Die Liste der Winterstürme auf den Britischen Inseln 2017–18 nennt die Stürme, die im zweiten Jahrgang der gemeinsamen Benennung von Winterstürmen durch das britische Met Office und Irlands Met Éireann Auswirkungen auf den Britischen Inseln hatten.

Hintergrund Im Jahr 2015 gaben Met Office und Met Éireann ein gemeinsames Pilotprojekt bekannt, nach dem Sturmwarnungen mit Namen versehen werden sollten; gleichzeitig wurde die Bevölkerung gebeten, im Rahmen der Aktion Namensvorschläge einzureichen. Erstmals für die Wintersaison 2015–16 wurde eine Namensliste veröffentlicht, die auf sowohl im Vereinigten Königreich als auch in Irland üblichen Vornamen basierte. Anfang September 2016 wurde für die Wintersaison 2017–18 eine neue Namensliste bekanntgegeben. Namen werden im Vereinigten Königreich dann vergeben, sobald ein Sturm in den Warnungen des National Severe Weather Warning Service in der Stufe „amber“ ('sei vorbereitet') oder „rot“ ('ergreife Maßnahmen') bewertet wird. Die folgenden Namen wurden für benannte Stürme benutzt: Aileen (12./13. September) Brian (21. Oktober) Caroline (7. Dezember) Dylan (30./31. Dezember) Eleanor (2./3. Januar) Fionn (16./17. Januar) Georgina (23./24. Januar) Hector (13./14. Juni)

Stürme Aileen

Aileen war der erste Sturm der Saison, für den das Met Office am 12. September eine amber Sturmwarnung ausgegeben hat, weil am Abend des 12. und Vormittag des 13. September in den Grafschaften Cheshire, Lancashire, Derbyshire, Yorkshire, Nottinghamshire und Lincolnshire Windgeschwindigkeiten um 90 km/h und an der Küste und in exponierten Lagen Böen von 120 km/h erwartet wurden. Für Teile von Nordirland, Nordengland und den Süden Schottlands wurden außerdem gelbe Warnungen vor Starkregen mit Regenmengen von 30 bis 40 mm binnen sechs bin neun Stunden bekanntgegeben.

Die stärksten Niederschläge wurden in Bainbridge, North Yorkshire gemessen, wo übernacht 35,4 mm gefallen sind. Die stärkste Bö wurde mit 134 km/h bei The Needles an der Isle of Wight aufgezeichnet, und die stärkste Bö im Vereinigten Königreich wurde in Mumbles, Wales beobachtet.

Während des Sturms waren ungefähr 60.000 Haushalte in Wales und fast 9.000 weitere in England von Stromausfällen betroffen.

Ex-Ophelia

Am 12. Oktober gab das britische Met Office gelbe Wetterwarnungen aus zu den extra-tropischen Überbleibseln von Hurrikan Ophelia, deren Auswirkungen auf die Britischen Inseln am 16. Oktober erwartet wurden. Met Éireann reagierte am selben Tag mit der Mitteilung, dass die Vorhersagemodelle noch Unsicherheitenen enthielten, auf Medienberichte zu den möglichen Auswirkungen des Sturms auf Irland und bat die Bevölkerung, auf die Vorhersagen zu achten, sobald die Wahrscheinlichkeiten zunahmen und der Sturm sich der Insel näherte. Am 14. Oktober gab Met Éireann eine rote Warnung für die Grafschaften Galway, Mayo, Clare, Cork und Kerry mit Gültigkeit für den 16. und 17. Oktober aus, für den Rest des Landes galt eine orange Warnung. Am 15. Oktober veröffentlichte das Met Office orange Warnungen für die sechs Grafschaften in Nordirland und aktualisierte die gelben Warnungen für England, Wales und Scotland. Am Morgen des 16. Oktobers weitete das Met Office die Warnstufe orange für Teile des Westens von Wales, des Südwestens von Schottland und die Isle of Man.

Im County Waterford wurde bei Aglish eine Frau durch einen Baum getötet, der auf das Auto stürzte, in dem sie saß, und genauso erging es einem Mann bei Dundalk, County Louth, während ein weiterer Mann bei Cahir, County Tipperary verunglückte, als er mit der Motorsäge an der Beseitigung eines umgestürzten Baumes arbeitete. In Irland waren rund 360.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen, rund 15.000 Haushalte waren in Nordirland ohne elektrischen Strom. Zahlreiche Straßen und einige Bahnstrecken waren durch umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste blockiert.

Die Übernahme des Namens erfolgte im Schema des US-NWS als WMO-RSMC für tropische Wirbelstürme des Nordatlantiks. Das war der erste solche Fall seit Einführung des Met Office/Met Éireann-Systems im Vorjahr.

Brian

Am 13. Oktober bezeichnete das amerikanische National Hurricane Center ein Tiefdruckgebiet im tropischen Atlantischen Ozean östlich der Kleinen Antillen als Invest 92L und gab dem System zunächst eine vierzigprozentige Chance auf eine Entwicklung in einen tropischen Wirbelsturm. Das System zog langsam nach Nordwesten, brachte heftigen Regen und Überschwemmungen auf die bereits durch Hurrikan Maria gebeutelte Insel Puerto Rico sowie die Britischen und Amerikanischen Jungferninseln, bevor es nach Nordosten abdrehte.https://weather.com/storms/hurricane/news/2017-10-14-tropical-wave-puerto-rico-invest-southwest-atlantic-bermuda Am 16. Oktober jedoch stellte das NHC die Beobachtung des Systems ein, das ohne wesentliche Auswirkungen an Bermuda vorbeigezogen war, weil eine Entwicklung in ein tropisches System nicht mehr zu erwarten war.

Als das Gebiet rasch über den offenen Atlantischen Ozean ostwärts zog, setzte eine rapide Intensivierung ein, die das System in einen kräftigen nichttropischen Sturm entwickelte. Am 19. Oktober gab Met Éireann für den 21. Oktober für die Grafschaften Galway und Mayo eine Sturmwarnung der Stufe orange aus und aktivierte somit für diesen Sturm den Namen Brian. Das britische Met Office erwartete für Großbritannien keinen außerordentlichen Sturm, aber die britische Environment Agency wies darauf hin, dass eine Sturmflut mit dem normalen Eintreffen des Gezeitenhubs zusammenfallen könnte und so an der Südküste Englands zu Überschwemmungen führen könnte.

Ein Mann ertrank, weil er während des Sturms in Dawlish durch hohe Wellen von der Mole gespült wurde.

Caroline

Am 5. Dezember vergab das Met Office aufgrund gelber Warnungen für ein System, das sich am 7. Dezember auf Schottland auswirken würde, den Namen Caroline. Für die westlichen und nördlichen Inseln und den Norden Schottlands wurden die gelben Warnungen am 6. Dezember auf amber erhöht. Met Éireann gab für die Grafschaften Donegal, Galway, Leitrim, Mayo, Sligo, Clare und Kerry gelbe Warnungen aus.

Dylan

Dylan erhielt seinen Namen durch Met Éireann am 29. Dezember, weil in der Nacht vom 30. zum 31. Dezember starke Winde in Irland, Nordirland und dem Süden Schottlands erwartet wurden, mit Böen von bis zu 130 km/h an der irischen Westküste.

mini|links|Satellitenloop 30./31. Dezember von EUMETSAT

Eleanor

Met Éireann vergab am 1. Januar den Namen Eleanor und verhängte die Warnstufe amber, weil für den Abend des 2. Januar Windböen von 110 bis 130 km/h erwartet wurden. Das britische Met Office gab für den 2. und 3. Januar gelbe Windwarnungen aus, die für Nordengland und den Süden Schottlands wenige Stunden vor dem Eintreffen des Sturms an der britischen Küste auf orange erweitert wurde.

Bei der Annäherung an Irland brachte Eleanor – in Deutschland als Burglind bekannt – Starkregen und stürmisches Wetter mit Sturmböen, die am Knock Airport in der Republik Irland 152 km/h erreichten.https://twitter.com/MetEireann/status/948311462950383618 Die stärkste Bö im Vereinigten Königreich wurde mit 145 km/h an der Bergwetterstation Orlock Head im Great Dun Fell gemessen.https://twitter.com/metoffice/status/948443880080531456 Während der Sturm weiter nach Nordosten zog, sah es so aus, als würde ein Sting-Jet entstehen, doch geschah dies dann nicht. Eleanor erzeugte in England und Wales Gewitter und starken Hagel. Die größten Sachschäden traten in Nordirland auf.

Fionn

Am 16. Januar veröffentlichte Met Éireann orange Seewetterwarnungen wegen windigen bis stürmischen Wetters für die Abschnitte zwischen Roches Point und Slyne Head und Malin Head, sowie für den 16. und 17. Januar orange Wetterwarnungen für die Grafschaften Donegal, Galway, Leitrim, Mayo, Sligo, Clare, Cork und Kerry, und somit erhielt der Sturm den Namen Fionn. Große Auswirkungen durch dieses System auf das Vereinigte Königreich wurden nicht erwartet. Die stärksten Böen in Irland wurden gemessen in Mace Head (County Galway) mit 137 km/h, am Shannon Airport mit 117 km/h, auf Sherkin Island (County Cork) mit 117 km/h, auf Valentia Island (County Kerry) mit 115 km/h, in Newport (County Mayo) mit 104 km/h und in Malin Head mit 102 km/h.

David

Dieser Sturm erhielt seinen Namen im Rahmen der Kooperation mit MeteoFrance / AEMET / IMPA außerhalb der Met Office/Met Éireann-Liste. Das war der erste solche Fall seit Einführung des Systems im Vorjahr.

Georgina

Der Sturm Georgina erhielt seinen Namen offiziell am 23. Januar, als sich den Britischen Inseln annähernde Tiefdruckgebiet plötzlich anfing, sich auf 959 hPa explosiv zu vertiefen. Der Sturm hatte Auswirkungen auf den Nordteil der Britischen Inseln und führte im Westen und Süden der Republik Irland zu Stromausfällen, von denen hunderte Haushalte betroffen waren. Umgestürzte Bäume blockierten mehrere Straßen. Es kam verbreitet zu Böen im Bereich bis 135 km/h, etwa 120 km/h auf der Isle of Wight und auf Anglesey; eine Spitzenbö von 225 km/h wurde in einem Skigebiet in den Highlands gemessen. Außerdem kam es in Nordirland und Schottland zu ergiebigen Regenfällen und in Verbindung mit Tauwetter verschiedentlich zu Überflutungen; so trat zum Beispiel in Dumfries der River Nith über die Ufer. Erdrutsche und Steinschlag bei Winchburgh in West Lothian und bei Kirkconnel in Dumfries and Galloway unterbrachen die Bahnverbindungen Glasgow–Edinburgh sowie Glasgow-Carlisle. Wegen des starken Windes wurden die Fähren zu den Inseln Arran, Cumbrae, Lismore und Iona sowie zwischen Scrabster und Stromness eingestellt.

Das System überquerte dann die Nordsee und hatte Auswirkungen auf Norwegen.

Hector

Saisonüberblick Die nachfolgende Tabelle nennt alle Winterstürme, für die von den amtlichen Wetterdiensten auf den Britischen Inseln Namen vergeben wurden. Neben dem Namen ist auch die Dauer, die Spitzenbö außerhalb von Bergwetterstationen und derniedrigste Luftdruck angegeben, allfällig auch die Zahl getöteter Personen und der aggregierte Sachschaden in Irland und dem Vereinigten Königreich. Die angegebenen Beträge sind in Pfund Sterling (£) oder Euro (€) zu Preisen des Jahres 2017.

Sturm Dauer Spitzenbö Minimaler Luftdruck Opfer Sachschäden Aileen 12.–13. September 2017 83 mph (134 km/h) 990 hPa 0 Ex-Ophelia 15.–18. Oktober 2017 115 mph (185 km/h) 959 hPa 3 500–800 Mio. € Brian 20.–22. Oktober 2017 85 mph(137 km/h) 956 hPa 3 Caroline 7. Dezember 2017 93 mph (150 km/h) 959 hPa Dylan 30./31. Dezember 2017 77 mph (124 km/h) 0 tba Eleanor 2./3. Januar 2018 96 mph (155 km/h) 966 hPa 3 500 Mio. € (europaweit, vorläufig) Fionn 16./17. Januar 2018 85 mph (137 km/h) Georgina 23.–24. Januar 2018 959 hPa (offshore) 0 Saisonkennziffern 8 12. September 2017bis (andauernd) 115 mph (185 km/h) 956 hPa 12 +60 Mio. €

Konkordanztafel der von anderen europäischen Wetterdiensten benannten Stürme Aileen (Vereinigtes Königreich/Irland), Sebastian (Freie Universität Berlin), 12./13. September 2017 ex-Ophelia (National Hurricane Center) Brian (Vereinigtes Königreich/Irland), Elmar (Freie Universität Berlin), 19. Oktober 2017. Herwart (Freie Universität Berlin), Ingolf (Dänemark), Grzegorz (polnische Ableitung des Namens FUB) Ylva (Norwegen), Reinhard (Freie Universität Berlin), 22.–23. November 2017. Caroline (Vereinigtes Königreich/Irland), Walter (Freie Universität Berlin), Aina (Norwegen), 7. Dezember 2017. Ana (Frankreich/Spanien/Portugal), Yves (Freie Universität Berlin), 10.–11. Dezember 2017. Birk (Norwegen), Diethelm (Freie Universität Berlin), 23. Dezember 2017. Bruno (Frankreich/Spanien/Portugal), Edilbert (Freie Universität Berlin), 26.–27. Dezember 2017. Dylan (Vereinigtes Königreich/Irland), Horst (Freie Universität Berlin), 29.–31. Dezember 2017. Carmen (Frankreich/Spanien/Portugal), Ingmar (Freie Universität Berlin), 1. Januar 2018. Eleanor (Vereinigtes Königreich/Irland), Burglind (Freie Universität Berlin), 2. Januar 2018.