120px|rechts|Wappen von Isny im Allgäu mini|Stadtmauer und Türme von Isny mini|Schloss Neutrauchburg bei Isny In der Liste der Kulturdenkmale in Isny im Allgäu sind Bau- und Kunstdenkmale der Stadt Isny im Allgäu verzeichnet, die im „Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale und der zu prüfenden Objekte“ des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg verzeichnet sind. Dieses Verzeichnis ist nicht öffentlich und kann nur bei „berechtigtem Interesse“ eingesehen werden. Die folgende Liste ist daher nicht vollständig. Sie beruht im Wesentlichen auf dem veröffentlichten Denkmalpflegerischen Werteplan, in dem auch erhaltenswerte Gebäude und Grünanlagen verzeichnet sind. Diese sind in dieser Liste ebenfalls aufgeführt. (abgerufen am 17. Oktober 2017)

Stadtbaugeschichte Stadtwerdung mini|Blick auf Isny im Allgäu Eine Siedlungskontinuität ausgehend von dem römischen Kastell Vemania bei Isny-Burkwang auf dem Stadtgebiet des heutigen Isny ist nicht belegt. Auch Vorgängersiedlungen aus keltischer oder alamannischer Zeit sind bislang nicht bekannt. Die ersten Siedlungsspuren finden sich erst wieder ab dem 11. Jahrhundert. Isny war ehemals zu Rohrdorf eingepfarrt, heute ein Stadtteil von Isny etwa 5 Kilometer nordöstlich der Stadt, wo sich bereits in fränkischer Zeit eine Pfarrkirche befunden hatte. Um das Jahr 1040 stiftete Graf Wolfrad von Altshausen-Veringen eine Kirche in „villa Ysinensi“, welche im Dezember 1042 vom Konstanzer Bischof Eberhard dem Heiligen Georg geweiht wurde. Diese Kirchenweihe ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Isny. Zur Namensgebung gibt es unterschiedliche Thesen. Das älteste bekannte Stadtwappen zeigt ein Hufeisen, weshalb der Namen Isny von Isen (also Eisen) abgeleitet sein soll. In einer Urkunde aus dem Jahr 1171 wird von dem Bach Ysenach gesprochen, was die These nahe legt, dass die heutige Ach ursprünglich als Eisen-Ach bezeichnet wurde. Diese erste, 1042 geweihte Kirche stand im Bereich der heutigen katholischen Pfarrkirche St. Georg und Jakobus. Die Stiftung des Grafen Wolfrad wurde durch dessen Sohn erweitert, indem er neben der Kirche ein Kloster erbauen ließ und dieses zusammen mit weiteren Gütern im Jahr 1096 an die Hirsauer Benediktinermönche übergab, welche nunmehr für die Bewirtschaftung des neuen Klosters sorgten. 1189 schenkte Kaiser Barbarossa die Rohrdorfer Pfarrei dem aufstrebenden Kloster Isny, wodurch Isny zum kirchlichen Zentrum der Region wurde und wohl von nun an eigene Pfarrei war. Zu diesem Zweck ließ der Abt neben der Klosterkirche St. Georg eine Marktkirche für die Bevölkerung erbauen, die dem Heiligen Nikolaus geweiht wurde.

Isny wurde nun Sitz eines Landkapitels (Dekanat) der Diözese Konstanz und unterstand bis 1821 dem Bistum Konstanz. Bereits im 12. Jahrhundert hatten sich um das Kloster dörfliche Strukturen mit Handwerkern und Kaufleuten ausgebildet, ab 1171 wurde der kleine Ort durch Abt und Grundherrschaft planmäßig zur Marktsiedlung ausgebaut. Im Laufe des 13. Jahrhunderts entwickelten sich zusehends städtische Strukturen. 1238 wird Isny bereits als „civitas“ erwähnt und 1255 wird von „cives“ berichtet. 1257 wird Isny als „burgum“ bezeichnet, was für einen befestigten Ort spricht. In dieser Zeit der allmählichen Stadtwerdung verloren die Grafen von Altshausen-Veringen immer mehr an Macht und Besitz im Allgäu und mussten schließlich um 1250 ihre Herrschaft Isny an die Truchsesse von Waldburg verpfänden. Auf Betreiben Heinrichs von Isny erhielt die Marktsiedlung 1281 durch König Rudolf von Habsburg die Rechte und Freiheiten der Stadt Lindau. Somit war Isny offiziell Stadt geworden und wurde nun – wenn nicht schon seit der Mitte des 13. Jahrhunderts vorhanden – mit einer Befestigung aus Mauern, Toren und Gräben umgeben.

Reichsstadt 1365 mini|Der Diebsturm, ein Rest der Stadtbefestigung Nur wenige Jahre nach der Stadterhebung verwüstete eine große Feuersbrunst im Jahr 1284 das Kloster, die beiden Kirchen sowie zwei Drittel der Stadt. Noch im selben Jahr wurde unter Heinrich von Brunow mit dem Wiederaufbau des Klosters und der beiden Kirchen begonnen, die schon 1288 durch Bischof Konrad von Toul neu geweiht wurden. Inwieweit der ovale Stadtgrundriss mit seinem markanten Straßenkreuz und den vier Stadttoren schon damals bestand, oder ob dieser erst durch Nachregulierungen und Erweiterungen im 14. Jahrhundert entstand, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Die Vogtrechte über Stadt und Kloster gingen 1306 vollständig an den Truchsessen von Waldburg über. Im Jahr 1365 kauften sich die Isnyer Bürger für 9000 Pfund Heller von ihrem Vogtherren frei und wurden noch im gleichen Jahr durch Bestätigung Kaiser Karls IV. unter den „Freien Reichsstädten“ aufgenommen. Das neue Selbstverständnis der jungen Reichsstadt bekam das Kloster 1379 zu spüren. Die Stadt erlaubte sich in diesem Jahr 90 dem Kloster gehörige und um die Stadt liegende Gebäude niederzubrennen, angeblich weil diese für die Sicherheit der Stadt bei Annäherung eines Feindes gefährlich seien. Auf die Beschwerde des Klosters vor dem Kaiser wurde der Bereich der ehemaligen Viehweide (nordöstlich der Stadt) an das Kloster abgetreten, damit sich hier die Mitglieder des Klosters neu ansiedeln konnten.

Hieraus entstand dann die katholische, spätere Isny-Vorstadt entlang der heutigen Kastellstraße. Wenngleich keine genauen Belege vorliegen, so ist doch anzunehmen, dass sich schon recht früh eine kleinere Ansiedlung außerhalb der Stadtmauer im Bereich der drei Mühlen entwickelt hatte. Im Vertrag von 1171 werden zwei neu gebaute Mühlen an der Ach erwähnt. Die Untere Mühle (Seidenstraße 43, Neubau 1976) dürfte bereits in dieser Zeit entstanden und laut Inschrift 1545 neu erbaut worden sein. Hier könnten sich außerhalb des Espantores schon in spätmittelalterlicher Zeit kleinere Hofanlagen befunden haben. Ob mit der anderen Mühle im 12. Jahrhundert die Obere oder die Bruckmühle gemeint ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Die Obere Mühle (Kastellstraße 17, Abbruch 1966) ist ab 1439 urkundlich belegt, die Bruckmühle (Burgplatz 3, Abbruch 1992) bestand wohl zumindest im 13. Jahrhundert schon. In deren Umfeld entwickelte sich wohl ab dem 13. Jahrhundert eine dörfliche Siedlung, die Wassertor- oder Färbervorstadt, die bereits 1290 erwähnt wird und ein eigenes Tor (Eschertor, Abbruch 1811) besaß. Die übrigen Vorstädte (im Südwesten die Obertorvorstadt und im Südosten die Bergtorvorstadt) entstanden wohl allmählich im 17./18. Jahrhundert. 1381 gab sich die Reichsstadt Isny eine eigene Zunftverfassung. Wichtigster Wirtschaftszweig und Grundlage für den Wohlstand war des Textilgewerbe und hier insbesondere der Leinwandhandel. Die Bürger der Stadt waren an der Ravensburger Handelsgesellschaft beteiligt und pflegten Kontakte in alle Länder Europas. Noch im 19. Jahrhundert zeugen zahlreiche Weberhäuser von dieser einstigen Haupterwerbsquelle. 1507 erhielt Isny das Münzrecht und durfte nun auch eigenes Geld prägen.

Zwischen dem Kloster und der reichsfreien Stadt kam es noch öfters zu Streitigkeiten. So wundert es nicht, dass der Gedanken der Reformation in Isny schnell Verbreitung fand. Bereits 1529 nahm Isny in Speyer an der Protestaktion der evangelischen Stände teil und wurde dadurch zu einem Zentrum der Reformation im Allgäu. 1531 trat Isny dem Schmalkaldischen Bund bei und 1555 wurde die Nikolaikirche endgültig der Stadt und damit dem protestantischen Gottesdienst übergeben. Das Kloster selbst blieb jedoch bis 1803 katholisches Konvent. Dadurch kam es über die Jahrhunderte immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken. Erst der Westfälische Frieden hatte 1648 für eine klare Trennung gesorgt: Protestanten „intra muros“ und Katholiken „extra muros“. Dem katholischen Kloster gehörten z. B. zwei Mühlen in der Stadt sowie die ländlich und von Handwerkern (besonders Webern) geprägte Siedlung auf der „Viehweid“, die Anfang des 19. Jahrhunderts zur eigenständigen Kommune „Isny-Vorstadt“ wurde und sich erst 1911 mit der Stadt Isny zusammenschloss.

Brand von 1631 Das wohl einschneidendste Ereignis in der Stadtbaugeschichte der Reichsstadt Isny fand durch einen Brand am 15. September 1631 statt. Nachdem der Magd eines Bäckers das Feuer im Ofen außer Kontrolle geraten war, brannten 315 von 379 Bürgerhäusern, das Rathaus, Tore und Wehranlagen, die Pfarrkirche und das Kloster ab. Lediglich das Areal rund um Espantorstraße und Am Stadtbach überstanden die Verwüstung. Neben dieser verheerenden Katastrophe sorgten auch Plünderungen des Dreißigjährigen Krieges, die Pest und der Rückgang des Leinwandhandels für den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt.Eberhard Fritz: Der Dreißigjährige Krieg in Südwestdeutschland. Quellen aus Oberschwaben, dem westlichen Allgäu, der Bodenseeregion mit dem Hegau und der nördlichen Schweiz, den fürstenbergischen Herrschaften und dem Herzogtum Württemberg. Drei Bände: 1618 bis 1632. Plaidt 2022; 1633, Koblenz 2023; 1634. Koblenz 2023. [Im Stadtarchiv Isny befindet sich ein umfangreicher Quellenbestand aus dem Dreißigjährigen Krieg, der für diese Bände ausgewertet wurde.]. Seit dieser Zeit war Isny hoch verschuldet. Nur langsam konnte sich die Stadt im 18. Jahrhundert erholen und es siedelten sich teils namhafte Fabriken im Textilgewerbe an. Jedoch auch im 18. Jahrhundert wiederholten sich Brände in der Stadt. So brannte 1721 der Blaserturm gänzlich aus und auch Gebäude in der Bergtorstraße fielen dem Feuer zum Opfer. 1727 brannte ein größeres Areal nördlich der Stadtmauer im Bereich der heutigen Kronengasse und des Entenmooses völlig ab. Im Jahr 1800 folgte schließlich ein größerer Brand im südwestlichen Abschnitt der Obertorstraße.

Württembergische Landstadt 1806 mini|Ehemaliges Kloster, zum Schloss umgebaut Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 verlor die Stadt Isny ihren Status als Reichsstadt. Stadt und Kloster wurden dem Reichsgrafen Otto von Quadt-Wykradt als Entschädigung für den Verlust seiner linksrheinischen Besitzungen zugesprochen. Im Jahr 1806 kam Isny unter württembergische Landeshoheit und bildete zunächst selbst den Sitz eines Oberamtes, das Kloster blieb in gräflichem Besitz und wurde zum Schloss ausgebaut, bis es 1942 schließlich an die Stadt Stuttgart verkauft wurde. 1810 wurde Isny dem Oberamt Wangen zugewiesen. Kirchlich erfolgte in den Jahren 1821/28 – mit der Auflösung des Bistums Konstanz – der Übergang an das Bistum Rottenburg. Im 19. Jahrhundert nahm die katholische Bevölkerung auch in der Kernstadt Isny, die seit der Reformation bis zum Ende der Reichsstadtzeit rein evangelisch gewesen war, stark zu. Die Katholiken bemühten sich deshalb um eine eigene Kirche (die Pfarrkirche St. Georg und Jakobus war nur für die Gemeinde Isny-Vorstadt zuständig). Die Pfarrei St. Maria wurde 1888 gegründet und 1903 konnte Bischof von Keppler die nach Plänen von Architekt Cades durch den Isnyer Werkmeister J. Burger erbaute Marienkirche (Kemptener Straße 5) einweihen. Mit der Zugehörigkeit zu Württemberg lag Isny nun am äußersten Zipfel des Landes und unmittelbar an der Grenze zu Bayern. Traditionelle Handelswege waren abgeschnitten, der Salzhandel mit Österreich und der Schweiz ging verloren. Vergeblich versuchte Isny dem Königreich Bayern zugeschlagen zu werden. Entspannung brachte schließlich die Gründung des Zollvereins Bayern-Württemberg. Doch zwei Stadtbrände in den Jahren 1864 und 1866 hemmten den Aufstieg erneut. Auch im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert blieb die Stadt nicht gänzlich von Bränden verschont, jedoch waren hier meist nur einzelne Gebäude betroffen, wie etwa im Jahr 1898 die Gebäude Marktplatz 3 und Wassertorstraße 4 oder im Jahr 1905 das Gasthaus zum Ochsen (Wassertorstraße 6).

Tourismus- und Kurort mini|Die Katholische Stadtpfarrkirche St. Maria von 1903 (Joseph Cades, Stuttgart)