mini|Hans-Heiling-Felsen auf einer Panoramapostkarte von 1905 Der Hans-Heiling-Felsen (tschechisch: Svatošské skály) ist ein sagenumwobenes Naturdenkmal an der Eger bei Hory und Doubí (Aich) westlich von Karlsbad.
Lage mini|Hans-Heiling-Felsen auf einer Postkarte von 1899 Zwischen Loket (Elbogen) und Karlsbad fließt die Eger durch das tief eingeschnittene Hans-Heiling-Tal. Mehrere meist durch Gebüsch und Hochwald verborgene Felsgruppen aus Granit hat der Fluss auf seinem gewundenen Weg im Laufe der Jahrtausende freigelegt. Die bekannteste Felsformation ist der Hans-Heiling-Felsen am nördlichen Flussufer kurz vor Aich. Diese Felsen wurden bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert zu einem beliebten Ausflugsziel für die Gäste von Karlsbad. Noch vor 1845 entstand auf dem gegenüberliegenden Flussufer eine Gaststätte, die heute den Namen „restaurace Jan Svatoš“ trägt.Restaurant Jan Svatoš auf karlovyvary.cz. Von hier aus waren früher Bootsfahrten hinüber zur Felsgruppe möglich. Heute sind die beiden Flussufer durch eine hölzerne Hängebrücke verbunden, die Teil des Wander- und Radweges zwischen Loket und Karlovy Vary ist.
1933 wurden das Felsmassiv und dessen nähere Umgebung (insgesamt 1,95 ha) unter Naturschutz gestellt.
Seit 1978 gibt es einen 12 km langen Naturlehrpfad, der von Aich zum Hans-Heiling-Felsen führt und mit zwölf Informationstafeln versehen ist.
Sage und Rezeption mini|Postkarte mit Gedichtauszug (Verfasser unbekannt) von 1906 Mit dem Hans-Heiling-Felsen ist die Sage von Hans Heiling (tschechisch: Jan Svatoš) und dem versteinerten Hochzeitszug verbunden, die Christian Heinrich Spieß zu seinem 1798/99 erschienenen vierbändigen Ritterroman (mit eingestreuten Theaterdialogen) Hans Heiling, vierter und letzter Regent der Erde-, Luft-, Feuer- und Wassergeister. Ein Volksmärchen des zehnten Jahrhunderts verarbeitete.Christian Heinrich Spieß: Hans Heiling, vierter und letzter Regent der Erde-, Luft-, Feuer- und Wassergeister. Ein Volksmärchen des zehnten Jahrhunderts. 4 Bde., Voß & Co., Leipzig 1798–99 (Digitalisate siehe Wikisource).
Theodor Körner referierte Hans Heilings Felsen. Eine Böhmische Volkssage im Rahmen seiner Erinnerungen an Karlsbad 1811Hans Heilings Felsen. Eine Böhmische Volkssage. 1811. In: Theodor Körners poetischer Nachlaß. Zweiter Band. Vermischte Gedichte und Erzählungen …. Hartknoch, Leipzig 1815, S. 132–152 (Digitalisat bei Google Books)., in die er auch sein in elegischen Distichen verfasstes Gedicht Hans Heilings Felsen einflochtHans Heilings Felsen. In: Theodor Körners poetischer Nachlaß. Zweiter Band. Vermischte Gedichte und Erzählungen …. Hartknoch, Leipzig 1815, S. 174 f. (Digitalisat bei Google Books).; kurz darauf veröffentlichten die Brüder Grimm Körners Stoff in verknappter Form in ihren Deutschen Sagen.Brüder Grimm: Hans Heilings Felsen. In: Deutsche Sagen. Bd. 1, Nr. 328, 1816, S. 425 (Volltext bei Wikisource).
Heinrich Marschner weilte 1823 zur Kur in Karlsbad und verarbeitete die Sage zu seiner 1833 uraufgeführten romantischen Oper Hans Heiling.Libretto von Eduard Devrient auf opera.stanford.edu.
1845 rückte Ida Frick die betrogene Braut und damit den emanzipatorischen Aspekt der Sage in den Mittelpunkt:
mini|Gasthaus und Hans-Heiling-Felsen auf einer Photochromie vor 1900 mini|Hans-Heiling-Felsen auf einer Postkarte von 1905
1854 erschien Johann Nepomuk Vogls Ballade Hans Heilings Felsen.Johann Nepomuk Vogl: Hans Heilings Felsen. Ballade. In: Deutscher Musenalmanach, 4. Jg. Stahel, Würzburg 1854, S. 72–81 (Digitalisat bei Google Books). Von einem gewissen Eduard Dietrich (1860–1947)Lebensdaten lt. Erzgebirge. Traditionen, Städte und Landschaften zwischen Chemnitz und Egergraben. Trescher Verlag, Berlin 2019, S. 253 (Buchvorschau bei Google Books). findet sich online ein Gedicht, das den Stoff als Satire behandelt.3. Tag, Entlang der Ohře auf mk-atomy.de.
Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete in Tschechien
Weblinks
Hans-Heiling-Felsen (Svatošské skály) auf „Living Land – Offizieller Reiseführer durch die Region Karlovy Vary“ Anton Gnirs: Naturdenkmale. In: Der politische Bezirk Elbogen. Deutsche Gesellschaft der Wissenschaften und Künste, Prag 1927 (= Reihe Topographie der historischen und Kunst-Denkmale im Böhmen von der Urzeit bis zur Mitte des XIX. Jahrhunderts, Band 43), S. 177 f. Theodor Körner: Hans Heilings Felsen. Eine böhmische Volkssage. 1811 (Volltext im Projekt Gutenberg-DE)
Einzelnachweise
Kategorie:Naturdenkmal in Tschechien Kategorie:Felsen in Tschechien Kategorie:Karlsbad Kategorie:Literarischer Schauplatz Kategorie:Eger (Elbe)