Den schwäbischen Hohenzollern werden die Mitglieder des Hauses Hohenzollern zugerechnet, die mit der Grafschaft Zollern mit der Burg Hohenzollern bei Hechingen im heutigen Baden-Württemberg historisch verbunden werden und die einst die schwäbischen Stammlande nicht verließen. Mit Burchardus und Wezil erwähnte 1061 ein Mönch in einer Chronik erstmals das Geschlecht. Im Jahr 1576 entstanden die beiden Grafschaften Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen, aus welchen sich 1623 die Fürstentümer Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen bildeten. In der Gegenwart existiert lediglich noch die Linie Hohenzollern-Sigmaringen.

Neben den schwäbischen Hohenzollern bestehen heute noch die brandenburg-preußischen Hohenzollern, die Deutsche Kaiser und Könige von Preußen waren. Diese Hohenzollern gingen am Anfang des 15. Jahrhunderts als brandenburgische Hohenzollern aus den fränkischen Hohenzollern hervor. Die fränkischen Hohenzollern ihrerseits spalteten sich am Anfang des 13. Jahrhunderts von den schwäbischen Hohenzollern ab.

Geschichte mini|Burg Hohenzollern mini|hochkant=1.5|Die Besitzungen der Familienzweige um 1370 mini|Die altzollerischen Besitzungen auf dem Gebiet des heutigen Zollernalbkreises

Die Grafen von Zollern im Mittelalter Erste Erwähnung Die Zollern gehören zu den ältesten und bedeutendsten schwäbischen Hochadelsgeschlechtern. Für das Jahr 1061 werden Zollern erstmals in der Chronik Bertholds von der Reichenau erwähnt. Dieser nennt Burchardus und Wezil „de Zolorin“, die gefallen seien. Wezil steht dabei für Werner. Das St. Galler Totenbuch nennt als Todestag den 29. August.Anton Ritthaler: Die Hohenzollern. Athenäum Verlag, Frankfurt a. M. 1961, S. 7. Herkunft und Verwandtschaftsverhältnisse der Zollern sind unsicher. Die Edelfreien von Zollern waren eine der ersten Familien in Süddeutschland, die sich nach ihrem Stammsitz, dem Hohenzollern bei Hechingen, benannten.

Nennungen im Umfeld mit dem Kloster Reichenau lassen vermuten, dass die Zollern als Verwalter Reichenauer Kirchengutes zu Macht gekommen sind. Gesichert ist jedenfalls, dass in der frühen Zeit eine enge Verbindung mit dem Bodenseekloster bestand. Ulrich von Zollern starb als Abt der Reichenau 1136, und später traten zahlreiche Zollern dort als Mönche ein.Wilfried Schöntag: Hohenzollern. In: Meinrad Schaab, Hansmartin Schwarzmaier (Hrsg.) u. a.: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Band 2: Die Territorien im alten Reich. Hrsg. im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Klett-Cotta, Stuttgart 1995, ISBN 3-608-91466-8, S. 364.

Dienst für Reich und Kirche An der Gründung des Klosters Alpirsbach um 1095 war Adalbert von Zollern beteiligt. Um 1111 wurden den Zollern von Kaiser Heinrich V. Grafenrechte verliehen. Sie traten im 12. Jahrhundert hauptsächlich auf den Landtagen der Herzöge von Schwaben und auf den Hoftagen der Staufer im Zusammenhang mit schwäbischen Angelegenheiten auf. Es wird deshalb vermutet, dass die Grafenrechte auf einem Lehen des Herzogtums Schwaben beruhen könnten. Die Zollern waren aber sowohl auf Landtagen der Zähringer als auch auf Landtagen Heinrichs des Löwen für Lehen in der Nähe von Ravensburg vertreten. Um 1125 besaßen sie eine Herrschaft mit eigenen Ministerialen. Sie nutzten ihre Ämter, die sie im Dienst für das Reich und die Kirche innehatten, und das von ihnen verwaltete Kirchengut, um eine Adelsherrschaft aufzubauen. Der Mediävist Dieter Mertens bezeichnet die Zollern als alten Adel in neuer Formation.Dieter Mertens, Zur frühen Geschichte der Herren von Württemberg. In: ZWLG 49 (1990), S. 93. Vgl. auch Wilfried Schöntag: Hohenzollern. In: Meinrad Schaab, Hansmartin Schwarzmaier (Hrsg.) u. a.: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Band 2: Die Territorien im alten Reich. Hrsg. im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Klett-Cotta, Stuttgart 1995, ISBN 3-608-91466-8, S. 364.

Durch das Aussterben der benachbarten Grafen von Gammertingen und Haigerloch und den Niedergang der Grafen von Veringen und der Pfalzgrafen von Tübingen konnte das Territorium weiter anwachsen. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erreichten die Besitzungen der Zollern ihre größte Ausdehnung. Sie erstreckten sich vom oberen Neckar bis zur oberen Donau. Im Zentrum lag die Zollernburg. Doch immer wieder brachten Erbteilungen und Erbstreitigkeiten das Zollerngeschlecht in Gefahr. Nach 1179 spalteten sich als Seitenzweig die Hohenberger von den Zollern ab und traten die Nachfolge der Grafschaft Haigerloch an. Sie nannten sich in der Folgezeit nach der bei Schörzingen gelegenen Burg von Hohenberg und erwarben Land in Rottenburg. Später erhielten sie unter anderem die Gebiete um Tübingen und Calw. Durch die Abspaltung der Hohenberger gingen die westlichen Teile der zollerischen Besitzungen verloren.

Staufer-Gefolgschaft und Teilung der Linien Friedrich III. von Zollern war ein treuer Gefolgsmann der Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa und Heinrich VI. und heiratete um 1185 Sophia von Raabs, die Tochter des Nürnberger Burggrafen Konrad II. von Raabs. Er war im Rat der Stauferkaiser sehr angesehen. Nach dem Tod seines Schwiegervaters, der keine männlichen Nachkommen hinterließ, erfolgte durch Kaiser Heinrich VI im Jahr 1191 die Belehnung der Burggrafschaft Nürnberg an Friedrich. Dessen Söhne teilten die Besitztümer unter sich auf. Der ältere, Konrad I. von Nürnberg-Zollern, erhielt um 1218 von seinem jüngeren Bruder im Tausch die Burggrafschaft Nürnberg und begründete die fränkische Linie der Hohenzollern, aus der später die brandenburg-preußische Linie hervorging, der jüngere Bruder Graf Friedrich IV. von Hohenzollern führte die schwäbische Linie fort.

Das Adelsgeschlecht der Schenken von Stauffenberg stellte im 13. Jahrhundert die Mundschenke der Grafen von Zollern. Das Kloster Alpirsbach war von Hechingen zu weit entfernt und kam als Grablege nicht in Betracht. Am 9. Januar 1267 wurde deshalb das Kloster Stetten unterhalb der alten Zollernburg durch eine Stiftung von Graf Friedrich V., dem Erlauchten, und seiner wohlhabenden Gemahlin Uodelhilt von Dillingen zum Hauskloster und zur Erbgrablege der Zollern erhoben. Zwei Jahrhunderte lang diente die Klosterkirche den Grafen von Hohenzollern als Grablege.

Erbteilung und Herrschaft Schalksburg In der Mitte des 13. Jahrhunderts entfachte ein Streit um die ehemalige Scherragrafschaft zwischen den Grafen von Hohenberg, von Zollern, von Urach, von Württemberg und derer von Veringen. 1267 ist ein Angriff der Zollern auf Haigerloch belegt, der für die Zollern siegreich endete. Es wird angenommen, dass vorher bereits Schlachten in Ebingen, Schömberg, Rottenburg, Horb und Hechingen stattfanden, bei denen unter anderem Binsdorf und Schömberg in hohenbergischen Besitz übergingen. Während Albert von Hohenberg mit König Rudolf von Habsburg vor Stuttgart lag, kam es am 23. Oktober 1286 zu einem heftigen und für die Zollern siegreichen Zusammenstoß zwischen Graf Friedrich V. von Zollern und Alberts Bruder Burkard bei Balingen, das fortan zollerisch war.Ludwig Schmid, Geschichte der Grafen von Zollern-Hohenberg und ihrer Grafschaft, Stuttgart 1862, S. 60 1286 erfolgte in Rottweil um Weihnachten in Anwesenheit des Königs eine Versöhnung zwischen Zollern und Hohenbergern, die aber wohl nicht lange Bestand hatte. Graf Friedrich V. hatte seinen beiden Söhnen bereits zu Lebzeiten Mitregentschaftsrechte eingeräumt. Noch vor seinem Tod gingen die Herrschaft Schalksburg und die Herrschaft Mühlheim im Wege der Erbteilung an seinen jüngeren Sohn, nämlich an Friedrich den Jungen, genannt von Merckenberg. Dieser begründete damit die Linie der Grafen von Zollern-Schalksburg. Friedrich VI., genannt der Ritter, übernahm ab Mai 1288 die Herrschaft Zollern-Hohenzollern.Rudolph Stillfried-Alcántara, Traugott Maercker: Hohenzollerische Forschungen: Schwaebische Forschung. Band 1. Berlin 1847, S. 136. Wilfried Schöntag: Der Kampf der Zollern und Habsburger um die Herrschaft Schalksburg. In: Andreas Zekorn, Peter Thaddäus Lang, Hans Schimpf-Reinhardt (Hrsg.): Die Herrschaft Schalksburg zwischen Zollern und Württemberg. Epfendorf 2005, S. 54. Die Mitregentschaft hatte der Merckenberger bereits ab 1282/83 im südlichen Teil, insbesondere über die Herrschaft Schalksburg. Stillfried-Alcántara/Maercker nennen für die Erbteilung nur das Datum 1288. Friedrich V. starb am 24. Mai 1289 und wurde im Kloster Stetten beigesetzt.

Überschuldung und Wiederaufbau Die Grafen Friedrich IX. genannt der Schwarzgraf und sein Bruder Friedrich genannt der Straßburger begründeten 1344 zwei weitere eigene Linien. Friedrich der Straßburger war zunächst Chorherr zu Straßburg, doch kehrte er in den weltlichen Stand zurück und verehelichte sich 1343, weshalb der Schwarzgraf das elterliche Erbe mit ihm teilte.Rudolph M. von Stillfried-Alcantara, Traugott Maercker: Hohenzollerische Forschungen: Schwaebische Forschung. Band 1. Berlin 1847, S. 172 ff. 1362 teilten sich die beiden Brüder auch noch das Erbe ihres Onkels Friedrich Herr zu Hainburg, der für seine Neffen eine Zeit lang als Pfleger fungiert hatte. Dadurch wurde auch der Besitz um die Burg Hohenzollern in den Stammlanden zwischen dem Schwarzgraf und dem Straßburger aufgeteilt. Der mittlere der drei Brüder Friedrich von Zollern, genannt Ostertag (II.), war Chorherr zu Augsburg und Johanniter. Er wurde in der Erbteilung von 1344 mit Apanagegütern abgefunden und erklärte ansonsten seinen Erbverzicht.Rudolph M. von Stillfried-Alcantara, Traugott Maercker: Hohenzollerische Forschungen: Schwaebische Forschung. Band 1. Berlin 1847, S. 196

Die Grafen von Hohenzollern hatten bald erhebliche wirtschaftliche Probleme. Graf Eberhard II. von Württemberg erwarb 1388 die Pfandschaft über die Stadt Hechingen. Die Zollerngrafen verpflichteten sich, in den folgenden sechs Jahren seine Parteigänger zu sein und ihm die Stadt und ihre Stammburg zu öffnen. Im Jahr 1402 wurde der Besitz der Straßburger Linie dann zwischen den Grafen Friedrich XII., genannt der Öttinger, und seinem Bruder Eitel Friedrich I. aufgeteilt. 1403 starb der einzige Sohn des Grafen Friedrich V. von Zollern-Schalksburg, genannt Mülli. Der völlig überschuldete Vater entschloss sich daraufhin, seine Herrschaft für 28.000 Gulden an Württemberg zu verkaufen.Meinrad Schaab, Hansmartin Schwarzmaier (Hrsg.) u. a.: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Band 2: Die Territorien im alten Reich. Hrsg. im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Klett-Cotta, Stuttgart 1995, ISBN 3-608-91466-8, S. 367. Diese Mittel hätten seine Verwandten nicht aufbringen können, der Verkauf ist die geschichtliche Grundlage der Sage vom Hirschgulden. Mit dem Tode Müllis 1408 starb die Schalksburger Linie aus und das Herrschaftsgebiet um Balingen war für die Zollerngrafen verloren, die Herrschaft Mühlheim war bereits 1391 an die Herren von Weitingen gefallen.