Niepars ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Amtssitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere sieben Gemeinden angehören.

Geografie Niepars liegt etwa zehn Kilometer westlich von Stralsund und 56 km östlich von Rostock. Rund 10 km nördlich liegt der Grabow als Teil der Darß-Zingster Boddenkette. Der Süden der Gemeinde grenzt bei Obermützkow an das Flüsschen Barthe. Der Gemeinde gehören die Orte Buschenhagen, Duvendiek, Kummerow, Kummerow Heide, Lassentin, Martensdorf, Neu Bartelshagen, Neu Lassentin, Obermützkow, Wüstenhagen, Zansebuhr und Zühlendorf an.

Geschichte Niepars wurde erstmals 1282 urkundlich erwähnt. Der Ort wurde im Zuge der deutschen Ostkolonisation planmäßig angelegt. Gegründet wurde er durch das örtliche Zisterzienserkloster, von dem aber nur die Kirche erhalten blieb. 1944 hatte Niepars ca. 800 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Gemeinde etwa 1000 Umsiedler auf und wuchs damit drastisch.

Niepars war dann bis 1952 Teil des Landkreises Franzburg-Barth und gehörte danach bis 1994 zum Kreis Stralsund im Bezirk Rostock. Zum 26. Mai 2019 wurden Kummerow und Neu Bartelshagen eingemeindet.

1973 öffnete in Niepars eine neu erbaute Schule, die nach Clara Zetkin benannt wurde. Der Bildhauer Hans-Peter Jäger (* 1941) schuf an der Schule ein 3,30 × 7,90 m großes Beton-Relief mit dem Thema Clara Zetkin.Bildende Kunst, Berlin, 2/1973, S. 104 (Abbildung) Der Name der Schule wurde nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 abgelegt; seit 1989 trägt sie den Namen Professor Gustav Pflugradt.

Obermützkow wurde als Unterteilung von Mützkow in Ober- und Untermützkow seit 1862 so benannt. Das Gut Mützkow war u. a. im Besitz der Stralsunder Adelsfamilie Mörder (15. Jahrhundert, 1730 erlosch die Familie), der Familien Göben (um 1746), von Schlagenteuffel (um 1770) und Helms (ab 1862). Das erhaltene Gutshaus stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein barockes Tor von 1746 mit Göben-Wappen ist erhalten.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 1753 1995 2136 2000 2152 2005 2000 2010 1891 2015 1810 Jahr Einwohner 2020 2492 2021 2532 2022 2370 2023 2369 2024 2377

Stand: 31. Dezember des jeweiligen JahresStatistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Statistischer Bericht. Bevölkerungsstand. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Die Zunahme der Einwohnerzahl 2020 ist auf die Eingemeindung von Kummerow und Neu Bartelshagen im Jahr 2019 zurückzuführen.

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Niepars besteht aus 12 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 66,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Freie Wählergemeinschaft Niepars (FWG) 54,0 % 9 44,2 % 5 CDU 30,7 % 5 24,1 % 3 AfD – – 20,6 % 1 SPD 2,2 % – 4,5 % 1 Einzelbewerber Mike Badtke – – 2,1 % – Die PARTEI – – 2,0 % – Einzelbewerberin Gloria Westphal – – 1,6 % – Einzelbewerber Sven Wunderle – – 0,9 % – Die Linke 13,1 % 2 – – Insgesamt 100 % 16 100 % 10

Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD drei Sitze. Da sie nur einen Kandidaten aufgestellt hatte, bleiben in der Gemeindevertretung zwei Sitze unbesetzt.

Bürgermeister 2009–2024: Bärbel Schilling (FWG) seit 2024: Jeanette Kretschmer (FWG)

Schilling wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 67,7 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 Bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 wurde Kretschmer ohne Gegenkandidat mit 80,5 % der gültigen Stimmen zu ihrer Nachfolgerin gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Ihre Amtsdauer beträgt fünf Jahre.Kommunalverfassung für das Land Mecklenburg-Vorpommern § 37 (3)

Wappen Das Wappen wurde am 2. März 2000 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 205 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Blau mit den Stielen schräggekreuzt ein silbernes Eichenblatt und eine gestielte silberne Eichel, die Kreuzung überdeckt von einem silbernen Hammer, darüber zwischen zwei goldenen Ähren ein goldenes Schildchen, drin links oben ein grüner Halbkeil und rechts unten ein grüner steigender Halbkeil.“

Das Wappen wurde von dem Michael Zapfe aus Weimar gestaltet.

Sehenswürdigkeiten und Kultur mini|Dorfkirche Niepars

Dorfkirche Niepars aus dem späten 13. Jahrhundert Agrar- und Technikmuseum in einem Speicher des Gutshofes Obermützkow (seit 1999)

In Ort gibt es den Filmclub Nieparshttp://www.amt-niepars.de/wp-content/uploads/2013/01/3453_Niepars_01_15.pdf mit regelmäßigem Kinoprogramm. Er wurde als Initiative des Freizeitvereins Obermützkow und des Landkinos 2015 gegründet.

Infrastruktur Verkehr Die Bahnstrecke Stralsund–Rostock mit den Stationen Martensdorf und Kummerow (b Stralsund) sowie die Bundesstraße 105 führen durch das Gemeindegebiet. Der Flughafen Barth ist etwa 20 km entfernt.

Einrichtungen Prof.-Gustav-Pflugradt-Regionalschule in Niepars Gemeindebibliothek im Bücherturm in Niepars Verein Jugendhaus Storchennest in der Fachwerkscheune in Niepars; u. a. betreutes Wohnen für Jugendliche Reit- und Fahrverein Obermützkow mit neuer Reithalle Sportverein SV 93 Niepars

Einzelnachweise

Weblinks

Gemeinde Niepars

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