mini|Fendt Dieselross Logo Fendt ist eine Marke für Landmaschinen, die auf das gleichnamige bayerische Familienunternehmen aus Marktoberdorf zurückgeht. Die Marke ist seit 1997 im Eigentum der US-amerikanischen AGCO.
Der erste Dieselross-Traktor mit 6 PS wurde 1930 von den Gebrüdern Hermann (1911–1995) und Xaver Fendt (1907–1989) unter der Anleitung ihres Vaters Johann Georg Fendt (1868–1933) konstruiert. 1937 ließen die beiden das Unternehmen in das Handelsregister Kempten eintragen. 1997 übernahm AGCO das Familienunternehmen Fendt (Fendt GmbH) und firmierte es später zur AGCO GmbH um. Bis heute führt AGCO die Marke als Premiummarke des Konzerns weiter. Das Produktangebot umfasste bis zur Übernahme nur Traktoren einschließlich des Geräteträgers Fendt GT und des Systemschleppers Fendt Xylon und die 1998 verkaufte Sparte der Wohnwagen. Seitdem wurde es um Feldhäcksler, Mähdrescher, Schwader, Heuwender, Mähwerke und Ballenpressen ergänzt.
Die Marke Fendt hatte 2013 einen Exportanteil von 64 Prozent. Mit 6261 zugelassenen Traktoren ab 51 PS und einem Marktanteil von 21,1 Prozent im Jahr 2013 ist Fendt in Deutschland Marktführer. Insgesamt 17.837 Traktoren wurden 2013 verkauft, die bis dahin höchste Zahl in der Unternehmensgeschichte. Im Jahr 2019 lag der Exportanteil bei 66 % und es wurden 16.806 Traktoren verkauft. Im Jahr 2020 konnte Fendt seinen Absatz auf dem deutschen Markt auf 6867 Traktoren steigern. Das entspricht einem Marktanteil von 21,3 % und damit der Marktführerschaft. Der Exportanteil lag im selben Jahr bei 68 %.
Standorte Marktoberdorf Der Hauptsitz der Marke Fendt ist in Marktoberdorf im Ostallgäu. Das Betriebsgelände liegt auf den Flächen des ehemaligen landwirtschaftlichen Hofes der Familie Fendt. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen 2020 rund 6102 Mitarbeiter. Davon arbeiteten 4036 im Hauptsitz in den Bereichen Produktion, Entwicklung, Vertrieb und Marketing, Finanzierung, Verwaltung und IT. Am Standort in Marktoberdorf werden alle Traktoren entwickelt, produziert und vertrieben.
Die Produktionsanlagen haben aktuell eine jährliche Kapazität von rund 20.000 Traktoren und 29.000 Vario-Getrieben. Die Wärmeversorgung des Unternehmens kommt vom Biomasseheizkraftwerk Ruderatshofen aus Holzhackschnitzel. Am Standort Marktoberdorf befindet sich auch das Besucherzentrum Fendt Forum, das 2018 ausgebaut wurde. Aktuell können sich Besucher auf einer Fläche von 2400 Quadratmetern über die Geschichte des Landtechnikherstellers informieren und sich aktuelle Fendt-Traktoren, Feldhäcksler, Futtererntetechnik und Mähdrescher anschauen.
Nach einem Cyberangriff mit Erpressungssoftware am 5. Mai 2022 auf den AGCO-Konzern wurde die Arbeit an mehreren Produktionsstandorten auf der Welt beeinträchtigt, auch in Marktoberdorf ruhte die Produktion ab 9. Mai. Am 16. Mai 2022 wurde die Arbeit am Standort Marktoberdorf wieder aufgenommen, andere betroffene AGCO-Standorte folgten wenige Tage später.Cyberangriff: Fendt-Traktorenwerk in Bayern steht. orf.at, 9. Mai 2022, abgerufen am 9. Mai 2022.
Asbach-Bäumenheim Am Standort Asbach-Bäumenheim befindet sich das AGCO Kompetenzzentrum für Fahrzeugkabinen in Europa. Das Werk, ehemals Maschinenfabrik Josef Dechentreiter, wurde 1970 erworben. Im Januar 2018 fertigten am Standort rund 1200 MitarbeiterBericht über Investitionen im Werk Asbach-Bäumenheim auf b4bschwaben.de; abgerufen: 13. September 2023. Kabinen und Karosseriebauteile für die Marken Fendt, Massey Ferguson und Valtra. Die Produktion am Standort umfasst die Bereiche Teilefertigung, Rohbau, Lackierung und Kabinenmontage einschließlich Einbau der Elektronik und des Fahrerplatzes.AGCO steckt über 30 Mill. Euro in den Standort Bäumenheim, Juli 2010, abgerufen am 12. Dezember 2017. Die Lieferungen der Fendt-Kabinen nach Marktoberdorf erfolgt Just-In-Time direkt zur Traktormontage und Just-In-Sequence, d. h., die Teile werden im Werk in Asbach-Bäumenheim in derselben Reihenfolge gebaut, wie sie am Montageband in Marktoberdorf benötigt werden.Standort Asbach-Bäumenheim, AGCO/Fendt; abgerufen am 12. Dezember 2017.
Hohenmölsen Im Jahr 2009 erwarb der AGCO-Konzern den Standort Hohenmölsen. Seitdem wurden mehr als 35 Mio. Euro in das Werk investiert. Auf dem Gelände der ehemaligen Bundeswehrkaserne werden für Fendt Traktorteile wie z. B. Unterlenker gefertigt. Zum anderen befindet sich hier auch die Montage des Feldhäckslers Fendt Katana 65 und 85. Seit 2017 wurden auch die gezogenen Feldspritzen Fendt Rogator 300 in Hohenmölsen produziert. Ab Januar 2018 wurde die selbstfahrende Feldspritze Rogator 600 in Sachsen-Anhalt gefertigt.Challenger Europa: Übergabe an Fendt?, auf www.agrarheute.com, April 2017, abgerufen am 3. Juni 2017.Fendt übernimmt Vertrieb der Marke Challenger, b4b Wirtschaftsleben Schwaben, Juli 2017, abgerufen am 12. Dezember 2017. Im Dezember 2020 arbeiteten 345 Mitarbeiter am Standort Hohenmölsen.
Feucht Am Standort Feucht befindet sich das AGCO-Kompetenzzentrum für Futtererntetechnik in Europa. Seit 2011 gehört das Kompetenzzentrum im Nürnberger Land zum US-amerikanischen AGCO-Konzern und produziert für die Marken Fendt, Massey Ferguson und Fella. In Feucht werden für Fendt die verschiedenen Modelle für Futtererntetechnik entwickelt und produziert: Trommel- und Scheibenmähwerke (Fendt Cutter und Fendt Slicer), Wender (Fendt Twister) und Schwader (Fendt Former)., Fella, abgerufen am 13. Dezember 2017. Im Dezember 2020 waren 224 Mitarbeiter am Standort Feucht beschäftigt.
Waldstetten Der Sitz des Landtechnikunternehmens in Waldstetten ist auf das Jahr 1871 und die Gründung der Mengele Agrartechnik zurückzuführen. Im Oktober 2017 übernahm die AGCO Corporation den Bereich Futterernteproduktion des Unternehmens Lely und damit auch das Werk in Waldstetten. Zu den übernommenen Produkten gehören auch ein Lade- und Kombiwagenprogramm.Fendt zieht künftig Lely, Augsburger Allgemeine, September 2017, abgerufen am 13. Dezember 2017. Ab 2018 wurden am Standort die Fendt Kombiwagen der Serie Fendt Tigo PR und XR produziert. Auf dem 13.700 m² Werk waren bis September 2022 83 Mitarbeiter beschäftigt. Im Oktober 2022 verlegte der Konzern die Produktion der Ladewagen nach Wolfenbüttel.Fendt eröffnet neue Ladewagenproduktion in Wolfenbüttel, abgerufen am 5. November 2023.
Wolfenbüttel Seit über 120 Jahren werden in Wolfenbüttel Produkte für die Landwirtschaft entwickelt und produziert. Zunächst als Welger Maschinenfabrik GmbH und seit 2008 als Tochterunternehmen der Lely-Gruppe. Im Oktober 2017 übernahm der Landtechnikkonzern AGCO die Futtererntemaschinensparte von Lely.AGCO kauft Erntetechnik von Lely, profi, März 2017, abgerufen am 13. Dezember 2017. Am Standort Wolfenbüttel werden Rundballenpressen, Press-Wickelkombinationen, Quaderballenpressen und Aufsammler produziert. Ab 2018 werden hier für die Marken Fendt und Massey Ferguson variable Rundballenpressen und Festkammerpressen gebaut., auf agrarheute.com, Oktober 2017, abgerufen am 13. Dezember 2017. Auf dem etwa 100.000 m² großen Werksgelände arbeiten 340 Mitarbeiter in den Bereichen Schweißerei, Montage, Lackiererei, Versand und Administration. Seit Oktober 2022 werden auch die ehemaligen Mengele-Ladewagen aus Waldstetten unter der Marke FENDT mit dem Namen TIGO in Wolfenbüttel gefertigt.
Breganze
Am Standort Breganze befindet sich das AGCO Kompetenzzentrum für Mähdrescher in Europa. Das ehemalige Laverda-Werk wurde 2007 zu 50 Prozent und im März 2011 zu 100 Prozent von der AGCO Corporation erworben.Akquisition Laverda S.p.A. AGCO, 3. November 2010, abgerufen am 20. August 2023. Seit 1873 werden hier in Italien landwirtschaftliche Maschinen produziert. Auf 25 Hektar Betriebsfläche arbeiten heute rund 610 Mitarbeiter an der Produktion von Mähdreschern der Mittelklasse sowie Hybrid- und 8-Schüttlermodellen der Oberklasse.Standort Breganze, AGCO/Fendt, abgerufen am 13. Dezember 2017. Ab 2018 wird im AGCO Werk die neu entwickelte Mähdrescherserie Fendt Ideal in drei Modellen produziert.
Hesston Seit 1947 werden in Hesston, Kansas, Landmaschinen produziert. Das Unternehmen hat sich von Anfang an auf die Entwicklung und Produktion von landwirtschaftlichen Geräten spezialisiert. Zudem wurde hier 1978 die weltweit erste große Quaderballenpresse entwickelt und produziert, die sogenannte „Mutter aller Pressen“.Hesston, abgerufen am 13. Dezember 2017. AGCO erwarb die Hesston Corporation im Jahr 1991. Das Werk verfügt derzeit über neun Fertigungslinien, an denen Mähdrescher und Pflanzmaschinen für den amerikanischen Markt gefertigt werden sowie die Produktion von Quaderballenpressen, u. a. für die Marke Fendt. Im Jahr 2013 hat AGCO 40 Millionen Dollar in eine moderne 18.850 m² große Lackier- und Veredlungsanlage investiert.AGCO eröffnet 40 Millionen Dollar Lackier- und Veredlungsanlage, AGCO, August 2013, abgerufen am 13. Dezember 2017., FarmProgress, Oktober 2013, abgerufen am 13. Dezember 2017. AGCO ist der größte Arbeitgeber in Harvey County und beschäftigt mehr als 1400 Mitarbeiter im Werk Hesston. Seit 2018 wird in Hesston auch das neue Topmodell der Quaderballenpressen, die Fendt Squadra 1290 UD (Ultra Density) produziert.
Jackson 2001 kaufte AGCO das Unternehmen Ag-Chem Equipment Co. in Jackson (Minnesota) und erweiterte damit das Segment für Applikationsgeräte in Nordamerika. Seit 2002 werden auch die Raupentraktoren hier hergestellt.AGCO Report, AGCO, Juli 2002, abgerufen am 13. Dezember 2017 […] AGCO completed the acquisition of Caterpillar Inc.’s agricultural track-type tractors known as „Challenger“ in March 2002 and has added a full range of new agricultural equipment to form the new Challenger brand […]. Im Jahr 2011 wurde das Gelände um rund 7000 m² erweitert, um die Row-Crop-Traktoren für Massey Ferguson und Challenger herzustellen. Im gleichen Zug wurde auch das erste AGCO-Besucherzentrum, das Intivity Center, in Nordamerika gebaut.AGCO eröffnet neues Intivity Center und Werkserweiterung, AGCO, Juni 2012, abgerufen am 13. Dezember 2017.AGCO erweitert das Minnesota Werk, AGCO, Mai 2013, abgerufen am 13. Dezember 2017. Heute sind rund 900 Mitarbeiter in dem rund 62.500 m² großen Werk in Jackson beschäftigt. Seit 2018 werden in Jackson auch die Fendt-Raupentraktoren der Modelle Fendt 900 Vario MT und Fendt 1100 MT hergestellt.
Galerie
Geschichte Vom Grasmäher zum Dieselross
mini|Das erste Fendt Grasmäher mit einem 4-PS-Deutz-Motor mini|Xaver Fendt testet den Holzgasgenerator-Schlepper G25