Die Heilig-Kreuz-Kirche ist eine römisch-katholische Kirche im Frankfurter Stadtteil Bornheim in der Siedlung Bornheimer Hang. Sie liegt im Bistum Limburg und war von 1929 bis 1950 Pfarrvikarie und von 2007 bis 2015 Filialkirche der Pfarrei St. Josef Frankfurt am Main. Dazwischen wurde die Kirche von 1950 bis 2007 durch eine eigenständige Kirchengemeinde genutzt, von 2007 bis 2025 war sie Sitz des Meditationszentrums des Bistums Limburg und diente parallel dazu seit 2011 bis Mitte Juni 2026 als Kirchort der Internationalen Englischsprachigen Katholischen Gemeinde. Die Zukunft des Kirchengebäudes danach war Ende September 2026 offiziell noch nicht bekannt. Es war jedoch ein Verkauf der Kirche beabsichtigt.

Die Kirche wurde von 1928 bis 1929 nach Plänen des Architekten Martin Weber oberhalb eines Abhangs erbaut, der als Bornheimer Hang bekannt ist. Sie wurde am 8. August 1929 fertiggestellt und am 25. August 1929 der katholischen Kirchengemeinde von Bornheim übergeben. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie beschädigt und anschließend mit Hilfe von Spendengeldern wieder aufgebaut. Die Heilig-Kreuz-Kirche ist ein Beispiel moderner katholischer Sakralarchitektur der späten 1920er Jahre und wurde in ihrer Entstehungszeit dafür gelobt, aus dem neuen Baustoff Beton eine neuartige Wirkung hervorzubringen.

Architekturgeschichtliche Bedeutung Der Entwurf von Martin Weber wird der Neuen Sachlichkeit bzw. der avantgardistischen Kirchenarchitektur der Zwischenkriegszeit zugerechnet und ist Teil des Stadtplanungsprogramms Neues Frankfurt, das zu der Bewegung Neues Bauen in der Architektur gezählt wird. Die Kirche steht im Kontext des Bauens der Moderne, ohne dem Bauhaus-Stil im engeren Sinn anzugehören. Bei der Heilig-Kreuz-Kirche gab Martin Weber erstmals die noch zuvor von ihm bei der Planung der 1927 geweihten Kirche St. Bonifatius verwendeten gotischen Stilelemente der norddeutschen Backsteingotik auf. Die Heilig-Kreuz-Kirche ähnelt stattdessen mehr der zur gleichen Zeit von Hans Herkommer errichteten Frauenfriedenskirche in Frankfurt-Bockenheim.

Die Heilig-Kreuz-Kirche ist die städtebaulich prominenteste Kirche des Neuen Frankfurts. Der Architekt Martin Weber nahm die klare Formensprache von den umgebenden Wohngebäuden Ernst Mays auf, der seinerseits Webers Kirchenbauprojekt mit großen Interesse verfolgte. Die zu der Zeit der Planung und es Baus aufstrebende katholische Konfession in Frankfurt nutzte bei den in dieser Zeit in den Siedlungen des Neuen Frankfurts fertiggestellten Kirchen die Chance zu modernen Großformen. Für die planende Kommune waren die Kirchen beider Konfessionen willkommene soziale, karitative und identitätsstiftende Mittelpunkte der neuen Siedlungen, insbesondere traf dies auf die Heilig-Kreuz-Kirche zu. Bei dieser nahm die Stadt Frankfurt über die Vergabe des Bauplatzes und des Genehmigungsverfahren, ähnlich wie bei der von Fritz Nathan geplanten Trauerhalle des Neuen jüdischen Friedhofs, gestalterischen Einfluss. Martin Weber übersetzte mit hochgestreckten Rundbögen als durchgängiges Gestaltungselement außen und innen gleichzeitig das Wesen des spätromanischen Kirchenbaus in die Moderne. Die Kirche fügt sich optisch nahtlos in Mays Moderne des Neuen Frankfurt ein und ragt dennoch als Gotteshaus heraus. Sie trug laut Helmut Schlegel dem Lebensgefühl des Publikums in ihrer Entstehungszeit Rechnung, das sich nach dem Ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise nach neuer Hoffnung, Weite, Größe sehnte. Weber sagte, dass im Inneren der Kirche bei ihrer Gründung Architektur, Plastik, Malerei und Goldschmiedekunst weise gegeneinander abgewogen wurden. Insgesamt legte Weber auf eine schlichte Gestaltung Wert, die auf – wie er es nannte – „Künsteleien“ verzichtete. Nach Ansicht des zeitgenössischen Kunstkenners Joseph Hensler schuf Weber mithilfe des damals neuen Baustoffs Beton und der neuen Konstruktionsmöglichkeiten durch Eisen und Stahl neue Bauformen für den neuzeitlichen Kirchenbau.

Die Kirche wurde 1986 selbst als Kulturdenkmal aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen und gemeinsam mit ihrer Lage und der Zuordnung zur Ernst-May-Siedlung unter Denkmalschutz gestellt. Die Eintragung der Heilig-Kreuz-Kirche in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen 1986 erfolgte im Zuge der Erstellung der Denkmaltopographie der Stadt Frankfurt am Main durch den Stadtkonservator der Stadt.

Lage Die Kirche und ihre Umgebung Die Kirche steht am östlichen Rand der von Ernst May im Rahmen des Stadtplanungsprogramms Neues Frankfurt geplanten Wohnsiedlung oberhalb des Bornheimer Hangs. Sie prägt von Weitem sichtbar die Silhouette der Siedlung Bornheimer Hang. Auf der der Stadt zugewandten Seite bildet das Bauwerk als Endpunkt der darauf zulaufenden Wittelsbacherallee das Ende der Blickachse. Die Straße biegt kurz vor dem Portal nach rechts und führt dann an der Freitreppe zum Innenraum der Kirche rechts vorbei. Die Stellung der Kirche mit der Turmfront zum oberen Ende der Wittelsbacherallee war dem Architekten bereits durch die Vorgaben des Architekturwettbewerbs vorgegeben, aus dem sein Entwurf als Sieger hervorging. Die Kirche fügt sich nahtlos in die umgebende Bebauung ein. Die weiß verputzte Fassade entspricht den Wohnhäusern der Siedlung. Der Kunsthistoriker Adrian Seib sieht die Heilig-Kreuz-Kirche als „optischen Abschluss und architektonischen Höhepunkt der neu entstandenen May-Siedlung am Bornheimer Hang“. Mit der Heilig-Kreuz-Kirche erhielt die Gesamtanlage einen Akzent, der auf Fernwirkung angelegt ist. Direkt an das heute zu den Nebengebäuden der Kirche gehörende Vereinshaus angebaut befindet sich der Torbogen eines Wohnhauses der Wohnsiedlung über die Ortenberger Straße. Von unterhalb des Bornheimer Hangs im Osten der Kirche aus gesehen bilden die Kirche und die sie umgebende Bebauung die charakteristische Silhouette der Siedlung Bornheimer Hang.

Unterhalb des Hangs verläuft auch ein Zweig des deutschen Jakobswegs.

Weitere Bauwerke auf dem Grundstück Auf dem Grundstück befinden sich außer der Kirche der 1957 errichtete Kindergarten, das ehemalige Pfarrhaus mit einem Pfarrbüro und Wohnungen, ein über dem Kindergarten nach 1966 errichtetes Pfarrheim mit Gruppen- und Clubräumen, sowie ein früher bei Jugendlichen beliebter Bolzplatz, der heute hauptsächlich als Parkplatz genutzt wird. Der Kindergarten wurde 2011 durch ein weiteres Gebäude im ehemaligen Pfarrhof an der Ortenberger Straße erweitert.

Geschichte 20. Jahrhundert Gründung mini|Innenraum der Heilig Kreuz-Kirche in Frankfurt am Main-Bornheim im Jahr 1929, Foto aus dem Architekturbüro von Martin Weber (1890–1941) und dem Fotoatelier von Stefan Rosenbauer (1896–1967) Die Heilig-Kreuz-Kirche wurde als Sakralbau 1928/29 von dem Kirchenbaumeister Martin Weber entworfen, der vorher (1927) auch die Kirche St. Bonifatius in Sachsenhausen und später (1931) die Kirche Heilig-Geist im Riederwald erbaute. Martin Weber steht mit diesen Frankfurter Kirchen neben der Frauenfriedenskirche und der Limburger Pallottinerkirche für das Neue Bauen im Sinne der Liturgischen Bewegung in der römisch-katholischen Kirche.

Das am oberen Ende der Wittelsbacherallee ursprünglich geplante Gemeinschaftshaus der Siedlung wurde nicht verwirklicht, so dass der Platz für den Bau einer Kirche zur Verfügung stand. Die Heilig-Kreuz-Kirche entstand als zweite katholische Kirche im Frankfurter Stadtteil Bornheim. Die Pfarrei war ursprünglich eine Ausgründung der späteren Nachbargemeinde St. Josef, der ersten katholischen Kirche in Bornheim. Der Grund für deren Pfarrer Joseph Höhler, die neue Kirche an dieser Stelle zu gründen, war die Ausdehnung des Stadtteils Bornheim nach Osten und die damit zusammenhängende Zunahme der Anzahl der Katholiken im Stadtteil. Bis 1950 war die Pfarrei Heilig Kreuz vermögensrechtlich allerdings noch Teil der St.-Josefs-Pfarrei, mit der sie einen gemeinsamen Kirchenvorstand hatte.

Nachdem die katholische Gemeinde in den Jahren 1926 und 1927 die beiden für den Bau der Kirche benötigten Grundstücke von insgesamt 6200 m² von der städtischen Grundstücksverwaltung erworben hatte, beschloss der Kirchenvorstand im Mai 1927 die Ausschreibung eines nicht offenen Architektenwettbewerbs für den Neubau einer Kirche und eines Pfarrhauses. Es wurden vier Architekturbüros geladen: Hans (1872–1952) und Christoph Rummel (1881–1961) (Frankfurt), Richard Steidle (1881–1958) (München), Martin Weber (1890–1941) (Frankfurt) und Robert. B. Witte (Dresden). Das Preisgericht setzte sich aus acht Personen zusammen, darunter der damalige Stadtpfarrer Jakob Herr, Pfarrer Joseph Höhler als Vertreter der Pfarrgemeinde St. Josef, der Stadtbaurat Ernst May und der Architekt Hans Herkommer, der Architekt der Frauenfriedenskirche. Den Architekten waren einige Vorgaben gemacht worden, so die Stellung der Turmfront an der Wittelsbacherallee und die Zahl von 700 bis 800 Sitzplätzen. Außerdem wurden ein Hochaltar und zwei Seitenaltäre verlangt und eine Orgelempore für 150 Personen. Am 3. August 1927 entschied sich das Preisgericht für den Entwurf des Kirchenbaumeisters Martin Weber. Das Baumodell nannte der Architekt Hangkrone, da die Kirche den Bornheimer Hang „krönen“ sollte.

Am 19. Februar 1928 begannen die Bauarbeiten mit dem ersten Spatenstich. Am 18. März 1928 fand die Grundsteinlegung statt. Unter den Klängen des Oratoriums Judas Maccabaeus von Georg Friedrich Händel zog die Festgemeinde von der Bauhütte zum vorgesehenen Bauplatz. In den Grundstein wurde eine Urkunde mit Text in Form eines Kreuzes, zwei Tageszeitungen, ein Jahrbuch der Frankfurter Katholiken, fünf Reichsmark in verschiedenen Münzen und eine Flasche Rheinwein eingemauert. Das Richtfest wurde am 14. September 1928 gefeiert. Am 25. August 1929 wurde die Kirche von dem Mainzer Bischof Hugo geweiht, da der damalige Bischof von Limburg Killian erkrankt war. Der Name Heilig-Kreuz-Kirche wurde von Joseph Höhler gewählt, weil es im mittelalterlichen Frankfurt mehrere dem Heiligen Kreuz geweihte Orte gab. Einer davon war die Kapelle des 1343 von Wicker Frosch gestifteten Spitals zum Heiligen Kreuz. Diese Kapelle bildete gemeinsam mit der Kapelle des Katharinenklosters aus dem Jahr 1354 eine kleine Doppelkirche, den Vorgängerbau der heutigen evangelisch-lutherischen Katharinenkirche an der Hauptwache. In der Heilig-Kreuz-Kirche wird in einem 1979 von Bernhard Meister (Entwurf) und dem Silberschmied Klein aus Hanau-Großauheim (Ausführung) geschaffenen Reliquiar ein Splitter des Heiligen Kreuzes aufbewahrt.

Bei dem Wohnungs- und Städtebauprogramm Neues Frankfurt wurde von Beginn an auch der öffentliche Nahverkehr mitgedacht. Am 28. Februar 1931 wurde zur Anbindung der Siedlung Bornheimer Hang und damit auch der Heilig-Kreuz-Kirche die städtische Straßenbahn von der Bornheimer Landwehr bis zur Inheidener Straße (heute: Ernst-May-Platz) verlängert.

Zweiter Weltkrieg