Die Kroatische Kreuzerbruderschaft (, kurz HKB) war ein im Januar 1959 gegründeter eingetragener Verein von Exilkroaten mit Sitz in Bensberg bei Köln. Leiter des Vereins mit etwa 200 Mitgliedern war der katholische Priester Rafael Medić (1914–1973), der ehemalige Hauskaplan des Ustascha-Führers Ante Pavelić (1889–1959).
Nach ihrer Satzung verfolgte sie den Zweck, als katholische Flüchtlingsorganisation den kroatischen Flüchtlingen in der Bundesrepublik behilflich zu sein, was ihre wirtschaftlichen und kulturellen Probleme sowie ihre Existenz in diesem Lande betrifft.Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht 1965, S. 266 f.: Völkerrechtliche Praxis der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1963. Abgerufen am 30. September 2017.
Tatsächlich aber war sie eine rechtsextremistische Organisation. Ihr gehörten 23 Teilnehmer eines Sprengstoffanschlages an, der am 29. November 1962 auf das Gebäude der Jugoslawischen Abteilung der Schwedischen BotschaftZu dieser Zeit gab es keine diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. im Bad Godesberger Ortsteil Mehlem verübt wurde; dabei wurde der Hausmeister tödlich verletzt. Nach Darstellung des Nachrichtenmagazins Spiegel stand der Verein wie auch vergleichbare Organisationen in einer Kontinuität zu kroatischen Kollaborateuren des Deutschen Reiches während der Zerschlagung und Besetzung Jugoslawiens im Zweiten Weltkrieg.Der Spiegel 18/1963: Kroaten. Bombe und Kreuz. Abgerufen am 30. September 2017.
Aufgrund des Anschlags verbot der Kölner Regierungspräsident den Verein am 13. März 1963 nach Art. 9 Abs. 2 Grundgesetz in Verbindung mit dem Vereinsrecht: Die Tätigkeit verstoße gegen die Strafgesetze und gegen den Gedanken der Völkerverständigung. Ein Emigrant habe gegenüber dem Zufluchtsstaat kein Recht auf exilpolitische Betätigung. Der Zufluchtsstaat müsse dagegen jede Propaganda unterdrücken, die auf die Vorbereitung gewaltsamer Anschläge gerichtet sei.
Medić wurde am 30. September 1965 aus der Haft entlassen.
Siehe auch Liste der gegen das sozialistische Jugoslawien gerichteten Exilorganisationen
Literatur
Einzelnachweise
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