Hohenkirchen ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Klützer Winkel mit Sitz in der Stadt Klütz verwaltet.

Die Gemeinde Hohenkirchen wurde am 1. Januar 2005 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Groß Walmstorf und Gramkow gebildet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005, Hrsg. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2023.

Geografie Hohenkirchen liegt zwischen der Hansestadt Wismar und dem Klützer Winkel. Das Gemeindegebiet hat einen etwa acht Kilometer langen Abschnitt der Wismarer Bucht (Ostseeküste) – den Süd- und Ostteil der Wohlenberger Wiek sowie den Westteil der Eggers Wiek. Diese beiden flachen Buchten werden durch das Kap Hohe Wieschendorfer Huk getrennt.

Umgeben wird Hohenkirchen von den Nachbargemeinden Zierow im Nordosten, Gägelow im Südosten, Grevesmühlen im Südwesten, Warnow im Westen sowie Klütz im Nordwesten.

Zu Hohenkirchen gehören die Ortsteile Alt Jassewitz, Beckerwitz, Gramkow, Groß Walmstorf, Hohenkirchen, Hohen Wieschendorf, Manderow, Neu Jassewitz, Niendorf, Wahrstorf und Wohlenhagen.

Geschichte mini|Dorfkirche Hohenkirchen (2008) Hohenkirchen: Der Name stammt von einer hoch gelegenen Kirche, die schon von weitem zu sehen ist; der heutige Backsteinbau wurde im 15. Jahrhundert errichtet. 1230 wurden Hohenkirchen und die meisten Orte in der heutigen Gemeinde erstmals im Ratzeburger Zehntregister erwähnt, welches die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Ortschaften geordnet nach Kirchspielen auflistet. Die anfangs freien Bauern wurden in den folgenden Jahrhunderten Leibeigene der Grundherren aus der Ritterschaft.

Die Landwirtschaft spielt in der Gemeinde auch heute noch eine große Rolle. Ab Ende der 1960er Jahre begann die touristische Erschließung insbesondere der Küstengebiete, dieser Prozess hält unvermindert an, er hat sich seit 1990 noch verstärkt.

Hohen Wischendorf ist ein altes Erbgut, welche vormals im Besitz der von Bülow war. Das Gut war seit 1730 bis 1912 im Besitz der Familie Bade war.Vgl. u. a.: Subskribenten-Verzeichniß, In: Archiv für Landeskunde in den Großherzogthümern Mecklenburg und Revüe der Landwirtschaft 1852, Verlag der Expedition, Schwerin 1852. Der bekannteste Sohn dieser Familie, Wilhelm Bade, bot bis Ende des 19. Jahrhunderts bereits die ersten Nordland- und Polarkreuzfahrten in die Arktis an und gilt als deren Begründer. Bereits 1894 erfolgte die Allodifizierung, Umwandlung in ein freies Eigentum, des Lehngutes.Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin, Jahrgang 1894, №. 15, Schwerin am 21. April 1894, Mittwoch, den 9. Mai 1894, S. 153.

Jassewitz wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet.

Manderow wurde 1228 als Sommerresidenz des Bischofs zu Ratzeburg erstmals erwähnt. Das Gut war u. a. im Besitz der Familien Ditmer (ab 1715) und Martienssen (1799–1945). Auf den Fundamenten des Schlosses aus dem 16. Jahrhundert entstand 1925 das neobarocke, zweigeschossige, 15-achsige Herrenhaus. Manderow wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet.

Niendorf wurde etwa 1230 als Nova Villa erstmals erwähnt, 1299 in Nyndorpe umbenannt. Der Gutsbesitz von damals ist heute nicht mehr erhalten. Maßgeblich geprägt wird der Ort vom naheliegenden Campingplatz, welcher dort seit 1968 betrieben wird sowie der Nähe zur Wohlenberger Wiek.

Wahrstorf: Gutsbesitzer war u. a. die Familie Keding (1855–1945). Das sanierte, eingeschossige, 10-achsige Gutshaus wurde nach 1990 von Günther Fielmann und dann von Bernhard Reemtsma erworben.

Wirtschaft und Infrastruktur Die Wirtschaft der Gemeinde ist durch Landwirtschaft und Tourismus geprägt. Es gibt direkt an der Wohlenberger Wiek drei Campingplätze (Niendorf, Gramkow, Beckerwitz), zwei Gutshäuser (Manderow, Gramkow), ein Hotel (Gramkow) sowie viele Ferienhäuser und Ferienwohnungen. Durch das breite Angebot erreichte die Gemeinde 2019 höhere Übernachtungszahlen als die benachbarte Stadt Wismarhttps://www.laiv-mv.de/Statistik/Zahlen-und-Fakten/Wirtschaftsbereiche/Gastgewerbe-und-Tourismus. Die gastronomischen Angebote sind saisonal angepasst. Die Unterkünfte werden durch einen Golfplatz und eine Marina im Ortsteil Hohen Wieschendorf ergänzt.

Die Gemeinde wurde im Oktober 2022 als Tourismusort anerkannt und erhebt seit 2024 eine Kurtaxe.

Verkehrsanbindung Hohenkirchen erreicht man über die Verbindungsstraße L01 Wismar (zugehöriger Autobahnanschluss Wismar-Mitte der Ostseeautobahn A 20) nach Klütz sowie der L02 von der Stadt Grevesmühlen aus – hier befindet sich auch der nächstgelegene Bahnhof an der Bahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen.

Politik Gemeindevertretung und Bürgermeister Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeister) aus 10 Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende ErgebnisseZweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO):

Partei/Bewerber Prozent Sitze Wählergemeinschaft Hohenkirchen '9459,736 CDU35,604

Bürgermeister der Gemeinde ist Jan van Leeuwen (CDU), er wurde mit 72,12 % der Stimmen gewählt.Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO)

Wappen

Flagge Die Gemeinde verfügt über keine amtlich genehmigte Flagge.

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE HOHENKIRCHEN • LANDKREIS NORDWESTMECKLENBURG“.

Sehenswürdigkeiten

Backsteingotische Dorfkirche Hohenkirchen vom 15. Jahrhundert mit 5/8 Chorabschluss an dem dreijochigem, einschiffigem Langhaus; wuchtiger, quadratischer Westturm mit Walmdach; Innen mit Kreuzrippengewölbe, barocker hoher Holzaltar von 1749 und Holz-Kanzel von 1739. Neobarockes Herrenhaus Manderow von 1925 Gutshaus Gramkow aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (heute Ferienwohnhaus) und Reste der Gutshofanlage (Kornspeicher, Pferdestall, Waagenhäuschen, Teile der Kutschenremise) Gutshaus Groß Walmstorf

Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes Reimar Hans von Bülow (1656–1712), Generalmajor Johann Metelmann (1814–1883), deutsch-amerikanischer Pädagoge, evangelischer Geistlicher und 1848/1849 Mitglied der Mecklenburgischen Abgeordnetenversammlung Wilhelm Bade (1843–1903), Pionier der deutschen Nordland- und Polartouristik Gottfried Timm (* 1956), Theologe, Politiker (SPD) und von 1998 bis 2006 Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Personen mit Bezug zu Hohenkirchen Iwan von Gloeden (1815–1850), Jurist und Gutsbesitzer in Hohenkirchen

Quellen Mecklenburgisches Urkundenbuch (MUB) Mecklenburgische Jahrbücher (MJB)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Nordwestmecklenburg

Kategorie:Gemeindeauflösung 1961 Kategorie:Gemeindegründung 2005