Günther Jontes (* 26. Dezember 1939 in Graz) ist ein österreichischer Volkskundler. Er war von 1983 bis zu seiner Emeritierung außerordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Graz, das früher Institut für Volkskunde genannt wurde.
Wirken Jontes war von 1970 bis 2001 Direktor des Museums der Stadt Leoben und ist seit 1989 Mitglied der Historischen Landeskommission für Steiermark, davon ab 2002 bis 2016 Mitglied des Ständigen Ausschusses.
Das Hauptaugenmerk liegt bei Jontes auf Europäischer Volkskunde und Kulturgeschichte. Seine Forschungsschwerpunkte betreffen Montan- und Funeralkultur, Volkserzählung, Sprachwissenschaft und Sachvolkskunde. Jontes beschäftigte sich auch mit außereuropäischen Kulturen, besonders der Kultur Indiens und der Himalayaländer.
Er veröffentlichte Bücher und wissenschaftliche Arbeiten, besonders zur steirischen Geschichte und Kulturgeschichte. Er ist auch nach seiner Pensionierung wissenschaftlich tätig.
Jontes ist verheiratet mit Lieselotte Jontes (* 1942), einer promovierten Historikerin, die bis zu ihrer Pensionierung Bibliothekarin und Fachreferentin für die Dokumentation des Montanwesens an der Montanuniversität Leoben gewesen ist.
Er ist Mitglied der Akademischen Burschenschaft Allemannia Graz.Gerhard Taus: Leoben in: Studentenkurier. 2/2018, S. 27.
Publikationen (Auswahl) Selbstständige Publikationen 1965: Wörter des Ackerbaues und anderer bäuerlicher Arbeitskreise in der Mundart zwischen Raab und Ilz (mit einem Anhang über die bäuerlichen Bezeichnungen der Jahreszeiten). philosophische Dissertation, Graz 1965. 1972: Leobener Schützenscheiben. 6. Sonderausstellung, Museum der Stadt Leoben, 26. Mai bis 9. Juni 1972, Ausstellungskatalog, Leoben 1972. 1973: Österreichische Bildhauer der Gegenwart. Skulpturen – Graphik. Museum der Stadt Leoben, Ausstellungskatalog, Leoben 1973. 1973: Johann Max Tendler (1811–1870). Handzeichngen und Aquarelle. Sonderausstellung, Museum der Stadt Leoben, 13. bis 31. Oktober 1973, Ausstellungskatalog, Leoben 1973. 1974: 100 Jahre Waasen-Apotheke. Ein Haus und eine Apotheke. Ein Stück Geschichte aus der Bergstadt Leoben. Leoben 1974. 1975: Heinrich Kunnert. Bibliographie der Werke. Selbstverlag Volksbildungswerk für das Burgenland, Eisenstadt 1975. 1977: Vordernberg und Eisenerz im Jahr 1793. Montanistisches aus K. F. Leitners „Vaterländischer Reise von Grätz über Eisenerz nach Steyr“. (= Leobener Grüne Hefte 175). Wien 1977. 1977: Stift Göß. Ein Führer durch Geschichte und Kunst. Leoben 1977. 1978: Switbert Lobisser, 1878–1943. Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag, Museum der Stadt Leoben, 23. Februar bis 12. März 1978, Ausstellungskatalog, Leoben 1978. 1980: Leoben in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1980 (4. Auflage: 1995; ISBN 978-9-028825-11-6). 1982: Fastenzeit und Osterbrauch in den Sakrallandschaften um den Steirischen Erzberg. Habilitation, Graz 1982. 1986: Steirisches Schimpfwortlexikon. Schimpf und Spott in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag Podmenik, Fohnsdorf 1986. 1987: (mit Kurt Woisetschläger): Die ehemalige Jesuiten- und heutige Stadtpfarrkirche St. Xaver zu Leoben. Geschichte und Kunst. Selbstverlag Römisch-katholisches Stadtpfarramt St. Xaver, Leoben 1987. 1989: Leoben, die alte Bergstadt. Geschichte, Kunst, Gegenwart. Verlag Podmenik, Fohnsdorf 1989, ISBN 978-3-900662-20-2. 1993: Waasenkirche. Ein Führer durch Geschichte und Kunst. Selbstverlag, Leoben 1993. 1995: Leoben. Ein Führer durch Einst und Heute. Kunst, Kultur und Geschichte. Selbstverlag Museum Leoben, Leoben 1995, ISBN 978-3-950029-20-8. 1997: Der Vorfriede von Leoben 1797 und die Ereignisse der ersten französischen Invasion in der Steiermark. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes Leoben, Leoben 1997, ISBN 978-3-950019-16-2. 1998: Österreichisches Schimpfwörterlexikon. Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 1998, ISBN 978-3-854890-11-9 (Neuauflage unter dem Titel Das österreichische Schimpfwörterbuch. Leykam, Graz 2009, ISBN 978-3-701176-72-4). 1998: Kayserfleisch und Steirerkas. Streifzüge durch die kulinarische Vergangenheit der Steiermark. Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 1998, ISBN 978-3-854890-08-9. 1998: Unruhige Zeiten. Ein Leobener Briefträger erlebt das Revolutionsjahr 1848. Aus den Tagebüchern des Joseph Karrer. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes Leoben, Leoben 1998. 1999: Göß 1914–1918. Ein Leobener Stadtteil erleidet den Ersten Weltkrieg. Die Kriegschronik des Oberlehrers und Schulleiters Anton Lex. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes Leoben, Leoben 1999. 2000: Die Obersteiermark im Gedicht. Romantische Balladen, Natur- und Landschaftspoesien von Nikolaus Lenau bis Peter Rosegger. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes Leoben, Leoben 2000, ISBN 978-3-950019-19-3. 2001: Bergknapp, Teufel, Wassermann. Das Sagenbuch der Steirischen Eisenstraße. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes Leoben, Leoben 2001, ISBN 978-3-902267-00-9. 2002: Der Dalai Lama – ganz nah. Texte und Fotos. Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 2002, ISBN 978-3-854890-78-2. 2003: Die Filialkirche St. Rupert zu Niederhofen. Selbstverlag Pfarre Stainach, Stainach 2003, ISBN 978-3-200000-47-6. 2003: Die Chronik des Benediktinerinnenstiftes Göß. „1782 sünd wir aufgehoben worden“. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes Leoben, Leoben 2003, ISBN 978-3-902267-02-3. 2004: 100 steirische Meisterwerke. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 2004, ISBN 978-3-201018-25-8. 2005: St. Xaver zu Leoben. Von der Ordens- zur Stadtpfarrkirche. Ein Führer durch Geschichte und Kunst. Selbstverlag Römisch-katholisches Stadtpfarramt St. Xaver, Leoben 2005. 2005: (mit Angelika Rosenberger): Alle in einem Boot. Familie heute, gestern und morgen. Graz 2005. 2006: Die evangelische Gustav-Adolf-Kirche zu Leoben. Ein Führer durch Geschichte und Kunst. Selbstverlag Evangelische Gemeinde AB, Leoben 2006, ISBN 978-3-200006-04-1. 2007: Die Grüne, die Eherne Mark. Eine kurze Fassung der langen Geschichte der Steiermark. (= Kleine Schriften des Landschaftsmuseums im Schloss Trautenfels am Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum). Selbstverlag Verein Schloss Trautenfels, Trautenfels 2007, ISBN 978-3-900493-60-8. 2007: Am liabsten steirisch g’redt. 100 Worte Mundart. Steirisch für Anfänger und Fortgeschrittene. Leykam, Graz 2007, ISBN 978-3-701176-03-8. 2007: Religion und Kirche in Leoben. Kultur des Glaubens und der Andacht seit tausend Jahren. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes Leoben, Leoben 2007, ISBN 978-3-902267-04-7. 2007: Als ich Christtagsfreude holen ging. Mit Peter Rosegger durch Advent und Weihnachtszeit. Leykam, Graz 2007, ISBN 978-3-854891-45-1. 2008: Scho wieda steirisch g’redt. Steirisch für Anfänger und Fortgeschrittene. Leykam, Graz 2008, ISBN 978-3-854891-51-2. 2011: Steirisch gredt. Land und Leute, Kleid und Kost, Arbeit und Fest, Sitte und Brauch im Spiegel der steirischen Mundarten. Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 2011, ISBN 978-3-854891-66-6. 2013: Kurioses aus der Steiermark. Geheimnisvolles, Rätselhaftes, Unglaubliches. Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 2013, ISBN 978-3-854891-73-4. 2014: Das neue, österreichische Schimpfwort-ABC. Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 2014, ISBN 978-3-854891-79-6. 2014: Das ist der steirische Brauch. Lebendiges Brauchtum von Neujahr bis Silvester. Edition Kleine Zeitung, Graz 2014, ISBN 978-3-902819-34-5. 2014: (mit Harald Tischhardt): Seegraben. Der Leobener Kohlebergbau und sein Ende vor 50 Jahren. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes Leoben, Leoben 2014 (1. Auflage: 1000 Stück; ISBN 978-3-902267-07-8; 2. Auflage, Leoben 2022). 2015: Schimpfwörter für jeden Anlass. Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 2015, ISBN 978-3-854891-80-2. 2016: Die Stadtkirche Leoben. Ein Führer durch Monumente des Glaubens. Leoben 2016. 2016: Leoben. Geschichten aus der Geschichte. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes Leoben, Leoben 2016, ISBN 978-3-902267-08-5. 2018: Historische Wege zur Nahrungskultur der Gegenwart. plattform – Johannes Martinek Verlag, Perchtoldsdorf 2018, ISBN 978-3-950450-00-2. 2020: Vor tausend Jahren. Stift Göss in Leoben als älteste Klostergründung der Steiermark. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes Leoben, Leoben 2020, ISBN 978-3-902267-11-5. 2021: Versuch einer Geschichte der Trauer. Historische Wege zur Trauerkultur von heute. Selbstverlag, Leoben 2021, ISBN 978-3-200075-83-2. 2022: Das Süße – Lust und Last. Selbstverlag, Leoben 2022, ISBN 978-3-200085-46-6. 2022: 101 steirische Kostbarkeiten. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 2022, ISBN 978-3-201020-61-9.
Herausgeberschaft, Redaktion 1973–1982 (Hrsg.): Der Leobener Strauß. Beiträge zur Geschichte, Kunstgeschichte und Kulturgeschichte von Stadt und Bezirk Leoben. Leoben 1973–1982. 1979 (Red.): Montangeschichte des Erzberggebietes. Vorträge der Arbeitstagung vom 17. bis 19.11.1978 in Vordernberg. Leoben 1979. 1979–1992 (Hrsg.): Alt-Leoben. Geschichtsblätter zur Vergangenheit von Stadt und Bezirk. Leoben 1979–1992. 1982 (Red.): Erzherzog-Johann-Jahr 1982 in Leoben. Eine Stadt gedenkt des steirischen Prinzen. Veranstaltungen des Erzherzog-Johann-Kuratoriums. Leoben 1982. 1984 (Hrsg. mit Helmut Eberhart, Völker Hänsel, Elisabeth Katschnig-Fasch): Bauen – Wohnen – Gestalten. Festschrift für Oskar Moser zum 70. Geburtstag. (= Schriftenreihe des Landschaftsmuseums Schloß Trautenfels am Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum 2). Trautenfels 1984. 1987 (Hrsg.): Isidor Proschko: Erzählungen aus Österreichs Vergangenheit. Fohnsdorf 1987. 1998 (Red. mit Bettina Zorn, Susanne Leitner-Böchzelt): China – Verborgene Schätze. Auferstehung einer 2000jährigen Kultur. Grabfunde der Han-Dynastie. Kunsthalle Leoben, 15. Mai bis 19. November 1998, Ausstellungskatalog, Leoben 1998. 1999 (Red. mit Christian Schicklgruber, Susanne Leitner-Böchzelt): Götter des Himalaya. Geheimnisvolle Welt des mystischen Tibet. Kunsthalle Leoben, 15. Mai bis 14. November 1999, Ausstellungskatalog, Leoben 1999. 2000 (Red. mit Susanne Leitner-Böchzelt): Peru – Versunkene Kulturen. Die Welt der Inka, Mochica, Nasca, Lambayeque, Chimú. Kunsthalle Leoben, 11. März bis 5. November 2000, Ausstellungskatalog, Leoben 2000. 2006 (Hrsg. mit Otto Schinnerl): Berggeist, Zauberer, Wilde Jagd. Sagen aus dem steirischen Almland, erzählt und gezeichnet von den Kindern der Volksschule Arzberg. Selbstverlag Volksschule Arzberg, Arzberg 2006, ISBN 978-3-200006-71-3. 2009 (Hrsg.): Vom „Umbruch“ zum „Zusammenbruch“. Steirische Schicksale 1938–1945 in Augenzeugenberichten. Selbstverlag des Obersteirischen Kulturbundes Leoben, Leoben 2009, ISBN 978-3-902267-06-1.
Auszeichnungen 2021: Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark
Weblinks
Publikationsverzeichnis Günther Jontes auf der Website der Historischen Landeskommission für Steiermark Literatur für/über Günther Jontes (Auswahl) auf der Website der Historischen Landeskommission für Steiermark
Einzelnachweise
Kategorie:Herausgeber Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Österreich) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Volkskundler Kategorie:Hochschullehrer (Universität Graz) Kategorie:Mitglied der Historischen Landeskommission für Steiermark Kategorie:Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Mann