mini|Dobbertiner See mit Kloster im Hintergrund (2017) mini|Ältestes Bauernhaus von 1787, Güstrower Str. 2 (2011)

Fast alle Bauten im Klosterdorf Dobbertin sind in den letzten Jahrhunderten in Verbindung mit dem Kloster Dobbertin und seinem Klosteramt bis zu dessen Auflösung 1918 entstanden. Von der Baugeschichte der ersten Jahrhunderte ist wenig überliefert.

Bauten nach Jahrhunderten 13. Jahrhundert 1227: Ersterwähnung Dobbertin am 28. August als Dobrotin mit Dobbin und Jellen.MUB I. (1863) Nr. 343. 1288 wurde die Stiftung eines Krankenhauses in Dobbertin durch den Schweriner Bischof Hermann I. von Schladen bestätigt.MUB III. (1865) Nr. 1964. Pleban Detlev zu Lüdershagen hatte sich um das Krankenhaus, damals wohl eher eine Krankenstube, verdient gemacht.Horst Alsleben: Nonnen übten Mildtätigkeit. SVZ Lübz – Goldberg – Plau, 25. Oktober 1999.

14. Jahrhundert mini|hochkant|Grabplatte Mühlenbauer Hinrik Glove 1371 im Kloster Dobbertin (2014) 1309: Papst Clemens V. bestätigte in Avignon die Stiftung des Dobbertiner Leprosen-Hospitals St. Jürgen an der Mildenitz am Weg nach Dobbin und Below.MUB V. (1869) Nr. 3227.Horst Alsleben: Salbe gab es an der Klosterpforte. SVZ Lübz – Goldberg – Plau, 6. Januar 1998. 1335: Konfirmation des Dorfes mit Mühle und Krankenhaus. 1346: Nach dem Tode von Johann Pickard zu Goldberg gehörten seine beiden Häuser dem Krankenhaus zu Dobbertin.MUB X. (1877) Nr. 6688. 1347: Kirchenprovisor Gottfried verkaufte zwei Hufen auf dem Dobbertiner Felde zu Gunsten des Dobbertiner Krankenhauses.MUB X. (1877) Nr. 6787. 1371: Der Mollenmeister Bruder Hinricus Glove schenkte als Mühlenmeister den Dobbertiner Nonnen ein Haus mit zugehörigem Besitz im Dorf Dobbertin. Seine Grabplatte steht heute im südlichen Kreuzgang des Klosters. MUB XVIII (1897) Nr. 10142.Friedrich Lisch: Alte Leichensteine der Kirche zu Dobbertin. In: MJB 27 (1862) S. 237, 238.Christine Magin, Jürgen Herold, Morion Grether: Die Inschriften auf den Grabplatten im Kloster Dobbertin. 2012, S. 156, 157.

15. Jahrhundert 1441: Herzog Heinrich IV. (Mecklenburg) – „Heinrich der Dicke“ – bestätigte am 16. Oktober 1441 alle Privilegien des Klosters Dobbertin und schenkte dem Kloster alle seine Rechte an den Klostergütern und Dörfern, darunter auch Dobbertin.LHAS 1.5–4/3 Urkunden Kloster Dobbertin. Regesten Nr. 119.

16. Jahrhundert mini|Dobbertiner Armenhaus St. Jürgen (1914) 1500: St. Jürgen war das erste Armenhaus in Dobbertin, wurde 1982 abgebrochen.Horst Alsleben: Nonnen übten Mildtätigkeit. SVZ Lübz – Goldberg – Plau, 25. Oktober 1999. 1592 erfolgte die Errichtung eines Kalkofens in Dobbertin durch Valentin Hogede, ein Ziegler aus Bellin.LHAS 10.63–1 Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Nr. 275 Protokollbuch des Klosteramts Dobbertin 1587–1593. 1593: Im Clagebuch des Klosteramts Dobbertin wurde von einer Schlägerei während der Hochzeit von Chim Mollers im Dorfkrug berichtet. Jurge Schwirig als Schluter zu Dobbertin wurde wegen schlechten Bierbrauens entlassen.LHAS 10.63 Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Nr. 275 Clagebuch des Klosteramts Dobbertin 1593–1598. 1596: Eine große Schlägerei auf dem Dobbertiner Markt. Beteiligt waren Chim Krause, Hans Weltzien und die Belower Brüder Fritz und Chim Schutte.

17. Jahrhundert 1612 ließ der Klosterhauptmann Joachim von Oldenburg am 2. Januar im Pelzer-Haus zu Dobbertin für sechs arme Untertanen ein Armenhaus einrichten und vermachte diesem noch 100 Gulden. Prediger Enoch Zander sammelte Sonntags mit dem Klingelbeutel in der Klosterkirche und der Mühlenmeister Hinrich Hardern brachte immer Korn in die Armen-Scheune.Hans-Heinrich Klüver: Beschreibung des Herzogthums Mecklenburg und dazu gehöriger Länder und Oerter. 1737, S. 179–180, Fundations-Brief des Armen-Hauses zu Dobbertin 1612.Horst Alsleben: Hilfe für Arme und Kranke. SVZ Mecklenburg-Magazin, 21. Juni 2019. 1627 bis 1812 wurde das Armenhausregister geführt.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 3291, 3292.Horst Alsleben: Nonnen übten Mildtätigkeit. SVZ Lübz – Goldberg – Plau, 25. Oktober 1999. 1621: Verpachtung der Mühle am Dobbertin See und in Kläden an der Mildenitz. 1634: Protocollum über Rechnungen zum Armenhaus mit den Provisoren Henning von Lützow und Joachim II. von Moltzan. 1637: Der Hexenprozess gegen Ilse Plagemann aus Dobbertin wurde nach mehrfacher Folter eingestellt. 1638 zerstörten im Kriegswesen mehrere Brände auch in Dobbertin Katen, Scheunen und das Armenhaus. 1649: Bei der Visitation am 29. September 1649 hatte das Armenhaus einen Barbestand von 9 Talern und 6 Schillinge, Pastor Pertus Zander war Vorsteher des Armenhauses.LHAS 2.12-3/5 Kirchenvisitationsprotokolle. Nr. 167. Das Pfarrhaus war noch instand 1652: Pachtcontract mit Müller Thies Fraucken zu Mühle in Dobbertin.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 3148 Mühle zu Dobbertin. 1662: Pfarrhof mit Wohnhaus, Backhaus und Scheune. Bei der Kirchenvisitation am 2. Februar 1662 war das Pfarrhaus ziemlich marode, das Dach undicht und die Fenster entzwei. Die Scheune wurde in der Mitte gestützt.LHAS 2.12-3/5 Kirchenvisitationsprotokolle. Nr. 167. 1673: Der Dorfschulze Johannes Duncker, auch Organist in der Dobbertiner Klosterkirche, beschwerte sich am 6. Juli 1673 beim Klosterhauptmann Landrat Christoff Friedrich von Jasmund über die wüsten, nicht bewohnten Häuser im Dorf.LHS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 3162 Reparatur Orgelwerk 1673. 1674: Maurer Erdmann baute das Müllerhaus. 1694 wurde erstmals ein Dorfkrug erwähnt.

18. Jahrhundert 1703: Zum Armenhaus im Beichtkinderverzeichnis schrieb Pastor Caspar Wilhelm Heerder… ist auch alhie vor di abgesetzten Unterthanen im Armenhaus, welche miserabel sind keine Dienste mehr thun können. Es werden selbige vom Ampt unterhaltenFranz Schubert: Mecklenburgische Beichtkinderverzeichnisse ANNO 1703, Dobbertin. S. 236. 1704: Inventarium über die Mühle zu Dobbertin mit Müller Gustaff Rogelmann.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 3148 Mühle zu Dobbertin. 1724: Mietkontrakt mit dem Krüger Kummerfeldt zum Dobbertiner Dorfkrug. mini|Pfarrhaus mit Scheune (2017) 1737: Besichtigung der Häuser im Dorf Dobbertin am 6. Juli 1737. Aus dem Protocollum Deputationis provincialis über die Untersuchung des Hoch-Adelichen Closters Dobbertin, den 6ten July Ao 1737. Zuerst den Krug nebst zugehörigen Gebäuden, es folget Schuster Schlien Hauß, hinegst der Bäcker Kanter, des Cossaten Peter Possels Gehöft, des Tischlers Anderssen Behausung, das Küster- und Organisten Hauß, danach die Behausung des Landreiters, des Schneider Gleyen, des Schmids Thürtz, des Klein-Schmids und Maurer, des Tischlers Pickers Hauß wie auch das Armen-Hauß vors erste keiner Reparation bedarff. Das Pfarr-Hauß ist neu und in guten Stande, des Dorfschulzen Gätthens Gehöffte ist gut, die Mühle ist in ziemlich Stande, nur der obere Boden gantz neu mit Brettern belegt werden muß.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 716. Protokolle über die Untersuchungen des Hoch Adlichen Closters Dobbertin Ao. 1737. 1749: … über Häuser so zu keinem Gehöft gehören … Das vom Schneider Johann Peter Hermsen bewohnte Kloster-Haus zu Dobbertin wurde dem Weber Baumann zugewiesen. Das Haus hat Tannen Sohlen, das Dach von Rohr und noch gut, die Balken sehr angemulschet, Diele buckligt, Fußboden Lehm und Steine, Ofen von Kachel und Mauerstein …LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 3250 Inventarien von Häusern 1699 bis 1755. 1750: Das Protocollum des Hoch-Adelichen Closters Dobbertin vermerkt im Armenregister … darin Beichtvater Christoph Kahlbom und 13 arme Leute leben.Horst Alsleben: Hilfe für Arme und Reiche. SVZ Mecklenburg-Magazin, 21. Juni 2019. 1752: Reparaturen an dem mit Schilfrohr gedeckten hiesigen Armenhaus. Maurer Walter …für geleistete Arbeit am hiesigen Armenhaus und die Unterhaltung im Dorf. Aus der klostereigenen Ziegelei in Lähnwitz kamen 7.700 Mauer-Steine. 1753: … zu Dobbertin, daß Prediger-Haus in Eichen-Holz gebauet wurde 1756 vollendet und die Klädener Mühle ist neu gebauet.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 1235 Hauptregister des Jungfräulichen Kloster-Amts Dobbertin 1753–1754. 1754 wurde ein eingeschossiges Fachwerkgebäude mit Krüppelwalmdach und Rohrdeckung als Pfarrhaus errichtet. Auch das Neue Mühlen-Haus zu Dobbertin wurde durch die Handwerker des Klosteramts erbaut. Die 11.000 Mauer-Steine kamen aus der klostereigenen Ziegelei Lähnwitz, weitere 3.800 Mauer-Steine aus der klostereigenen Ziegelei in Mestlin. Das Holz kam aus der Klosterforst.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 1236 Haupt-Register des Jungfraulichen Kloster-Amtes Dobbertin 1754–1755. 1755: Bau des zweigeschossigen Fachwerkhauses mit Krüppelwalmdach als Mühlenhaus mit Wassermühle am Auslauf der Mildenitz am Dobbertiner See. Ab 2009 umfangreich saniert, wird es heute als Insel-Hotel genutzt. 1756: …zu Dobbertin ein Neues Küster-Haus und Back-Haus erbauet… 4.800 Mauer-Steine aus der Ziegelei Lähnwitz für den neuen Pferdestall, das Viehhaus, die Scheune und das Backhaus an der Mühle. Säger und Holz-Hauer Johann Timmermann am Dobbertiner Mühlenhaus. Für das Dobbertiner Pfarrhaus kommen 8.500 Mauer-Steine aus der Ziegelei Lähnwitz und 7.000 Mauer-Steine aus der Ziegelei Mestlin. Der auf dem Pfarrhof errichtete Viehstall und die Scheune wurden mit dem Backhaus an der Mildenitz 1757 vollendet.LHAS 3.2-4 Ritterschaftliche Brandversicherungsgesellschaft. Nr. 557, Plan der Gebäude des Dorfes Dobbertin 1790. 1757: Das als Organistenhaus erbaute eingeschossige Fachwerkgebäude wurde ab 1804 als Actuariushaus für Gerichtsdiener genutzt, ab 1830 als Wohnhaus mit Schule und ab 1868 als Schule mit Anbau. mini|Klosterfriedhof (2017) mini|Älteste erhaltene Bauernhaus Mauck von 1787 mit Scheune (1938) 1760 wurde der heutige Klosterfriedhof angelegt, 70 historische Grabsteine sind noch vorhanden. 1775: Das Gärtner-Haus zu Dobbertin, indem der Schlachter Koch zu Miete wohnte, bestand aus Eichen-Holz, die Gefache sind in Lehm gemauert, das Dach mit doppelt steinern Ziegel versehen. Schornstein gemauert und gehet aus dem Dach, Feuerherd aus Mauerstein ohne Tür. Der Schornstein von der Gewächs-Stube ist zum Haubt-Schornstein eingeführet.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 3250 Inventarien von Häusern 1699 bis 1755. 1776: Bau eines Viehauses, Pferdestalls und Backhaus am Mühlengehöft. 1777: Verpachtung Dobbertiner Schmiede an Dietrich Gastmeyer. 1781 wurden zwei Wohnungen in Dobbertin gebaut.LHAS 5.11-2 Landtagsprotokoll. 28. November 1781 Nr. 10. 1785: Bau eines Bauernhauses im nächsten Jahr zu erledigen.LHAS 5.11-2 Landtagsprotokoll. 25. November 1785 Nr. 7. 1786: Erbauung der Scheune auf der Mühle und ein Bauernhaus in Dobbertin bewilligt.LHAS 5.11-2 Landtagsprotokoll. 3. November 1786 Nr. 13. 1787: Das niederdeutsches mit Krüppelwalmdach und Schilf (Reet) gedeckte Hallenhaus von ehemaligen Hauswirt Mauck gehört heute zu den ältesten erhaltenen Bauernhäusern in Dobbertin und wurde ab 2000 aufwendig saniert.Horst Alsleben: Häuser mit Reet gedeckt. SVZ Sternberg. 11. April 1994. 1790 wurde ein im Zopfstil gestalteter Sandsteinobelisk auf dem Klosterfriedhof für den Klosterhauptmann Kammerjunker Hans Friedrich Christian von Krackewitz auf Briggow aufgestelltHorst Alsleben: Klosterfriedhof Dobbertin … in einem der vier Medallions, die an Bandschleifen hängen, die Inschrift: Hier ruht Hans Friedrich von Krakewitz auf Briggow, acht Jahre Provisor und ins 15te Jahr Hauptmann zu Dobbertin … gestorben zu Dobbertin den 11. November 1790…, nach Plan von 1790 der Krug als Massivhaus mit Scheune, Pferde- und Viehstall.

19. Jahrhundert mini|1801 erbaute Wassermühle über der Mildenitz (2017) mini|Ehemalige Klosteramtsscheune (Holzmagazin) (2008)