Cehegín ist eine südspanische Kleinstadt und eine aus mehreren Dörfern und Weilern bestehende Gemeinde (municipio) mit Einwohnern (Stand: ) im Norden der Provinz Murcia in der gleichnamigen autonomen Region Murcia. Das Ortszentrum wurde im Jahr 1982 als Conjunto histórico-artístico anerkannt.
Lage Die Kleinstadt Cehegín liegt am Río Argos gut 65 km (Fahrtstrecke) westlich der Stadt Murcia in einer Höhe von ca. 540 m ü. d. M.Cehegín – Karte mit Höhenangaben Das Klima im Winter ist gemäßigt, im Sommer dagegen warm bis heiß; die geringen Niederschlagsmengen (ca. 350 mm/Jahr) fallen – mit Ausnahme der nahezu regenlosen Sommermonate – verteilt übers ganze Jahr.Cehegín – Klimatabellen
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1857 1900 1950 2000 2016Einwohner 8.710 11.601 15.830 14.171 15.321 Die kontinuierliche Bevölkerungsanstieg ist im Wesentlichen auf die immer noch anhaltende Zuwanderung aus dem ländlichen Umland zurückzuführen.Cehegín – Bevölkerungsentwicklung
Wirtschaft Cehegín liegt in der ländlichen Zone der Provinz Murcia; es wurden hauptsächlich Obst- und Olivenbäume angepflanzt. Im Ort selbst haben sich Kleinhändler, Handwerker und Dienstleistungsbetriebe aller Art angesiedelt. Bereits um 1750 wusste man von mehreren Natursteinvorkommen in der Umgebung des Ortes, doch erst im 20. Jahrhundert sind kleinere Marmorsteinbrüche entstanden.. Abgerufen am 8. April 2024.
Geschichte Die ältesten Fundstücke, die die Anwesenheit des Menschen in der Region bezeugen, werden in die Jungsteinzeit datiert; beim Abrigo del Pozo finden sich Reste von Felsmalereien, die zum UNESCO-Welterbe der Felsmalereien in der spanischen Levante gehören. Iberische, römische und westgotische Funde wurden in der antiken Stadt Begastri gemacht; seit dem Jahr 560 war Begastri Bischofssitz. In den Jahren nach 711 wurde die Gegend von den Mauren überrannt. Nach der Rückeroberung (reconquista) der Region durch kastilisch Truppen unter Alfons X. im Jahr 1243 wurde das quasi unabhängige Taifa-Königreich Murcia in ein christliches Königreich umgewandelt, welches jedoch eng mit der Krone von Kastilien verflochten war, doch kam es in den Jahren 1296 bis 1304 vorübergehend unter aragonesische Herrschaft. Erst in dieser Zeit entstand und entwickelte sich der neue Ort Cehegín, der ab dem Jahr 1344 vom Santiago-Ritterorden verwaltet wurde.Cehegín – Geschichte
Sehenswürdigkeiten mini|Cehegín mit Iglesia de Santa María Magdalena mini|Innenraum der Iglesia de Santa María Magdalena Mit dem Bau der Iglesia de Santa María Magdalena wurde im 16. Jahrhundert begonnen, doch zog sich die Fertigstellung bis zum Ende des 17. Jahrhunderts hin. Die dreischiffige Basilika ist von einem Rippengewölbe bedeckt und dient heute als Museum für sakrale Kunst.Cehegín – Kirche Santa María Magdalena Die Iglesia de la Soledad entstammt der Zeit um 1600; der Glockenturm wurde jedoch erst im 18. Jahrhundert erbaut. Die Kirche ist ebenfalls dreischiffig. An den Außenwänden stehen mehrere Barockaltäre; hinter dem Hauptaltar befindet sich ein Camarín.Cehegín – Kirche Soledad Die außen wie innen eher schlichte Iglesia de la Concepción ist die älteste Kirche der Stadt – sie entstand in der Zeit um 1500; ihr Portal zeigt deutliche Renaissanceeinflüsse. Der Chorbereich ist gegenüber dem Kirchenschiff um mehrere Stufen erhöht.Cehegín – Kirche Concepción Der Convento de San Esteban war die Kirche des Franziskanerordens; sie entstand in der Zeit vom 16. bis ins 18. Jahrhundert. Die Kirche besitzt einen Camarín hinter dem Hauptaltar. Mittelpunkt des Klausurbereichs war der Kreuzgang.Cehegín – Kloster San Esteban Das Museo arqueológico befindet sich in einem Renaissancepalast. Es zeigt vor allem Funde aus Begastri.Cehegín – Museo Der Palacio de la Tercia ist ein Stadtpalast im Mudéjarstil; er gehörte dem Santiagoorden, der die Kellergewölbe als Lagerräume für Wein und Getreide nutzte. Das Gebäude beherbergt heute ein exklusives Restaurant.Cehegín – Palacio de la Tercia Umgebung Der Parque arqueológico de Begastri befindet sich etwa 3 km östlich der Stadt. Imposant sind lediglich die erhaltenen Teile der Stadtmauer (muralla). Alle bedeutenden Funde sind im örtlichen Museo Arqueológico ausgestellt.. Abgerufen am 8. April 2024.
Söhne und Töchter Sebastián Chico Martínez (* 1968), römisch-katholischer Geistlicher, Bischof von Jaén Ana Carrasco (* 1997), Motorradrennfahrerin
Weblinks
Cehegín, Sehenswürdigkeiten – Fotos + Infos (spanisch) Cehegín – Webseite mit zahlreichen Links, Fotos + Infos (spanisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Autonomen Gemeinschaft Murcia Kategorie:Conjunto histórico-artístico