Der Große Preis von Australien 1998 (offiziell LXIII Qantas Australian Grand Prix) fand am 8. März auf dem Albert Park Circuit in Melbourne statt und war das erste Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1998.
Bericht Hintergrund Bei Williams, Ferrari, McLaren und Stewart änderte sich an den Fahrerpaarungen nichts. Bei Benetton wurde der mittlerweile in den Ruhestand gegangene Gerhard Berger durch Alexander Wurz ersetzt, der in der vorherigen Saison bereits dreimal für Berger eingesprungen war. Jean Alesi verließ ebenso das Team und wurde durch Giancarlo Fisichella ersetzt, der im Vorjahr bei Jordan unter Vertrag gestanden hatte. Bei Sauber wurde Alesi verpflichtet sowie Johnny Herbert für ein weiteres Jahr bestätigt.
Jordan holte mit Damon Hill einen ehemaligen Weltmeister ins Team, der zusammen mit Ralf Schumacher für Punkte sorgen sollte. Arrows ersetzte Hill durch Mika Salo, Pedro Diniz’ Vertrag wurde verlängert und er zum ersten Fahrer befördert.
Tyrrell, nun von British American Tobacco aufgekauft, ging in seine letzte Saison. Der ehemalige Besitzer, Ken Tyrrell, besaß noch Mitspracherecht in seinem ehemaligen Team, zog sich aber nach eigenständigen Entscheidungen (unter anderem wurde Ricardo Rosset statt des konstanteren Jos Verstappen verpflichtet, womit Ken Tyrrell nicht glücklich war) der neuen Besitzer zurück. Der Testfahrer Toranosuke Takagi wurde aufgrund seiner Sponsoren zum Stammfahrer befördert.
Prost behielt Olivier Panis, löste aber Shinji Nakano, welcher wiederum zu Minardi ging und seinen Landsmann Ukyō Katayama ersetzte, durch Jarno Trulli ab, welcher Panis nach seiner schweren Verletzung im Vorjahr bereits vertreten hatte. Minardi holte neben dem Japaner noch Esteban Tuero ins Team.
Als amtierender Weltmeister ging Jacques Villeneuve in die Saison.
Mit Hill (zweimal) und David Coulthard (einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Freitagstraining Die Session fand zum Teil unter starken Regen statt. Michael Schumacher holte sich vor Mika Häkkinen um eine halbe Sekunden die Bestzeit mit 1:33,826 Minuten. Bis auf Tuero, der mit 2:16,609 Minuten ganze 42 Sekunden dahinter lag, waren alle Fahrer innerhalb von fünfeinhalb Sekunden platziert.
Samstagstraining Diesmal holte sich Coulthard die Bestzeit mit 1:30,456 Minuten. Dahinter folgen Villeneuve, Schumacher und Häkkinen. Tuero, der Vortags kaum testen konnte, platzierte sich auf Platz 20 mit fünfeinhalb Sekunden Rückstand. Alle Fahrer waren innerhalb von sechs Sekunden platziert.
Qualifying Häkkinen holte sich mit vier Hundertstel Vorsprung die Pole-Position vor Coulthard, Michael Schumacher und Villeneuve. Alle Fahrer waren innerhalb von fünfeinhalb Sekunden platziert, Tuero konnte sich erneut verbessern und lag am Ende auf Platz 17.
Warm-Up Mit Häkkinen war erneut ein McLaren auf Platz eins, dahinter folgt Coulthard, die Schumacher-Brüder und Hill. Alle Fahrer waren innerhalb von viereinhalb Sekunden platziert. Tuero konnte sich erneut verbessern und lag am Ende auf Platz zwölf mit seinem Minardi, vor Alesi, Wurz und Rubens Barrichello.
Rennen Auf dem Weg zur Startaufstellung brannte der Wagen von Diniz am Heck kurz, konnte das Rennen aber ohne weitere Probleme vorerst aufnehmen. Doch nach nur zwei Runden musste er wegen eines Getriebeschadens aufgeben. Alesi hatte ebenfalls Probleme, da er nicht von seinem Startplatz wegkam, doch bevor der offiziell Letzte der Startaufstellung, Nakano, ihn überholte, konnte er den Gang einlegen und anfahren. Dadurch konnte Alesi seinen zwölften Startplatz behalten.
Die McLaren sowie Michael Schumacher kamen am besten beim Start weg, gefolgt von Villeneuve und Fisichella. Michael Schumacher jagte Coulthard, bis der Ferrari-Motor in Runde sechs den Geist aufgab. Villeneuve, weiterhin verfolgt von Fisichella, erbte Platz drei, welchen er bis zur ersten Boxenstoppserie behielt. In den ersten zwei Runden schieden fünf Wagen aus, darunter Barrichello, Takagi, Diniz und durch einen Unfall Ralf Schumacher sowie Jan Magnussen.
Nach den Boxenstopps fiel Villeneuve hinter seinen Teamkollegen Heinz-Harald Frentzen und hinter Fisichella zurück. Fisichella konnte Frentzen überholen und war vorerst Dritter, musste aber dann wegen Materialversagens aufgeben. In Runde 36 fuhr Häkkinen überraschend erneut in die Box. Auslöser war ein falsch interpretierter Funkspruch, welcher von einer unbekannten Person abgesetzt worden war, wie Ron Dennis in einem Interview im Jahre 2007 erklärte. Dadurch verlor Häkkinen seinen ersten Platz an Coulthard.
Kurz vor dem Ende des Rennens ließ Coulthard Häkkinen vorbei auf Platz eins, was aber nicht auf einer direkten Teamanweisung, sondern auf einer persönlichen Vereinbarung der beiden beruhte. Diese inoffizielle Vereinbarung sah nämlich vor, dass der Fahrer, der als Erster die erste Kurve verließ, das Rennen gewinnen durfte. Häkkinen konnte somit seinen zweiten Karriereerfolg feiern. Dritter wurde Frentzen mit bereits einer Runde Rückstand auf die beiden McLaren. Die restlichen Punkteplatzierungen belegten Eddie Irvine, Villneuve und Herbert.
Häkkinen konnte sich zudem mit 1:31,649 Minuten die schnellste Runde sichern.
Nach dem Rennen legte der Vorsitzende der Australien Grand Prix Corporation, Ron Walker, eine offizielle Beschwerde bei der FIA aufgrund der Verhaltensweise des McLaren-Teams ein.
Die Reihenfolge in der Fahrerwertung entsprach dem Rennergebnis. In der Konstrukteurswertung führte McLaren vor Williams und Ferrari.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Williams FW20 Mecachrome 3.0 V10 2 3 Ferrari F300 Ferrari 3.0 V10 4 5 Benetton B198 Playlife 3.0 V10 6 7 McLaren MP4/13 Mercedes-Benz 3.0 V10 8 9 Jordan 197 Mugen-Honda 3.0 V10 10 11 Prost AP01 Peugeot 3.0 V10 12 14 Sauber C17 Petronas 3.0 V10 15 16 Arrows A19 Arrows 3.0 V10 17 18 Stewart SF2 Ford Zetec-R 3.0 V10 19 20 Tyrrell 026 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 21 22 Minardi M198 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 23
Klassifikation Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 1:30,010 1 2 1:30.053 2 3 1:30.767 3 4 1:30.919 4 5 1:31.384 5 6 1:31.397 6 7 1:31.733 7 8 1:31.767 8 9 1:32.392 9 10 1:32.399 10 11 1:32.726 11 12 1:33.240 12 13 1:33.291 13 14 1:33.383 14 15 1:33.739 15 16 1:33.927 16 17 1:34.646 17 18 1:34.906 18 19 1:35.119 19 20 1:35.140 20 21 1:35.215 21 22 1:35.301 22 107-Prozent-Zeit: 1:36,311 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:30,010 min)
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 58 3 1:31:45,996 1 1:31,649 (38.) 2 58 2 + 0,702 2 1:32,356 (24.) 3 57 1 + 1 Runde 6 1:33,554 (33.) 4 57 1 + 1 Runde 8 1:33,790 (33.) 5 57 1 + 1 Runde 4 1:35,661 (53.) 6 57 1 + 1 Runde 5 1:35,624 (24.) 7 57 2 + 1 Runde 11 1:34,738 (54.) 8 57 2 + 1 Runde 10 1:34,196 (55.) 9 57 1 + 1 Runde 21 1:34,319 (55.) – 43 2 DNF 7 1:34,319 (40.) – 41 1 DNF 12 1:34,878 (28.) – 26 0 DNF 11 1:34,885 (25.) – 25 1 DNF 19 1:38,116 (20.) – 23 1 DNF 16 1:36,032 (18.) – 22 2 DNF 17 1:36,475 (19.) – 8 1 DNF 22 1:39,676 (3.) – 5 0 DNF 3 1:35,774 (3.) – 2 0 DNF 20 1:39,916 (2.) – 1 0 DNF 9 1:50,966 (1.) – 1 0 DNF 18 1:52,353 (1.) – 1 0 DNF 13 1:53,124 (1.) – 0 0 DNF 14 –
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 McLaren-Mercedes 10 2 McLaren-Mercedes 6 3 Williams-Mecachrome 4 4 Ferrari 3 5 Williams-Renault 2 6 Sauber-Petronas 1 7 Benetton-Playlife 0 8 Jordan-Mugen-Honda 0 9 Prost-Peugeot 0 – Benetton-Playlife 0 – Sauber-Petronas 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte – Prost-Peugeot 0 – Tyrrell-Ford 0 – Arrows 0 – Minardi-Ford 0 – Minardi-Ford 0 – Ferrari 0 – Arrows 0 – Jordan-Mugen-Honda 0 – Stewart-Ford 0 – Tyrrell-Ford 0 – Stewart-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 16 2 6 3 3 4 1 5 0 6 0 Pos. Konstrukteur Punkte 7 0 – 0 – 0 – 0 – 0
Einzelnachweise
#1998 Australien Kategorie:Sportveranstaltung in Melbourne Kategorie:Albert Park Circuit