Wimpasing ist ein Weiler und ein Ortsteil der Stadt Eichstätt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.

Lage Wimpasing liegt circa zwei Kilometer nordöstlich von Eichstätt auf der Hochfläche der Fränkischen Alb.

Geschichte Südlich vom Wimpasing verlief eine Römerstraße.

Wimpasing ist erstmals 1133 urkundlich erwähnt, als Dyemar und seine Frau Gysela ihr Gut in „Wintpozingen“ (= „Was vom Wind umgestoßen wurde“, „Ort, der besonders dem Wind ausgesetzt ist“)Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt, 45 (1930), S. 105 der Eichstätter Kirche übergaben. Ob das in einer weiteren Urkunde des 12. Jahrhunderts erwähnte „Wintbozzingen“ ebenfalls auf das eichstättische Wimpasing bezogen werden kann, ist fraglich. 1302 übergab der Bischof von Eichstätt dem Domkapitel unter anderem den Zehent von Äckern zu „Wimpaezingen“; das Domstiftlehen ist in der Folgezeit noch mehrmals erwähnt. Um 1400 ist erwähnt, dass das Eichstätter Kloster St. Walburg Besitz in Wimpasing hat, das 1433 als „Nunnenlehen“ und bei einem Verkauf im Jahr 1452 und 1485 als „Wunen Lehen“ Erwähnung findet. 1441 kam die Stadt Eichstätt in den Besitz einer der Höfe von „Wimpessingen“. 1465 ist als Meier von Wimpasing ein Cuntz Furleger genannt. 1568 gehörte je ein Bauer von Wimpasing dem Domkapitel, der Stadt Eichstätt und dem Kloster Rebdorf; während Domkapitel und Stadt Eichstätt 100 Schafe halten durften, waren dem Kloster Rebdorf nur 50 erlaubt.Reith, S. 221 f.; Anton Hotter: Das Bezirksamt Eichstätt, 2. Teil, Eichstätt: 2. Auflage 1875, S. 46 Am Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Wimpasing aus fünf Höfen, von denen drei dem Domkapitel und je einer dem Klosterrichteramt Rebdorf und dem Stadtrat Eichstätt gehörten. Die Blutgerichtsbarkeit und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das eichstättische Amt der Landvogtei aus.Hirschmann, S. 151

Im 17. bzw. 20. Jahrhundert erhielten zwei nahe-, aber niedriger gelegene Einöden vorübergehend Ortsnamen in Bezug auf Wimpasing: Der Ziegelhof wurde als Mittelwimpasing und der Häringhof als Unterwimpasing bezeichnet, während für Wimpasing seit dem 17. Jahrhundert wechselnd die Bezeichnungen Wimpasing oder Oberwimpasing anzutreffen waren.Reith, S. 221

Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde der Weiler durch das Gemeindeedikt von 1818 dem Steuerdistrikt und der Gemeinde Preith zugeteilt. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Preith aufgelöst, Häringhof kam zur Stadt Eichstätt.

1927 wurde der Weiler elektrifiziert.Historische Blätter für die Stadt und den Landkreis Eichstätt, 18 (1969), Nr. 6, S. 24 1962 wurde die von 1834 stammende Dorfkapelle zu Ehren Mariä Hilf und mit Statuen des hl. Antonius und des hl. Wendelin wegen Straßenbaues abgerissen.Eichstätter Raum, S. 304; Buchner, S. 235 1983 bestand Wimpasing aus vier landwirtschaftlichen Betrieben.Der Eichstätter Raum, S. 304 Das Dorf weist sechs Wohngebäude auf.Reith, S. 221

Einwohnerentwicklung 1821: 32Leo Hintermayr: Das Fürstentum Eichstätt der Herzöge von Leuchtenberg 1817–1833. München: C. H. Beck, 2000, S. 163 1937: 42Buchner, S. 255 1950: 47Hirschmann, S. 198 1961: 28 1983: 19Der Eichstätter Raum, S. 304 1987: 20

Sonstiges miniatur|Wohngebäude von 1909 mit der (durch den Baum verdeckten) Reliefplatte „Krönung Mariens“ mini|hochkant|Reliefplatte „Krönung Mariens“ am Steidl-Anwesen

Eine Reliefplatte aus Kalkstein an einem der Wohngebäude zeigt die Krönung Mariens durch die Dreifaltigkeit.

Verkehrsanbindung Der Weiler ist über eine Stichstraße zu erreichen, die zwischen den Eichstättern Ortsteilen Lüften und Ziegelhof von der Staatsstraße 2225 nach Nordosten abzweigt.

Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937. Gerhard Hirschmann: Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken. Reihe I, Heft 6. Eichstätt. Beilngries – Eichstätt – Greding. München 1959. Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart, Eichstätt 1984. Antonius Reith: Eichstätt. Stadt und Altlandkreis. (Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, 8). München: Kommission für Bayerische Landesgeschichte, 2017.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Eichstätt) Kategorie:Ersterwähnung 1133 Kategorie:Weiler im Landkreis Eichstätt