Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2018 war die 69. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie begann am 25. März im australischen Melbourne und endete am 25. November auf der Yas-Insel vor Abu Dhabi. Lewis Hamilton wurde zum fünften Mal Fahrerweltmeister. Die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewann zum fünften Mal in Folge Mercedes.

Änderungen 2018 Rennstrecken Erstmals seit 2008 war wieder der Große Preis von Frankreich im Rennkalender enthalten. Nachdem das Rennen von 1991 bis 2008 in Magny-Cours stattgefunden hatte, wurde es nun wieder in Le Castellet ausgetragen, wo letztmals 1990 gefahren wurde. Auch der Große Preis von Deutschland kehrte zurück. Er wurde zuletzt 2016 auf dem Hockenheimring ausgetragen und fand 2018 ebenfalls dort statt.

Im Gegensatz dazu entfiel der Große Preis von Malaysia, der seit 1999 jährlich Bestandteil des Rennkalenders war. Obwohl der Rennveranstalter einen noch bis 2018 gültigen Vertrag mit der Formula One Group besaß, entschied dieser sich aus finanziellen Gründen dazu, diesen Vertrag bereits ein Jahr früher zu beenden.

Technisches Reglement Zur Saison 2018 wurde zur Erhöhung der Sicherheit der Fahrer das Halo-System in der Formel-1-Weltmeisterschaft eingeführt. Das Mindestgewicht stieg durch die Einführung des Halo-Systems von 728 auf 733 kg.

Pro Rad mussten nun drei statt zwei Kevlar-Seile vorhanden sein, mit denen das Rad am Chassis befestigt war. Auch die Befestigungspunkte waren nun genauer vorgeschrieben, zudem mussten die Radmuttern besser gesichert werden.

Um eine Beimengung von Öl zum Benzin zu verhindern, wurde die Füllmenge des Hauptöltanks überwacht, dazu mussten die Teams diese in Echtzeit an die FIA übermitteln.

Die auffälligen Finnen an der Motorabdeckung wurden verboten. Die meisten Teams wollten jedoch an der Finne festhalten, weil dort die während der vergangenen Saison vergrößerten Startnummern platziert wurden, die anderswo am Fahrzeug Fläche für potenzielle Sponsoren der Teams in Anspruch nehmen. Dieser Vorschlag, für dessen Umsetzung eine einstimmige Entscheidung in der Strategiegruppe notwendig gewesen wäre, wurde jedoch von McLaren abgelehnt.

Ebenfalls verboten wurden die zusätzlichen Flügel am Ende der Motorabdeckung und der Monkey seat genannte Zusatzflügel über den Auspuffendrohren.

Durch Lenkbewegungen durften sich die Bodenfreiheit an der Vorderachse nun nur noch um maximal fünf Millimeter verändern. In der Vorsaison hatten Teams die Fahrzeuge so konstruiert, dass sie die Bodenfreiheit bei Lenkbewegungen deutlich verringerten und so mehr Anpressdruck erzeugten.

Sportliches Reglement Die FIA präzisierte zur Saison 2018 die Regeln zur Erkennung eines Frühstarts, für das ein technisches System eingesetzt wird. Bestraft werden nun auch Fahrer, die ihr Fahrzeug so platzieren, dass eine Erfassung durch dieses System nicht möglich ist. Auslöser dafür war Sebastian Vettel, der beim Großen Preis von China 2017 um rund einen Meter versetzt von seiner eigentlichen Startposition stand. Dies verhinderte, dass sein Start durch das System erfasst wurde.

Außerdem dürfen aktuelle Fahrzeuge auch außerhalb von Rennwochenenden bei Veranstaltungen, die vom Inhaber der kommerziellen Rechte der Formel-1-Weltmeisterschaft (Formula One Management) organisiert werden, eingesetzt werden. 2017 fand vor dem Großen Preis von Großbritannien eine Demofahrt in London statt, bei der die meisten Teams Fahrzeuge aus der Formel-1-Weltmeisterschaft 2015 einsetzten. Haas nahm in Ermangelung eines entsprechenden Fahrzeugs nicht teil, das Team war erst zur Saison 2016 in die Formel-1-Weltmeisterschaft eingestiegen. Auch Force India verfügte über kein einsatzbereites Fahrzeug älteren Baujahres.

Die Anzahl der pro Saison erlaubten Komponenten der Antriebseinheiten wurde weiter verringert. In der Saison 2017 durften noch vier Exemplare von sämtlichen Komponenten pro Saison verwendet werden. Bei MGU-K, Energiespeicher und Kontrollelektronik sinkt die erlaubte Anzahl für die Saison auf zwei, bei Verbrennungsmotor, Turbolader und MGU-H auf drei.

Durch die Einführung des Halo-Systems wird die Zeit angepasst, in der ein Fahrer sein Fahrzeug im Ernstfall verlassen können muss. Dies wurde notwendig, da das Halo-System die Fahrer beim Ein- und Aussteigen behindert. Statt bislang fünf Sekunden haben die Fahrer nun sieben Sekunden Zeit, bis zum Aufstecken des Lenkrads auf die Lenksäule dürfen nun zwölf statt zehn Sekunden vergehen.

Außerdem ändern sich die Bedingungen, die ein Testfahrer erfüllen muss, um am freien Training eines Grand Prix teilzunehmen. Dieser muss nun mindestens sechs Rennen in der FIA-Formel-2-Meisterschaft bestritten oder in den vergangenen drei Jahren mindestens 25 Punkte nach dem aktuellen FIA-Punktesystem zur Erteilung der Superlizenz erzielt haben. Fahrer, die bereits einmal im Besitz einer Superlizenz waren, müssen gar eine ganze Saison in der FIA-Formel-2-Meisterschaft oder 25 Punkte in den vergangenen drei Jahren erzielt haben.

Zur Saison 2018 ändern sich die Startzeiten der Rennen. Statt um 14 Uhr Ortszeit wird der Start in der Regel auf 15:10 Uhr Ortszeit verschoben. Die Verantwortlichen gaben als Grund an, dass man sich davon verspreche, dass insbesondere in den Sommermonaten am späten Nachmittag mehr Fernsehzuschauer in Europa einschalten würden. Außerdem würde man den TV-Sendern, deren Übertragung zur vollen Stunde beginnt, Zeit für einen zehnminütigen Vorbericht geben, anstatt die Übertragung direkt mit dem Start der Einführungsrunde zu beginnen.

Motorenlieferanten Das Sauber-Team, das die Vorsaison mit Ferrari-Motoren auf dem Stand der Saison 2016 bestritten hatte, meldete im April 2017, ab der Saison 2018 mit Honda-Motoren an den Start zu gehen. Frédéric Vasseur, der Teamchefin Monisha Kaltenborn im Juli 2017 ersetzt hatte, wollte die geplante Kooperation mit Honda überdenken, da die Honda-Motoren als die schwächsten und unzuverlässigsten im Starterfeld galten. Wenige Tage später verkündete Sauber, 2018 nicht mit Honda-Motoren an den Start zu gehen. Am nächsten Tag gab das Team bekannt, die Saison 2018 mit Ferrari-Motoren der aktuellen Ausbaustufe zu bestreiten.

Toro Rosso bestritt die Saison mit Motoren von Honda, im Gegenzug ging McLaren mit Renault-Motoren an den Start.

Fahrer Felipe Massa beendete nach 15 Jahren seine Karriere in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sein Nachfolger bei Williams wurde Sergei Sirotkin, der sein Debüt in der Formel-1-Weltmeisterschaft gab.

Charles Leclerc debütierte bei Sauber ebenfalls in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Er wurde Nachfolger von Pascal Wehrlein, der Test- und Ersatzfahrer bei Mercedes wurde.

Teams Nachdem Force India am 27. Juli 2018 Insolvenz angemeldet hatte, übernahm wenige Tage später eine Investorengruppe unter der Führung von Lawrence Stroll die Mehrheit am Team. Das Team trat ab dem Großen Preis von Belgien mit neuer Nennung als Racing Point Force India an. Da das Team nicht als direkter Rechtsnachfolger des alten Teams fungierte, handelte es sich um einen neuen Konstrukteur, der auch sämtliche Ansprüche auf Preisgelder verlor, die das Team erworben hatte. In einer Abstimmung unter den Teams der Formel-1-Weltmeisterschaft wurde die notwendige Einstimmigkeit erzielt, damit hatte das Team Anspruch auf die Preisgelder von Force India. Im Gegenzug muss Force India Bestandteil des Teamnamens bleiben.

Reifen Einheitsreifenlieferant Pirelli war bei der Entwicklung der Reifen für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2017 sehr konservativ vorgegangen. So kam beim Großen Preis von Spanien 2017 erstmals die härteste Reifenmischung P Zero Hard zum Einsatz. Sie wurde von allen Fahrern nach einigen Runden im freien Training wieder aussortiert. Die Reifen erreichten wegen ihres Härtegrades nicht die benötigte Temperatur und wurden daher als unbrauchbar bezeichnet. Pirelli reagierte auf die Kritik und verwendete die Hard-Reifenmischung in der Saison 2017 nicht mehr. Zur Saison 2018 kündigte Pirelli an, alle Reifenmischungen eine Stufe weicher zu machen und den 2017 P Zero Soft genannten Reifen 2018 als P Zero Medium zu führen. Vor dem Großen Preis von Abu Dhabi 2017 stellte Pirelli die Reifen für die Saison 2018 vor, mit dem P Zero Superhard (orange) und dem P Zero Hypersoft (pink) gab es zwei neue Reifenmischungen. Die bislang orange markierte Hard-Reifenmischung war nun eisblau markiert. Pirelli reagierte somit auf Kritik der Fahrer, dass auf manchen Strecken wie dem Circuit de Monaco selbst die Ultrasoft-Mischung zu hart gewesen war. Den Fahrern standen jedoch nach wie vor nur drei verschiedene Reifenmischungen an jedem Rennwochenende zur Verfügung.

Reifenbezeichnung 2017 Reifenbezeichnung 2018 Reifenfarbe 2018 N. N. Hypersoft 50px50px N. N. Ultrasoft 50px50px Ultrasoft Supersoft 50px50px Supersoft Soft 50px50px Soft Medium 50px50px Medium Hard 50px50px Hard Superhard 50px50px Intermediate Intermediate 50px50px Full-Wets Full-Wets 50px50px

Teams und Fahrer In der Übersicht werden alle Fahrer aufgeführt, die für die Saison 2018 mit dem Rennstall einen Vertrag als Stamm-, Test- oder Ersatzfahrer abgeschlossen haben. Die Teams sind nach der Konstrukteursweltmeisterschaft des Vorjahres geordnet.

Bild Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer 130px|Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+ Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+ Mercedes-AMG F1 M09 EQ Power+ 44 1–21 77 1–21 130px|Ferrari SF71H Ferrari SF71H Ferrari 062 EVO 5 1–21 7 1–21 130px|Red Bull Racing RB14 Red Bull Racing RB14 TAG Heuer(Renault R.E.18) 3 1–21 33 1–21 130px|Force India VJM11 Force India VJM11 Mercedes-AMG F1 M09 EQ Power+ 11 1–12 31 1–12 130px|Williams FW41 Williams FW41 Mercedes-AMG F1 M09 EQ Power+ 18 1–21 35 1–21 130px|Renault R.S.18 Renault R.S.18 Renault R.E.18 27 1–21 55 1–21 130px|Scuderia Toro Rosso STR13 Scuderia Toro Rosso STR13 Honda RA618H 28 1–21 rowspan="2" 10 1–21 130px|Haas VF-18 Haas VF-18 Ferrari 062 EVO 8 1–21 rowspan="2" 20 1–21 130px|McLaren MCL33 McLaren MCL33 Renault R.E.18 14 1–21 2 1–21 130px|Sauber C37 Sauber C37 Ferrari 062 EVO 9 1–21 16 1–21 130px|Force India VJM11 Force India VJM11 Mercedes-AMG F1 M09 EQ Power+ 11 13–21 rowspan="2" 31 13–21

Saisonvorbereitung 26. Februar–1. März: Circuit de Barcelona-Catalunya Die erste Testwoche fand vom 26. Februar bis zum 1. März auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya in Spanien statt.

Alle zehn neuen Wagen gaben bei diesem Test ihr Streckendebüt. Beim Testauftakt am 26. Februar war Daniel Ricciardo im Red Bull mit einer Rundenzeit von 1:20,179 Minuten Schnellster vor Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen im Ferrari. Ricciardo war somit mehr als 1,5 Sekunden schneller als die Bestzeit am ersten Testtag des Vorjahres von Lewis Hamilton (1:21,765 Minuten). Die Fahrer gaben an, dass die Strecke alleine durch die Neuasphaltierung rund zwei Sekunden schnellere Rundenzeiten zulasse. Nachdem es am Vormittag noch trocken gewesen war, regnete es im Laufe des Nachmittages. Ricciardo legte mit 105 Runden auch die größte Distanz zurück, gefolgt von Brendon Hartley im Toro Rosso mit 93 Runden und Räikkönen mit 80 Runden. Bei Renault wechselten sich Nico Hülkenberg und Carlos Sainz jr. ab, gemeinsam fuhren sie 99 Runden. Die geringste Distanz legte Nikita Masepin im Force India zurück, wegen Bremsproblemen fuhr er lediglich 22 Runden.