Das Altpreußische Kürassier-Regiment Nr.8 wurde 1690 formiert und 1806 aufgelöst. Es nahm an zahlreichen Feldzügen teil und hatte mit Friedrich Wilhelm von Seydlitz einen der bedeutendsten preußischen Kavallerieführer zum Chef.
Formation Im Jahr 1690 warb der Obrist Freiherr Kaspar Friedrich von Lethmate zwei Kompanien zur Verstärkung des Regiments Kurprinz. Stattdessen errichtete man aus diesen Kompanien sowie zwei Mecklenburgische Kompanien Reiter sowie zwei Kompanie bayreuthische Reiter, ein Regiment unter dem Kommando des Markgrafen Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth.
Im Jahr 1718 wurden vier Kompanien des Regiments von Heyden einverleibt. Damit kam das Regiment auf 10 Kompanien (5 Eskadrons).
Auflösung Nach der preußischen Niederlage in der Schlacht bei Jena und Auerstedt mussten die Reste des Regiments am 29. Oktober 1806 bei Pasewalk kapitulieren. Das Depot des Regiments geriet bei der Kapitulation von Schweidnitz am 16. Februar 1807 in Gefangenschaft. Bei Pasewalk war aber ein Detachement entkommen und bis nach Preußen gelangt. Dort wurde er zusammen mit den Resten des Dragoner-Regiments Nr.2, in das provisorische Eskadron Reisewitz zusammengefasst. Dieses war während des Feldzuges in Preußen (Ende Mai 1807), dass 6. Eskadron des Kürassier-Regiments Nr.4 (Wagenfeld) und wurde diesem durch Kabinettsorder vom 16. Oktober 1807 endgültig einverleibt.
Standarten und Pauken Während des Siebenjährigen Krieges hatte das Regiment keine Standarte verloren. Die 1806 geführten Standarten waren in der Festung Erfurt eingelagert und wurden vor der Kapitulation von Erfurt zerstört. Die dem Regiment vom Kaiser Josef geschenkten silbernen Pauken und Paukenfahnen gingen bei der Kapitulation von Schweidnitz 1807 verloren.
Feldzüge Das Regiment nahm an den folgenden Feldzügen und Kriegen teil: Großer Türkenkrieg Spanischer Erbfolgekrieg Erster Schlesischer Krieg Zweiter Schlesischer Krieg Siebenjähriger Krieg Bayerischer Erbfolgekrieg Vierter Koalitionskrieg
Großer Türkenkrieg 1691 Schlacht bei Slankamen: Tot: 1 Offizier, 5 Unteroffiziere, 61 Mann Verwundet:4 Offiziere, 1 Unteroffizier, 59 Mann sowie 104 Pferde 1693 Belagerung von Groß Wardein, Belagerung von Belgrad 1695 Schlacht bei Peterwardein 1696 Schlacht bei Temeswar 1697 Schlacht bei Zenta
Spanischer Erbfolgekrieg 1702 Belagerung von Kaiserswerth, Belagerung von Venloo, Belagerung von Roermonde 1703 Belagerung von Geldern 1704 Schlacht bei Höchstädt: Das Regiment erobert eine Standarte
Erster Schlesischer Krieg 1742 Schlacht bei Chotusitz
Zweiter Schlesischer Krieg 1744 Belagerung von Prag 1745 Gefechte in Oberschlesien, Gefecht bei Neustadt 1745 Schlacht bei Hohenfriedberg: Tot: 6 Offizier, 4 Unteroffiziere, 80 Mann 1745 Schlacht bei Soor: Zusammen mit dem Kürassier-Regiment Nr.9 greift es die Infanterie-Regimenter Nr.17 (Kollowrat) und Nr.40 (Damnitz) an. Diese werden gefangen genommen und dazu 8 Fahnen erobert. Tot: 2 Offizier, 1 Unteroffiziere, 19 Mann 1745 Schlacht bei Katholisch-Hernnersdorf: es wird eine Standarte und 1 Paar Pauken des Kürassier-Regiments Dalwitz sowie 3 Fahnen des Regiments Sachsen-Gotha Orden 1745 Pour le Mérite für Oberst Johann Carl Friedrich zu Carolath-Beuthen für Hohenfriedberg
Siebenjähriger Krieg 1756 Schlacht bei Lobositz: Tot: 1 Offizier, 3 Unteroffiziere, 42 Mann, Verwundet: 5 Offizier, 19 Unteroffiziere, 73 Mann, 3 Unteroffizier und 15 Mann vermisst 1757 Schlacht bei Prag, Schlacht bei Kolin 1757 Schlacht bei Roßbach: mit Seydlitz sprengt es die Kavallerie, es erobert 2 Fahnen, 5 Standarten sowie mehrere Kanonen 1757 Schlacht bei Leuthen 1757 Belagerung von Breslau, Belagerung von Schweidnitz 1758 Belagerung von Olmütz 1758 Schlacht bei Zorndorf: nach der Niederlage der Infanterie, stürzte sich Seydlitz zuerst auf den rechten russischen Flügel, zusammen mit den Kürassier-Regimentern 5, 10, 13 und den Dragoner-Regimenter 1,3,7 brachte er die feindliche Infanterie zum Stehen, 4 Karrees wurde vernichtet, 37 Geschütze, 6 Fahnen und 1 Standarte erobert. Tot: 3 Offiziere, 54 Mann, Verwundet: 5 Offizier, 5 Unteroffiziere, 87 Mann, 1 Offizier vermisst 1758 Schlacht bei Hochkirch 1759 Gefechte in Sachsen, Gefecht bei Hoyerswerda 1760 Belagerung von Dresden 1760 Schlacht bei Liegnitz:Das Regiment kämpft mit den Infanterie-Regiments Nr.1 (Kaiser Toskana), Nr.24 (Emanuel Stahremberg), Nr.35 (Karl August Waldeck); dabei werden 5 Bataillone gefangen genommen, 6 Fahnen und 11 Kanonen erobert; Tot: 5 Offiziere, 9 Unteroffiziere, 97 Mann 1760 Schlacht bei Torgau 1761 Gefecht bei Langensalza, Streifzug nach Schwarzburg-Rudolstadt, Lager von Bunzelwitz, Wahlstadt 1762 Gefecht bei Burkersdorf und Leutmansdorf, Schlacht bei Reichenbach, Belagerung von Schweidnitz
Orden 1757 Pour le Mérite für Oberst Friedrich Wilhelm von Seydlitz für Kolin 1757 Schwarzer Adlerorden für Oberst von Seydlitz für Roßbach 1758 Pour le Mérite für Oberst Levin Gideon Friedrich von Apenburg für Zorndorf 1761 Pour le Mérite für Oberst Friedrich Wilhelm Lölhöffel von Löwensprung für Langensalza
Bayerischer Erbfolgekrieg 1778/79 bei der Armee des Königs
Vierter Koalitionskrieg 1806 Schlacht bei Auerstedt, Gefecht bei Boldekow (24 Mann gefangen)
Literatur Alt, Das preußische stehende Heer, Band 2, S. 73ff.
Kategorie:Kavallerieverband (Preußen) Kategorie:Militärischer Verband in den Koalitionskriegen Kategorie:Gegründet 1690 Kategorie:Aufgelöst 1806