Die Liste der Stolpersteine in Saffig enthält die Stolpersteine, welche von Gunter Demnig in Saffig verlegt wurden. Sie sollen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, die in Saffig ihren letzten bekannten Wohnsitz hatten, bevor sie deportiert und ermordet wurden.

Liste der Stolpersteine Adresse Verlegedatum Name Bild / Anmerkung Neustraße 35 Saffig zentriert|mini|Stolperstein für Moritz Hirsch Moritz Hirsch (geb. 8. August 1866 in Saffig; gest. nach dem 20. September 1942 im Vernichtungslager Treblinka) war der Sohn des jüdischen Händlers David Hirsch und dessen Ehefrau Maria Anna Hirsch, geborene Klee. Anmerkung: Die Transportkarteikarte aus dem Ghetto Theresienstadt für Moritz Hirsch weist für ihn das falsche Geburtsjahr 1856 nach, das sich so auch in dem vom Bundesarchiv erstellten Gedenkbuch (Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945) findet. Die Deportationsliste und eben seine Geburtsurkunde geben jedoch 1866 an. 1915 hatten Hermann, Isidor, Max und Moritz Hirsch in Saffig die Viehhändler-Firma Gebrüder Hirsch gegründet. Durch das erfolgreich geführte Unternehmen erlangte die gesamte Familie einen gewissen Wohlstand. Moritz Hirsch lässt sich 1928 und 1936 als Viehhändler in Saffig, Neustraße 192, nachweisen. Er war mit Emma Hahn aus Heilbronn verheiratet. Aus der Ehe gingen die Söhne Ernst (geb. 1903) und Karl (geb. 1905) hervor. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Deutschen Reich wurde die Berufstätigkeit der jüdischen Bevölkerung nach und nach eingeschränkt. Die Firma der Gebrüder Hirsch wurde daher 1940 von Amts wegen im Handelsregister gelöscht. Ende 1939 hatte man Moritz Hirsch als letzten Vertreter der jüdischen Gemeinde in Saffig gezwungen, die dortige Synagoge zu veräußern.

Moritz Hirsch wurde am 27. Juli 1942 mit dem Transport III/2, Zug Da 76 (Personentransportnummer 145) von Weißenthurm über Köln ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Als letzte Wohnadresse ist in der Transportliste für ihn Saffig, Neustraße 192, vermerkt. Bereits am 19. September 1942 erfolgte seine weitere Deportation mit dem Transport Bo, Zug Da 83 (Personentransportnummer 1673). Der Zug erreichte am 21. oder 22. September 1942 das Vernichtungslager Treblinka, wo er wahrscheinlich noch am selben Tag ermordet wurde.

Sein Sohn Karl (Charles) hatte 1932 eine Filiale der Firma Gebrüder Hirsch in Saarbrücken eröffnet, war während der NS-Zeit zunächst nach Frankreich geflohen und schließlich 1941 in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Er verstarb 1980 in New York. zentriert|mini|Stolperstein für Emma Hirsch Emma Hirsch (geb. 7. Mai 1875 in Heilbronn; gest. nach dem 20. September 1942 im Vernichtungslager Treblinka) war die Tochter des jüdischen Bäckers Nathan Hahn und dessen Ehefrau Fanny Hahn, geborene Baer. Sie war verheiratet mit dem Viehhändler Moritz Hirsch aus Saffig.

Emma Hirsch wurde am 27. Juli 1942 mit dem Transport III/2, Zug Da 76 (Personentransportnummer 146) von Weißenthurm über Köln ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Als letzte Wohnadresse ist in der Transportliste für sie Saffig, Neustraße 192, vermerkt. Bereits am 19. September 1942 erfolgte ihre weitere Deportation mit dem Transport Bo, Zug Da 83. Der Zug erreichte am 21. oder 22. September 1942 das Vernichtungslager Treblinka, wo sie wahrscheinlich noch am selben Tag ermordet wurde. zentriert|mini|Stolperstein für Ernst Hirsch Ernst Hirsch (geb. 12. August 1903 in Saffig; gest. nach dem 30. April 1942) war der Sohn des jüdischen Ehepaars Moritz Hirsch und Emma Hirsch, geborene Hahn. Im Herbst 1938 arbeitete er als Landwirt in Hambuch bei Kaisersesch, als er im Verlauf der Novemberpogrome verhaftet und am 15. November 1938 ins KZ Dachau überstellt worden war (Häftlingsnummer 27104). Er blieb dort bis zum 16. Dezember 1938.

Ernst Hirsch wurde am 30. April 1942 mit dem Transportzug Da 76 vom Bahnhof Koblenz-Lützel ins damals vom Deutschen Reich besetzten Polen deportiert. Als letzte Wohnadresse ist in der Transportliste für ihn Saffig, Neustraße 192, vermerkt. Der Zug erreichte am 3. Mai den Bahnhof Krasnystaw. Die Insassen mussten zu Fuß weiter ins Durchgangsghetto Kraśniczyn, das bereits im Juni 1942 aufgelöst wurde. Die SS-Wachmannschaften töteten dabei etwa 200 Personen noch vor Ort, die verbliebenen Ghettobewohner wurden wenig später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.Neustraße 7 Saffig zentriert|mini|Stolperstein für Helene Klee Helene Klee geborene Hirsch (geb. 19. Dezember 1864 in Saffig; gest. nach dem 20. September 1942 im Vernichtungslager Treblinka) war die Tochter des jüdischen Händlers David Hirsch und dessen Ehefrau Maria Anna Hirsch, geborene Klee. Helene Klee war verheiratet mit dem Fleischer Abraham Klee (1863–1913) und lässt sich 1928 und 1936 als Witwe in Saffig, Neustraße 159, nachweisen.

Helene Klee wurde am 27. Juli 1942 zusammen mit ihrem Bruder Moritz Hirsch und dessen Ehefrau Emma Hahn mit dem Transport III/2, Zug Da 76 (Personentransportnummer 191) von Weißenthurm über Köln ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Als letzte Wohnadresse ist in der Transportliste für sie Saffig, Neustraße 192, vermerkt. Bereits am 19. September 1942 erfolgte ihre weitere Deportation mit dem Transport Bo, Zug Da 83 (Personentransportnummer 1685). Der Zug erreichte am 21. oder 22. September 1942 das Vernichtungslager Treblinka, wo sie wahrscheinlich noch am selben Tag ermordet wurde. Zeibgasse 1 a Saffig zentriert|mini|Stolperstein für Cäcilia Mayer Cäcilia Mayer (geb. 21. Juli 1887 in Saffig; gest. nach dem 30. April 1942) war die Tochter des jüdischen Viehhändlers Marcus Mayer und dessen zweiter Ehefrau Adelheid Mayer, geborene Frank. Cäcilia wohnte zusammen mit ihrer älteren Halbschwester Barbara Mayer in der Saffiger Zeibgasse.

Cäcilia Mayer wurde am 30. April 1942 mit dem Transportzug Da 76 vom Bahnhof Koblenz-Lützel ins damals vom Deutschen Reich besetzten Polen deportiert. Als letzte Wohnadresse ist in der Transportliste für sie Saffig, Zeibgasse, vermerkt. Der Zug erreichte am 3. Mai den Bahnhof Krasnystaw. Die Insassen mussten zu Fuß weiter ins Durchgangsghetto Kraśniczyn, das bereits im Juni 1942 aufgelöst wurde. Die SS-Wachmannschaften töteten dabei etwa 200 Personen noch vor Ort, die verbliebenen Ghettobewohner wurden wenig später im Vernichtungslager Sobibor ermordet. zentriert|mini|Stolperstein für Mathilde Mayer Anmerkung: Nach früheren Forschungen lautete der Rufname der sechsten aus Saffig deportieren Person Mathilde und deren Geburtsjahr sei 1887 gewesen. Neuere, auf die Koblenzer Gestapo-Kartei bezogene Recherchen weisen jedoch nach, dass es sich um folgende Person handelt: Barbara Mathilde Mayer (geb. 7. Oktober 1883 in Saffig; gest. nach dem 30. April 1942) online war die Tochter des jüdischen Viehhändlers Marcus Mayer und dessen erster Ehefrau Mathilde Mayer, geborene Herzog. Barbara wohnte zusammen mit ihrer jüngeren Halbschwester Cäcilia Mayer in der Saffiger Zeibgasse.

Barbara Mayer wurde am 30. April 1942 mit dem Transportzug Da 76 vom Bahnhof Koblenz-Lützel ins damals vom Deutschen Reich besetzten Polen deportiert. Als letzte Wohnadresse ist in der Transportliste für sie Saffig, Zeibgasse, vermerkt. Der Zug erreichte am 3. Mai den Bahnhof Krasnystaw. Die Insassen mussten zu Fuß weiter ins Durchgangsghetto Kraśniczyn, das bereits im Juni 1942 aufgelöst wurde. Die SS-Wachmannschaften töteten dabei etwa 200 Personen noch vor Ort, die verbliebenen Ghettobewohner wurden wenig später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.

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