mini|Gruppenführer der Malkasten-Redoute im Jahr 1912, von links nach rechts: Theodor Groll, Hermann Pohle, Arthur Wansleben, Architekt Thilo Schneider, Friedrich Coubillier, Henrik Nordenberg, Carl Murdfield, Fritz von Wille Carl Ludwig Alfred Franz Murdfield, auch Karl Murdfield (* 9. Juni 1868 in Rheine, Provinz Westfalen; † 8. Mai 1944 in Unterjoch, Bad Hindelang, Bayern), war ein deutscher Porträt- und Interieurmaler der Düsseldorfer Schule, Leiter der Kunsthalle Düsseldorf, Organisator von Kunstausstellungen, Archivar und Vorsitzender des Künstlervereins Malkasten, Autor von lokal- und kunsthistorischen Anekdoten sowie Stadtverordneter in Düsseldorf.

Leben mini|Porträt des Erzbischofs Hubert Theophil Simar, 1901 mini|Ausstellung des mit Trauerflor geschmückten Simar-Porträts im Kunstpalast der Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf 1902, Foto von Otto Renard Murdfield, jüngstes von fünf Kindern aus der Ehe des katholischen Kaufmanns Theodor Carl Joseph Murdfield (1823–1904) mit Magdalena „Lena“, geborene Becker (1836–1910), wuchs in Rheine auf und besuchte in den Jahren 1885 bis 1892/1893 die Kunstakademie Düsseldorf. Dort waren Heinrich Lauenstein, Hugo Crola, Peter Janssen der Ältere, Adolf Schill, Julius Roeting und Eduard Gebhardt seine Lehrer.Vgl. Nrn. 10092–10103 im , Webseite im Portal archive.nrw.de (Landesarchiv Nordrhein-Westfalen) Während dieser Zeit war er Mitglied der Studentenverbindung Tartarus. Nach dem Studium in Düsseldorf ging er auf die Académie Julian in Paris. mini|Kriegerdenkmal Hünenburg 1896 ließ er sich in Düsseldorf nieder. Dort wurde er Mitglied, später Archivar und Vorsitzender des Künstlervereins Malkasten,, Webseite im Portal malkasten.org, abgerufen am 16. September 2017 außerdem Mitglied des Vereins zur Veranstaltung von Kunstausstellungen sowie als Nachfolger von Hermann Carl Hempel Leiter der Kunsthalle. In diesen Funktionen organisierte er neben seiner Tätigkeit als Porträtmaler Kunstausstellungen. Ende 1934 ging Murdfield als Geschäftsführer der Kunsthalle in den Ruhestand und wurde durch den Maler Fred Kocks abgelöst.„Der langjährige und verdiente Geschäftsführer Maler Carl Murdfield, der infolge Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand trat, wurde durch den Maler Kustos F. Kocks abgelöst.“ – Vgl. Abschnitt „Gesellschaft zur Förderung der Düsseldorfer bildenden Kunst“. In: Verwaltungs-Bericht der Stadt Düsseldorf für den Zeitraum vom 1. April 1933 bis 31. März 1936. Düsseldorf , S. 36 (uni-duesseldorf.de) Darüber hinaus betätigte er sich in den Jahren 1919 bis 1924 für die Deutsche Zentrumspartei als Stadtverordneter im Rat der Stadt Düsseldorf. Zu den Persönlichkeiten, die Murdfield mit Porträts beauftragten, gehörten der Erzbischof Hubert Theophil Simar, Webseite im Portal koelner-dom.de, abgerufen am 17. September 2017 und der Düsseldorfer Oberbürgermeister a. D. Ludwig Hammers.Die Porträts der Oberbürgermeister, Bilderfolge im Portal rp-online.de, abgerufen am 17. September 2017

Am 19. April 1898 heiratete er Bertha Offenberg (1874–1919), die Tochter des Bergrats Ludwig Offenberg (1830–1879), die die Tochter Johanna gebar. Die Malerin Gisela Baur-Nütten (1886–1981), die um 1906 den Maler Albert Baur den Jüngeren heiratete, war in den 1900er Jahren eine Privatschülerin Murdfields., Webseite im Portal smkp.de (Museum Kunstpalast), abgerufen am 16. September 2017

In den 1920er Jahren entwarf Murdfield das Kriegerdenkmal auf der Hünenburg, das 1926/1927 als Kriegerdenkmal für im Ersten Weltkrieg gefallene Soldaten aus grobbehauenen Blöcken Ibbenbürener und Baumberger Sandsteins auf dem Thieberg in Rheine errichtet wurde. Dies ist sein einzig bekanntes Werk auf dem Feld der Architektur.Hünenborg auf dem Thieberg In: Rheine, gestern, heute, morgen; 56. Ausgabe, 2006, S. 100 Murdfield starb 1944 nach kurzer Krankheit in Unterjoch (Allgäu), wo er auf dem Bergfriedhof bestattet ist.

Schriften Malkasten-Anekdoten und Künstler-Erinnerungen. Schwann, Düsseldorf 1927. Aus der Chronika des „Malkasten“. In: Velhagen & Klasings Monatshefte, 42. Jahrgang (1927/1928), Band 1, S. 617–632 (PDF). Der Maler als Schmiedemeister. In: Eifel-Kalender, Jahrgang 1931, S. 129 (Digitalisat, Anekdote über den Genremaler Hubert Salentin).

Literatur

Johanna Clostermann: Erinnerungen an meinen Vater, den Maler Carl Murfield (1868–1944). In: Rheine, gestern, heute, morgen, 16. Ausgabe (1986), Heft 1, S. 6–13. Christiane Kerrutt: Carl Murdfield (1868–1944). Ein Maler aus Rheine – Leben und Werk. In: Rheine, gestern, heute, morgen, 47. Ausgabe (2001), Heft 1, S. 7–61. Sabine Schroyen: In Erinnerung an den „lebenden Chronisten“. Carl Murdfield und der Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten. In: Rheine, gestern, heute, morgen. 47. Ausgabe (2001), Heft 1, S. 62–71.

Weblinks Carl Murdfield, Datenblatt im Portal rkd.nl (Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie) Murdfield, Carl, Totenanzeige und biografische Angaben im Portal wgff-tz.de Karl Murdfield, genealogisches Datenblatt im Portal genealogieonline.nl Carl Murdfield, Auktionsresultate im Portal artnet.de

Einzelnachweise

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