monica Civic Auditorium statt. Eigentlich war sie für den 8. April geplant, doch aufgrund der Trauerfeierlichkeiten nach der Ermordung von Martin Luther King wurde sie um zwei Tage verschoben. Moderator ist Bob Hope.

Bester Film: In der Hitze der Nacht von Norman Jewison Bester Hauptdarsteller: Rod Steiger in In der Hitze der Nacht Beste Hauptdarstellerin: Katharine Hepburn in Rat mal, wer zum Essen kommt Bester Regisseur: Mike Nichols für Die Reifeprüfung Bester Nebendarsteller: George Kennedy in Der Unbeugsame Beste Nebendarstellerin: Estelle Parsons in Bonnie und Clyde Bester fremdsprachiger Film: Ostre sledované vlaky von Jiří Menzel Ehrenoscar: Arthur Freed Irving G. Thalberg Memorial Award: Alfred Hitchcock Jean Hersholt Humanitarian Award: Gregory Peck

Vollständige Liste der Preisträger

Internationale Filmfestspiele von Cannes 1968

Die 21. Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1968 sollten vom 10. Mai bis zum 24. Mai 1968 stattfinden. Am 18. Mai erklärten sich die Jurymitglieder Louis Malle und Roman Polański gemeinsam mit Claude Berri, Jean-Gabriel Albicocco, Claude Lelouch und Jean-Luc Godard mit den Studenten der Pariser Maiunruhen solidarisch und sprachen sich für den Abbruch des Festivals aus. Am 19. Mai 1968 wurde das Festival schließlich tatsächlich abgebrochen und es wurden keine Preise für die im Wettbewerb angetretenen Filme vergeben.

Internationale Filmfestspiele Berlin 1968 Das Festival beginnt am 21. Juni und endet am 2. Juli. Die Jury vergibt folgende Preise:

Goldener Bär: Raus bist du von Jan Troell Bester Schauspieler: Jean-Louis Trintignant in L'Homme qui ment Beste Schauspielerin: Stéphane Audran in Les Biches Bester Regisseur: Carlos Saura für Peppermint Frappé

Filmfestspiele von Venedig Das Festival beginnt am 25. August und endet am 7. September. Die Jury vergibt folgende Preise:

Goldener Löwe: Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos von Alexander Kluge Bester Schauspieler: John Marley in Gesichter Beste Schauspielerin: Laura Betti in Teorema – Geometrie der Liebe

Deutscher Filmpreis

Bester Film: Tätowierung Beste Regie: Johannes Schaaf für Tätowierung Beste Hauptdarstellerin: Ilona Grübel für Paarungen und Thekla Carola Wied für Spur eines Mädchens Bester Hauptdarsteller: Werner Enke für Zur Sache, Schätzchen und Alexander May für Tätowierung

British Film Academy Award

Bester Film: Ein Mann zu jeder Jahreszeit von Fred Zinnemann Bester britischer Darsteller: Paul Scofield für Ein Mann zu jeder Jahreszeit Bester ausländischer Darsteller: Rod Steiger für In der Hitze der Nacht Beste britische Darstellerin: Edith Evans für Flüsternde Wände Beste ausländische Darstellerin: Anouk Aimée für Ein Mann und eine Frau

Étoile de Cristal

Bester Film: Playtime von Jacques Tati Bester Darsteller: Claude Rich in Ich liebe dich, ich liebe dich Beste Darstellerin: Cathy Rosier in Der eiskalte Engel Bester ausländischer Film: Shakespeare-Wallah von James Ivory Bester ausländischer Darsteller: Sidney Poitier in In der Hitze der Nacht Beste ausländische Darstellerin: Faye Dunaway in Bonnie und Clyde

New York Film Critics Circle Award

Bester Film: Der Löwe im Winter von Anthony Harvey Beste Regie: Paul Newman für Die Liebe eines Sommers Bester Hauptdarsteller: Alan Arkin in Das Herz ist ein einsamer Jäger Beste Hauptdarstellerin: Joanne Woodward in Die Liebe eines Sommers Bester ausländischer Film: Krieg und Frieden von Sergei Bondartschuk

National Board of Review

Bester Film: In den Schuhen des Fischers von Michael Anderson Beste Regie: Franco Zeffirelli für Romeo und Julia Bester Hauptdarsteller: Cliff Robertson in Charly Beste Hauptdarstellerin: Liv Ullmann in Schande und Die Stunde des Wolfs Bester Nebendarsteller: Leo McKern in In den Schuhen des Fischers Beste Nebendarstellerin: Virginia Maskell in Zwischenspiel Bester fremdsprachiger Film: Das Ende einer großen Liebe von Bo Widerberg

Laurel Award

Bestes Action-Drama: Bonnie und Clyde von Arthur Penn Beste Action-Darstellung: Lee Marvin in Das dreckige Dutzend Bestes Drama: In der Hitze der Nacht von Norman Jewison Bester dramatischer Darsteller: Rod Steiger in In der Hitze der Nacht Beste dramatische Darstellerin: Faye Dunaway in Bonnie und Clyde Beste Komödie: Ein seltsames Paar von Gene Saks Bester komödiantischer Darsteller: Walter Matthau in Ein seltsames Paar Beste komödiantische Darstellerin: Lucille Ball in Deine, meine, unsere Bester Unterhaltungsfilm: Deine, meine, unsere von Melville Shavelson

Weitere Filmpreise und Auszeichnungen Astor de Oro: Bonnie und Clyde von Arthur Penn David di Donatello: Die Banditen von Mailand, Der Tag der Eule (Bester italienischer Film) und Rat mal, wer zum Essen kommt (Bester ausländischer Film) Deutscher Kritikerpreis: Hans-Jürgen Syberberg Directors Guild of America Award: Mike Nichols für Die Reifeprüfung, Alfred Hitchcock und Darryl F. Zanuck (jeweils Preise für ihr Lebenswerk) Ernst-Lubitsch-Preis: Cornelia Froboess für Rheinsberg Louis-Delluc-Preis: Geraubte Küsse von François Truffaut Nastro d’Argento: Zwei Särge auf Bestellung von Elio Petri und Blow Up von Michelangelo Antonioni National Society of Film Critics Award: Persona von Ingmar Bergman Photoplay Award: Rosemaries Baby von Roman Polański (Bester Film), Steve McQueen (populärster männlicher Star), Debbie Reynolds (populärster weiblicher Star) Preis der deutschen Filmkritik: Warum ist Frau B. glücklich? von Erika Runge Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián: Tödlicher Tag von Peter Collinson (Goldene Muschel) Writers Guild of America Award: Bonnie und Clyde (Bestes Originaldrehbuch und Bestes Drama), Modern Millie – Reicher Mann gesucht (Bestes Musical), Die Reifeprüfung (Beste Komödie), Casey Robinson (Lebenswerk)

Geburtstage Januar bis März mini|125px|Cuba Gooding Jr. (* 2. Januar) mini|125px|Aglaia Szyszkowitz (* 11. Januar) mini|125px|Josh Brolin (* 12. Februar) mini|125px|Kelly Hu (* 13. Februar) mini|125px|Daniel Craig (* 2. März)

Januar 1. Januar: Michael Deffert, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher († 2021) 2. Januar: Cuba Gooding Jr., US-amerikanischer Schauspieler 3. Januar: Gregor Bloéb, österreichischer Schauspieler 6. Januar: John Singleton, US-amerikanischer Regisseur und Produzent († 2019) 9. Januar: Joey Lauren Adams, US-amerikanische Schauspielerin 11. Januar: Aglaia Szyszkowitz, österreichische Schauspielerin 12. Januar: Rachael Harris, US-amerikanische Schauspielerin 17. Januar: Mathilde Seigner, französische Schauspielerin 21. Januar: Charlotte Ross, US-amerikanische Schauspielerin 26. Januar: Masumi Miyazaki, japanische Schauspielerin und ein Fotomodell