Moosthenning (Bairisch: Moosdenning) ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau. Der Verwaltungssitz der Gemeinde liegt im Dorf Unterhollerau der ehemaligen Gemeinde Lengthal.

Geografie Lage Moosthenning liegt in der Region Landshut in etwa 100 km Entfernung nordöstlich von München, unweit der Kreisstadt Dingolfing, im Isartal. Der Dreifaltigkeitsberg war ursprünglich Hauptdreiecksnetzpunkt der ersten bayerischen Landesvermessung von 1801.

Gemeindegliederung

Moosthenning hat 57 Gemeindeteile:

Gemarkungen Die Gemeindeteile, geordnet nach Gemarkung und ehemaliger Gemeinde: Gemarkung Moosthenning: Moosthenning, Burgstall, Reichenstall, Wolfsacker. Gemarkung Dornwang: Dornwang. Gemarkung Lengthal: Breitenau, Buchberg, Buchreith, Deisenau, Eglhof, Forst, Gießübl, Harpoint, Kattenbach, Klosterberg, Kronberg, Lengthal, Oberdietenau, Oberhollerau, Oberholsbach, Oberschellhart, Rothenbühl, Rothleck, Seyfriedsheim, Stopfenreuth, Strohberg, Unterdietenau, Unterhollerau, Unterholsbach, Unterschellhart. Gemarkung Ottering: Franzberg, Gattering, Habich, Holzbuch, Königsau, Oberhaslau, Ottering, Stockerpoint, Töding, Unterhaslau, Winkl. Gemarkung Rimbach: Dreifaltigkeitsberg, Neukreith, Rimbach. Gemarkung Thürnthenning: Behrhof, Birket, Greßlsbach, Großweiher, Haid, Haiholz, Hammeröd, Kleinweiher, Oberviehmoos, Schöndorf, Thürnthenning, Unterviehmoos, Zieglstadl.

Ökologie Wichtige Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten bilden das Königsauer Moos und die südexponierten Hänge zum Isartal.

Geschichte mini|Darstellung des untergegangenen Schlosses Thürnthenning im Gewölbe der Pfarrkirche Thürnthenning. Bemerkenswert ist, dass in Thürnthenning nachweislich während des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit Baierwein angebaut wurde. Darstellung zeigt Weinstöcke am Berghang unterhalb der Pfarrkirche und ist damit auch ein Bildbeleg für diese heute in Niederbayern verschwundene Sonderkultur Moosthenning gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Dingolfing des Kurfürstentums Bayern. Die Herren von Axthalb und andere besaßen hier gefreite Edelsitze. 1818 entstanden im Vollzug des Zweiten bayerischen Gemeindeedikts die Gemeinden Rimbach, Dornwang, Lengthal, Moosthenning, Thürnthenning und Ottering, die im Zuge der Gebietsreform in den 1970er Jahren zur Gemeinde Moosthenning zusammengefasst wurden.

Im Gemeindeteil Thürnthenning befand sich eine Hofmark, die seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen ist. Nach verschiedenen Besitzerwechseln unterstand sie im 18. Jahrhundert dem niederadeligen Geschlecht der Auer vom Winkel. Diese erbauten nach einem Brand im Jahre 1732 ein neues Schloss, das 1851 abgebrochen wurde. Das Andenken an diesen Bau lebt im Hausnamen Schlossbauer weiter. Im zugehörigen nunmehr bäuerlichen Anwesen sind Fragmente des Schlosses inkorporiert. Das Aussehen des Schlossbaus ist bildlich überliefert, da es im Gewölbe der Pfarrkirche Thürnthenning im Ensemble mit der Kirche dargestellt ist.

Eingemeindungen Die ursprüngliche Gemeinde und die im Zuge der Gebietsreform in Bayern direkt oder indirekt eingegliederten Gemeinden bilden im Wesentlichen die heutigen sechs Gemarkungen: mini|hochkant=1.5|ohne|Die früheren Gemeinden im nördlichen Teil des Landkreises Dingolfing EhemaligeGemeinde Flächeha Einwohner1970-05-27 Einwohner1987-05-25 Einwohner2011-05-09Geoindex Datum Anmerkung Moosthenning 618,10 504 635 977 - Ursprüngliche Gemeinde Dornwang 863,27 484 664 847 01.01.1972 Eingemeindung nach Lengthal Lengthal 1911,95 780 846 1076 01.05.1978 Ottering 1731,35 761 811 772 01.05.1978 Rimbach 829,53 257 270 312 01.01.1972 Eingemeindung nach Lengthal Thürnthenning 1085,18 469 510 721 01.04.1971 Moosthenning 7039,38 3255 3736 4700 01.04.1971 Heutige Gemeinde

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2021 wuchs die Gemeinde von 3756 auf 5291 um 1535 Einwohner bzw. um 40,8 %.

Die nachfolgenden Zahlen sind gebietsstandsbereinigt, d. h. auch ältere Zahlen (1961 und 1970) sind auf das heutige Gemeindegebiet umgerechnet: Jahr1961197019871991199520002005201020152020Einwohner3318325937363880413243924673476549034933

Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche St. Johannes von Nepomuk in Thürnthenning, westliches Langhausgewölbe mit Fresko von Joseph Anton Merz mini|Barocke Wallfahrtskirche Dreifaltigkeitsberg, Anfang 18. Jahrhundert

Unter den Dorfkirchen der Gemeinde befinden sich zwei bemerkenswerte barocke Bauten: Die 1693 bis 1714 erbaute Wallfahrtskirche Dreifaltigkeitsberg (Turm von 1739, nach Blitzschlag erneuert 1770) sowie die Filialkirche St. Johannes Nepomuk in Thürnthenning. Letztere wurde durch den Dingolfinger Stadtbaumeister Georg Weigenthaler 1732 fertiggestellt und durch den Straubinger Maler Joseph Anton Merz mit qualitätvollen Deckenfresken ausgestattet. Die Kirche besticht wegen ihrer Lage auf den Nordhängen des Isartals durch ihre architektonische Fernwirkung.

Daneben sind in den Gemeindeteilen Lengthal und Rimbach noch einige der für die Region einstmals typischen traufseitig erschlossene Bauernhäuser in Blockbauweise in situ erhalten, die die vermehrten Abbrüche und Neubauten der 1960er und 1970er Jahre überstanden haben. In Dornwang (Dorfstr. 28) finden sich an einem Haus zwei Steinfiguren, die den Hl. Mauritius und den Hl. Florian darstellen. Sie wurden beim Abbruch des barocken Hochaltars der Kirche St. Johannes in Dingolfing 1884 von einem ansässigen Landwirt ersteigert und hier neu aufgestellt.

Von 2007 bis 2015 gab es das Kraxenberger Fahrzeug-Museum mit rund 30 Oldtimern im Gemeindeteil Unterhollerau.

Politik Gemeinderat Dem Gemeinderat gehören der 1. Bürgermeister und 16 Gemeinderäte an. Bei der Wahl am 15. März 2020 ergab sich folgende Zusammensetzung für die Amtszeit 2020–2026:Sitzverteilung laut Gemeinde-Homepage; diese enthält auch Prozent-Anteile, abgerufen am 6. Juni 2020

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Anton Kargel (Freie Wählergemeinschaft Thürnthenning); dieser gewann bei der Wahl am 15. März 2020 gegen Amtsinhaber Markus Baierl mit 59,4 % der Stimmen. Die Vorgänger von Kargel waren:Liste auf der Gemeinde-Homepage mit Bürgermeistern der früheren Gemeinden von 1948 bis 1978, abgerufen am 6. Juni 2020 Markus Baierl (CSU) von 1. Mai 2008 bis 30. April 2020 Georg Kutzi (Bürgerliste Lengthal) von 1. Mai 1996 bis 30. April 2008 Josef Roglmeier (UW) von 1. Mai 1984 bis 30. April 1996 Otto Altendorfer (CSU) von 1. Mai 1978 bis 30. April 1984

Steuereinnahmen Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2009 3.327.100 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 314.600 €.

Im Jahr 2024 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 7.849.800 €.

Wappen Das Gemeindewappen zeigt auf weißem Grund einen roten Sparren über einem Löwenkopf. Die Basis des Wappens zeigt das fruchtbare Grün des Isartals. Die Tingierung in Silber und Rot soll ein Hinweis auf die Familie Pelkofer sein, welche seit dem 14. Jahrhundert Besitz in Moosthenning hatte. Der Löwenkopf entstammt dem Wappen der Auer von Winkl, die in Ottering und Thürnthenning bis ins 18. Jahrhundert Hofmarksherren waren. Der Sparren geht auf das Wappen der Familie Stinglheimer zurück, die vom 13. bis ins 17. Jahrhundert in Thürnthenning nachweisbar ist.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab im Jahr 2021 nach der amtlichen Statistik in der Land- und Forstwirtschaft 10, im produzierenden Gewerbe 151 und im Bereich Handel und Verkehr 557 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2287. Im verarbeitenden Gewerbe (mehr als 20 Beschäftigte) gab es einen, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 103 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3470 ha.

In einem zum BMW-Werk Dingolfing gehörenden Betrieb werden hier Karosserien für Rolls-Royce hergestellt.

Verkehr Die Gemeinde ist über die Bundesautobahn 92 (München – Deggendorf) von Landshut (34 km), von Deggendorf (48 km), auf Staatsstraßen von Straubing (32 km) und von Eggenfelden (45 km) zu erreichen.

Bildung Kindertagesstätte:

Die Kita Moosthenning umfasst drei Standorte: Haus Moosthenning, Haus Dornwang und Haus Ottering

1982–1983: Gründung der Kita in Moosthenning als Modellversuch; Start einer Vormittags- und anschließend einer Nachmittagsgruppe. 1986–1987: Neubau auf dem Pfarrgrundstück und Umzug der Kita-Kinder in das neue Gebäude. 1995: Erweiterung um eine dritte Vormittagsgruppe in der Grundschule Ottering 2002: Eröffnung der vierten Vormittagsgruppe in der Grundschule Dornwang Ab August 2007: In der Kita Moosthenning werden die ersten Krippenkinder betreut. Stetige Erweiterungen: An allen drei Standorten wurden Gebäude saniert, umgebaut oder angebaut und die Betreuungsplätze kontinuierlich erhöht. 2024: Für das Haus Moosthenning laufen Planungen für einen Neubau neben der Grundschule Unterhollerau. 2025: Die Kita Moosthenning betreut an den drei Standorten insgesamt 190 Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt.

Grund- und Hauptschule:

2003/2004: Volksschule mit 19 Lehrkräften und 331 Schülerinnen und Schülern 2008: Grund- und Hauptschule mit 26 Lehrkräften und 298 Schülerinnen und Schülern

2022: Grund- und Hauptschule mit 9 Lehrkräften und 156 Schülerinnen und Schülern

Vereine mini|Vereinsheim des VfR Moosthenning

Der FC Ottering wurde 1948 gegründet.

Der SV Thürnthenning wurde 1961 gegründet (Sportarten: Stockschießen, Gymnastik, Tennis und Fußball).

Der VfR Moosthenning wurde 1964 gegründet, hat etwa 480 Mitglieder und betreibt die Sparten Fußball, Tennis und Stockschießen.VfR Moosthenning, abgerufen am 13. April 2026.

Persönlichkeiten Joseph Alois Rotermundt (1798–1852), zeitweilig Priester im Ort Joseph Sturm (1888–1962), Politiker (Bayerische Volkspartei)

Literatur

Weblinks

Gemeinde Moosthenning Kita Moosthenning - Moosthenning - Dornwang - Ottering Wallfahrtskirche am Dreifaltigkeitsberg Bilder aus der Reihe Kirchen der Heimat Kirche St. Johann Nepomuk in Thürnthenning Bilder aus der Reihe Kirchen der Heimat (PDF; 1,66 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Dingolfing-Landau Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)