Bad St. Leonhard im Lavanttal (amtlicher Name) ist eine Stadtgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Wolfsberg in Kärnten, Österreich.

Geographie Die Gemeinde liegt im oberen Lavanttal nördlich von Wolfsberg.

Gemeindegliederung Die Gemeinde umfasst acht Katastralgemeinden: Erzberg, Görlitzen, Kliening, Bad St. Leonhard (B.S.L.), Schiefling (Sl.), Schönberg (Sb.), Theißing, Twimberg. mini|ohne|hochkant=1.8|Die Katastralgemeinden und Nachbargemeinden von Bad St. Leonhard

Das Gemeindegebiet gliedert sich in 17 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Nachbargemeinden

Geschichte Das heutige Gemeindegebiet ist seit mehr als 2000 Jahren bewohnt. Eine römische Straße befand sich aufgrund der verkehrsgünstigen Lage im oberen Lavanttal auf dem heutigen Gemeindegebiet. Sie führte von Wolfsberg über Bad Sankt Leonhard in die heutige Steiermark.

Der Ort im Herrschaftsgebiet des Hochstifts Bamberg entstand um die von Bischof Otto (1106/39) geweihte Leonhardskirche, wurde 1287 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich im Schutz der Burg Gomarn schnell zum Markt. St. Leonhard besaß schon vor 1311 Stadtrechte, die am 22. Juli 1325 durch Bischof Heinrich urkundlich bestätigt wurden. In dieser Urkunde wurde auch eine Bergordnung für St. Leonhardt erlassen.Bergordnung des Bamberger Fürstbischofs Heinrich II. von Sternberg für Sankt Leonhard im Lavanttal. Transkription, doi:10.23689/fidgeo-5638. 1759 wurde St. Leonhard – wie die übrigen Besitzungen des Hochstifts Bamberg in Kärnten – an die Habsburger verkauft.

Ihre Blütezeit erlebte die Stadt im 15. und 16. Jahrhundert, als im nahen Klieninger Graben der Bergbau nach Gold und Silber florierte. Unter den reichen Gewerken, die dem „Klieninger Goldrausch“ folgten, waren auch Mitglieder der berühmten Augsburger Kaufmannsfamilie Fugger, die in der Region bald Dutzende Gruben und Stollen betrieb. Damals soll auch der berühmte Arzt und Naturforscher Theophrastus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus, das Bergbaugebiet besucht und das heilkräftige Preblauer Sauerwasser einer ersten Analyse unterzogen haben. Der Preblauer Säuerling, der schon im Mittelalter an der Tafel des Bamberger Bischofs gereicht wurde, ist heute als „Preblauer Heil- und Mineralwasser“ weithin bekannt.

Der Abbau von Eisen, der ebenfalls eine große wirtschaftliche Rolle spielte, wurde im Jahre 1876 endgültig eingestellt. Die Gemeinde mit ihrer Schwefelquelle und dem Preblauer Sauerbrunnen wandelte sich im 20. Jahrhundert zu einem Kurort und Heilbad, 1935 wurde die Stadt in „Bad Sankt Leonhard“ umbenannt. Das einstige Heilbad wurde abgerissen und ein neues Kurbad errichtet.

In den Jahren 1964 und 1973 vergrößerte sich das Gemeindegebiet von Bad St. Leonhard durch zwei Gemeindereformen. Die erste davon erfolgte zum 1. Jänner 1964 mit der Einmeldung der Gemeinden Erzberg-Görlitzen mit Gemeindesitz in der Rotte Loben und der Gemeinde Theißing. Zum 1. Jänner 1973 wurde eine weitere Gemeindereform durchgeführt. Dabei wurden die Gemeinden Kliening und Schiefling im Lavanttal eingemeindet. Die ehemalige Gemeinde Gräbern-Prebl wurde in Gräbern-Prebl-Nord und -Süd unterteilt. Der südliche Teil kam zur Stadtgemeinde Wolfsberg, der nördliche zu Bad St. Leonhard. Deshalb ergab es sich auch, dass Schüler der Mondscheinsiedlung, die früher die Schule in Prebl besucht hatten, später in Schiefling zur Schule gingen.

Bevölkerungsentwicklung

Seit dem Jahr 1869 wurden regelmäßig Volkszählungen durchgeführt. Die Einwohnerzahl stieg zwischen 1869 und 1971 von etwa 4.200 auf 5.200 und ist seither rückläufig. In den zehn Jahren von 2001 bis 2011 nahm die Wohnbevölkerung durch eine leicht negative Geburtenbilanz (–25) und eine negative Wanderungsbilanz (–263) stark ab, Dieser Trend hat sich auch in den folgenden Jahren fortgesetzt.

Staatsbürgerschaft und Religion Laut der Volkszählung im Jahr 2001 hatte Bad St. Leonhard 4.816 Einwohner, davon 97,3 % österreichische Staatsbürger. 96,4 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen und 0,7 % zur evangelischen Kirche, 1,6 % ist ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche St. Leonhard im Lavanttal mini|hochkant|Filialkirche St. Leonhard im Lavanttal mini|hochkant|Pfarrkirche Schiefling im Lavanttal

Stadtbefestigung Bad St. Leonhard im Lavanttal Schloss Ehrenfels Burgruine Gomarn Schloss Lichtengraben Burgruine Painhof Schloss Wiesenau: Unter den zahlreichen Burgruinen und Schlössern in der Umgebung der Stadt nimmt das Schloss Wiesenau einen besonderen Stellenwert ein. Es war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Versammlungsort des Wiesenauer Kreises, zu dem auch der kaiserliche Hofastronom Tobias Bürg (1766–1834/1835) gehörte. Burgruine Twimberg Katholische Pfarrkirche St. Leonhard im Lavanttal: Das mächtige, im gotischen Stil erbaute Gotteshaus entstand in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und wurde dem Schutzpatron der Gefangenen und der Tiere geweiht. Neben den bemalten gotischen Glasfenstern, die mit 139 erhaltenen Einzelscheiben die umfangreichste Sammlung mittelalterlicher Glasgemälde in Kärnten bilden, haben vor allem die gotischen Flügelaltäre, die gotische Madonnenstatue (um 1330) und das spätgotische Fastentuch Berühmtheit erlangt. Katholische Filialkirche St. Leonhard im Lavanttal hl. Kunigunde Katholische Pfarrkirche Schiefling im Lavanttal hl. Ägidius Ehemalige Spitalskirche Bad St. Leonhard im Lavanttal

Talübergang Lavant Kärntner Sonnenturm, denkmalgeschützter Aussichtsturm am Rastplatz Twimberg an der Süd Autobahn

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Betriebsanzahl und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 200120212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)170242 278 214 236 159Produktion53 44 4113971429 1067Dienstleistung161174 123 765 735 541 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Straßenverkehr Anfang der 1980er erfolgte der Anschluss an das Autobahnnetz mit der Anschlussstelle Bad St. Leonhard an der Süd Autobahn. Vorerst konnte man nur in Richtung Graz/Wien fahren, mit Eröffnung der Teilstrecke Wolfsberg Nord – Bad St. Leonhard 1986 aber auch in die heutige Richtungsfahrbahn Villach. Erst 1999 konnte man von Bad St. Leonhard laufend auf einer Autobahn Klagenfurt, Villach und Italien erreichen.

Bis Juli 2012 führte die Obdacher Straße B 78 durch das Ortsgebiet von Bad St. Leonhard und wies ein hohes Verkehrsaufkommen auf. Vor allem die LKW-Anzahl war stark gestiegen, was zum einen auf die Expansion der Holzindustrie in Bad St. Leonhard und der steirischen Gemeinde Obdach zurückzuführen ist, zum anderen auf die Fertigstellung der Umfahrungen von Obdach und Zeltweg. Besonders nachteilig war es, dass in Bad St. Leonhard die Straße über den Hauptplatz führte, wobei sich zwischen dem Gasthof Geiger und der alten Stadtmauer eine Engstelle befindet.

Deshalb wurde in Bad St. Leonhard seit mehreren Jahren an eine Umfahrung gedacht. Ein vier Jahre lang dauernder Planungsprozess kam am 22. Juni 2006 zu einem Abschluss, aus diesem ging eine Trasse als wirtschaftlichste und anrainerfreundlichste Variante hervor.LH Dörfler: RH-Kritik an Umfahrung Bad St. Leonhard ist nicht gerechtfertigt. Presseaussendung vom Land Kärnten, 17. Februar 2009. Diese wurde im Gemeinderat der Stadt Bad St. Leonhard einstimmig beschlossen. Eine Bürgerinitiative verzichtete bereits im Vorfeld auf die Forderung nach einer Einhausung im Bereich Untere Stadt, weil der damalige Verkehrsreferent Landesrat Gerhard Dörfler (FPK) versprach, die geplante Lärmschutzwand in diesem Bereich von vier auf fünfeinhalb Meter zu erhöhen und mit hochabsorbierenden Elementen zu versehen. Auch diese Maßnahme wurde im Gemeinderat beschlossen.

Die beschlossene Westumfahrung von Bad St. Leonhard verläuft nahe der Lavant und beinhaltet eine Unterflurtrasse mit 490 Metern Länge. Der Baubeginn erfolgte im Frühjahr 2009, die Gesamtkosten sollten 36 Millionen Euro betragen. Ein im Februar 2009 veröffentlichter Bericht des Landesrechnungshofes Kärnten bemängelte eine Kostenüberschreitung um fast das Doppelte. Die tatsächlichen Kosten lagen laut dem Bericht bei 68,7 Millionen Euro.Zwist um Umfahrung Bad St. Leonhard. auf: oesterreich.orf.at 19. Februar 2009. Die Gesamtkosten betrugen schließlich rund 46 Mio. Euro. Am 15. Juli 2012 wurde die Umfahrung vom damaligen Landeshauptmann Gerhard Dörfler feierlich eröffnet.Umfahrung Bad St. Leonhard eröffnet Abgerufen am 15. Juli 2012 von orf.at

Öffentliche Verkehrsmittel mini|Bahnhof Bad St. Leonhard (nur noch Güterverkehr) Den Anschluss Bad St. Leonhards an das Eisenbahnnetz erfolgte im Jahr 1900 mit der Eröffnung der Teilstrecke Zeltweg–Wolfsberg der Lavanttalbahn. Nach einer Rationalisierung auf ein Personenzugpaar zwischen Zeltweg und Bad St. Leonhard im Dezember 2001 wurde dieser Teilabschnitt ab August 2010 gar nicht mehr bedient. Zwischen Bad St. Leonhard und Wolfsberg verkehrten bis 2017 wochentags (außer in den Sommerferien) weiterhin zwei Zugpaare. Seither werden zwischen Wolfsberg und Zeltweg nur noch Güterverkehr betrieben. Der größte Abnehmer ist dabei die Papierfabrik mondi in Frantschach.

Im Zuge der Einstellung des Personenverkehrs wurden die Haltestellen Preblau-Sauerbrunn und Twimberg (vormals Bahnhöfe) sowie die Haltestelle Wiesenau aufgelassen. Der Bahnhof Bad St. Leonhard wird weiterhin für den Güterverkehr benutzt. Größter Kunde am Bahnhof ist die Stora Enso Timber GmbH mit gleich zwei Anschlussbahnen.

Zur Postbus-Kraftfahrtlinie 6931 (Wolfsberg – Bad St. Leonhard – Reichenfels – Zeltweg), welche fast nur noch an Schultagen bedient wurde, installierte man im Dezember 2017 (parallel zur Einstellung des Bahn-Personenverkehrs) die Buslinie 5484. Diese verkehrt von Reichenfels aus über Bad St. Leonhard und Wolfsberg zum Bahnhof St. Andrä im Lavanttal. Wochentags wird ein Stundentakt angeboten, an Wochenenden sind es vier Kurspaare. An den Bahnhöfen Wolfsberg und St. Andrä bestehen u. a. direkte Anschlüsse an die S-Bahn-Linie 3 nach Klagenfurt Hauptbahnhof, in Reichenfels bestehen Umsteigemöglichkeiten von und nach Zeltweg.

Mit der Neuausschreibung der Buslinien im Lavanttal verbesserte die ÖBB-Postbus GmbH u. a. auch die Verbindungen in den Ortsteil Schiefling. Auch die Busse Richtung Preitenegg und Pack fahren seitdem von der Haltestelle Prebl Alter Bahnhof ab und sind auf die Linie 5484 angepasst.

Die Buslinie Lichtengraben – Bad St. Leonhard – Kliening wird mittlerweile nur noch von der Gemeinde beauftragt, zuvor war sie als Linie 8598 in das Netz der Kärntner Linien integriert.

Ansässige Unternehmen (Auswahl) Preblauer Heil- und Mineralwasser Stora Enso Timber Bad St. Leonhard GmbH – Forstindustrie (ca. 300 Arbeitsplätze) Peter Müller – Harmonikabauer Hermes Schleifmittel GmbH – Schleifmittelhersteller (ca. 300 Arbeitsplätze) Geislinger GmbH – Hersteller von Kupplungen und Dämpfern (ca. 600 Arbeitsplätze) Stugeba GmbH – Mobile Raumsysteme, Containersysteme, Tischlerei (ca. 100 Arbeitsplätze)

Am Sonntag, 13. Februar 2022 kam es zu einem Großbrand in einem Sägewerk im Ort.Großbrand in Lavanttaler Sägewerk orf.at, 13. Februar 2022, abgerufen am 13. Februar 2022.

Sicherheit Freiwillige Feuerwehr Bad St. Leonhard Freiwillige Feuerwehr Kliening

Vereine MGV Bad St. Leonhard (gegründet 1878) Faschingsgilde Bad St. Leonhard „Lei Blau“ Stadtkapelle Bad St. Leonhard (gegründet 1872) Trachtenkapelle Schiefling Sportverein Bad St. Leonhard (gegründet 1962) Singgemeinschaft Kliening Naturfreunde Bad St. Leonhard Landjugend Bad St. Leonhard Theatergruppe Schiefling ASKÖ Klippitztörl

Politik mini|Rathaus Gemeinderat Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder.

Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 1997: SPÖ 12, ÖVP 6, FPÖ 5. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2003: SPÖ 13, ÖVP 7, FPÖ 3.