Retinylacetat ist eine chemische Verbindung, die in der Kosmetik-, Arzneimittel- und Futtermittelindustrie Verwendung findet. Es ist der Ester aus Essigsäure mit Retinol (Vitamin A).

Verwendung Retinylacetat wird in der Kosmetik in Cremes (zum Beispiel: Augencreme), Körperlotionen und Sonnenschutzmitteln verwendet. Es wird vorwiegend zugesetzt, da die Substanz eine Anti-Aging-Wirkung besitzen soll. Darüber hinaus kann es zur Prophylaxe gegen marginale Parodontitis verwendet werden. Deshalb ist es manchmal auch in Zahnpasten zu finden.Bund für Risikobewertung (Hrsg.): Vitamin A: Aufnahme über kosmetische Mittel sollte begrenzt werden, S. 3–4, 2014, eingesehen am 29. September 2017. Da der menschliche Körper Retinylacetat in Vitamin A umwandeln kann und es wärme- und lichtbeständiger ist als Vitamin A, wird es häufig als Vitamin-A-Ersatz zugesetzt.H. Heseker, A. Stahl (Hrsg.): Vitamin A: Physiologie, Funktionen, Vorkommen, Referenzwerte und Versorgung in Deutschland. In: Ernährungs Umschau, Band 9, 2010, S. 482. In der Futtermittelindustrie wird Retinylacetat als Futterzusatzstoff mit Vitamin-A-Wirkung eingesetzt. Retinylacetat ist dafür als Futterzusatzstoff gemäß Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 für alle Tierarten zugelassen.Durchführungsverordnung (EU) 2015/724 der Kommission vom 5. Mai 2015 über die Zulassung von Retinylacetat, Retinylpalmitat und Retinylpropionat als Zusatzstoffe in Futtermitteln für alle Tierarten EUR-Lex

Biologische Wirkung Bei einer experimentellen Studie, wurde das Resorptionsverhalten von β-14C-Carotin, 14C-Retinol und 3H-Retinylacetat vergleichend untersucht. Die Aufnahme von β-Carotin lag bei 6 % bis 20 % und die von Retinol und Retinylacetat lagen bei 30 % bis 67 %. Im Körper gibt es Esterasen im Darm, Leber und der Niere, die in der Lage sind das Retinylacetat zu Retinol zu hydrolysieren.K. Lang (Hrsg.): Biochemie der Ernährung. Springerverlag, Berlin, Aufl. 3, 1974, ISBN 978-3-662-41464-4, E-Book, S. 395. Bei der Verwendung als Futterzusatzstoff wird die biologische Wirkung als Vitamin A in Internationalen Einheiten (IE) angegeben, wobei folgende Äquivalenz zu verwenden ist: 1 IE = 0,344 μg Retinylacetat.

In Studien wurde die Hemmeigenschaft von Retinylacetat bei NMU- und DBMA-Mamma- induzierten Brustkarzinogenese gezeigt. Der Mechanismus, wie Retinoide das Karzinogen hemmen, ist nicht bekannt. Es wurde keine toxische Wirkung von Retinylacetat in einer Studie aus der Fachzeitschrift Nature beobachtet. Der Effekt wird durch 4-Hydroxy(phenyl)retinamid (4-HPR) verstärkt. Es wurden Ergebnisse von 94 % der erkrankten Ratten in der Placebo-Gruppe und 15 % in der behandelten Gruppe festgestellt.R. C. Moon, C. J. Grubbs, M. B. Sporn, d. G. Dawn (Hrsg.): Retinyl acetate inhibits mammary carcinogenesis induced by N-methyl-N-nitrosourea. In: Nature. Band 267, Nr. 5612, S. 620,621, 1977, .A. Lupulescu (Hrsg.): Hormones and Vitamins in Cancer Treatment. CRC Press, 1990, ISBN 0-8493-5973-2, S. 247.

Stoff-Eigenschaften Retinylacetat hat eine Selbstentzündungstemperatur von 395 °C.

Einzelnachweise

Kategorie:Alkylcyclohexen Kategorie:Pentaen Kategorie:Essigsäureester Kategorie:Kosmetischer Inhaltsstoff