DNA (Abkürzung für „deoxyribonucleic acid“; für „Desoxyribonukleinsäure“ (DNS)) ist das dritte Studioalbum der deutschen Singer-Songwriterin Madeline Juno.

Entstehung und Artwork Alle Stücke des Albums wurden von Madeline Juno in Zusammenarbeit mit wechselnden Koautoren geschrieben. Die meisten Titel entstanden in Zusammenarbeit mit dem deutschen Liedtexter und Musikproduzenten Oliver Som, die beiden schrieben zusammen zwölf Stücke des Albums. Som war gleichzeitig auch alleine für die Abmischung, Produktion und Programmierung („Drum Programming“) des Albums zuständig. Des Weiteren schrieb Juno drei Lieder mit Joschka Bender sowie jeweils zwei Titel mit Joey Cass und Jan Listing. Die Autoren Henrik Böhl, Martin Haller, David Jürgens und Alexander Zuckowski sind jeweils nur an einem Stück als Koautoren beteiligt. Mit den Autoren Jürgens und Som arbeitete Juno bereits auf ihrem Vorgänger Salvation zusammen. Das Mastering erfolgte durch Masterdisk Europe in Paris (Frankreich), unter der Leitung von Benoit Journo. DNA wurde unter dem Musiklabel Embassy of Music sowie den Musikverlagen BMG Rights Management und Emmaspark Music/Sony ATV veröffentlicht und durch Tonpool vertrieben.CD-Begleitheft: DNA, Madeline Juno, 8. September 2017.

Auf dem Cover des Albums ist – neben Künstlernamen und Albumtitel – Junos Gesicht, vor einem pinken Hintergrund, zu sehen. Sie trägt ein schwarzes Top und berührt mit ihren Fingerspitzen ihr Kinn. Das Coverbild sowie Fotografien im Begleitheft stammen von Philipp Gladstone, das Artwork stammt von Christian Hapich. Das Shooting hierzu erfolgte am 23. März 2017, präsentiert wurde das Cover erstmals am 3. Juli 2017.

Veröffentlichung und Promotion Die Erstveröffentlichung von DNA erfolgte am 8. September 2017 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Album besteht aus 15 neuen Studioaufnahmen sowie einer Neuauflage und ist als CD sowie Download erhältlich. Nach der Veröffentlichung des Albums veröffentlichte Juno in unregelmäßigen Abständen, neben ihren offiziellen Musikvideos Still, Gift und Halt mich fest, drei Videos mit Akustikversion, um das Album zu bewerben. Es erschienen Videos zu Schatten ohne Licht (16. September 2017), Ohne Kleider (2. Oktober 2017) und Phantomschmerz (1. Dezember 2017). Alle drei Schwarz-Weiß-Videos zeigen lediglich Juno, die begleitet von ihrem Keyboarder, die Lieder singt. Die Videos wurden von Juno selbst bearbeitet. Um das Album weiter zu bewerben, folgte unter anderem ein Liveauftritt – mit Phantomschmerz – zur Hauptsendezeit im Rahmen der Kinderhilfsaktion Herzenssache des Südwestrundfunks (SWR) und des Saarländischen Rundfunks (SR).Herzenssache – Der große Abend, SWR, 1. Dezember 2017. Des Weiteren folgte ein Liveauftritt mit Gift bei den VIVA Top 100.VIVA Top 100, VIVA, 8. September 2017.

Hintergrund

Nachdem im Vorjahr mit Waldbrand ein deutschsprachiges Extended Play erschienen ist, erschien mit DNA Junos erstes deutschsprachiges Studioalbum. In einigen Interviews und einem „Track-by-Track“ zu DNA beschrieb Juno den Entstehungsprozess bzw. die Entscheidung deutschsprachige Titel wie folgt: Sie habe im aktuellen Jahr viel für andere deutsche Künstler geschrieben und sie war neugierig, wie sie heute in ihrer Muttersprache klinge. Bisher gab es nur zwei frühe Lieder von ihr auf Deutsch, die sie auf ihrem YouTube-Profil veröffentlichte. 2014 veröffentlichte sie das Lied Herzchen und ein Jahr später Küss die kalten Jungs. Sie wollte wissen, ob ihre Lieder auf Deutsch funktionieren und man sie dann „extrem modern“ produzieren könne. Der Beginn dieser „neuen Reise“ startete mit dem gleichnamigen Lied Waldbrand. Sie habe das Stück aus dem nichts geschrieben. Als sie es fertiggestellt hatte, war ihr klar: „Ja, okay, das ist die Richtung in die ich gehen möchte“. Sie glaube es gefalle ihr so gut sich in ihrer Muttersprache auszudrücken und nicht nur sie hätte Klarheit, auch die Menschen die ihre Musik hören hätten eine Klarheit die es vorher nicht unbedingt gab, außer man habe sich „außergewöhnlich arg“ damit auseinandergesetzt.

In einem Interview mit Funk, das 2021 im Rahmen der Musiksendung Musik gegen die Einsamkeit erfolgte, äußerte sich Juno zur Frage, wieso sie vom Englischen ins Deutsche gewechselt hat, mit folgenden Worten: Sie habe bis zum Wechsel nie auf Deutsch geschrieben, auch nicht für andere Künstler. Abgesehen von zwei Ausnahmen, die sie für sich selbst geschrieben und nichts dabei gefühlt habe, hätte sie es nicht einmal probiert. Ein Lied sei ein „Joke-Song“ gewesen (Herzchen), das andere sei „über Sad“ gewesen (Küss die kalten Jungs) und sie habe es gehasst, weil sie dachte: „Meine Fresse, reiß dich mal zusammen“. Zum Zeitpunkt, als sie beschlossen hatte die Sprache zu wechseln, konnte sie die Gesamtsituation nicht ertragen. Sie habe unter anderem Universal verlassen und ihre Band verloren. Dass sie aufhören wolle, stand laut eigener Aussage jedoch nie zur Debatte. Der Verlust der Band kam dadurch, dass sie diese über Jahre mit einem anderen „großen“ Künstler geteilt habe. Die Bandmitglieder seien ihre besten Freunde gewesen, ihre „Brüder“. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis es irgendwann einmal nicht mehr auf diese Weise funktionieren würde, dass die ganze Band zweigleisig spiele. Sie und die Band hätten etwa ein halbes Jahr lang Auftritte absagen müssen und irgendwann musste man einfach mal sagen: „Ey, ganz kurz. Wir können nicht mehr die ganze Zeit Gigs absagen, weil wir keine Ersatzband haben, seit ihr weiter dabei oder nicht?“ Von einem Bandmitglied, dass für die ganze Band sprach, hieß es „nein“. Das habe ihr damals „so krass“ das Herz gebrochen. Juno habe geglaubt, dass sie irgendwie sauer auf sich selbst und die Gesamtsituation gewesen sei, die sie nicht kontrollieren konnte. Sie habe gedacht, dass sie alles „neu“ haben wolle. Sie habe gewollt das alles „verschwindet“, dass sie von „neu anfangen“ könne. Aus „irgendeiner Laune“ habe sie dann Waldbrand geschrieben, in dem es genau darum ginge. Juno erinnere sich noch ganz genau daran, dass sie gewollt habe, dass alle Leute, die wissen, was passiert sei, das hören und verstehen, was gerade zu diesem Zeitpunkt Phase sei, auch wenn es ihr selbst nichts bringen würde.

Inhalt Alle Liedtexte des Albums sind größtenteils in deutscher Sprache verfasst und stammen von Madeline Juno, die die Stücke zusammen mit wechselnden Koautoren schrieb. Vereinzelt finden sich englischsprachige Zeilen wie „The Bright Side of Life“ ( „Die helle Seite des Lebens“) in Still wieder. Musikalisch bewegen sich die Lieder im Bereich der Popmusik. Mit Ausnahme von Waldbrand handelt es sich bei allen Stücken um Neukompositionen. Waldbrand erschien bereits ein Jahr zuvor als EP und Single als erste offizielle deutschsprachige Veröffentlichung Junos. Für DNA nahm Juno Waldbrand neu in akustischer Form auf. Neben dem Hauptgesang von Juno sind bei Wenn ich angekommen bin neben Juno die Stimmen von Joey Cass und Oliver Som im Hintergrund zu hören. Die Instrumente wurden durch Cass (Gitarre), Juno (Gitarre und Piano), Max Mostley (Bass) und Som (Bass, Gitarre, Piano und Synthesizer) eingespielt.

Titelliste # Titel Autor(en) Produzent(en) Länge 1 Halt mich fest Madeline Juno, Oliver Som Oliver Som 3:21 2 Drei Worte Madeline Juno, Oliver Som 3:02 3 Gift Madeline Juno, Oliver Som 3:39 4 Schatten ohne Licht Madeline Juno, Oliver Som 3:41 5 Mein Herz tanzt Madeline Juno, Oliver Som 3:46 6 Still Madeline Juno, Oliver Som 3:25 7 Von jetzt an David Jürgens, Madeline Juno, Alexander Zuckowski 3:45 8 Durchsichtig Joschka Bender, Martin Haller, Madeline Juno 3:05 9 DNA Madeline Juno, Oliver Som 3:05 10 Phantomschmerz Madeline Juno, Oliver Som 3:37 11 Verlier mich in dir Madeline Juno, Oliver Som 2:57 12 Ohne Kleider Joey Cass, Madeline Juno, Oliver Som 3:43 13 Unser Lied Joschka Bender, Henrik Böhl, Madeline Juno, Jan Listing 3:08 14 Zeitlupe Joschka Bender, Madeline Juno, Jan Listing 3:09 15 Wenn ich angekommen bin Joey Cass, Madeline Juno, Oliver Som 4:35 16 Waldbrand (Akustikversion) Madeline Juno, Oliver Som 3:33

Track-by-Track Im Vorfeld der Albumveröffentlichung beschrieb Juno ihre Lieder in einer „Track-by-Track-Serie“ die in vier Folgen zwischen August und September 2017 erschienen.

Halt mich fest Halt mich fest ist das Intro von DNA und sei vielleicht das beste Lied, das sie bis jetzt geschrieben habe und war rein Aufnahmetechnisch der mit Abstand schwierigste. Von Imogen Heap inspiriert, wollten sie und ihr Team auch einen „Vocoder-Song“ machen und haben dabei gemerkt, was das für eine Arbeit sei. Auf jeder zweiten Note liegt eine andere Harmonie und es gäbe keinen Groove, an dem man sich festhalten könne. Sie hätten tagelang an dem Stück geschraubt, um ihn genauso hinzubekommen, wie sie ihn haben wollten. Zuerst habe Juno alles gesummt und danach sei Stück für Stück die Melodie entstanden. Inhaltlich geht es um eine frühere Beziehung Junos. Eine Beziehung, die ihnen beiden alles abverlangte und deren Ende wirklich sehr schmerzhaft war. Manchmal möchte man einfach nur schlafen, weil keine Energie mehr da ist, um weiterzukämpfen.

Drei Worte Drei Worte sei ein „sehr wörtliches“ Stück. Sie mache das immer gerne, dass sie Lieder so schreibt, wie sie Konversationen führe, dass ich das Stück in ein gerade stattfindendes Gespräch verpacke. Demnach sei Drei Worte ein „sehr fragiler Song“, sehr „kaputtbar“. Es handele von diesem Gefühl das man manchmal bekommt, das alles viel zu schnell geht, das alles so unkontrollierbar ist, man sich einfach wünscht auf Pause drücken zu können und zu sagen: „Lass uns doch einfach nur kurz still liegen und das passiert alles gerade gar nicht und dann ist das schon alles ok“. Das sei „quasi“ dieses Gefühl eingefangen in einem Song.

Gift Gift ist die zweite Single aus DNA und sei für Juno einer der definitiv „selbstbewusstesten“ Lieder auf dem Album. Das Stück falle sowohl klanglich als auch inhaltlich „total“ für sie heraus. Gift handele vom Ende einer Beziehung und sagt erstmals auch für sie selbst: „Ey, jetzt ist Schluss!“ Sie habe in der Vergangenheit ganz oft Lieder darüber geschrieben wie schlimm es sei loszulassen und wie schwer es sei wenn eine Liebe zu Ende gehen muss. Gift handele von diesem klaren Schlussstrich, den man ziehen muss, weil es für beide einfach absolut toxisch sei. Das Lied strahle ihrer Meinung nach eine Art Selbstbewusstsein aus, die einfach sagt: „Nein, ich weiß wann Schluss ist und ich weiß wann gut ist und wir sind einfach Gift für einander und es ist beiden nicht geholfen wenn wir beieinander bleiben“.

Schatten ohne Licht Schatten ohne Licht habe Juno über ihre Mutter geschrieben. Ihre Mutter tendierte manchmal dazu sich ihrer Ausstrahlung nicht bewusst zu sein, ihres eigenen Wertes nicht bewusst zu sein und manchmal habe sie das Gefühl sie müsse ihre Mutter an den Schultern packen und sagen: „Hör mal zu, du bist die Beste auf der ganzen Welt und niemand kommt an dich ran“. Sie wollte genau solch ein Lied schreiben, egal ob es für die eigene Mutter, eine beste Freundin oder einen Partner sei. Juno wollte es „unbedingt“ offen lassen für wer auch immer diese Zeilen sucht. Es sei wichtig das man sich wertvoll fühlt und wertgeschätzt wird. Sie glaubt jeder sei für ein-, zwei oder mehrere Menschen in seinem Umfeld was ganz besonderes und genau davon handele Schatten ohne Licht. Sie habe sich komplett rausgezogen und wollte einfach ein „Kompliment-Song“ schreiben und genau das sei Schatten ohne Licht geworden.

Mein Herz tanzt Mein Herz tanzt handele vom Beginn einer Beziehung und von dieser sehr wackeligen Phase einer Beziehung, in der man noch nicht so richtig weiß: „Okay, sind wir schon so weit und kannst du erkennen wie ich für dich fühle und interpretiere ich deine Handlung richtig?“. Das Lied sei „irgendwie total schüchtern“.

Still