mini|Karin Mack: Spiegelporträt (2017) Karin Mack (geb. 1940 in Wien) ist eine österreichische konzeptuelle Fotokünstlerin. Sie gehörte zur Avantgarde feministischer Kunst der 1970er Jahre.
Leben Karin Mack arbeitete von 1967 bis 1978 als Architekturfotografin und studierte anschließend bis 1988 Kunstgeschichte und Italienisch an der Universität Wien. Sie war von 1977 bis 1982 in der Gruppe IntAkt beteiligt, die sich für die Verbesserung der Situation von Künstlerinnen einsetzt. 1994 zog sie in die Niederlande, wo sie bis 2005 lebte. Seit 2008 ist sie Mitglied der niederösterreichischen Foto- und Medieninitiative Fluss und des Künstlerhauses Wien. Sie arbeitet als freischaffende Fotokünstlerin, Autorin, Herausgeberin und Kuratorin in Wien.Biografie Karin Mack, in: Gabriele Schor (Hrsg.): Feministische Avantgarde. Kunst der 1970er-Jahre aus der Sammlung Verbund, Wien, Prestel Verlag, München 2016, erweiterte Ausgabe, ISBN 978-3-7913-5627-3, S. 460 Sie war mit dem Architekten Friedrich Achleitner verheiratet.
Werk Zwischen 1975 und 1981 schuf Karin Mack Fotomontagen surrealer Selbstporträts in Schwarz-Weiß, mit denen sie der Frage nach dem Selbst und der weiblichen Identität nachging. Ausgehend von Bildern traditioneller weiblicher Repräsentation in der Werbung wollen ihre Montagen falsche Versprechen entlarven. In der vierteiligen Serie Bügeltraum von 1975 bügelt sie einen schwarzen Schleier und legt sich zuletzt als „dramatische Witwe“ selbst auf das Brett.Almuth Spiegler: Vergessene Künstlerinnen in der Albertina Modern: „Damals hätte ich das Geld gebraucht“, Die Presse, 17. Juni 2020 Ihre Fotomontage Zerstörung einer Illusion von 1977 wird zu einem der wegweisenden Werke feministischer Fotografie der siebziger Jahre gezählt.Priscilla Frank: 8 Radical, Feminist Artists From The 1970s Who Shattered The Male Gaze, The Huffingtonpost, 24. Oktober 2016Five Photographs That Formed the Feminist Avant-Garde, AnOther Magazine, 5. Oktober 2016 Margit Zuckriegl, Kuratorin im Museum der Moderne Salzburg, beschrieb Karin Mack als eine der feministischen Künstlerinnen, „die ihre Themen aus einer ganz persönlichen Innenschau generieren und diese wie in einem poetischen Theater der Selbstereignisse inszenieren“.Margit Zuckriegl: Karin Mack. Im Theater der Selbsteignisse. In: Gabriele Schor (Hrsg.): Feministische Avantgarde. Kunst der 1970er-Jahre aus der Sammlung Verbund, Wien, Prestel Verlag, München 2016, erweiterte Ausgabe, ISBN 978-3-7913-5627-3, S. 123 Neben anderen österreichischem Künstlerinnen wie Renate Bertlmann und Birgit Jürgenssen ist Karin Mack mit frühen Arbeiten in der internationalen Ausstellungsreihe Feministische Avantgarde vertreten, die in mehreren Museen und 2022 auf der 53. Rencontres de la photographie d'Arles gezeigt wurde.Claire Guillot: Photographie: l’avant-garde féministe bouscule les Rencontres d’Arles, Le Monde, 7. Juli 2022Christof Habres: Tiefenschärfenerweiterung, Wiener Zeitung, 8. Juli 2022
In den 1970er Jahren entstanden auch Porträts von Künstlern und Mitgliedern der Wiener Gruppe, darunter Hermann Nitsch und Oswald Wiener. Es sind Schnappschüsse von Happenings oder im privaten Rahmen, mit denen Karin Mack als „teilnehmende Beobachterin“ die Kunst- und Kulturszene Wiens dokumentierte.Kunstwege '70. Fotografien von Karin Mack, 17. Oktober 2007 bis 18. November 2007, Wienmuseum.at
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1985: Die Selbstporträts 1975–1985, Fotogalerie Wien 2007: Kunstwege '70. Fotografien von Karin Mack, Wienmuseum Beteiligungen 2004: Frau im Bild / Gegenpositionen, Museum Moderner Kunst (Passau) 2008: Sound of Art, Museum der Moderne Salzburg 2008: IntAkt – Die Pionierinnen, Werkschau XIII, Fotogalerie WienKarin Mack: Exhibitions, Photogaphie Now 2012: Me, Myself and Them, Gruppenausstellung zum Thema Selbstporträt, Künstlerhaus Wien 2012: On Screen – Aktuelle Fotografie aus Österreich, Fotohof Salzburg 2014: Experiment Analog. Fotografische Handschriften im Zeitalter des Digitalen, Künstlerhaus Wien 2015: Rabenmütter, Lentos Kunstmuseum Linz 2015 bis 2017: Feministische Avantgarde der 1970er Jahre. Werke aus der Sammlung Verbund, Wien. Hamburger Kunsthalle; The Photographers’ Gallery, London; Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien 2022: Une Avant-Garde Fèministe, 53. Rencontres de la photographie d'Arles 2018: Women House, National Museum of Women in the Arts 2021: Schiele und die Folgen, Albertina Modern, WienKatharina Rustler: "Schiele und die Folgen": Traumatisierter Tabubrecher, Der Standard, 13. September 2021
Auszeichnungen 2016: Preis der Stadt Wien für Bildende KunstDer Standard, 1. August 2016
Veröffentlichungen Freischwimmen. Zur Geschichte der Internationalen Aktionsgemeinschaft Bildender Künstlerinnen IntAkt, de'A Almhofer &Cie KG, Gumpoldskirchen 2011, ISBN 978-3-901867-30-9 Nahe Ferne (Bildband), Edition Fotohof, Band 198, Salzburg 2014, ISBN 978-3-902675-98-9 Wolkenschatten / Dichterlicht. Gedanken zu Island, Bibliothek der Provinz, Weitra 2018, ISBN 978-3-99028-724-8
Literatur Margit Zuckriegl: Karin Mack. Im Theater der Selbsteignisse. In: Gabriele Schor (Hrsg.): Feministische Avantgarde. Kunst der 1970er-Jahre aus der Sammlung Verbund, Wien, Prestel Verlag, München 2016, erweiterte Ausgabe, ISBN 978-3-7913-5627-3, S. 123–130 Film „Sie ist der andere Blick“, Porträtfilm von Christiana Perschon über fünf österreichische Künstlerinnen der feministischen Avantgarde der 1970er Jahre, die heute als arriviert gelten: Renate Bertlmann, Linda Christanell, Iris Dostal, Lore Heuermann, Karin Mack und Margot Pilz. Produktion: Christiana Perschon 2018 (Kinofilm, Farbe und Schwarz/Weiß, 88 Minuten).„Sie ist der andere Blick“, Viennale 2019Dominik Kamalzadeh: "Sie ist der andere Blick": Österreichs Kunst-Pionierinnen im Dienste der Freiheit, Der Standard, 7. Mai 2019
Weblinks
Persönliche Website Karin Mack auf Kunstaspekte Karin Mack, bei: Photography Now
Einzelnachweise
Kategorie:Fotograf (Wien) Kategorie:Fotograf (20. Jahrhundert) Kategorie:Fotograf (21. Jahrhundert) Kategorie:Künstler der feministischen Kunst Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Frau