mini|hochkant|Eberhard Lippmann (rechts) mit Roland Jüngling (1975) Eberhard Lippmann (* 21. September 1952) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. In der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs, der Oberliga, spielte er für die BSG Stahl Riesa und die BSG Chemie Böhlen.
Sportliche Laufbahn Als 18-Jähriger begann Eberhard Lippmann während der Saison 1970/71 seine Laufbahn im höherklassigen Fußball in der 2. Mannschaft von Dynamo Dresden, die in der zweitklassigen DDR-Liga spielte. In der über 30 Runden laufenden Spielzeit wurde er in acht Punktspielen eingesetzt und erzielte dabei ein Tor. Bereits in der folgenden Spielzeit 1971/72 gehörte er zum erweiterten Spielerstamm. Nach einer Aufstockung der DDR-Liga auf fünf Staffeln, wurden in der Staffel D nur noch 20 Spiele ausgetragen, von denen Lippmann 15 Begegnungen bestritt. Mit seinen sechs Toren war er dabei Torschützenbester seiner Mannschaft. 1972/73 wurde er mit der 2. Mannschaft Staffelsieger, da diese nicht aufstiegsberechtigt war, nahm sie aber nicht an der Aufstiegsrunde zur DDR-Oberliga teil. Am Staffelsieg war Lippmann mit 14 Ligaspielen und fünf Toren beteiligt gewesen.
Zum Spieljahr 1973/74 wechselte der 1,73 Meter große Schlosser, der bei Dynamo im Frühjahr 1973 nach eigenen Angaben als Anschlusskader der 1. Mannschaft andere Teams auf sich aufmerksam machen konnte, zum Oberligaaufsteiger BSG Stahl Riesa. Dort wurde er als Abwehrspieler, die war eine Entwicklung die schon in Dresden begonnen hatte, eingesetzt und kam auf 17 Punktspiele. In den anschließenden drei Oberligaspielzeiten war Lippmann als Stammspieler gesetzt und kam in den möglichen 78 Punktspielen auf 67 Einsätze. 1976/77 musste Riesa wieder aus der Oberliga absteigen, schaffte aber den sofortigen den Wiederaufstieg. In den 22 Partien der Saison 1977/78 wurde Lippmann in 20 Partien aufgeboten und wurde, nunmehr wieder zum Stürmer umfunktioniert, mit 14 Toren nach 1972 zum 2. Mal treffsicherster Akteur der Stahl-Elf. Er bestritt auch alle acht Aufstiegsspiele und wurde mit sieben Treffern auch bester Schütze der Aufstiegsrunde. Seine Torgefährlichkeit nahm er in die folgende Oberligasaison 1978/79 mit. In seinen 24 Punktspieleinsätzen erzielte er zehn Tore und war damit wieder bester Schütze der Riesaer. Das wiederholte er noch einmal 1979/80, wobei ihm bei 24 Oberligaspielen diesmal sechs Tore reichten. Nach der Spielzeit 1980/81 musste die BSG Stahl erneut absteigen. Lippmann fehlte bei sechs Punktspielen und kam nur noch auf fünf Tore. Die Ligasaison 1981/82 verlief sowohl für Stahl Riesa als auch für Lippmann unbefriedigend. Die Mannschaft wurde zwar Staffelsieger, verpasste aber mit Platz vier in der Aufstiegsrunde die Rückkehr in die Oberliga. Lippmann konnte fast die gesamte Spielzeit nicht eingesetzt werden und kam nur auf sieben Ligaspiele. Auch mit seinen sieben Einsätzen in der Aufstiegsrunde konnte er der Mannschaft nicht mehr helfen.
Daraufhin verließ er Stahl Riesa und schloss sich, wie schon neun Jahr zuvor, erneut einem Oberligaaufsteiger an, dieses Mal der BSG Chemie Böhlen, gegen die die Stahl-Elf gerade noch in der Aufstiegsrunde angetreten war. Auch dort wurde er 1982/83 wieder als Stürmer eingesetzt, kam aber in seinen 19 Oberligaspielen lediglich auf zwei Tore. Da Böhlen nicht den Klassenerhalt schaffte, spielte Lippmann 1983/84 mit der BSG Chemie wieder in der Zweitklassigkeit. Als 31-Jähriger bestritt er seine letzte Saison im höherklassigen Fußball. Dabei lief er noch einmal zu alter Stärke auf, er fehlte nur bei einem der 22 Punktspiele und war mit sechs Treffern erfolgreich. Nachdem Böhlen als Tabellenzweiter den Wiederaufstieg verpasst hatte, beendete Lippmann seine Laufbahn als im höherklassigen Fußball, kickte aber in der 2. Mannschaft von Chemie Böhlen noch weiter. Er konnte am Ende seiner leistungssportlichen Laufbahn, wie es oft bei Sportecho beziehungsweise fuwo zu DDR-Zeiten hieß, auf 171 Oberligaeinsätze mit 31 Toren, 86 Ligabegegnungen mit 34 Treffern sowie auf die Teilnahme an 15 Oberligaaufstiegsspielen und dabei neun Torerfolge zurückblicken. Später spielte Lippmann nach eigenem Bekunden noch in Weißenfels und nach der Wiedervereinigung wieder in Böhlen.
Trivia Sein Bruder Frank war ebenfalls Oberligakicker und lief nach seiner Flucht aus der DDR auch in der Bundesliga auf.
Literatur Deutsches Sportecho: Jahrgänge 1970–1984. Andreas Baingo, Michael Horn: Geschichte der DDR-Oberliga. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2004, ISBN 3-89533-428-6, Seite 299 und 337. Hanns Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-556-3, Seite 300. Hanns Leske: Die DDR-Oberligaspieler. Ein Lexikon. AGON Sportverlag, Kassel 2014, ISBN 978-3-89784-392-9, Seite 299.
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