mini|hochkant=1.4|Schönheide mit dem Alten Friedhof im Vordergrund mini|hochkant=1.4|Der Friedhof während der Umgestaltung 2017 Der Alte Friedhof ist ein früherer Friedhof der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Schönheide im Erzgebirge, auf dem von 1839 bis 1995 Bestattungen vorgenommen wurden.

Kulturdenkmal Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen stuft den Alten Friedhof mit der früheren Friedhofskapelle, drei Mausoleen, zwei Grabanlagen und einem Grabstein von 1705 als Kulturdenkmal ein. Das Landesamt beschreibt den Friedhof und seine einzelnen Objekte: Alter Friedhof Schönheide (Sachgesamtheit), Anschrift: Schönheide Rathausberg – Kurzcharakteristik: Obj. 09305958 Sachgesamtheit Alter Friedhof Schönheide, mit folgenden Einzeldenkmalen: Friedhofskapelle (mit Ausstattung, unter anderem drei Farbglasfenster sowie Grabstein Susanna Wolf), Grufthaus der Familie von Querfurth (mit Jesusstatue, Vorplatz mit fünf Einzelgräbern, Einfriedungsmauer und Metalltor), Grufthaus der Familie Flemming, Grufthaus der Familie Oschatz sowie Grabmale der Familien Lenk und Tuchscherer (siehe Einzeldenkmalliste – Obj. 08957043, gleiche Anschrift), dazu die gärtnerisch gestaltete Friedhofsanlage (Gartendenkmal). Gartendenkmal ist nicht überarbeitet. Obj. 08957043 Kurzcharakteristik: Einzeldenkmale der Sachgesamtheit Alter Friedhof Schönheide: Friedhofskapelle (mit Ausstattung, unter anderem drei Farbglasfenster sowie Grabstein Susanna Wolf), Grufthaus der Familie von Querfurth (mit Jesusstatue, Vorplatz mit fünf Einzelgräbern, Einfriedungsmauer und Metalltor), Grufthaus der Familie Flemming, Grufthaus der Familie Oschatz sowie Grabmale der Familien Lenk und Tuchscherer (siehe auch Sachgesamtheitsliste – Obj. 09305958, gleiche Anschrift); Kapelle Putzbau mit Dachreiter, im Reformstil, ortshistorische und baugeschichtliche sowie künstlerische Bedeutung.Denkmalliste des Sächsischen Landesamts für Denkmalpflege Beschreibung nicht direkt aufrufbar. Benutzerhinweis schließen. In das Suchfeld „Schönheide [OT]“ eingeben. Es öffnet sich Liste von Schönheider Kulturdenkmalen. „Schönheide. Schönheide [OT], Rathausberg“ anklicken und die beiden zum Friedhof gehörenden Nummern in blauer Farbe anklicken.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmale in Schönheide.

Eine Übersicht und zahlreiche Fotos vom alten Friedhof, seine Bauten und Grabmale – auch vom Inneren einzelner Mausoleen – finden sich auf der Webseite „Denkmalschutz Schönheide“ (s. Weblinks).

Lage Der Friedhof liegt etwa in der Mitte des Dorfes am nördlichen Hang des Berges Knock. Zu ihm führen die Straßen Rathausberg (früher Friedhofsweg genannt), Straße der Einheit und Lindenstraße. Südlich der Straße der Einheit beginnt unmittelbar auf der anderen Straßenseite das Teilgebiet 7 „Schädlichsberg“ des Natura-2000-Gebietes Bergwiesen um Schönheide und Stützengrün.Karte von FFH-Flächen und Naturschutzgebiet beim Kartendienst des Bundesamts für Naturschutz. Karten sind nicht direkt anklickbar: Neben dem Suchfeld auf das Zahnrad klicken, dann FFH-Gebiete anklicken und ins Suchfeld eintragen Bergwiesen um Schönheide und Stützengrün, abgerufen am 24. August 2018

Geschichte mini|Erster und Alter Friedhof in einer Landkarte des 19. Jahrhunderts Der erste Friedhof Schönheides, dieser von 1537 an besiedelten und 1549 gegründeten Gemeinde,Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide. Schönheide o. J. (1909), S. 177. (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) lag auf der südlichen Seite des Dorfbaches schräg gegenüber der Martin-Luther-Kirche auf dem Gelände des heutigen Marktplatzes und des Standortes des Rathauses von 1882.Sächsische Äquidistantenkarte im Maßstab 1: 25.000 von 1876 (Link zur Karte in der Universitätsbibliothek Dresden) Volkmar Hartenstein beschreibt seine Lage in der Neuen Sächsischen Kirchengalerie: Der alte Friedhof lag am Bach gegenüber der Kirche und nahm das Terrain des gegenwärtigen Rathauses mit Zubehör und eines Teiles des Marktplatzes ein.Pfarrer Volkmar Hartenstein: Die Parochie Schönheide, in Neue Sächsische Kirchengalerie, Leipzig 1902, Sp. 557 Digitalisat in der Universitätsbibliothek Dresden Wann er errichtet wurde und wann die ersten Verstorbenen bestattet wurden, ist nicht bekannt. Eine Friedhofskapelle soll 1559 gebaut worden sein.Über uns auf der Webseite der Kirchgemeinde, Abruf am 6. September 2022

Der vom 10. Januar 1839 anErnst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide. Schönheide o. J. (1909), S. 101. (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) für Bestattungen genutzte Alte Friedhof ist vermutlich aus Platzgründen neu angelegt worden, nachdem die Bevölkerung des Dorfes stark angewachsen war. Die Fläche wurde 1883 nach Südwesten erweitert.Vergleich zwischen der Sächsischen Äquidistantenkarte von 1876 (Link zur Karte in der Universitätsbibliothek Dresden) und der von 1905 (Link zur Karte in der Universitätsbibliothek Dresden) Auf dem Friedhof wurden auch Verstorbene bestattet, die nicht der Kirchgemeinde angehörten, sondern anderen Religionsgemeinschaften anhingen oder konfessionslos waren. Nach der Anlage eines kommunalen Friedhofs der Gemeinde Schönheide, auf dem von 1996 an Bestattungen vorgenommen wurden, gab es auf dem Alten Friedhof keine mehr. Nach der üblichen Ruhezeit von 20 Jahren entfernten die Rechteinhaber jeweils die Grabsteine und sonstigen oberirdischen Grabteile.

Umwandlung in einen Park mini|Luthereiche, gepflanzt am 31. Oktober 2017, im Hintergrund die Martin-Luther-Kirche Nach der Entfernung der letzten Grabsteine der auf 20 Jahre belegten Gräber im Jahr 2015 begann die Kirchgemeinde unter Federführung des Mitglieds im Kirchenvorstand Christian Leistner, den Alten Friedhof in einen Park umzugestalten. Dies war mit der Erneuerung der Zäune, Umgestaltung der Wege und sonstigen Oberflächen sowie der Entfernung von überalterten Bäumen verbunden. Auch der parkartige ehemalige Friedhof ist ein Kulturdenkmal in der Form eines Gartendenkmals.

Die Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Schönheide entwidmete den Friedhof mit Wirkung vom 1. Mai 2017.Schönheider Wochenblatt. Nr. 29 bis 31/2017, 21. Juli 2017, S. 6.

Baumpflanzung zu Reformationsjubiläen

Baumpflanzung zum Reformationsjubiläum 2017 Zum fünfhundertjährigen Jubiläum der Reformation wurde am 31. Oktober 2017 ein „Luther-Baum“, eine Eiche, gepflanzt.Martin-Luther-Bote, Martin-Luther-Kirchgemeinde Schönheide, Ausgabe Oktober 2017, S. 5 Neben dem Baum steht ein Granitstein, der eine Platte aus Eisenguss mit der Inschrift

trägt. Diese neue Schriftplatte wiederholt mit Ausnahme des Jahres der Pflanzung den Text, wie er bei der im Jahr 1917 auf dem Gustav-Haupt-Platz gepflanzten Luther-Eiche auf der inzwischen verlorenen gegangenen Tafel stand.Schönheider Wochenblatt Nr. 44/17 vom 3. November 2017, S. 1f.

Baumpflanzung zum Reformationsjubiläum 1917

Schon 1917 hatte die Kirchgemeinde aus Anlass des vierhundertjährigen Reformations-Jubiläums eine Luthereiche auf dem Gustav-Haupt-Platz neben der heute Geschwister-Scholl-Schule genannten Schule gepflanzt und den Baum mit einer von der Eisengießerei von Querfurth in Schönheiderhammer gegossenen Eisentafel versehen: „Luther-Eiche. Gottes Wort und Luthers Lehr vergehen nie und nimmer mehr. 1517–1917“.Heimatgrüße. Unsern lieben Feldgrauen und Meerblauen gewidmet von ihren Heimatgemeinden Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide. Monatliche Nachrichten aus der Heimat. Blatt 24. Novembernummer 1917, S. 188 Digitalisat in der Staatsbibliothek Berlin Diese Schriftplatte ist den Wirren der Zeit zum Opfer gefallen und verloren gegangen. Sie wurde im November 2017 mit demselben Text wie im Jahr 1917 als Replik an einem Stein am Fuß des Baumes angebracht.Schönheider Wochenblatt Nr. 48/17 vom 1. Dezember 2017, S. 1 Eine Eisengießerei in Oberschönheide spendete beide Tafeln.

Friedhofskapelle mini|Friedhofskapelle von 1909 mini|Geplant für die Friedhofskapelle? Glocke von 1559 in der Turmspitze der Kirche (Foto von 1907) Die Friedhofskapelle mit einem von außen zugänglichen Totenraum liegt an der Straße Rathausberg am Rand des Friedhofs. Für die Kapelle wurde 1909 der Grundstein gelegt,Schönheider Wochenblatt. 26. Mai 1909. und sie wurde am 30. Januar 1910 eingeweiht. Die Pläne entwarf der Dresdner Architekt Oskar Menzel,Moderne Bauformen, Monatshefte für Architektur und Raumkunst, Herausgeber Paul Klopfer, Julius-Hoffmann-Verlag Stuttgart, Heft 6 des Jahrgangs 1910, S. 218 bis S. 221 (mit fünf Fotos und der Reproduktion einer Farbzeichnung) der schon 1902/03 den Umbau der Martin-Luther-Kirche in Schönheide gestaltet hatte. Auf dem Dach der Kapelle sitzt ein mit Schiefer beschlagener Dachreiter, den eine vergoldete Kugel mit einem vergoldeten Kreuz krönt. Ihn zieren nach mehreren Seiten in hellerem Material gehaltene Kreuze. Er hat Schallöffnungen, obwohl in diesem Dachreiter nie Glocken hingen. Angesichts dessen gab es wahrscheinlich Pläne für Glocken, die aber wahrscheinlich wegen des Ersten Weltkriegs und der anschließenden Inflationszeit nicht realisiert wurden. Vielleicht gab es Überlegungen, die zur Zeit der Erbauung der Friedhofskapelle in der Turmspitze der Schönheider Kirche hängende Glocke aus dem Jahr 1559 zur Friedhofskapelle zu bringen. Durch die in Sichtweite liegende Martin-Luther-Kirche konnte auf Glocken verzichtet werden. Bei Beerdigungen gab der Pfarrer beim Verlassen der Friedhofskapelle durch das Lüften seines Baretts dem Küster ein Zeichen zum Läuten der Kirchenglocke(n), wenn der Trauerzug die Kapelle verließ, um zum Grab zu schreiten. Dies erklärt auch, weswegen bis zum Ende der Belegung dieses Friedhofs keine Glocken für die Friedhofskapelle beschafft wurden.

Die Friedhofskapelle wurde „eine Zeit lang“ als katholisches Gotteshaus genutzt.Hans-Christian Moosdorf: Was du ererbst von deinen Vätern.... In: Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Schönheide (Hrsg.): Martin-Luther-Bote, Heft 9/2018, S. 7

Das Landesamt für Denkmalpflege stuft die Friedhofskapelle als Kulturdenkmal ein mit diesen Angaben: „im Reformstil, innen drei bemerkenswerte Farbglasfenster, Kirche mit orts- und baugeschichtlicher sowie künstlerischer Bedeutung“. Die beiden großen Glasfenster haben die Auferstehung Jesu und das Jüngste Gericht zum Thema. Ein Kruzifix für den Altar, eine Arbeit des Dresdner Bildhauers Arthur Lange wurde vom Sächsischen Innenministerium aus dem Sächsischen Kunstfonds gestiftet.Schönheider Wochenblatt. 18. November 1912. Dieses Kruzifix wurde zusammen mit zwei Kerzenleuchtern zum Motiv einer weit verbreiteten Ansichtskarte. Die Datierung der Friedhofskapelle durch das Landesamt für Denkmalschutz mit „1908 (Kirche)“ ist nicht zutreffend. Dies gilt auch für dessen Angabe zum Friedhof mit „um 1905 (Friedhof)“. Die elektrischen Beleuchtungskörper der Kapelle aus der Entstehungszeit wurden in den 1960er Jahren durch einfache Milchglasröhren ersetzt.