Die Liste der Stolpersteine in Georgsmarienhütte enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig in Georgsmarienhütte verlegt wurden. Mit ihnen soll an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in den Altgemeinden der Stadt Georgsmarienhütte lebten und wirkten. Die Aufklärung der Einzelschicksale durch die Historikerin Inge Becher ging auf einen Beschluss des Rates der Stadt zurück und war Teil des vom Anne Frank Zentrum in Berlin initiierten Projekts 70 Jahre danach. Generationen im Dialog. Mit der Unterstützung mehrerer Schulklassen wurden Senioren, welche die NS-Zeit noch selbst miterlebt haben, nach ihren Erlebnissen aus der Zeit befragt. Die Schüler gestalteten auch die Feierstunde, in der der Opfer, darunter ein dreieinhalbjähriges Mädchen, gedacht wurde.
Im Mai 2024 wurde bekannt, dass der Stolperstein, der an Bernhardine Mönkedieck erinnert, gestohlen wurde. Eine Anwohnerin hatte Anzeige erstattet. Im Juni des Jahres wurde ein neuer Stolperstein im Rahmen einer Gedenkzeremonie in den Bürgersteig eingelassen.
Verlegte Stolpersteine Nr. Adresse Ortsteil Verlege- datum Person, Inschrift Bild Anmerkung Karlstraße 14 Alt-Georgsmarienhütte Hier wohnte Helene Plock geb. HeimbeckJg. 1858 eingewiesen 1911 Heilanstalt Osnabrück ‘verlegt’ 24.4.1941 Heilanstalt Eichberg ermordet 22.5.1941 Helene Plock wurde aufgrund einer Erkrankung in die Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück eingewiesen. Im Alter von 75 Jahren wurde sie im Rahmen der Aktion T4 nach Eichberg deportiert, einer Durchgangsstation für Menschen, die in den Gaskammern der Tötungsanstalt Hadamar umgebracht wurden. Sie starb durch Schlafmittel, die ihr täglich verabreicht wurden. Malberger Straße 27 Alt-Georgsmarienhütte Hier wohnte Albert Baller Jg. 1909 desertiert 1940 verurteilt 17.5.1940 erschossen 18.5.1940 Nivelles/Belgien Albert Baller nahm als Soldat am Westfeldzug teil und desertierte nach Beginn der ersten Kriegshandlungen in Belgien. Er wurde aufgegriffen und durch ein Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Sutthauser Straße 56 Holzhausen Hier wohnte Ignatz Wojewoda Jg. 1894 denunziert Schutzhaft 19.9.1938 Sachsenhausen ermordet 18.2.1940 Der Pole Ignatz Wojewoda arbeitete auf der Hütte. Er wurde von der Geheimen Staatspolizei verhaftet, weil er bemerkt hatte: Wenn an der Grenze etwas passiert, sind immer beide Seiten Schuld. Oeseder Straße 44 Oesede Hier wohnteBernhardine MönkedieckJg. 1940eingewiesen 24.5.1943Pflegeanstalt LüneburgKinderfachabteilungermordet 14.6.1944 Bernhardine Mönkedieck kam mit einer Behinderung zur Welt. Sie wurde in die Kinderfachabteilung der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg, die allein dafür eingerichtet wurde, behinderte Kinder zu töten, eingewiesen. Im Mai 2024 wurde der Stein gestohlen. Der neue Stein hat eine geänderte Inschrift, die alte Inschrift lautete: „Hier wohnte/Bernhardine Mönkedieck/Jg. 1940/'eingewiesen' 24.5.1943/Kinderfachabteilung Lüneburg/ermordet 14.6.1944“ Oeseder Straße 85 Oesede In Oesede lebte Katharina Westenberg Jg. 1887 eingewiesen 1917 Heilanstalt Osnabrück ‘verlegt’ 24.4.1941 Heilanstalt Eichberg ermordet 10.6.1941 Tötungsanstalt Hadamar Katharina Westenberg lebte in Oesede, bis sie aufgrund einer Erkrankung in die Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück kam. Im Alter von 54 Jahren wurde sie im Rahmen der Aktion T4 nach Eichberg deportiert, einer Durchgangsstation für Menschen, die in den Gaskammern der Tötungsanstalt Hadamar umgebracht wurden. Da ihr genauer Wohnort unbekannt ist, wurde der Stolperstein vor dem Rathaus verlegt.
Literatur Inge Becher: Stolpersteine. In: Beiträge zur Geschichte Georgsmarienhüttes und seiner Stadtteile. Band 7. Stadt Georgsmarienhütte, Georgsmarienhütte 2014
Siehe auch Stolpersteine in Deutschland Stolpersteine in Niedersachsen
Weblinks
stolpersteine.eu Inge Becher: Stolpersteine. In: Beiträge zur Geschichte Georgsmarienhüttes und seiner Stadtteile. Band 7. Stadt Georgsmarienhütte, Georgsmarienhütte 2014
Einzelnachweise
Kategorie:Georgsmarienhütte Georgsmarienhutte