Stremmen () ist ein Ortsteil der Gemeinde Tauche im Landkreis Oder-Spree des Landes Brandenburg. Stremmen war bis 2003 eine selbständige Gemeinde.

Geographie Stremmen liegt auf der Beeskower Platte etwa elf Kilometer südlich der Stadt Beeskow. Umliegende Ortschaften sind Tauche im Norden, Kohlsdorf im Nordosten, Ranzig im Osten, Sabrodt im Süden, Briescht im Südwesten sowie Giesensdorf im Westen. Die Gemarkung ist fast ausschließlich landwirtschaftlich genutzt und hat nur sehr wenige und sehr kleine Waldungen. Der höchste Punkt der Gemarkung befindet sich nordöstlich des Ortskerns mit knapp , der tiefste Punkt ist das Briescht-Stremmener Fließ mit . Es bildet im Westen der Gemarkung eine weite Niederungsfläche, die mit zahlreichen Entwässerungsgräben durchzogen ist.

Der Ort ist von Ranzig und von Tauche aus über Kreisstraßen zu erreichen. Etwa zwei Kilometer östlich des Ortes verläuft die B 87 von Beeskow durch den Nachbarort Ranzig hindurch nach Lübben. Zu Stremmen gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg der Wohnplatz Hungriger Wolf (Lage:). Wann er verschwunden ist, ist (noch) nicht bekannt.

Geschichte Stremmen wurde erstmals in den Meißner Bistumsartikeln aus dem Jahr 1346 urkundlich erwähnt, damals schon unter dem heute bekannten Namen. Die Urkunde selber stammt zwar erst von 1495 basiert jedoch auf einer älteren Urkunde von 1346. Der Name ist nach Wauer nur unsicher zu deuten. Sie bietet zwei Möglichkeiten an, von einer Grundform *Strumen = Siedlung an einem Bach zu altsorbisch (aso.) *strumen = Bach. Allerdings ist bei dieser Erklärung der Wechsel von u zu e nur schwer zu erklären. Nach der zweiten Erklärung wäre auch eine Herleitung von aso.*strьmen = Sumpf möglich. Nach der Dorfstruktur wird es als Straßendorf mit Gut charakterisiert. mini|Stremmen auf den Urmesstischblätter 3850 Kossenblatt und 3851 Beeskow (kombiniert) von 1846.

Besitzgeschichte 1425 überfiel Hans von Bieberstein der Jüngere zu Beeskow und Storkow zusammen mit Heinrich von Luckow zu Stremmen (Henrich Luckowen zcu Stremmen gesessin), Heidenreich von Czertwitz zu Kossenblatt und Botho Große zu Krügersdorf die Stadt Beeskow und erzwang von den Ratmannen den Huldigungseid.

In einer Lehnurkunde 8. Juni 1441 ausgestellt von Kurfürst Friedrich II. für Cuno, Friedrich und Hans Golitz über 31 Hufen Land in Quilitz (jetzt Neuhardenberg), wird auch der Vorbesitzer der 31 Hufen genannt, ein Heinrich von Hohendorff, der sich in Stremmen niedergelassen hatte (Heinrich hondorffe, itzund zu stremme gesessen).

Amt 8. Februar 1456 entschied Matthias Neuburger, Hauptmann zu Beeskow, einen Grenzstreit zwischen der Stadt Beeskow und Hans von Schlabrendorf zu Stremmen (hanns Slaberndorff, zu Stremmyn gesessin) wegen der Grenzen zwischen dessen Dorf Kohlsdorf und der Stadt Beeskow.

Am 16. Februar 1460 verglich sich Wenzel von Bieberstein mit den Gebrüdern von Schlabrendorf zu Stremmen wegen des Dorfes Kohlsdorf.

Am 17. April 1463 verkaufte Hans von Schlabrendorf zu Stremmen das Dorf Rauen, Güter in Selchow und Buckow sowie zwei Seen an Wenzel von Bieberstein zu Sorau (heute Żary) und Beeskow.

Am 27. März 1468 stellten Henning von Bardeleben und seine Frau Barbara zu (Groß) Rietz, Hans Lawald zu Stremmen (Hans Lehinwalde zcu Stremmen) und Caspar Kuch(el)meister zu Beeskow eine Schuldverschreibung über ein Darlehen in Höhe von sechs Schock Meißnerischer Groschen aus, das sie vom Rat der Stadt Beeskow und vom Altar des Hlg. Valentin in Beeskow erhalten hatten. Sie mussten dafür einen jährlichen Zins in Höhe von 36 Groschen entrichten.

Nach Siegmund Wilhelm Wohlbrück saß 1485 ein Hans von Maltitz zu Stremmen, 1497 ein Hans von Bennewitz. Für 1508 nennt er die Brüder Hans und Nickel von Bennewitz zu Stremmen. Die Nennungen konnten bisher nicht anhand von Urkunden bestätigt werden.

1508 machte sich Jobst von Schapelow in Stremmen ansässig. Er hatte die beiden Söhne Ludewig und Georg, die 1544 zu Stremmen genannt sind. Jobst Schapelow starb 1517. 1518 musste das Rittergut Stremmen ein Pferd als Ritterdienst stellen.

Ludwig und Georg von Schapelow zu Trebatsch und Stremmen sowie Georg von Köckritz von Guben, Reinhard von Luckowin waren Lehnzeugen, als Landvogt Albrecht von Schlick Graf von Passaun (Landvogt von 1540–1544) am 15. März 1544 die Brüder Otto und Ernst von Knobloch mit einem Drittel Mittweide und einem Drittel Skuhlen belehnte.

Am 6. September (Sonntag nach Aegidii) 1553 wurden die Brüder Ludwig und Georg v. Schapelow von Bischof Johann VIII. von Lebus mit Stremmen belehnt. Ludwig von Schapelow hatte vier Söhne, aus erster Ehe mit einer NN. den Sohn Hans († 1576 auf Groß Mehßow), aus der zweiten Ehe mit einer NN. von Schönfeld die Söhne Valten († 1591), Jacob († 1609) und Jobst (verheiratet mit Anna von der Zauche, Tochter des Christoph von der Zauche auf Lamsfeld) sowie vier Töchter, von denen Anna mit Christoph von Birkholz auf Markgrafpieske verheiratet war und Agnes mit NN. von Bernheim. Sie wurde die Mutter des Friedrich von Bernheim auf Saßleben. Die zwei anderen Töchter sind namentlich nicht bekannt. Um 1560 saß schon Jobst von Schapelow, der Sohn des Ludwig von Schapelow auf Stremmen.

Schon 1572 kauften die von Schapelows das Gut des Lehnmann mit fünf Hufen und ein Bauerngut mit drei Hufen in Stremmen auf und bildeten daraus einen neuen Rittersitz. Am 17. März 1578 erhielten die Brüder Valten, Jacob und Jost von Schapelow sowie ihr minderjähriger Neffe Georg, Sohn ihres bereits verstorbenen Bruders Hans auf Stremmen und Trebatsch den Lehnbrief über zwei Bauern und einen wüsten Hof in Skuhlen, ein Drittel der Ober- und Niedergerichte in Skuhlen, die Fischereigerechtigkeit auf dem Schwielochsee sowie ein Drittel des Zoll zu Mittweide. Jacob von Scaplo hatte seinen Sitz in Trebatsch. Bei der Musterung der Ritterpferde 1583 stellte er zusammen mit Otto von Knobloch und Hanß von Minckwitz zwei Ritterpferde für das Gut Trebatsch. Valtin und Jobst Gebruder die v. Scaplow zu Stremmen mussten ein Ritterpferd stellen. Das Urteil der Musterungskommission lautete: seind wolgerustet gewesen. Noch um 1600 besaßen Valten, Jacob und Jost von Schapelow Stremmen und Trebatsch. Um 1600 saß ein Johann von Hobegk auf Sarkow. Er war mit einer Tochter des Jobst von Schapelow und der Anna von der Zauche auf Stremmen verheiratet.

Ein Nickel von Schapelow verkaufte am 8./18. Februar 1620 das Gut Stremmen an Joachim Friedrich von Schapelow aus dem Hause Quilitz. Den Konsens dazu erhielt er am 20./30. März 1620. Er war sicher ein Sohn von einem der drei Brüder Schapelow. Nach dem Tod des Joachim Friedrich von Schapelow aus dem Hause Quilitz fiel Stremmen 1623 an die Kreditoren. Nach Ledebur soll Stremmen 1645 im Besitz der von Pfuel gewesen sein.

Am 8./18. Juli 1661 verkauften der Leutnant Hans Idel und sein Vetter Christian von Schapelow ihre Anteile an Gusow und Platkow für 3.500 Taler, und wiederkäuflich auf 80 Jahre an den brandenburgischen Feldmarschall Georg von Derfflinger. Außerdem erhielt die Frau von Hans Idel 100 Taler zum Gedächtnis, was immer das bedeuten mochte. Mit diesem Geld und mit einem Teil der von seiner Frau Ursula Sabina von Burgsdorf in die Ehe eingebrachten 3.000 Taler kaufte er das Gut Stremmen im Kammergericht sub hasta für 5.000 Taler. Anscheinend hatte er das Gut zunächst nur in Arrende (Pacht) bevor es ihm am 4./14. Dezember 1663 erblich überlassen wurde. Hans Idel und seine Frau Ursula Sabina von Burgsdorf hatte zwei Söhne und fünf Töchter. Einer der beiden Söhne starb jung, der andere war der Hauptmann Jobst Ehrentreich. Am 6. April 1682 heiratete Jobst Ehrentreich von Schapelow auf Stremmen Barbara Sophia von Schlieben, die Tochter des Caspar Loths von Schlieben auf Reicherskreuz und der Barbara Dorothea von Löben. Die Ehe blieb kinderlos und Barbara Sophia starb vor 1687. 1687 hatte er einem Grenzstreit mit dem von Krummensee zu Giesensdorf, den schließlich am 1. Oktober kurfürstlich-brandenburgische Kommissarien entscheiden mussten. Jobst Ehrentreich heiratete dann am 27. September 1687 in zweiter Ehe Eva Maria von der Dahme, Tochter des Siegmund Seyfrieds von der Dahme, Fürstlich-Sächsischer Konsistorialrat und Landesältester auf Zieckau. Sie brachte 1000 Taler Ehegeld mit in die Ehe. Auch diese Ehe blieb kinderlos. Das Gut war mit 9.350 Talern hoch verschuldet, und um seinen Schwestern eine gute materielle Ausstattung zu verschaffen, wollte Jobst Ehrentreich das Gut verkaufen. 1708 taxierte eine Kommission den Wert des Gutes auf 14.626 Taler. Am 1. November 1710 verkaufte Jobst von Schapelow das Gut Stremmen schließlich für 14 000 Taler an Otto von Wagenschütz. 1725 kaufte Adolf Friedrich v. Beerfelde das Gut Stremmen.

Bereits am 15. März 1737 hatte der damalige brandenburgische Kurfürst und König in Preußen Friedrich Wilhelm I. die kleine Gutsherrschaft Trebatsch mit dem dortigen Vorwerk und den Dörfern Sabrodt und Sawall um 60.000 Taler von dem Kapitän Johann Friedrich v. Weißenfels gekauft. Er bildete daraus das Amt Trebatsch. Am 28. April 1738 kaufte er den Ort Falkenberg für 18.000 Taler von Eberhard Wilhelm von Hohnstedt (auch Hohenstedt) und gliederte ihn ebenfalls in das Amt Trebatsch ein. Und schließlich kaufte er am 9. Juni 1738 für 21.000 Taler von Deichhauptmann und Hofrat Adolf Friedrich v. Beerfelde auf Kossow das Dorf Stremmen und gliederte es in das Amt Trebatsch ein. Das Amt Trebatsch war eines der 14 Ämter der königlich-preußischen Herrschaft Königs Wusterhausen. Zur Verwaltung des Amtes wurde nun ein Amtmann eingesetzt.

Von 1738 bis 1872 verblieb Stremmen beim Amt Trebatsch, das Amt Trebatsch wurde in der Kreisreform von 1872/74 in Preußen aufgelöst, das Gut in Stremmen blieb jedoch Königliche Domäne und später Staatsdomäne bis 1945. Nach Berghaus maß das Vorwerks in Stremmen (einschl. der Schäferei Hungriger Wolf) 1679,165 Morgen, davon 4,131 Morgen Hoffläche, 10,12 Morgen Garten, 1483,66 Morgen Acker, 131,86 Morgen Wiesen und 50 Morgen Hutung.

1879 gibt Ellerholz die Größe des Vorwerks in Stremmen mit 482,98 ha an, davon entfielen 372,14 ha auf Ackerland, 32,95 ha auf Wiesen, 15,11 ha auf Hutung und 61,78 ha auf Wald. Der Grundsteuerreintrag belief sich auf 4.371 Mark. 1884 kam Louis Marsch (* 1849; † 1919) als Pächter der königlichen Domäne nach Stremmen. Er war mit Elisabeth geb. Wilke (* 1865; † 1947), verheiratet. 1885 ist im Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche als Besitzer der Domäne nur der Königliche Hausfideikommiss eingetragen. Als Besonderheit vermerkt das Handbuch eine Dampfstärkefabrik. Der Grabstein für das Ehepaar Marsch befindet sich noch heute auf dem ehemaligen Friedhof um die Dorfkirche Stremmen. 1903 gibt das Handbuch unter industrielle Anlagen eine Brennerei an. 1905 wurde das Domänengebäude neu errichtet. 1919 starb Louis Marsch und zunächst übernahm Elisabeth Marsch die Domäne. 1921 wird sie als Pächterin im Handbuch des Grundbesitzes verzeichnet. Der Tierbestand wird mit 26 Pferden, 95 Stück Rindvieh, 19 Schweinen und 370 Schafen angegeben. Ab 1923 ist dann Günther Marsch Amtspächter auf der Domäne Stremmen. Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurde Günther Marsch in das Internierungslager Ketschendorf gebracht, wo er starb. In der Bodenreform von 1946 wurde das ehemalige Rittergut und spätere Staatsdomäne aufgeteilt.

Pächter und Administratoren der Domäne Stremmen (nach der Auflösung des Amtes Trebatsch) 1874 Administrator Meyer 1879 Marsch 1885 Louis Arthur Hugo Weiss, Oberamtmann. (1884) 1885–1919 Louis Marsch, Oberamtmann, Pächter 1911 Günther Marsch, Königlicher Amtsrat? 1921 Frau Amtsrätin E. Marsch 1923–1945 Günther Marsch, Pächter

Dorfgeschichte