mini|hochkant=1.6|Stolpersteine „Familie Meyerhoff“ (Murgtalstraße 101) Die Stolpersteine in Gaggenau sind besondere Pflastersteine in Gehwegen, die an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in der Stadt Gaggenau im baden-württembergischen Landkreis Rastatt in Deutschland erinnern sollen.

Stolpersteine Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die während des Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in die Pflaster der Gehwege eingelassen. Mittlerweile gibt es über 61.000 Steine (Stand: Juli 2017) nicht nur in Deutschland, sondern auch in 21 weiteren europäischen Ländern.In #Turin (Italien) wurde heute der europaweit 50.000ste #Stolperstein verlegt! Er erinnert an Eleonora Levi. #Demnig @_Stolpersteine_ am 11. Januar 2015 auf Twitter. Die Stolpersteine sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

Am 7. Oktober 2009 wurden in Gaggenau die ersten Stolpersteine verlegt.

Anmerkung: Das Datum unter dem jeweiligen Bild gibt an, wann der Stein verlegt wurde.

Verlegte Stolpersteine

StolpersteinInschriftVerlegeortName, Leben HIER WOHNTENATHAN KAHNJG. 1878GEDEMÜTIGT / ENTRECHTETFLUCHT IN DEN TOD1933Hauptstraße 97 (1878–1933) HIER WOHNTEEMILIE MAIERGEB. LADENBURGERJG. 1881DEPORTIERT 1940GURSERMORDET INAUSCHWITZLandstraße 49, geborene Ladenburger (1881–1940/45) HIER WOHNTEJULIUS MAIERJG. 1872DEPORTIERT 1940GURSERMORDET INAUSCHWITZLandstraße 49 (1872–1940/45) HIER WOHNTEFRIEDA MEYERHOFFGEB. LEHMANNJG. 1880UNFREIWILLIG VERZOGEN1938 MANNHEIMDEPORTIERT 1940GURSFLUCHT 1941 USAÜBERLEBTMurgtalstraße 101, geborene Lehmann (1880-) HIER WOHNTEFRIEDRICHMEYERHOFFJG. 1917FLUCHT 1936USAÜBERLEBTMurgtalstraße 101 (1917-) HIER WOHNTEGERTRUDMEYERHOFFJG. 1917FLUCHT 1936USAÜBERLEBTMurgtalstraße 101 (1917-) 120px HIER WOHNTEDR. ISIDORMEYERHOFFJG. 1875UNFREIWILLIG VERZOGEN1938 MANNHEIMTOT 8.6.1940Murgtalstraße 101 war Arzt und ließ die Villa Murgtalstraße 101 während des Ersten Weltkriegs erbauen. Nach Misshandlungen bei einem Hausbesuch verließ Meyerhoff das Murgtal und zog mit seiner Familie nach Mannheim, wo er 1940 verstarb. Seine Frau und die Kinder überlebten den Holocaust.Irene Schneid-Horn: „Stolpersteine als Zeichen der Sorge und des Mitgefühls“, in Badische Neueste Nachrichten, 29. Januar 2017; abgerufen am 5. September 2017 HIER WOHNTELIESELOTTEMEYERHOFFJG. 1908UNFREIWILLIG VERZOGEN1938 MANNHEIMDEPORTIERT 1940GURSFLUCHT 1941 AUSTRALIENÜBERLEBTMurgtalstraße 101 (1908-) 120px HIER WOHNTEHANS MEIERJG. 1922VERHAFTET 1941ERMORDET 1941 INMAUTHAUSENLandstraße 49 (1922–1941) war der Sohn von Emil und Hilda Maier. Der Vater stirbt am 3. März 1933. Hans Fritz ging im Jahr 1936 nach Amsterdam. Im Alter von 19 Jahren gerät er in eine SS-Razzia und wird nach Buchenwald deportiert. Von dort aus in das KZ Mauthausen, wo er schließlich in einem Steinbruch erschossen wird. HIER WOHNTEZERLINE STENGELGEB. MAIERJG. 1858DEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZMurgtalstraße 101, geborene Maier (1858–1943) Zerlina Stengel ist die Mutter von Hilda Maier. Hilda, Emils Frau, und ihre Mutter Zerlina Stengel (Hildas Mutter, geboren am 13. Januar 1858 in Nonnenweiher) folgten dem Sohn nach Amsterdam. Zerlina wurde gefasst und zuerst nach Westbork deportiert, dann nach Auschwitz gebracht, wo sie im Jahr 1943 ermordet wurde. HIER WOHNTEAUGUSTA STERN .... Landstraße 34 Auguste, die Tochter der Sterns, heiratete Theodor Köhler. Beide wurden am 22. Oktober 1940 nach Gurs in das Internierungslager deportiert, am 17. August 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz. HIER WOHNTETHEODOR KÖHLER .... HIER WOHNTEJULIE STERNGEB. LAUPHEIMERJG. 1891DEPORTIERT 1940GURSERMORDET INAUSCHWITZ , geborene Laupheimer (1891–1940/45) HIER WOHNTELUDWIG STERNJG. 1886VERHAFTET 1938ERMORDET 1938 INDACHAU (1886–1938) geboren am 18.07.1886 in Gernsbach und wohnhaft in Hörden, war nach Julius der dritte Inhaber des Gasthauses „zum Adler“. Er war verheiratet mit Klara Stern (Ehemann Julius Stern, geboren am 18.07.1886 in Gernsbach, gestorben 1914, nicht verwandt mit Ludwig), geborene Ladenburg. Er wurde am 11. November 1938 in das KZ nach Dachau deportiert und am 26. November 1938 ermordet.

Literatur

Weblinks

Projekt Stolpersteine der Realschule Gaggenau

Einzelnachweise

Gaggenau Stolpersteine Kategorie:Judentum im Landkreis Rastatt