Das Asklepios Fachklinikum Stadtroda ist ein psychiatrisches und neurologisches Fachkrankenhaus in Stadtroda, Thüringen. Träger ist die Klinikgruppe Asklepios Kliniken. Zum Haus zählt auch eine Abteilung für den Maßregelvollzug.

Geschichte

Die Anstalt als Heil- und Pflegestätte für Geisteskranke des Herzogtums Sachsen-Altenburg und als Kreiskrankenhaus für heilbare Körperbehinderte aus dem Westkreis wurde 1848 eingerichtet. Im Jahre 1886 wurde das Martinshaus als Zweiganstalt für schwachsinnige Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren angeschlossen. Seitdem führte es die Bezeichnung „Genesungshaus in Roda mit Idiotenanstalt“.

1924 erfolgte die Umbenennung des Genesungshauses in „Thüringische Landesheilanstalt in Stadtroda“.

Zeit des Nationalsozialismus

In der Zeit des Nationalsozialismus fielen behinderte Patienten der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ zum Opfer.Friedrich-Schiller-Universität Jena. Senatskommission zur Aufarbeitung der Jenaer Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert: Traditionen, Brüche, Wandlungen. Böhlau Verlag Köln Weimar, 2009, ISBN 978-3-412-20248-4, S. 504 (). Ein Teil der Patienten wurde über die sächsische Zwischenstation Zschadraß in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein deportiert und dort ermordet. Die Zahl der an das Anatomische Institut in Jena gelieferten Leichen stieg signifikant. Im Haus wurde eine „Kinderfachabteilung“ eingerichtet.https://www.uvm.edu/~lkaelber/children/stadtroda/stadtroda.html Ab 1941 waren die Thüringer Landesheilanstalten Stadtroda das Zentrum zur Tötung behinderter Kinder in Thüringen. Zu den Tätern zählen Gerhard Kloos und Margarete Hielscher. Das Ministerium für Staatssicherheit unterband nach dem Krieg eine strafrechtliche Aufarbeitung der Krankenmorde in Stadtroda.Martin Kiechle: Ein "unseren gesellschaftlichen Verhältnissen widersprechendes Ergebnis". Das Ministerium für Staatssicherheit und die "Euthanasie"-Verbrechen in Stadtroda. In: Jörg Ganzenmüller (Hrsg.): Recht und Gerechtigkeit. Die strafrechtliche Aufarbeitung von Diktaturen in Europa. Köln, Weimar, Wien 2017, S. 71–90.

Nachkriegszeit

Seit 1947 heißt die Anstalt „Landeskrankenhaus Stadtroda“.

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Seit 2004 firmiert das Krankenhaus als „Asklepios Fachklinikum Stadtroda GmbH“ als Teil der Askepios-Gruppe.https://www.stadtroda.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=123917

Siehe auch Liste von Psychiatrien in Thüringen

Literatur

Renate Renner: Zur Geschichte der Thüringer Landesheilanstalten, des Thüringer Landeskrankenhauses Stadtroda 1933 bis 1945 unter besonderer Berücksichtigung der nationalsozialistischen „Euthanasie“. 2004 Jennifer Hill: Zum Schicksal männlicher Patienten der Jenaer Psychiatrischen- und Nervenklinik 1933 bis 1945 nach ihren Verlegungen in die Landesheilanstalten Stadtroda und Blankenhain. Dissertation. 2008 V. Schneider (Herausgeber), W. E. Platz (Autor), Miriam Rieck (Mitwirkende): Dokumente einer Tötungsanstalt: 'In den Anstalten gestorben'. Gegen Verdrängen und Vergessen. Hentrich und Hentrich Verlag Berlin, 1. Januar 2008, ISBN 978-3-938485-59-0

Weblinks Archivbestand im Staatsarchiv Altenburg Archivbestand im Landesarchiv Baden-Württemberg Eintrag im Katalog der DNB

Einzelnachweise

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