Die Volksbank Köln Bonn eG ist eine Genossenschaftsbank mit Sitz in Bonn. Sie gehört zu den größten Volksbanken im Rheinland und liegt unter allen deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken auf Rang 30 nach Bilanzsumme.Liste aller Genossenschaftsbanken 2025 Ihr Geschäftsgebiet umfasst die Stadtgebiete von Köln und Bonn sowie den Rhein-Sieg-Kreis.
Die Volksbank Köln Bonn eG entstand zum 1. Januar 2017 aus dem Zusammenschluss der Kölner Bank eG und der Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG.
Geschichte Ältestes der beiden Vorgängerinstitute war die am 27. September 1867 ins Genossenschaftsregister zunächst als „Kölner Vorschuss- und Creditverein e. G.“ eingetragene Kölner Bank eG.Breker-Druck, 100 Jahre Kölner Bank von 1867, 1867-1967, 1967, S. 36 Ab 16. März 1869 hieß sie „Kölner Gewerbebank e. G.“, diese wurde im September 1923 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Im Jahre 1960 fand die Umfirmierung in den Namen „Kölner Bank von 1867 e. G.“ statt.Breker-Druck, 100 Jahre Kölner Bank von 1867, 1867-1967, 1967, S. 70 Die Zahl der Mitglieder belief sich während der Währungsreform im Juni 1948 auf 2300, im Dezember 1966 betrug sie 10200; dabei wuchs die Bilanzsumme von 3,2 Millionen DM auf 180 Millionen DM.Breker-Druck, 100 Jahre Kölner Bank von 1867, 1867-1967, 1967, S. 93 Die Bank bezog im April 1991 das „IBM-Hochhaus“ am Hohenzollernring Nr. 31–35 mit 11.000 Quadratmetern Nutzfläche.
Am 22. April 1901 unterzeichneten der Gründer, Pfarrer Peter Herkenrath, und 52 Handwerksmeister das Gründungsprotokoll der „Handwerkerbank zu Bonn eGmbH“, am 17. Mai 1901 erfolgte die Eintragung ins Genossenschaftsregister. 1971 fusionierte sie mit der „Raiffeisenbank Bonn-Süd“, 1995 mit der „Raiffeisenbank Königswinter“ und der „Eitorfer Raiffeisenbank“, 1996 folgten die „Volksbank Hennef“, 1998 die „Raiffeisenbank Vorgebirge“ und 1999 die „Volksbank Siebengebirge“. Seit 1995 firmierte das Institut als „Volksbank Bonn Rhein-Sieg“. Bis 1999 schlossen sich drei weitere Volks- und Raiffeisenbanken an. Im Jahre 2001 bezog die Volksbank Bonn Rhein-Sieg eine neuerrichtete Zentrale im Bonner Ortsteil Hochkreuz. Im Juni 2017 wurde die Spar- und Darlehnskasse Aegidienberg eG auf die Volksbank Bonn Rhein-Sieg verschmolzen.Genossenschaftsregister Bonn 312, Eintragung vom 16. Juni 2017
Im September 2016 begannen Fusionsverhandlungen zwischen beiden Instituten. Da die Volksbank Bonn Rhein-Sieg über mehr Grundeigentum als die Kölner Bank verfügte, einigte man sich auf eine Verschmelzung mit der Volksbank Bonn Rhein-Sieg als übernehmende Bank. Es gibt mit Köln und Bonn zwei Rechtssitze, der Vorstand sitzt in Köln. Die Verhandlungsergebnisse mündeten in Zustimmungsbeschlüsse der Vertreterversammlungen vom 29. Mai 2017 (Köln) und der Vertreterversammlung des übernehmenden Rechtsträgers vom 30. Mai 2017 (Bonn), der Verschmelzungsvertrag datierte vom 22. Juni 2017. Mit den Eintragungen in den Genossenschaftsregistern am 16. Juni 2017 (Bonn) und 28. August 2017 (Köln) wurde die Verschmelzung konstitutiv vollzogen.
Organisationsstruktur Die Volksbank Köln Bonn ist eine eingetragene Genossenschaft. Rechtsgrundlagen sind das Genossenschaftsgesetz und die von der Vertreterversammlung der Volksbank Köln Bonn eG erlassene Satzung. Organe der Bank sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Vertreterversammlung. Die Vertreterversammlung besteht aus gewählten Mitgliedern der Bank, welche die anderen Mitglieder vertreten.
Die Volksbank Köln Bonn verfügt über 61 Geschäftsstellen (davon 35 SB-Filialen) und insgesamt 102 Geldautomaten im Geschäftsgebiet.
Geschäftsausrichtung Die Volksbank Köln Bonn betreibt als regionale Volksbank das Universalbankgeschäft für Privat- und Firmenkunden, letztere vorzugsweise zu den kleinen und mittleren Unternehmen gehörig. Neben dem klassischen Kredit- und Einlagengeschäft arbeitet sie im Verbundgeschäft mit der DZ Bank, der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der R+V Versicherung, der Fondsgesellschaft Union Investment, der DZ PRIVATBANK, der DZ Hyp, der VR Smart Finanz und der VR Payment GmbH zusammen.
Volksbank Köln Bonn eG in Zahlen Die Volksbank Köln Bonn eG weist folgende betriebswirtschaftlichen Kennzahlen aus: Kennzahl 2023 20242025 Kunden 198.604 197.942197.211 Mitglieder 116.708 117.946119.285 Kundeneinlagen 5,20 Mrd. € 5,40 Mrd. €5,50 Mrd. € Kundenkredite 4,30 Mrd. € 4,50 Mrd. €4,70 Mrd. € Betreutes Kundenvolumen 13,80 Mrd. € 14,50 Mrd. €15,20 Mrd. € Bilanzsumme 6,30 Mrd. € 6,60 Mrd. €6,70 Mrd. € Eigenmittel 589,00 Mio. € 632,50 Mio. €679,00 Mio. € Mitarbeiter 725 701720
Engagement Die Volksbank Köln Bonn engagiert sich für Köln/Bonn und die Menschen in der Region. 2025 wurden gesellschaftliche und gemeinnützige Projekte mit 1,1 Mio. Euro gefördert. Mit all zesamme betreibt die Bank eine Crowdfunding-Plattform. Bürger und Bank spenden hier gemeinsam für gemeinnützige Projekte in der Region. Über die bankeigene Stiftung „miteinanderfüreinander“ unterstützt die Bank förderungswürdige Projekte. Ziel der Stiftung ist es, in und für die Region aktiv „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten. Mit der Stiftung werden auch unverschuldet in Not geratene Mitglieder unterstützt.
Kontroverse: Pascha und Luxus-Schleuser-Affäre Im Zuge der Luxus-Schleuser-Affäre wurde bekannt, dass im Juli 2024 das Kölner Bordell Pascha von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf beschlagnahmt wurde. Das Bordell wurde 2021 nach Insolvenz von einer chinesischen Investorin erworben. Vermittlung und Kauf des Laufhauses wurden zum Teil durch die Volksbank Köln Bonn übernommen. Dabei schwanken die Angaben in den Medien zur Höhe des bewilligten Kredits durch die Volksbank zwischen 5 Millionen € und 7,5 Millionen €.finanz-szene vom 15. Juli 2026: Voba Köln Bonn leitet in „Bordell-Affäre“ Sonderprüfung ein – Vorstand beurlaubt, abgerufen am 18. Juli 2026 Etwa 1,27 Mio. Euro für Kauf und Sanierung des Gebäudes sollen laut Beschlagnahmebeschluss vom 25. Juli aus Geldern, die im Rahmen der Affäre für die Vermittlung von Aufenthaltserlaubnissen gezahlt wurden, stammen. Im Pascha betrieb die Volksbank zwei Auszahlungsautomaten, die laut Medienberichten die profitabelsten in ganz Deutschland gewesen sein sollen.ksta.de vom 17. Juli 2026: Volksbank Köln-Bonn - Die Geschichte hinter dem Millionenkredit für die Pascha-Investorin, abgerufen am 18. Juli 2026 Diese sollen inzwischen abgebaut worden sein.Hinweis in: Handelsblatt Crime: Ein Kredit, der die Volksbank Köln Bonn erschüttert, Podcast auf Handelsblatt.com vom 6. September 2026, abgerufen am 12. September 2026
Mitte Juli 2026 wurde bekannt, dass ein Mitglied des Vorstands der Volksbank am 15. Juli 2026 beurlaubt wurde. Eine externe Sonderprüfung durch eine unabhängige Kanzlei soll den Verdacht klären, ob sich der Bankmitarbeiter durch den Millionenkredit in Höhe von bis zu 7,5 Millionen € zum Kauf des Kölner Großbordells Pascha durch eine chinesische Investorin persönliche Vorteile verschafft hat. Insbesondere wird geprüft, ob er eine persönliche Zahlung als Vorteilsnahme in Höhe von 75.000 € für die Kreditvergabe erhalten habe. Ende August 2026 wurde durch Medienberichte bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr (§299 Strafgesetzbuch) eingeleitet hat, unter anderem gegen das Vorstandsmitglied der Volksbank Köln Bonn, für das weiterhin die Unschuldsvermutung gilt.handelsblatt.com vom 21. August 2026: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bank-Vorstand, abgerufen am 12. September 2026
Weblinks Volksbank Köln Bonn eG
Handelsblatt Crime: Ein Kredit, der die Volksbank Köln Bonn erschüttert, Podcast auf Handelsblatt.com vom 6. September 2026, abgerufen am 12. September 2026
Einzelnachweise
KolnBonn Kategorie:Kreditinstitut (Bonn) Kategorie:Unternehmensgründung 2017