Die Eifelpraxis ist eine deutsche Arztserie, die seit 2016 im Auftrag der ARD-Degeto durch die UFA-Fiction für Das Erste produziert wird. Die Folgen haben eine Länge von ca. 90 Minuten und werden im Rahmen der Reihe Endlich Freitag im Ersten ausgestrahlt.

Simon Schwarz übernimmt als Monschauer Hausarzt Dr. Chris Wegner die männliche Hauptrolle. Die weibliche Hauptfigur verkörperte bis zur Folge 9 Rebecca Immanuel und seit der Folge 10 Jessica Ginkel, die beide eine alleinerziehende Gemeindeschwester (Versorgungsassistentin) darstellen.

Das Besondere an dieser gemeinhin in die Kategorie der Arztserien eingeordnete Filmreihe ist, dass nicht ein Arzt oder eine Krankenhausbelegschaft im Mittelpunkt der Handlung stehen, sondern eine kleine Landarztpraxis mit einer ambulanten Krankenschwester. Die persönlichen Schicksale der anderen Figuren, auch das Schicksal des im Rollstuhl sitzenden Landarztes und Chefs der Schwester, gruppieren sich um den Alltag und die Lebenssituation der weiblichen Hauptfigur. Zudem lässt sich die Filmreihe in die Serien mit starkem Regionalbezug einordnen. Der Handlungsort, Monschau, wird oft erwähnt und ins Bild gesetzt, anfangs auch als Gegenpol zum Herkunftsort der Gemeindeschwester, Berlin, das jedoch nie bildlich, sondern nur als biografischer Bezugspunkt eine Rolle spielt.

Handlung

mini|Baudenkmal Villa Perlis in Sacrow – Kulisse der Eifelpraxis bis Folge 5

Folge 1 – Erste Hilfe aus Berlin Da die Krankenschwester Vera Mundt (Rebecca Immanuel) in Berlin keine feste Anstellung in ihrem erlernten Beruf findet, wagt sie einen Neuanfang und zieht gemeinsam mit ihren beiden Kindern, Sohn Paul (Tom Böttcher) und Tochter Mia (Mascha Schrader), in die Eifel. Dort trifft sie auf Dr. Chris Wegner (Simon Schwarz), ihren (seit einem Unfall im Rollstuhl sitzenden) neuen Chef, in dessen Arztpraxis sie eine Stelle als Versorgungsassistentin annimmt. Schon am ersten Arbeitstag wird sie gefordert, denn eine lange Liste von Hausbesuchen will abgearbeitet werden. Vera nimmt sich für ihre Patienten ausgiebig Zeit, was prompt zu ersten Problemen mit Dr. Wegner führt. Dennoch lässt sich Vera nicht verbiegen. Sie merkt beispielsweise, dass an der Unfallgeschichte von Patient Hannes Limburg (Max Herbrechter), einem seltsam niedergeschlagen wirkenden Bankdirektor, etwas nicht stimmt, und geht der Sache nach. Auch Diabetespatient Lutz Kirberg (Felix von Manteuffel), ein starrsinniger, pensionierter Amtsrichter, bereitet Vera Kopfschmerzen. Er verdächtigt sowohl Vera und Tochter Mia als auch seine polnische Haushaltshilfe Danuta Masik (Karolina Lodyga), ein sehr teures Buch aus seinem Besitz gestohlen zu haben. Vera begreift bald, wer und was wirklich hinter dem Diebstahl steckt, und kann somit insbesondere Danuta entlasten. Mit ihr freundet sich Vera schnell an und beide werden die besten Freundinnen. Privat geht der Umzug in die Eifel für die alleinerziehende Mutter erwartungsgemäß nicht reibungslos über die Bühne. Während sich Tochter Mia recht schnell mit der neuen Situation arrangiert, gibt es permanent Zoff mit Sohn Paul. Er kann und will sich nicht mit einem zukünftigen Leben in der Provinz abfinden. Er bleibt weiterhin in engem Kontakt mit seinen ehemaligen Berliner Freunden und vermisst sein gewohntes Umfeld im Berliner Bezirk Kreuzberg. Zu spüren bekommt dies neben Vera insbesondere seine Schwester Mia, an der Paul seinen Frust auslässt. Bis der Familienfrieden wieder einigermaßen hergestellt ist, hat Vera in dieser Pilotfolge einiges zu tun. (Gaststars dieser Folge: Sarah Mahita als Charly Ortmann, Olga von Luckwald als Anita Garibaldi, Tom Keune als Volker Böhl, Anna Böttcher als Sybille Rautenberg, Karin Giegerich als Greta Liebig, Sebastian Griegel als Finn Limburg, Tijan Marei als Rosalie Ortmann, Timon Ballenberger als Bruno, Rosalies Freund, Kurt Ipekkaya als Lucas, Pauls Freund, Matthias Ziesing als Arzt, Anne Kanis als Clara, Chris’ Freundin, Claudia Matschulla als Bäckereifachverkäuferin, Isabelle Höpfner als Seminarleiterin)

Folge 2 – Eine Dosis Leben Vera hat sich inzwischen in der Eifel gut eingelebt und auch Paul kann nun schon besser mit der Situation umgehen. Ihren Job hat Vera ebenfalls fest im Griff und bewältigt täglich viele Hausbesuche, um ihre Patienten gut zu betreuen. Patient Max Bogner (Leonard Proxauf) stellt dabei für sie aber eine harte Nuss dar. Max war früher ein ehrgeiziger Sportler und hatte eine hübsche Freundin. Nun sitzt der 20-Jährige seit einem Autounfall, bei dem er beide Eltern verloren hat, im Rollstuhl und hat sich völlig von seiner Umwelt isoliert. Vera weiß nicht, wie sie zu ihm vordringen soll. Dr. Wegner, selbst querschnittsgelähmt, will es auf die harte Tour bei Max angehen, da er selbst jedes Mitleid von anderen ablehnt. Vera aber vermutet, dass die Ursache für seine Lethargie und seinen Selbsthass viel tiefer sitzt, und versucht, wie immer, mit Verständnis und Empathie, aber auch mit ihrer „speziellen“ Herangehensweise das Eis zu brechen. Es braucht lange Zeit, bis Max sich ihr endlich öffnet. In einer schwierigen seelischen Phase befindet sich auch die Frau des Schuldirektors. Jedoch ist Vera überzeugt davon, dass die Probleme der 45-jährigen Beatrice Ortmann (Tanja Wedhorn) schlicht in den Wechseljahren begründet sind. Dennoch ist hier Vorsicht für Vera geboten, denn sie spürt, dass Leon Ortmann (Janek Rieke) inzwischen auch ein Auge auf sie selbst geworfen hat. Probleme hat in dieser Folge aber auch Veras beste Freundin Danuta. Sie verliert ihren Job; möchte deshalb umgehend der Eifel den Rücken zukehren und wieder zurück zu ihrer Familie nach Polen. Vera gelingt es, sie umzustimmen; sie besorgt ihr eine neue Anstellung bei Familie Böhl, wo sie von Polizist Volker Böhl (Tom Keune) sehr herzlich aufgenommen wird. Seine ruppige Mutter Martha Böhl (Marie Anne Fliegel), die Danuta ab jetzt entlasten soll, ist von dem Neuzugang im Hause Böhl nicht sonderlich begeistert und macht Danuta das Leben etwas schwer. Mit dem sportlichen Dr. Henning Maurer (Ralph Herforth), der Vera mehrfach zufällig in Monschau über den Weg läuft, kommt endlich Bewegung in Veras private Gefühlswelt. (weitere Gaststars dieser Folge: Dagmar Sachse als Marianne Rabsal, Johanna Ingelfinger als Jasmina, Ludwig Simon als Felix)

Folge 3 – Väter und Söhne Vera ist erstaunt, dass Tochter Mia plötzlich nicht mehr in die Schule gehen möchte und deswegen sogar eine Krankheit vortäuscht. Als Vera später entdeckt, dass Mia sogar heimlich Vogelbeeren isst, um wirklich krank zu werden, ist sie mehr als beunruhigt. Bald stellt sich heraus, dass Mia in der Schule von zwei älteren Schülern gemobbt wird. Ihr Bruder Paul kann bei einem dieser Vorfälle gerade noch das Schlimmste verhindern. Vera ist deshalb völlig außer sich und zwingt Schuldirektor Ortmann zum Handeln. Felix Leitner, der beste Freund von Paul, übernachtet öfter mal bei den Mundts. Beim gemeinsamen Frühstück bekommt er plötzlich Nasenbluten. Nach umfangreichen Untersuchungen steht fest: Felix leidet an aplastischer Anämie und braucht dringend eine Knochenmarkspende. Bei der Suche nach einem passenden Spender stellt sich heraus, dass Klaus Leitner (Kai Scheve) aber eigentlich nur sein Stiefvater ist. Der echte Vater, Jakob Klier (Dirk Borchardt), kann zwar schnell aufgespürt werden, wusste aber bislang nichts von seiner Vaterschaft. Auch die Knochenmarkspende gestaltet sich wegen seiner Alkoholkrankheit schwierig. Felix, der seinem leiblichen Vater inzwischen, nicht zuletzt auch wegen dessen Knochenmarksspende, sehr zugewandt ist, möchte gern eine Zeit lang bei Jakob wohnen. Damit ist seine Mutter Claudia (Deborah Kaufmann) allerdings überhaupt nicht einverstanden und arbeitet dagegen. Im Zusammenhang mit der Krankengeschichte von Felix erkennt Vera, dass zwischen dem behandelnden Arzt im Krankenhaus, Dr. Henning Maurer, und Dr. Wegner eine merkwürdige Rivalität herrscht. Dass Dr. Maurer inzwischen auch ein Auge auf Vera geworfen hat, verschärft die Situation zusätzlich. Zu dumm, dass auch noch Veras Exmann Michael (Jan Sosniok) völlig unangekündigt in der Eifel auftaucht. Er will insbesondere sein Verhältnis zu Paul wieder verbessern und bietet ihm an, in einer eigenen Einliegerwohnung in Berlin, bei ihm wohnen zu können. Paul ist nach einem Streit mit seiner Mutter plötzlich nicht mehr abgeneigt, was Vera total aus der Bahn wirft. Als Dr. Wegner davon zufällig etwas mitbekommt, redet er Paul ins Gewissen. Diesem wird schnell klar, wie wichtig er für Vera und insbesondere auch für Mia ist. Er zeigt wahre Größe und gibt seinem Vater eine deutliche Abfuhr.

Folge 4 – Eine Frage des Muts Bei einem Gespräch mit Danuta wird Vera Zeugin, wie Hanna Reinhardt (Jytte-Merle Böhrnsen), eine Rangerin vom Nationalpark Eifel, gegen eine Straßenlampe läuft und sich dadurch eine Platzwunde an Kopf zuzieht. In der Praxis von Dr. Wegner stellt sich heraus, dass sie sich in den letzten zwei Monaten schon weitere Verletzungen dieser Art zugezogen hat und seit der Kindheit auf einem Auge erblindet ist. Hanna spielt das herunter und lässt auch den Termin für eine augenärztliche Untersuchung verfallen. Vera will unbedingt herausbekommen, was wirklich mit der Rangerin los ist, und vernachlässigt dafür ihre anderen Patienten. So bleibt beispielsweise der Sturz der alleinstehenden Rentnerin Gertrud Leinen (Margot Nagel) unbemerkt, so dass diese stundenlang hilflos auf dem Boden liegend auf Hilfe warten muss. Das zwingt Dr. Wegner, der schon häufig mit Vera wegen ihrer Alleingänge aneinandergeraten ist, zum Handeln: Entweder Vera hält sich an seine Vorgaben, oder er entlässt sie. Vera ist zwar einsichtig, möchte aber an ihrem Selbstverständnis als engagierte Versorgungsassistentin festhalten, auch wenn es sie möglicherweise ihren Job kostet. Glücklicherweise taucht Daniel Morel (Aleksandar Radenkovic), ein alter Bekannter von Vera aus Berlin, in der Praxis von Dr. Wegner auf und kann sie in dieser Situation unterstützen. Daniel ist für Vera sehr wichtig. Als ihre Mutter vor 18 Jahren starb, war er als Zivildienstleistender auf dem Rettungswagen. Er blieb auch in den letzten Stunden an ihrer Seite am Sterbebett. Da Vera keinen Kontakt mehr zur Mutter hatte und erst später von deren Tod erfahren hat, ist sie Daniel unendlich dankbar dafür. Vera überredet ihn, vorerst bei den Mundts zu wohnen, bis er in der Eifel etwas Eigenes gefunden hat. Damit ist Paul überhaupt nicht einverstanden. Seine Freundin Charly vermutet, dass er sich durch Daniel in seinem „Revier“ bedroht sieht, und konfrontiert ihn mehrmals damit. Paul hat indes ein Auge auf ihre Schwester Rosalie geworfen und flirtet mit ihr. Das führt zu Spannungen mit deren Freund Bruno, aber auch mit Charly, die eigentlich schon vom ersten Tag an in Paul verliebt ist. Auch Vera bekommt das zu spüren und hat nicht zuletzt deshalb keinen Nerv, den Avancen von Dr. Maurer nachzugeben. Für Rangerin Hanna wird es unterdessen ernst, denn sie droht nun auch auf dem zweiten Auge infolge einer Fuchsbandwurminfektion zu erblinden. (Ab dieser Folge wird der Krankenhausarzt Dr. Henning Maurer nicht mehr von Ralph Herforth, sondern von René Steinke verkörpert.)

Folge 5 – Gebrochene Herzen