mini|Stammwappen (dänische Linie) Knuth ist der Name eines uradeligen mecklenburgischen Adelsgeschlechts, eine Linie wurde in Dänemark ansässig und in den dänischen Freiherren- und Grafenstand erhoben. Bereits zuvor hatte sich eine Linie in Pommern gebildet, die vermutlich im 17. Jahrhundert erloschen ist. Zudem existierte seit dem siebzehnten Jahrhundert die Linie Ludorf, die im Hause Bülow aufgegangen ist.roskildehistorie.dk: Knuth: Ludorff

Geschichte Die Familie Knuth entstammt dem mecklenburgischen Uradel. Sie wurde erstmals mit Heinricius Knut, miles, 1230/34 urkundlich erwähnt. Die Stammreihe beginnt mit Henning Knuth, († vor 1361). Güter in LeizenFriedrich Schlie: Das Gut und Kirchdorf Leizen. In: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. V. Band. Die Amtsgerichtsbezirke Teterow, Malchin, Stavenhagen, Penzlin, Waren, Malchow und Röbel, Verlag Bärensprung, Schwerin 1902. S. 523 f. https://archive.org/details/diekunstundgesch05schl/page/523/mode/1up, S. 523–526., LudorfFriedrich Schlie: Das Gut und Kirchdorf Ludorf. 1902, S. 512–520. und Priborn. Rittmeister Jacob Ernst von Knuth, auf Leizen und Priborn war 1640 mit Elisabeth von Morin vermählt, deren Familien vorher auf Leizen und Ludorf erbgesessen haben.MJB 16 (1851) Friedrich Lisch: Die Kirche zu Ludorf. S. 298–299. Die Familie unterschrieb mit den anderen führenden Adelsgeschlechtern Mecklenburgs die so genannte Union zu Rostock anno 1523.

Heinrich II. gilt als Stammvater der mecklenburgischen Linie der Familie Knuth. Sein Bruder Christopherus begründete die pommersche Linie.Aus der Familiengeschichte von Knuth

Im 17. Jahrhundert kamen Vertreter nach Dänemark, wo sie in den dänischen Freiherren- und Grafenstande erhoben wurden und dort eigene Familiensitze, z. B. Knuthenborg erbauten. Der Name der Grafen Knuth-Winterfeldt beruht auf eine Namenszusammenführung des Adelsgeschlechts Winterfeldt mit einem Zweig der Knuthen aufgrund von erbrechtlichen Ansprüchen, die mit der Baronie Wintersborg (Winterfeldt) zusammenhängen.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich sechs Eintragungen von Töchtern der Familie von Knuth von 1696 bis 1779 aus Ludorf und Leizen zur Aufnahme in das adelige Damenstift im Kloster Dobbertin.LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 232, 233, 289, 390, 391. Maria Dorothea von Knuthen wurde 1696 auf dem Landtag zu Schwaan als Nr. 1 in die Liste zur Erlangung einer Expektance, der Anwartschaft auf eine Stelle im Mecklenburgischen Landeskloster Dobbertin eingetragen. Das Wappenschild mit Ordensstern der mit Nr. 195 eingeschriebenen Magdalena Dorothea von Knuthen hängt auf der Nonnenempore in der Dobbertiner Klosterkirche. Sie kam 1777 ins Kloster und starb am 25. Dezember 1796 in Dobbertin.

Wappen mini|hochkant|Wappen Heinrich Knut auf Priborn, 1370 Das mecklenburgische Stammwappen zeigt in Silber einen aufgerichteten eisenfarbigen Kesselhaken, darüber ein in der Form eines lateinischen C gelegter grüner Kleestengel, an beiden Enden ein grünes Kleeblatt. Auf dem schwarz-rot-silber bewulstetem Helm, mit silber-schwarz-roten Decken, über drei grünen Kleeblättern, drei rote Fähnlein.Julius Theodor Bagmihl: Pommersches Wappenbuch. Band 2, Stettin 1846, S. 23–28 (books.google.de).

Ein sich auf Peter von Knauth (* 1595) zurückführendes bürgerliches Geschlecht in Naumburg führt ein identisches Wappen.

Leitzisch-mecklenburgische Linie mini|Gutshaus Ludorf, bis 1901 in Besitz der Familie Knuth Im Laufe der Zeit fielen durch Erbschaft einige Güter an die Familie von Knuth. Spätestens 1529 gelangen Matthias und Wentzloff III. Knuth in den Besitz von Leizen, das bereits zuvor in der Hand der Familie war. 1686 fällt das Gutshaus Ludorf an die Familie und verblieb bis 1901 in ihrem Besitz.Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Gutshaus Ludorf Weitere Güter der Mecklenburger Linie waren Below, Bütow, Gneve, Kambs und Priborn.Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Familie von Knuth, abgerufen am 21. September 2017.

Von 1643 bis 1684 waren die Familienoberhäupter zugleich Provisoren des Klosters Malchow. Es wird vermutet, dass Heinrich I. von Knuth eine Tochter aus dem wendischen Geschlecht Retzow zur Frau nahm. In jedem Falle lösen in der nachfolgenden Generation wendische Namen vielfache deutsche ab. Zu beachten ist, dass einige Namen mehrere Schreibweisen besitzen, so etwa „Wentzlav“ und „Wentzloff“ wie auch „Ivan“ und „Iwan“.

Jacob Ernst von Knuth hatte zwei Söhne, die sowohl das Mannesalter erreichten als auch Nachkommen zeugten. Der ältere von ihnen, Joachim Friedrich, blieb in der Heimat. Der jüngere, Eckhard Christoph, wandte sich nach Dänemark. Sein Sohn Adam Christoph von Knuth wurde später in den erblichen Grafenstand Dänemarks aufgenommen. Die Söhne Joachim Friedrichs begründeten die leitzische, ludorfsche und holländische Linie.Gerhard Fridrich Albrecht: Genealogisches Handbuch, Frankfurt am Main 1776, S. 239.

Familienoberhäupter Heinrich I. von Knuth (1230 erwähnt) Hermann von Knuth (1240–1244 erwähnt), Ritter Heinrich II. von Knuth (1284–1289 erwähnt), Ritter Wentzloff I. von Knuth (13./14. Jahrhundert) Henning von Knuth († vor 1361) Wenztloff II. von Knuth (14./15. Jahrhundert) Iwan I. von Knuth (* vor 1420; † nach 1445) Iwan Henneke II. von Knuth (* 1420; † nach 1445) Hans I. von Knuth (* vor 1458; † nach 1474; „alter Hans“) Hans II. von Knuth (* 1472; † nach 1505), ohne männliche Nachkommen gestorben Achim von Knuth (* vor 1500; † nach 1515), ohne Nachkommen gestorben Wentzloff III. von Knuth (* 1503 oder 1504; † offiziell 1574, vermutlich vor 1570) Jacob von Knuth (* ca. 1550; † 1600–1602) Wentzloff IV. von Knuth (1580–1658) Jacob Ernst von Knuth (1609–1675), Rittmeister in sächsischen und dänischen Diensten Joachim Friedrich von Knuth (1642–1684), Provisor des Klosters Malchow Jacob Ernst von Knuth (1672–1704), Oberstleutnant, Begründer der leitzischen Linie Gottfried Ernst von Knuth, auf Leizen (* 1700; † nach 1756) Joachim Friedrich von Knuth (1731–1760), Rittmeister

weitere Mitglieder Joachim von Knuth († vor 1597), Amtmann von Wredenhagen Moritz von Knuth († vor 1600), Amtmann von Neukloster Adam von Knuth (* vor 1587; † 1626 oder 1627), Landrat Adam Levin I. von Knuth (1681–1751), mecklenburgischer Geheimrat, Begründer der mecklenburgischen Linie

Die letzte Knuth aus der mecklenburgischen Linie, Bertha von Schulse, geb. von Knuth (1821–1901) starb 1901.

Dänische Linien Linie Knuthenborg mini|Knuthenborg 1872 Durch Eckhard Christoph von Knuths Heirat mit Søster Lerche, die Letzte aus der Linie Lerche, gelangte die Familie Knuth in den Besitz von Knuthenborg.

1714 wurde Adam Christoph von Knuth in den Grafenstand erhoben und gründete 1723 die Lehnsgrafschaft Knuthenborg, seitdem geht der Titel „Lehnsgraf von Knuthenborg“ an den Erstgeborenen über. Deswegen kann jedes der Familienoberhäupter als „Gutsherr“ bezeichnet werden. Vielen von ihnen wurde der Dannebrogorden verliehen.

Auch Gut Below war von 1689 bis 1719 im Besitz der dänischen Knuths.Gutshaus Below: Geschichte, abgerufen am 6. August 2018. 1729 bis 1913 befand sich das Herrenhaus Knuthenlund im Besitz der Linie Knuthenborg. 1872 bis zum Verkauf 1909 befand sich auch Store Grundet im Besitz der Linie.

Familienoberhäupter Eckhard Christoph von Knuth (1643–1697), Geheimrat Adam Christoph von Knuth (1687–1736), Geheimrat Eggert Christopher Knuth (1722–1776), Stiftamtmann Johan Heinrich Knuth (1746–1802), Amtmann, Gouverneur der Färöer, starb ohne männliche Nachkommen Frederik Knuth (1760–1818), Kammerherr Frederik Marcus Knuth (1813–1856), Jurist und Politiker, erster dänischer Außenminister Eggert Christopher Knuth (1838–1874), Diplomat Adam Wilhelm Knuth (1854–1888), Kammerherr Eggert Christoffer Knuth (1882–1920), Gutsherr Frederik Marcus Knuth (1904–1970), Botaniker, Kollaborateur in der Besatzungszeit Adam Wilhelm Knuth (1933–2013), Gründer des Safariparks Knuthenborg Adam Christoffer Knuth (* 1973)

Weitere Mitglieder der Linie Knuthenborg Eggert Christopher Knuth (1786–1813), Jurist Julius Knuth (1787–1852), Amtmann Adam Vilhelm Frederik Knuth (1829–1902), Postmeister und Kammerherr Christian Frederik Knuth (1862–1936), Jurist, Hofjägermeister Henriette Knuth (1863–1949), christliche Funktionärin Eigil Valdemar Knuth (1866–1933), Offizier Henrich Knuth (1870–1939), Kammerherr Flemming Kai Knuth (1879–1942), Ingenieur Sigismund Knuth (1895–19??), Oberstleutnant, Kammerherr Eggert Adam Knuth (1901–1980), Diplomat Eigil Knuth (1903–1996), Polarforscher, Widerstandskämpfer Marcus Knuth (* 1976), Politiker

Linie Christiansdal Mit der Erwerbung Christiansdals durch Christian Friderich Knuth wurde die Linie Christiansdal begründet. Fast 200 Jahre lang befand sich das Herrenhaus Lilliendal im Besitz der Linie Christiansdal.

Familienoberhäupter Christian Friderich Knuth (1728–1801), Oberstleutnant Adam Christopher Knuth (1755–1844), Geheimrat Christian Frederik Knuth (1788–1852), Rittmeister und Hofjägermeister Adam Carl Vilhelm Knuth (1821–1897), Kammerherr und Hofjägermeister Christopher Adam Valdemar Knuth (1855–1942), Offizier, Kammerherr und Hofjägermeister Kristian Knuth (1886–1969), Kammerherr und Hofjägermeister Ulrik Gustav Adam Knuth (1911–2004), Kammerherr und Hofjägermeister Christian Gustav Knuth (1942–2010) Michael Ivar Knuth

Linie Conradsborg Die Linie Conradsborg wurde mit dem Baronspatent für Conrad Detlev Knuth geschaffen. Sie teilt sich in eine gräfliche und eine freiherrliche Linie.Knuth-Conradsborg. In: Danmarks Adels Aarbog. 1900, S. 204 (runeberg.org). 1755 kaufte Ida Margrethe von Knuth die Herrenhäuser Rubiergard und Fritzholm auf Lolland, ersteres blieb bis 1855, letzteres bis 1819 im Besitze dieser Linie.

Familienoberhäupter der gräflichen Linie Cai Ernst Christian Ulrik Knuth (1792–1846), Oberförster Adam Christopher Knuth (1814–1857), Premierleutnant, kinderlos gestorben Conrad Ditlev Knuth (1816–1875), Oberförster, kinderlos gestorben Eggert Constans Knuth (1826–1898), Abteilungsleiter im Finanzministerium, kinderlos gestorben Joachim Sigismund Ditlev Knuth (1835–1905), Diplomat, Sohn von Hans Schack Knuth

Familienoberhäupter der freiherrlichen Linie Conrad Detlev Knuth (1730–1805), Geheimrat und Kammerherr Adam Christopher Knuth (1759–1807), Kammerjunker und Rittmeister Hans Schack Knuth (1787–1861), Amtmann und Kammerherr Sophus Christopher Vilhelm Vendelboe Knuth (1827–1866), Kapitän Hans Schack Rudolf Knuth (1832–1890)

Weitere Familienmitglieder der freiherrlichen Linie Carl Conrad Gustav Knuth (1761–1815), Kammerherr

Linie Knuth-Winterfeldt Am 4. März 1942 erhielt Viggo Christian Knuth-Winterfeldt die Bewilligung, den Namen „Knuth-Winterfeldt“ zu tragen und ein eigenes Wappen zu führen.

Familienoberhäupter Viggo Christian Knuth-Winterfeldt (1875–1946), Bankdirektor Preben Knuth-Winterfeldt (1906–1996), Maler Eggert Viggo Helge Knuth-Winterfeldt (* 1936)

Weitere Familienmitglieder Kjeld Gustav Knuth-Winterfeldt (1908–1992), Diplomat Eggert Knuth-Winterfeldt (1912–1978), Chemiker Thomas Knuth-Winterfeldt (* 1979), Schauspieler

Linie Ludorff Die Linie war neben Mecklenburg auch in Dänemark und Pommern aktiv.

Familienoberhäupter Adam Levin von Knuth (1648–1699), Geheimrat, kinderlos gestorben Joseph E. von Knuth († 1832), Kapitän

In der Dorfkirche Ludorf befindet sich die Grabkapelle aus dem 18. Jahrhundert dieser Linie.

Pommersche Linie mini|Wappen derer von Knuth (Pommern) in Siebmachers Wappenbuch Das Wappen zeigt in Silber zwei schwarze, gestürzte, ins Andreaskreuz gelegten Kesselhaken. Auf dem Helm, mit silber-schwarzen Decken, drei mit Spitzen nach oben gerichtete Spitzen, welche je von einer goldenen Schlange vier Mal umwunden werden. Über die Linie ist nur wenig bekannt. Familienoberhäupter

Christopherus von Knuth († nach 1289) Roloff von Knuth († vor 1600)