mini|Herrschaft Odenthal (Ausschnitt der Karte von 1789, Wiebeking) Die Herrschaft Odenthal war vom Mittelalter in das 19. Jahrhundert hinein eine Grundherrschaft und ab dem 17. Jahrhundert eine Unterherrschaft im Herzogtum Berg.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn, Hermann Behrend, 1898Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit, Band 3, Sauerländer, 1832
Das Kirchspiel und Botenamt Odenthal im bergischen Amt Porz wurde 1631 an Freiherrn Johann Adolph von Wolff genannt Metternich als Lehen gegeben, nachdem er bereits 1618 nach der Heirat mit Maria Catharina von Hall über Schloss Strauweiler verfügen konnte. Damit war zunächst die Niedergerichtsbarkeit verbunden, bis nach Zahlung von 6.000 Reichstalern 1634 Odenthal zur Unterherrschaft erhoben wurde, womit eine erweiterte Gerichtsbarkeit verbunden war.
Aus der Charte des Herzogthums Berg von Carl Friedrich von Wiebeking geht hervor, dass die Herrschaft im Jahr 1789 in die Bereiche Oberkirspel (Oberes Kirchspiel) und Unterkirspel (Unteres Kirchspiel) gegliedert war. Das Gebiet entspricht in etwa, abgesehen von den Änderungen durch die Kommunalreform 1975, den heutigen Gemarkungen Oberodenthal (Oberkirspel) und Unterodenthal (Unterkirspel).
Zur Herrschaft gehörten seinerzeit folgende Wohnplätze: Oberodenthal: Landwehr, Eichholz, Keffermich, Busch, Neschen, Grimberg, (Unter- und Ober-)Breidbach, Königsberg, Schmeisig, Winkelhausen, Meute, Meegen, Klasmühle, Kragau, Nussbaum, Oberscheid, Hochscherf, Lengsberg, Scherf, Gut Scherf (jetzt Amtmannscherf), Spezard (jetzt Wirtsspezard), Schallemich, Oberkäsbach, Eikamp, Altehufe, Niederkäsbach, Scheuren, Oberhortenbach, Straßen, Höffe, Unterkirsbach, Oberkirsbach, Niederscherf, Strünken, Hollweg und Hunger. Unterodenthal: Biese, Blecher, Buschhorn, Holz, Altenberg, Strauweiler, Dhün (jetzt Dünnerhöfe), Erberich, Fahn, Glöbusch, Heide, Osenau, Odenthal, Hahnenberg, Küchenberg, Schwarzbroich, Nittum, Selbach, Straßen, Kalmünten, Hoverhof und Mutz.
Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde die Herrschaft aufgelöst und Odenthal politisch in die Mairie Odenthal im Kanton Bensberg im Arrondissement Mülheim am Rhein umgewandelt. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Odenthal im Kreis Mülheim am Rhein.
Einzelnachweise
Kategorie:Geschichte (Rheinisch-Bergischer Kreis) Kategorie:Odenthal