mini|400px|Das Museum für Byzantinische Kultur Das Museum für byzantinische Kultur () stellt Exponate aus der byzantinischen Epoche aus. Neben einer permanenten Ausstellung gibt es temporäre Veranstaltungen mit wechselnden Themen.

Lage mini|240px|Außenansicht Das Museum befindet sich in der in der nordgriechischen Stadt Thessaloniki in unmittelbarer Nähe zum Archäologischen Museum und der Aristoteles-Universität.

Geschichte Das Museum wurde im September 1994 eröffnet. Nach fast 80 Jahren wurden die 1916 nach Athen überführten byzantinischen Schätze wieder nach Thessaloniki gebracht.

Schon 1913 wurde beschlossen, in Thessaloniki, der nach Konstantinopel zweitwichtigsten Stadt des byzantinischen Reichs, ein „Zentrales Byzantinisches Museum“ zu bauen. Als Truppen im Dezember 1915 in der Stadt landeten, fasste man den Beschluss, die vorhandenen Exponate nach Athen in Sicherheit zu bringen. So wurden 1600 Artefakte in das Byzantinische und Christliche Museum nach Athen verbracht und dort ausgestellt oder gelagert.

1975 wurde der Gedanke an einen Museumsbau wieder aufgegriffen. Bei der folgenden Ausschreibung setzte sich der Architekt Kyriakos Krokos mit seinen Plänen für den Neubau im Wettbewerb der Architekten durch.

Zweck des Museums mini|Museum für byzantinische Kultur Übersetzung des ministeriellen Beschlusses:

Das Museum ist eine wissenschaftliche Institution, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist, von einer breiteren kulturellen und pädagogischen Natur, zielt darauf ab, zu sammeln, zu bewahren, zu schützen, zu konservieren, zu zeigen und zu studieren. Gegenstand der Ausstellung sind die Werke und Gegenstände der frühen christlichen, byzantinischen, mittelalterlichen im Allgemeinen und post-byzantinische Perioden, vor allem aus dem geographischen Gebiet Mazedoniens, und dem Aushubmaterial des territorialen Geltungsbereichs des 9. Ephorats der byzantinischen Antiquitäten, mit dem es in enger Zusammenarbeit steht. Das Museum für byzantinische Kultur arbeitet auch mit den anderen Ephoraten, wenn dies für die Bereicherung und eine umfassendere, besser und wissenschaftlich fundierte Darstellung seiner Berichte notwendig ist. Im Rahmen der Verwirklichung seiner Ziele richtet sich das Museum für byzantinischen Kultur an die breite Öffentlichkeit, ermöglicht durch entsprechende Aktivitäten die Zunahme der Besucherzahl, begünstigt den unterhaltsamen und pädagogischen Kontakt mit der Öffentlichkeit mit seinen Sammlungen und bietet eine wissenschaftlich bewährte und international anerkannte Art ihrer Museumspräsentation.Ministerielle Entscheidung act no. HMC / GNOS / 50304 / 26.10.1999 Entscheidung (Government Gazette 2018 / B / 11.17.1999)

Im Jahr 2003 wurde der Auftrag folgendermaßen erweitert: Akquisition, Annahme, Lagerung, Instandhaltung, Aufzeichnung, Dokumentation, Forschung, Studium, Publikation, Werbung und Werbung für Objekte der frühen christlichen, byzantinischen, mittelalterlichen und nach-byzantinischen Perioden in Nordgriechenland und der modernen Ära mit Themen, die mit der byzantinischen und christlichen Kunst zusammenhängen.Dekret 191 (Kulturministerium, Government Gazette 146 / A / 13.6.2003)

Die Ausstellungen mini|Säulen und Pfeiler der Kirche zum heiligen Dimitrios Das Museum hat eine Grundfläche von 11500 m². Davon sind rund 3400 m² der permanenten Ausstellung vorbehalten. Über 4000 m² sind für temporäre Ausstellungen vorgesehen. Die restliche Fläche wird von Werkstätten, der Museumsverwaltung und Lagerräumen belegt. Zu Bildungszwecken existiert ein Amphitheater mit 62 Sitzplätzen. Von mehr als 46000 vorhandenen Einzelstücken werden 3190 ausgestellt.

Die permanente Ausstellung In 11 Räumen werden byzantinische und post-byzantinische Stücke und Kunstwerke präsentiert, die sich folgenden Themen widmen:

Raum 1 – die frühe Christliche Kirche Hier werden Funde aus der protobyzantinischen Periode (4. bis 7. Jahrhundert) ausgestellt. Nach der Gründung des byzantinischen Reichs durch Konstantin den Großen (330 n. Chr.), wurde das Christentum bald Staatsreligion. Seit 1997 werden Artefakte der frühen Christlichen Kirche und architektonische Funde in Verbindung mit den damaligen Kirchenbauten gezeigt, wobei wohlhabende Kirchen neben Mosaik auch marmorne Böden und Wandverkleidungen hatten, ärmere Kirchen hingegen Mosaik-Fußböden und mit Fresken verzierte Wände.

Raum 2 – Frühe Christliche Städte und deren Besiedlung Seit 1998 sind hier Gegenstände des täglichen Lebens wie Tonwaren, Glasgefäße, Webstuhl etc. zu sehen. Die Empfangshalle eines reichen Haushalts in Thessaloniki wurde nachgebildet; so soll die Rolle der Stadt mit dem privaten und öffentlichen Leben hervorgehoben werden.

Raum 3 – Von den Elysischen Gefilden zum christlichen Paradies

mini|Die Eingangshalle Die Ausstellung nimmt Bezug auf das von der Europäischen Union unterstützte Programm „Die Verwandlung der römischen Welt in der Zeit von 400 bis 900 n. Chr.“ Die Ausstellungsstücke bestehen vorwiegend aus Gräbern, Grabinschriften und Grabmalereien. So wird die Wandlung der Beerdigungsriten und Grabdekorationen seit der späten Antike dargestellt. Die Ausstellung wurde 1997 eröffnet.

Raum 4 – Vom Bildersturm zur Herrlichkeit der Makedonischen und Komnenischen Dynastien Seit dem Jahr 2000 wird in Raum 4 die Periode vom 8. bis zum 12. Jahrhundert behandelt. Diese sogenannte mittlere byzantinische Periode galt als Zeit des byzantinischen Humanismus und der griechischen Bildung. Gezeigt werden Gegenstände des täglichen Lebens wie Münzen, Tonwaren, Bleisiegel und Kleidung.

Raum 5 – Die Dynastien der byzantinischen Kaiser Hier wird die Epoche der byzantinischen Herrscher von der Zeit des Heraclius (610 bis 641) bis zum Fall von Konstantinopel im Jahre 1453 betrachtet. Seit dem Jahr 2000 sind hier unter anderem Münzen und Siegel aus dieser Zeit zu sehen.

Raum 6 – Die byzantinischen Burgen Die byzantinischen Burgen wurden an strategisch wichtigen Orten errichtet. Um ihren Bewohnern und den Menschen aus dem Umland auch über einen längeren Zeitraum Schutz in Kriegszeiten bieten zu können, hatten sie alle nötigen Einrichtungen einer Stadt. Die ausgestellten archäologischen Fundstücke stammen von verschiedenen Burgen Makedoniens. Ein Video informiert den Besucher über die Burgen von Makedonien und Thrakien. Die Ausstellung in Raum 6 wurde im Jahr 2000 eröffnet.

Raum 7 – Das byzantinische Zwielicht (1204 bis 1453) Die späte byzantinische Periode fällt durch seine Künstler und deren Kunstwerke auf. Besonders die slawischen Nachbarn Griechenlands und die Mönchsrepublik Athos werden behandelt. Seit 2002 werden die Kunstwerke ausgestellt.

Raum 8 – Die Sammlung von Dori Papastratou mini|Keramik aus dem 12. bis 16. Jahrhundert Die Kollektion wurde dem Museum 1994 gespendet. Zu sehen sind, neben hölzernen und kupfernen Druckplatten, mehr als 200 Drucke aus dem 18. bis 19. Jahrhundert. Einige Drucke wurden der permanenten Ausstellung des Museums entnommen und werden in anderen Museen, im Ausland und innerhalb Griechenlands, zur Schau gestellt.

Raum 9 – Die Sammlung von Dimitrios Oikonomopoulos Seit 2001 werden einige der insgesamt 1460 Artefakte, die Herr Oikonomopoulos dem Museum vermacht hat, ausgestellt. Die Sammlung enthält Stücke aus prähistorischer Zeit bis hin zum 19. Jahrhundert, wobei byzantinische und post-byzantinische Kunstwerke überwiegen. Hauptsächlich werden Ikonen aus der Zeit vom 14. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert gezeigt.

Raum 10 – Byzanz nach Byzanz, das byzantinische Erbe in den Jahren nach dem Zerfall des Reichs (1453 bis zum 19. Jahrhundert) Erst im Jahr 2004 wurde Raum 10 in seiner gegenwärtigen Form für das Publikum geöffnet. Hier wird das byzantinische Erbe nach der Eroberung des Reichs durch die Osmanen beleuchtet. Die gezeigten Kunstwerke veranschaulichen verschiedene Stile, die unter der Herrschaft der Venezianer und der Osmanen gepflegt wurden. Ausgestellt werden Ikonen, Drucke, Stickereien, Bücher, Silber- und Goldschmiedearbeiten.

Raum 11 – Entdeckung der Vergangenheit Der letzte Raum der permanenten Ausstellung wurde 2004 geöffnet. Er dokumentiert die Stationen von der Ausgrabung eines Objekts bis hin zu dessen Ausstellung im Museum. Anhand von archäologischem Material und digitaler Darstellung werden dem Besucher die Phasen der Ausgrabung, Dokumentation, Studie und Konservierung nahegebracht.

Temporäre Ausstellungen mini|Darstellung aus dem Museum für byzantinische Kultur Seit der Eröffnung des Museums existieren temporäre Ausstellungen, wovon die meisten das Thema „Byzanz“ berühren. Es gab unter anderem Vorstellungen von religiösen Themen, dem täglichen Leben und byzantinischen Schätzen in der Mönchsrepublik Athos.

Weiterhin werden Leihgaben anderer Museen präsentiert und thematisch verwandte Wanderausstellungen beherbergt.

Sammlungen Die Sammlung des Museums enthält Werke aus der Zeit vom 2. bis zum 20. Jahrhundert. Sie stammen vorwiegend aus Sammlungen, Hinterlassenschaften, Beschlagnahmungen, Spenden oder wurden mit privater oder staatlicher Hilfe angeschafft. Der größte Teil der Sammlung besteht aus Münzen, Siegeln und kleineren Artefakten, gefolgt von Skulpturen und Ikonen. Sie stammen aus Thessaloniki und Makedonien, aus Kirchen, Privathäusern und Friedhöfen.

Von hohem künstlerischem Wert sind die Werke der Ikonenmalerei aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Aber auch die seltenen Textilien der frühen byzantinischen Periode (Leihgaben des Benaki-Museums), oder Grabmalereien und Mosaike sind von besonderer Bedeutung. Ausgesuchte Artefakte werden anderen Museen im In- und Ausland zeitweise als Wanderausstellungen überlassen.

Die Sammlung umfasst:

Bücher und Manuskripte Die Kollektion umfasst 27 griechische Bücher und Manuskripte. Die ältesten stammen aus der frühen christlichen Periode; die meisten wurden auf Pergament geschrieben. Von besonderem Interesse sind einige Seiten des Korans und ein osmanisches Manuskript.

Hölzerne Ikonen Mehr als 1000 Einzelwerke umfasst der Stock des Museums; darunter sind die 442 Ikonen, die während des Ersten Weltkriegs nach Athen verbracht wurden. 1987 wurde die Anzahl der Ikonen durch den Zugang von 400 Ikonen aus dem Nachlass von Herrn Oikonopuolos erheblich erweitert. Die Sammlung wird nicht zuletzt durch private Schenkungen und Nachlässe ständig ausgebaut. Sie beherbergt Ikonen vom 12. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert und stammt aus den Gebieten, in denen Griechen unter venezianischer oder osmanischer Herrschaft lebten. Die Werke sind unterschiedlichen Ursprungs, sie stammen von Inseln, aus Nordgriechenland oder Konstantinopel.

Miniaturen Über 7000 Objekte dieser Gruppe wurden in Thessaloniki und im weiteren Makedonien gefunden. Fast alle wurden bei organisierten Ausgrabungen entdeckt; nur wenige stammen aus Schenkungen oder wurden konfisziert. Sie stammen aus der Zeit von der späten römischen Periode, über die byzantinische Periode bis hin zur Zeit der osmanischen Herrschaft. Schmuckstücke aus Gold, Silber, Glas und Knochen sind genauso vertreten wie kirchliche Objekte. Weiterhin werden Werkzeuge aus verschiedenen Materialien aufbewahrt.

Textilien mini|Tunika aus Ägypten, 7. Jahrhundert Die vorhandenen Textilien stammen aus dem 4. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert und bilden damit die gesamte byzantinische und post-byzantinische Ära ab. Die wollenen und linnenen Tuniken aus Ägypten sind Dauerleihgaben des Benaki-Museums aus Athen.

Münzen Die rund 30.000 Münzen des Museums wurden in Thessaloniki und im weiteren Makedonien entdeckt. Sie stammen aus der späten römischen Zeit bis hin zu modernen Zeiten. Der überwiegende Teil sind Bronzemünzen. Wenige sind aus Silber, einige mehr sind aus Gold. Neben Einzelfunden stammen die Münzen vorwiegend aus größeren Ansammlungen, die von ihren Besitzern vermutlich für Notzeiten angelegt wurden.

Siegel und Bleisiegel