Das Travel Town Museum ist ein kostenlos zugängliches Eisenbahnmuseum an der Nordwestecke des Griffith Park in Los Angeles, das am 14. Dezember 1952 eröffnet wurde. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Schienenfahrzeugen der westlichen Vereinigten Staaten von 1880 bis 1930, und ganz besonders solchen aus Kalifornien.

Geschichte In den späten 1940er Jahren hatten ein Mitarbeiter der Parkverwaltung, Charley Atkins, und einige Eisenbahnenthusiasten die Idee, dass eine Lokomotive in voller Größe eine gute Ergänzung zu der bestehenden Parkeisenbahn im Griffith Park darstellen würde. Das Hafenamt der Stadt Los Angeles besaß zu dieser Zeit zwei für die Verschrottung vorgesehene Rangierloks, die dafür geeignet schienen. Mit der Unterstützung durch den damaligen General Manager der Parkverwaltung, George Hjelte und den Superintendenten William Frederickson nahm Atkins Kontakt mit den wichtigsten Eisenbahngesellschaften in Kalifornien auf und fragte, ob sie Schienenfahrzeuge für die Ausstellung bereitstellen könnten. Da zu dieser Zeit das Dampfzeitalter gerade zu Ende ging, bekam er positive Rückmeldungen.

Travel Town wurde am 14. Dezember 1952 eröffnet. 1965 wurden die Ausstellungsstücke neu gruppiert, bevor der Park wiedereröffnet wurde. Heute wächst die Sammlung das Travel Town Museum nach wie vor weiter an und neue Gebäude werden errichtet.Travel Town Museum at Griffith Park: Los Angeles. Abgerufen am 1. September 2017. Die Sammlung umfasst 43 Schienenfahrzeuge im Original.

Normalspur-Dampflokomotiven Heisler 1369 der HHRR (1918)

Die Heisler-Lokomotive stammt von einer Waldeisenbahn im Mother Lode Gebiet im Mariposa County. Die Getriebelokomotive wurde 1918 als die 369. von insgesamt über 600 Lokomotiven der Heisler Locomotive Works gebaut und erhielt daher die Seriennummer 1369. Sie wiegt 75 t und alle sechs Achsen sind über Gelenkwellen in Fahrzeugmitte, geradverzahnte Kegelräder und innerhalb der Drehgestelle Kuppelstangen angetrieben. Die Dampfmaschine in V-Anordnung ist vor der Feuerbüchse stehend eingebaut. Die Lokomotive wurde ursprünglich von der Hetch Hetchy Railroad (HHRR) eingesetzt, um Baumaterial zur Staudamm-Baustelle für die Trinkwasser-Versorgung von San Francisco zu bringen. Mitte der 1920er Jahre wurde die Lokomotive an die Standard Lumber Company von Sonora (Kalifornien) verkauft, die später zur Pickering Lumber Company umfirmiert wurde. Dort stand sie, bis sie 1952 von deren Präsidenten, F.F. Momyer dem Travel Town Museum gestiftet wurde.Tafel im Travel Town Museum.

Shay 2 der Little River Company (1922)

Die ölgefeuerte Shay-Lokomotive mit drei Drehgestellen, sechs über Zahnräder angetriebenen Achsen und der Achsfolge B’B’B’ wurde 1922 von Lima Locomotive Works als Nummer 4 für die Waldeisenbahn der Little River Redwood Company in Crannell (Kalifornien) gebaut. Die Lokomotive wurde 1935 an die Camino, Placerville & Lake Tahoe Railroad verkauft und erhielt dort die Betriebsnummer 2. Sie wurde auf der 13 km langen Bahnstrecke der Michigan-California Lumber Company betrieben, um Schnittholz vom Sägewerk in Camino in den Sierra Nevada östlich von Sacramento zu einer Abzweigung an der Placerville Branch der Southern Pacific Railroad bei Placerville (Kalifornien) zu transportieren. Sie hat eine Masse von 75,5 t und einen Treibraddurchmesser von 910 mm. Mit einem Betriebsdruck von 14 bar, einem Zylinderdurchmesser von 300 Millimetern und 380 mm Kolbenhub hatte sie eine Anfahrzugkraft von 13,8 t.

Rangierlokomotive 4439 der UP (1918) mini|Rangierlokomotive 4439 der Union Pacific Railroad

Die Rangierlokomotive 4439 mit der Achsfolge C h2 (0-6-0) wurde 1918 gebaut und war eine von 45 ölgefeuerten Dampflokomotiven der S-5-Klasse, die von den Baldwin Locomotive Works für die Union Pacific Railroad (UP) gebaut wurden. Sie wurde anfangs in Cheyenne (Wyoming) und später auf der Los Angeles Harbor Belt Linie eingesetzt, bis sie 1957 aufgrund einer Anweisung des Air Pollution Control Board außer Betrieb genommen wurde. Es war die letzte im Raum Los Angeles noch regelmäßig eingesetzte Dampflokomotive. Sie hat eine Masse von 71 t und einen Treibraddurchmesser von 1300 mm. Mit einem Betriebsdruck von 12 bar, einem Zylinderdurchmesser von 530 Millimetern bei 660 Millimeter Kolbenhub hatte sie eine Anfahrzugkraft von 11,2 t. Sie wurde dem Museum 1957 vermacht.

American der WP (1864) mini|American der WP

Die Lokomotive der Achsfolge 2’B n2 (4-4-0, American) wurde 1864 für die Western Pacific Railroad gebaut. Sie wurde 1869 von der Central Pacific Railroad übernommen, die sie bis 1914 einsetzte, bevor sie an die Stockton, Terminal and Eastern (ST&E) abgegeben wurde, die sie bis 1953 nutzte.Joe Thompson: Travel Town, Los Angeles. Juli 2007. Abgerufen am 28. August 2017.

Consolidation 26 (1909) mini|Consolidation 26 der WP

Die Dampflokomotive 26 mit der Achsfolge 2’D h2 (2-8-0, Consolidation) ist eine von 13 ölgefeuerten Dampflokomotiven dieser Bauart. Sie wurde 1909 von American Locomotive Company (Alco) als Güterzuglok für die Western Pacific gebaut. Sie wurde 45 Jahre lang auf der Western Pacific eingesetzt und war eine der letzten Alco Consolidation-Dampflokomotiven auf dieser Bahnlinie. Die Western Pacific hat sie 1954 den Kindern von Los Angeles vermacht. Sie war als C-43 klassifiziert und hatte eine Länge von 21,29 m. Die Lokomotive hat eine Masse von 92 t, der Tender von 71 t. Die Zylinder haben einen Durchmesser von 510 Millimetern bei 760 mm Kolbenhub und die Treibräder einen Durchmesser von 1400 mm. Der Feuerkasten hatte eine Fläche von 19 m², eine Rostfläche von 3,12 m² und eine Heizfläche von 212,9 m² einschließlich einer Überhitzerfläche von 68,1 m². Der Kesseldruck war 14 bar und sie hatte eine Anfahrzugkraft von 19,6 t.

Consolidation 664 (1899) mini|Consolidation 664 der AT&SF

Die Dampflok der Atchison, Topeka and Santa Fe Railway hat die Achsfolge 2’D (2-8-0, Consolidation). Sie wurde 1899 von den Baldwin Locomotive Works gebaut und war eine von 45 Lokomotiven dieser Bauart. Sie hatte ursprünglich die Nummer 891, wurde aber 1900 in 664 umnummeriert. 1910 wurde sie für ein Jahr an die Pecos & Northern Texas Railway ausgeliehen, kehrte danach aber zur AT&SF zurück. Sie wurde für Güterzüge auf den Northern, Southern, Panhandle, Plains and Gulf Divisions der AT&SF eingesetzt und war noch in Betrieb, bis sie 1953 dem Museum vermacht wurde. Sie hat eine Masse von 73,3 t. Der Zylinderdurchmesser beträgt 530 Millimeter bei 710 mm Hub und die Treibräder haben einen Durchmesser von 1400 mm. Sie ist mit einer Stephenson-Ventilsteuerung ausgerüstet. Sie hat einen Ölbrenner mit einer 2,7 m² und einer Heizfläche von 166 m². Ihr Kesseldruck war 12 bar, und sie hatte eine Anfahrzugkraft von 15,0 t. Der Tender hat eine Masse von 44 t und konnte 9 t Öl und 19.000 Liter Wasser aufnehmen.www.rgusrail.com. Abgerufen am 1. September 2017.

Rangierlokomotive 1273 der SP (1921) mini|Rangierlokomotive 1273 der Southern Pacific Railroad

Die ölgefeuerte Rangierlokomotive 1273 mit der Achsfolge C h2 (0-6-0) ist eine von 32 Lokomotiven dieser Achsfolge, die von der Southern Pacific in deren Werkstätten von Sacramento gebaut wurde. Sechs weitere wurden in den Werkstätten von Los Angeles gebaut. Sie wurde 1921 gebaut. Sie gehörte zur S-12-Klasse und wurde auf dem Gelände der Southern Pacific in Sacramento (Kalifornien) eingesetzt. Sie hat eine Masse von 69 t, einen Zylinderdurchmesser von 510 Millimetern bei ebenfalls 510 Millimetern Hub. Der Raddurchmesser beträgt 1300 mm. Mit einem 2,8 m² großen Rost und einer Gesamtheizfläche von 14 m² einschließlich eines 23,7 m² großen Überhitzers. Sie hatte einen Kesseldruck von 14 bar und eine Anfahrzugkraft von 14,07 t. Sie wurde 1956 abgestellt, nachdem sie in 35 Jahren über 2.400.000 km zurückgelegt hatte. Im darauffolgenden Jahr wurde sie von Southern Pacific dem Travel World Museum vermacht.

Mikado 1000 der HHRR (1920) mini|Mikado 1000 der Hetch Hetchy Railroad (HHRR)

Die Dampflokomotive mit der Achsfolge 1’D1’ h2 (2-8-2, Mikado) wurde 1920 von den American Locomotive Company als Nummer 4 für die Hetch Hetchy Railroad gebaut. Sie wurde auf deren 109 km langer Bahnstrecke eingesetzt, die von der Stadt San Francisco gebaut worden war, um den O’Shaughnessy Dam im Tal des Tuolumne River in Hetch Hetchy Valley, Yosemite (Kalifornien) zu bauen. 1924 wurde sie an die Newaukum Valley Railroad verkauft, die von der Carlisle Lumber Company in Washington State betrieben wurde und bekam die Betriebsnummer 1000. Mit der symmetrischen Achsfolge 1’D1’ konnte sie gut vor- und rückwärts fahren, wodurch sie als Waldeisenbahnlokomotive sehr gut geeignet war. 1944 wurde sie an die Santa Maria Valley Railroad verkauft, die zu den Ölraffinerien in Santa Maria fuhr, um deren Produkte zur Hauptstrecke der Southern Pacific nach Guadalupe (Kalifornien) zu bringen. Die Santa Maria Valley Railroad vermachte die Lokomotive 1954 dem Travel Town Museum, als sie auf Dieselbetrieb umstellte. Die Lokomotive ist ölgefeuert, hat eine Masse von 88 t und einen Kesseldruck von 12 bar. Sie hat eine Anfahrzugkraft von 16,2 t. Der Treibraddurchmesser ist 1200 mm, der Zylinderdurchmesser beträgt 510 Millimeter bei einem Kolbenhub von 710 mm.

Atlantic 3025 der SP (1904) mini|Atlantic 3025 Southern Pacific Railroad

Die 1904 gebaute Dampflokomotive 3025 mit der Achsfolge 2’B1’ h2 (4-4-2, Atlantic) ist eine von 13 von der American Locomotive Company für die Southern Pacific Railroad gebauten Lokomotiven der Klasse A-3. Ihre sehr großen Treibräder mit einem Durchmesser von 2100 Millimetern waren auf eine Geschwindigkeit von mehr als 160 km/h (100 mph) ausgelegt. Die ölgefeuerte Lokomotive hatte einen Kesseldruck von 14 bar und einen Zylinderdurchmesser von 510 Millimetern bei 710 Millimetern Kolbenhub. Die Lokomotive hat eine innenliegende Stephenson-Steuerung. Sie erreichte eine Anfahrzugkraft von 11,2 t. Sie war die erste Normalspurlokomotive, die 1952 in Travel Town ausgestellt wurde, nachdem sie dem Museum von der Southern Pacific übereignet worden war.

Satteltanklokomotive (1921) mini|Satteltanklokomotive 31 der Los Angeles Harbor Authority

Die Satteltanklokomotive 31 mit der Achsfolge B n2t (0-4-0T) wurde 1921 von den Davenport Locomotive Works in Davenport (Iowa) für das Hafenamt der Stadt Los Angeles gebaut. Sie war ölgefeuert und hat eine Masse von 5 t. Der Zylinderdurchmesser beträgt 280 Millimeter, der Kolbenhub 410 mm und Raddurchmesser 720 mm. Bei Satteltanklokomotiven umschließt der Wasserkasten den Langkessel auf der Oberseite halbkreisförmig, diese Bauweise wurde insbesondere in Großbritannien angewendet. Sie wurde für den Bau des Hafens San Pedro auf der Insel Catalina, aber gelegentlich auch auf dem Festland eingesetzt. Der Bau des Hafens San Pedro begann 1899 und wurde 1909 ins Stadtgebiet von Los Angeles eingegliedert. Ab den 1920er Jahren wurde er zum geschäftigsten Hafen der US-amerikanischen Westküste. Ab den 1930er Jahren wurde er massiv erweitert, einschließlich einer mehr als 3 km langen äußeren Mole und einer kürzeren inneren Mole mit Anlegestellen für die Schiffe. Die drei Lokomotiven wurden bis in die frühen 1950er Jahre für den Hafenbau eingesetzt, bis dafür Diesellokomotiven beschafft wurden. Die Lokomotive 31 war bereits zur Verschrottung bestimmt, als sie als Kandidat für die Ausstellung in Travel Town erwogen wurde. Sie wurde dem Museum 1953 zusammen mit ihrer Schwesterlokomotive 32 von der Los Angeles Harbor Authority vermacht.

Satteltanklokomotive 32 der Los Angeles Harbor Authority mini|Satteltanklokomotive 32 der Los Angeles Harbor Authority