Der Unimog 417 ist eine mittelschwere Unimog-Baureihe von Mercedes-Benz. Die Daimler-Benz AG baute ihn als Nachfolger verschiedener mittelschwerer Unimog-Baureihen zwischen 1988 und 1993 im Mercedes-Benz-Werk Gaggenau. Es entstanden insgesamt 2285 Fahrzeuge in 15 Baumustern, bevor er vom Unimog 418, der letzten mittelschweren Baureihe, abgelöst wurde. Es gab den 417 nur mit geschlossenem Ganzstahlfahrerhaus und mit zwei verschiedenen Radständen.

Der Unimog 417 unterscheidet sich zum gleichzeitig erschienenen leichteren Unimog 407 u. a. durch die Scheinwerfer, die beim 417 in der Stoßstange integriert sind, durch größere Bodenfreiheit und durch stärkere Motoren.

Geschichte

Der ursprünglich nur als kleiner Traktor und Geräteträger konzipierte Unimog wurde ab Mitte der 1960er-Jahre durch die mittlere Baureihe ergänzt, die viele ähnliche Modelle umfasste. Hinzu kam ab Mitte der 1970er-Jahre die schwere Baureihe sowie der MB-trac. Dieses anfangs sehr erfolgreiche Unimogprogramm wurde lange Zeit beibehalten, doch zeichnete sich gegen Ende der 1980er-Jahre ab, dass nicht mehr die erwarteten Stückzahlen abgesetzt werden konnten. Von ca. 10.000 Fahrzeugen pro Jahr während der 1970er-Jahre sank der Absatz auf nur mehr die Hälfte dessen gegen Ende der 1980er-Jahre, sodass bei Daimler-Benz das „Unimog-Programm 1988“ beschlossen wurde, um durch eine neue Modellpalette den Absatz wieder zu steigern. Im Zuge dieses neuen Modellprogramms wurden alle bisherigen Fahrzeuge sukzessive eingestellt und durch die leichte Baureihe 407, die mittlere Baureihe 417 sowie die beiden schweren Baureihen 427 und 437 ersetzt, der MB-trac wurde im Dezember 1991 ersatzlos eingestellt. Während dieser Zeit wurden die Baureihen gleichzeitig entwickelt und man modernisierte auch das Unimog-Werk in Gaggenau, um den Produktionsprozess zu optimieren und so Kosten einzusparen.

Erste Designstudien des Unimog 417 entstanden 1986. Sie kamen dem späteren Serienfahrzeug sehr nah. Technisch ist der Unimog 417 eine Weiterentwicklung seiner Vorgänger und ein ausgereiftes Fahrzeug. Im April 1988 rollten die ersten Fahrzeuge der Baureihe 417 vom Band in Gaggenau. Zunächst wurde das Baumuster 417.100 gebaut, das als Unimog U 800 verkauft wurde. Mit einem Vierzylindermotor des Typs OM 314 mit einer Leistung von 75 PS (55 kW) ausgestattet, war dieses Fahrzeug für kommunale sowie landwirtschaftliche Betriebe konzipiert. Aufgrund der schwachen Motorisierung war es jedoch kaum gefragt, sodass nur 68 Exemplare verkauft werden konnten. Die leistungsstärkeren Fahrzeuge derselben Baureihe wurden ebenfalls im April 1988 in Serienproduktion genommen, die sich deutlich besser verkauften. Im April 1992 wurde der Unimog 417 von seinem Nachfolger, dem Unimog 418, abgelöst.

Baumuster des Unimog 417 BaumusterModellbezeichnungFahrerhausRadstandLeistungProduktionszahlenAnmerkungen417.000U 1100 Tgeschlossen–62 kW, 81 kW96Triebkopf417.100U 8002380 mm55 kW68417.101U 90062 kW, 81 kW1.331417.10681 kW28417.110U 11502900 mm62 kW, 81 kW143417.111U 1150 L233417.115U 115081 kW11417.116U 1150 L6417.12062, 81, 92 kW126417.200U 8002380 mm62 kW9417.201U 90062 kW, 81 kW28417.210U 11502900 mm74417.211U 1150 L87417.21281 kW, 92 kW6417.220U 1150 L/343400 mm62 kW, 81 kW, 92 kW39

Quellen

Literaturquellen

Carl-Heinz Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. GeraMond, München 2015, ISBN 978-3-86245-026-8, S. 119 ff.

Onlinequellen

Mercedes-Benz Classic Unimog Baureihe 417 Unimog-Community Unimog 417 Technische Daten Unimog 417

Einzelnachweise

Vogler, S. 119 Vogler, S. 120 Vogler, S. 127 Vogler, S. 130 Vogler, S. 134

Weblinks

Kategorie:Unimogbaureihe Kategorie:Lkw-Modell U 417