mini|Arbeits-/Projektbesprechung mit IT-Berater und anderen Teammitgliedern IT-Berater (auch IT Consultant, EDV-Berater, ICT-Berater oder, mit Zusatz, Junior bzw. Senior IT-Berater) beraten Unternehmen oder Projektgruppen bei der Einführung, Wartung und Weiterentwicklung von IT-Systemen.
Berufsbild Der Begriff IT-Berater ist eine sehr weit gefasste Berufsbezeichnung. Er ist als Dienstleistungsberuf im Überschneidungsfeld von ingenieurmäßigen IT-Berufen und klassischer (Management- oder) Unternehmensberatung angesiedelt.
Allgemein werden breite Kenntnisse der Informatik, insbesondere der Softwaretechnik für eine Tätigkeit als IT-Berater vorausgesetzt. Auf dieser grundlegenden Qualifikation aufbauend, sind die meisten IT-Berater fachlich spezialisiert und widmen sich in der Ausübung ihrer Tätigkeit schwerpunktmäßig einem oder einigen wenigen Themenfeldern, wie z. B. der Anforderungsanalyse (Requirements Engineering) für Betriebliche Informationssysteme, der Sicherheitsanalyse von IT-Systemen oder dem Asset Management. Weiterhin sind die meisten IT-Berater auf eine spezifische Branche, wie z. B. die Automobilindustrie oder Banken und Versicherungen, spezialisiert.
Neben den Systemhäusern, die für ihre eigenen Systeme Beratungsdienstleistungen anbieten, sind auch viele Unternehmensberatungen in der IT-Beratung aktiv. IT-Berater können freiberuflich oder gewerbetreibend tätig sein.
Durch typische Projektlaufzeiten von 3 Monaten bis zu einigen Jahren und teilweise sehr spezifische Kenntnisanforderungen auf Kundenseite ist es notwendig, sehr individuell auf die Bedürfnisse des Kunden einzugehen und die Projektaufgaben durch ein entsprechendes Projektmanagement regelmäßig zu controllen und nachzuhalten.
Die Projekte, in denen IT-Berater tätig sind, können von ganz unterschiedlicher Natur sein: Sie reichen von der Entwicklung einer passenden Unternehmensstrategie bis hin zur technischen Umsetzung und Implementierung einzelner Softwarekomponenten. Beispielsweise wird in einem Projekt zur Umsetzung neuer gesetzlicher Buchhaltungsvorschriften zunächst eine Studie zur Umsetzbarkeit der neuen Anforderungen erstellt. Anschließend wird eine geeignete Buchungs- und Kontenlogik entwickelt. Abschließend werden die neuen Anpassungen getestet und im System implementiert.Case Study: Die Migration von Fonds, Anadeo Consulting ()
Berufsbezeichnung
Die Berufsbezeichnung IT-Berater ist nach deutschem Recht kein geschützter Begriff, und ein formaler Qualifikationsnachweis muss zur Aufnahme der Berufstätigkeit als IT-Berater nicht erbracht werden.
Seit 2002 gibt es aber die gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung Geprüfter IT-Berater (Certified IT Business Consultant) als Weiterbildungsqualifikation nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).
Aufgaben Typische Aufgaben sind:
Beraten beim Erarbeiten von ICT-Strategien Beraten bei der Konzeption von ICT-Lösungen Beraten bei der Umsetzung von ICT-Lösungen Beraten bei der Formulierung von Anforderungen, Zielen, Regelungen und Richtlinien Beraten hinsichtlich aktueller Trends Akquirieren von ICT-Beratungsprojekten Durchführen von ICT-Beratungsprojekten Erstellen von kundenspezifischen Lösungsangeboten Unterhalten des Angebotsportfolios Bewerten von ICT-Systemen bezüglich technischer und wirtschaftlicher Kriterien Erstellen von Studien und Konzepten Beurteilen von Studien und Konzepten Erarbeiten von Pflichtenheften und Ausschreibungsunterlagen Durchführen von Evaluationen Beurteilen von Evaluationsergebnissen
Kompetenzbereiche Nach dem Fachverband SwissICT werden sehr hohe Anforderungen bezüglich Wissen/Erfahrung/Kompetenz vorausgesetzt:
Business-/stellenbezogene Kompetenzen
Veränderung des Geschäfts durch die ICT Beratung und Verkauf
Persönliche Kompetenzen
Kommunikation Selbstmanagement/Führen der eigenen Person Gestaltung und Problemlösung
Markt für IT-Beratung und Systemintegration in Deutschland 2013 bestimmten gemäß der Lünendonk-Liste die folgenden Anbieter maßgeblich den deutschen Markt für IT-Beratung und Systemintegration:
RangUnternehmenUmsatz in Deutschland in Mio. EuroMitarbeiterzahl in Deutschland 1 Accenture 2.400,0 9.700 2 T-Systems 1.600,0 5.000 3 IBM Deutschland , 1.450,0 4.600 4 Capgemini Deutschland 1.160,0 4.600 5 msg systems 1.031,0 8.500 6 NTT Data 795,0 5.053 7 Atos Information Technology 710,0 3.200 8 DXC Technology , 610,0 2.000 9 Tata Consultancy Services Deutschland 583,0 1.800 10 Infosys Limited 550,0 1.800 11 MHP Management- und IT-Beratung 488,7 2.460 12 Allgeier 485,9 2.812 13 Sopra Steria Consulting 461,0 2.796 14 CGI Deutschland 436,0 4.200 15 Arvato Systems 379,2 2.129 16 Adesso 361,0 3.415 17 Cognizant Technology Solutions 350,0 1.900 18 All for One Group 306,5 1.420 19 Materna Information & Communications 282,0 2.043 20 ESG Elektroniksystem- und Logistik-Gruppe 279,6 1.850 21 Reply AG 271,3 1.715 22 Lufthansa Industry Solutions 254,0 1.629 23 Wipro 230,0 1.188 24 valantic 137,0 951 25 Senacor Technologies AG 136,0 477
Die Aufnahme in dieses Ranking unterliegt genau definierten Kriterien. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes werden mit IT-Beratung, Individual-Software-Entwicklung und Systemintegration erzielt.
Qualifikationsmaßnahmen
Bis 2002 gab es keine eigenständigen Studiengänge oder Berufsausbildungen, die direkt zum Berufsbild des IT-Beraters führten, deswegen haben die in Deutschland tätigen IT-Berater relativ unterschiedliche berufliche Hintergründe und Werdegänge.
Die klassische Qualifikationsmaßnahme für eine spätere Tätigkeit als IT-Berater (insbesondere in großen Beratungs- und Systemhäusern) stellt ein Hochschulstudium dar, typischerweise in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder einem angrenzenden Fachgebiet.
Die Universität Hamburg bietet seit dem Wintersemester 2010/2011 mit dem konsekutiven Masterstudiengang IT-Management und -Consulting erstmals in Deutschland einen spezifischen universitären Ausbildungsweg für IT-Berater an.Universität Hamburg / Masterstudiengang IT-Management und -Consulting Seit dem Sommersemester 2007 wird ein ebenfalls konsekutiver Masterstudiengang Information Management und Consulting (M.Sc.) an der Hochschule Ludwigshafen angeboten. Abgerufen am 19. März 2016. Auch an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) gibt es einen Studiengang für IT-Consulting, hier allerdings bereits auf Bachelor-Ebene.
Daneben existiert seit 2002 auch der zertifizierte IT-Berater im Rahmen der staatlichen IT-Fortbildungsverordnungen. Die sog. „Operative Professionals“ sind in vier unterschiedliche Profile aufgeteilt: Certified IT Systems Manager (Geprüfter IT-Entwickler), Certified IT Business Manager (Geprüfter IT-Projektleiter), Certified IT Business Consultant (Geprüfter IT-Berater) und Certified IT Marketing Manager (Geprüfter IT-Ökonom).
Im Rahmen dieser berufsbegleitenden Ausbildung müssen insgesamt sieben Prüfungen abgelegt und eine Praxisarbeit angefertigt werden, Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist der Nachweis der Qualifikation eines zertifizierten Spezialisten oder einer entsprechenden Qualifikation. Die Prüfungen werden in der Regel bei den örtlichen IHK absolviert.IHK Köln / Weiterbildung
Diese Abschlüsse entsprechen in etwa dem 'Industriemeister' in den gewerblichen und handwerklichen Berufen.
Siehe auch Informatiker Unternehmensberater
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:IT-Beruf Kategorie:Beratung (Dienstleistung)