mini|hochkant=0.7|Register 1603–, Seite für Giovanni Missoni/Hans Mißon, Detail mini|hochkant=0.7|Register 1603–, Seite für Giacomo Woller/Jacob Woller, Detail
Diese Liste enthält in Italien oder der Schweiz geborene Persönlichkeiten (ab Mitte des 16. Jahrhunderts), vor allem Steinmetzen und Bildhauer, die in den Kaisersteinbrucher Steinbrüchen mit dem dortigen harten Kalkstein gearbeitet haben (siehe auch Verwendung von Kaiserstein als Baumaterial). Einige sind nach dem jeweiligen Auftrag weiter gezogen, viele sind über Generationen hier verblieben und wurden Untertanen der Herrschaft des Stiftes Heiligenkreuz. Der kaiserliche Steinbruch am Leithaberg war für schweizerisch-italienische Baufachleute im Heiligen Römischen Reich ein zentraler Treffpunkt.Franz Probst in der BF, Beitrag 16. September 1987 (auszugsweise):.. Die Steinbrüche von Kaisersteinbruch zogen auch Künstler aus Italien an, die gründeten hier so etwas wie eine eigene Kolonie, die zwar nicht die Ausmaße einer Bauhütte erreichte, ihr in den Strukturen doch ähnelte. Sie beeinflusste das Baugeschehen des Raumes wesentlich. Einer dieser Zuzügler war der lombardische Bildhauer Stefano Maderno. Er schuf seine Werke vor allem für Rom, machte auf seinen Reisen auch in Kaisersteinbruch Station und hat hier vorübergehend mit seinem Bruder Carlo Maderno und anderen Landsleuten gearbeitet .... Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Der Name des Ortes veränderte sich von: Heiligenkreuzer SteinbruchArchiv Stift Heiligenkreuz, der neue Steinbruch am Leythaberg (1576)Hofkammerarchiv Wien, Ihro kayserl. Majestät Steinbruch am Leithaberg (1579), der kayserl. Steinbruch am Leythaberg, der kayserlich-königliche Steinbruch am Leythaberg, Kaiser-Steinbruch, Steinbruch endgültig Kaisersteinbruch.
Künstlerfamilie dell’Allio Domenico dell’Allio (* um 1500 in Scaria; † 29. November 1563 in Kroatien) Verwendung von Kaiserstein als Baumaterial#Kaiserstein für die Neubefestigungen in Wien in „Italienischer Befestigungsmanier“ Donato Felice d’Allio (* 1677 in Scaria; † 1761 in Wien) Architekt des Barocks. Bau der Salesianerinnenkirche (Wien) und des Klosters am Rennweg in Wien.Helmuth Furch 2002, Historisches Lexikon Kaisersteinbruch Band 1, 2004, Band 2
Simon di Andre Simon di Andre (* um 1631; † 9. April 1696 in Kaisersteinbruch) Italienischer Steinmetzgeselle, er heiratete 1669 Magdalena Allesguets, Tochter des Steinmetzen Jacob Allesguets. Sie erwarben eine Haushälfte mit zwei Gärten, die 1693 an Georg Zwelletitsch verkauft wurden. Simon wurde, 65 Jahre alt, mit heiligen Sakramenten versehen, begraben.Helmuth Furch 2002, Historisches Lexikon Kaisersteinbruch Band 1, 2004, Band 2
Benedict Annon Benedict Annon (* 1627 in Como im Wälschland; † 6. April 1702 in Kaisersteinbruch) Steinmetzmeister und Bildhauer im Barock. 1655 heiratete er Margaretha, Witwe nach dem Steinmetzmeister Thomas Ruffini. Seine Zeugen waren die Meister Ambrosius Ferrethi, Paul Clerici, Zeugen der Braut Ambrosius Regondi, Richter und Andre Lucchese. Er wurde Gerichtsgeschworener und Senior-Meister der Steinmetz-Zunft. Hochgeachtet erhält er 1701 ein lebenslanges Wohnrecht in seinem (hoch verschuldeten) Haus.
Künstlerfamilie Bregno Antonius Bregno (auch Premb genannt) (* um 1590 in Righeggia; † nach 1640 in Bruck an der Leitha), Bildhauer, kaiserlicher Hofsteinmetzmeister in Kaisersteinbruch, 1618 beauftragte Kaiser Mattias seine Hofsteinmetzen aus Kaisersteinbruch, einer war Antonius Bregno, ein neues Portal für Schloss Ebersdorf herzustellen.Bericht vom 20. Februar 1618 aus Kaisersteinbruch an die NÖ.-Herren Verordneten, verfasst vom Rentmeister Johann Miller: …die sechs Meister, als Ulrich Payoß, Pietro de Magistris, Leonhardt Holzäpfel, Nicola Nuovo, Andre Ruffini und Antonius Bregno, so alle wälsche, vier Meister von Ihrer Kayserlichen Majestät … anjetzt auf Ebersdorf ein Haupttor führen. Graf Harrach beauftragte ihn 1640 mit zwei Brunnen im Schloss Prugg Hieronymus Bregno sen. (* um 1591 in Osteno; † 14. Juni 1651 in Kaisersteinbruch), Bruder des Antonius, Steinmetzmeister 1641 nahm er Francesco della Torre aus Ramponio im Val d’Intelvi (I) in Wien als Lehrling auf und sprach ihn im Juni 1646 zum Gesellen frei. 1643 wurde Francesco Bussi, aus Mailand gebürtig, sein Lehrling. Im Salva Guardia-Privilegium für Kaisersteinbruch durch Ferdinand III. 1646 wurde Hieronymus Bregno namentlich genannt. Er hatte einen gleichnamigen Sohn und Tochter Agatha. Stefano Bregno (* um 1591 in Osteno; † 14. Juni 1651 in Kaisersteinbruch), Bruder des Antonius, Steinmetzmeister, Tochter Lucia heiratete den Steinmetz Wolf Heisshammer.
Künstlerfamilie Bussi mini|hochkant=1.0|Abt Christoph Schäffer als Bauherr
Carl Bussi (auch Butzi; † 20. Oktober 1629 in Kaisersteinbruch) Kriminalfall im Steinbruch, der Knabe wurde durch einen Schuss getötet. Carl war der Vetter der Brüder Antonius und Hieronymus Bregno sen. Meister Mattia Laurentius wurde von den Brüdern der Tat verdächtigt, da dieser gestand, an selbigem Tag einen Schuss abgegeben zu haben. Herr Abt Christoph Schäffer examinierte und erforschte, war bemüht die Einigkeit und den Frieden unter ihnen zu erhalten. Der Knabe selbst hatte alles von Herzen verziehen.Nachzulesen in: Historisches Lexikon Kaisersteinbruch, Butzi Carl. Franciscus Bussi (auch Buz; * aus dem Mailänder Gebiet stammend) am 20. November 1643 begann seine Lehrzeit in der Wiener Bauhütte bei seinem Onkel, Steinmetzmeister Hieronymus Bregno, der sowohl Wiener Bürger als auch Heiligenkreuzer Untertan in Kaisersteinbruch war. Sein Hauptbürge war Steinmetzmeister und Dombaumeister zu St. Stephan Hans Herstorffer. Eintragung im Kaisersteinbrucher „Register“ 1652: Nach des Hieronymus Bregnos sen. Tod erhielten der Sohn Hieronymus Bregno jun. und sein Vetter gemeinsam ein Haus mit Garten und einen halben Steinbruch. Der Besitz wurde 1661 dem Steinmetzmeister Ambrosius Ferrethi verkauft.Otto E. Plettenbacher, Geschichte der Steinmetze von Wien im 17. Jahrhundert. Eine wirtschafts- und kulturhistorisch, als auch soziologische Untersuchung. (Franciscus Bussi, Hans Herstorffer, Pietro Maino Maderno, Giovanni Battista Passerini, Antonius Pery, Hieronymus Bregno, Sebastian Regondi, Francesco della Torre etc. „Preisliste“ von 1688-Satzordnung der Steinmetz-Arbeiten) Dissertation Uni-Wien 1960. Pietro Bussi (auch Peter P(W)utz; * im Mailänder Gebiet) Steinmetzmeister und Bildhauer des Barock. Wohnhaft in Heiligenkreuzer Steinbruch. Das Verzeichnis an Steuerrückständen 1647 weist für Peter Putz, Steinmetzmeister .. 29fl 12kr auf.Archiv Stift Heiligenkreuz, Verzeichnis der Steuer-Außenstände am Gerichtstag 29. Juli 1647 Am 11. Februar 1652 heiratete er Regina Zottlin. Ihre Eltern waren Primus Zottl, Bürger und Sailer zu Salzburg und Anna, sie war im Dienst bei Herrn Richter Pietro Maino Maderno. Steinmetzauftrag beim Palais Modena in der Herrengasse.Historisches Lexikon Kaisersteinbruch, Putz Peter 1652. Santino Bussi (* 28. August 1664 in Bissone; † 21. Februar 1736 in Wien), er war Stuckateur, Stuckbildhauer italienischer Herkunft; bei den Wiener Palästen war er ständig mit seinen Landsleuten aus dem Kaisersteinbruch in Verbindung, beim Stadtpalais Liechtenstein, Gartenpalais Liechtenstein, Prinz Eugen beschäftigte ihn bei seinen Palästen, im Stadtpalais des Prinzen Eugen, im Schloss Belvedere usw. Hofstukkateur.
Künstlerfamilie Carlone
Carlo Martino Carlone (1616–1667), Baumeister in Wien (Hofburg Leopoldinischen Trakt), Eisenstadt. Domenico Carlone (1615–1679), Baumeister in Wien (Hofburg Leopoldinischer Trakt), Schloss Petronell, Pietro Maino Maderno#Tod Sebastian Carlone (der Jüngere), Architekt in Wien (Mariahilfer Kirche) Silvestro Carlone (1610–1669/1671), Stadtbaumeister in Wien (Schottenkirche, St. Michael), heiratete Lucia Allio, geborene Retacco, Witwe des Maurermeisters Andrea Allio. Zeugen waren der kaiserl. Baumeister Giovanni Battista Carlone und Pietro Maino Maderno.Alexander Hajdecki: Die Dynastien-Familien der italienischen Bau- und Maurermeister der Barocke in Wien. In: Berichte und Mitteilungen des Altertumsvereines zu Wien. Band 39, 1906.Kaiserstein in Carlone-Bauten, Historisches Lexikon Kaisersteinbruch.
Künstlerfamilie Clerici Andrea Clerici (* um 1585 in Meride?; † 1633 in Kaisersteinbruch) Steinmetzmeister und Bildhauer des Barock, erstmals im Kaisersteinbrucher Register 1603, Haus und Garten werden 1633 an Pietro Maino Maderno verkauft. Benedetto Clerici 1628 Im „Register“ 1628: Er verkauft an den Steinmetz Mathias Lindtner. Domenico Clerici (* in Meride?; † 1633 in Kaisersteinbruch) 1633 Steinmetzmeister und Bildhauer des Barock, sein Haus kommt durch Erbschaft an Francesco Maderno. Paolo Clerici (* 1613 in Kaisersteinbruch; † 30. Juni 1659 ebenda) Steinmetzmeister und Bildhauer des Barocks. Stifter des Pest-(Kuruzzen-)Kreuzes von 1646, als Zechgeselle unterschrieb er 1651 ein Schreiben der Kaisersteinbrucher Steinmetzen, der Wiener Steinmetzmeister pachtete den großen Steinbruch.
Antonius Crivelli Antonius Crivelli (* vor 1604 in Lugano, Schweiz; † nach 1635) |Bildhauer der Renaissance in Wien, Kaisersteinbruch und für Fürst Karl I. von Liechtenstein im Schloss Lednice. 1615 übersiedelte er in den kaiserlichen Steinbruch, wurde Mitglied der Bruderschaft, übernahm 1616 für den Steinmetzgesellen Pietro Maderno die Ausbildung zum Bildhauer. 1635 verkaufte er seinen Kaisersteinbrucher Besitz an Maderno.
Künstlerfamilien Ferretti und Rezi Ambrosius Ferrethi (* 3. März 1628 in Bissone; † 20. Februar 1696 in Kaisersteinbruch), kaiserlicher Hofsteinmetzmeister in Kaisersteinbruch und Wien, Heirat mit Agatha Bregnin, Tochter von Hieronymus Bregno. Mit seinen Schwiegersöhnen Martin Trumler (1684 Heirat mit Maria Elisabetha) und Giovanni Battista Passerini (1686 Heirat mit Anastasia) konnten sie Großaufträge der Fürsten Liechtenstein erfüllen.Archiv im Kunsthistorischen Museum: In den „Liechtensteinischen Akten“ sind die Steinmetzmeister Martin Trumler (1692, 1704), Ambrosius Ferrethi und Giovanni Battista Passerini vom kayserlichen Steinbruch belegt. Im Salva Guardia-Privilegium für Kaisersteinbruch durch Leopold I. 1660 wurde Ambrosius Ferretti namentlich genannt. Seine Grabplatte ist im Privatbesitz erhalten. Camillo Rezi, ab 1660 der Großauftrag der Steinmetzarbeiten für den Neuen Trakt der Wiener Hofburg. Der Bauschreiber nannte die beiden italienischen Steinmetzmeister Ambrosius Ferrethi und Camillo Rezi aus dem kayserlichen Steinbruch bey Mannersdorf. Dieser Mangel an Ortskenntnissen setzt sich bis in die heutige Zeit fort, in den Hofburg-Forschungen der Akademie der Wissenschaften werden beide Meister im Index Mannersdorf zugeordnet. Selbstverständlich waren beide Stift Heiligenkreuzer Untertanen in diesen Stiftssteinbrüchen. Im Kaisersteinbrucher Register 1680: Camillo Rezi, italienischer Steinmetzmeister, verheiratet mit Francisca, verkaufte Meister Ambrosius Ferrethi einen Krautgarten, weil sich er Meister Camillo aus dem Steinbruch ins Wälschland begeben wird.
Heinrich Freywiller Heinrich Freywiller (* in Zürich, Schweiz; † in Kaisersteinbruch) Steinmetz, die Steinmetzbruderschaft bestimmte ihm Meister Pietro Maino Maderno, damals Fürst Liechtensteinischer Hofsteinmetz, zum Lehrherrn. Er heiratete am 5. August 1654 Christina, Witwe nach Christoph Wiegner, Kaisersteinbrucher Leutgeb (Gastwirt), 1664 kam Sohn Felix zur Welt Felix Freywiller (* in Kaisersteinbruch; † 28. Oktober 1726 ebenda) sein Lehrherr war Hof-Steinmetz Ambrosius Ferreti, der beim Neuen Trakt, dem Leopoldinischen Trakt der Hofburg mitwirkte. Seine Grabplatte ist erhalten.
Antonius Gardesoni