mini|Herrenhaus Klein Loitz, Frontseite miniatur|Dorfstraße in Klein Loitz im Januar 1987

Klein Loitz, , ist ein Ortsteil der Gemeinde Felixsee im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. Der Ort gehört dem Amt Döbern-Land an und war bis zum 31. Dezember 2001 eine eigenständige Gemeinde.

Lage Klein Loitz liegt in der Niederlausitz etwa zwölf Kilometer östlich der Stadt Spremberg. Umliegende Ortschaften sind der zur Stadt Spremberg gehörende Ortsteil Hornow im Norden, Bohsdorf im Nordosten, Reuthen im Südosten und Süden, Bloischdorf im Südwesten sowie das wiederum zur Stadt Spremberg gehörende Wadelsdorf im Westen und Nordwesten. Durch Klein Loitz verlaufen die Kreisstraßen 7106 und 7107. Die Landesstraße 48 von Spremberg nach Döbern verläuft etwa zwei Kilometer nordwestlich des Ortes. Der Ort gehört zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden in Brandenburg.

mini|Dorfteich Fließgewässer sind die von Süden kommende und nach Nordwest fließende Tranitz sowie der Dorfgraben Klein Loitz, der an zwei Stellen zu kleinen Teichen aufgestaut ist. Kurz vor der Einmündung des Dorfgrabens Klein Loitz ist auch die Tranitz zu einem kleinen Teich aufgestaut, dem früheren Mühlteich der heute verschwundenen Wassermühle. Im südlichen Teil der Gemarkung liegt der kleine Doktorteich. Im östlichen Teil der Gemarkung gibt es weitere Gräben. Der Ort liegt auf etwa . Der höchste Punkt mit liegt im südöstlichen Teil der Gemarkung. Der tiefste Punkt liegt an der Tranitz an der westlichen Gemarkungsgrenze mit ca. .

Zum Ortsteil Klein Loitz gehört auch der Wohnplatz Klein Loitz Vorwerk (Łojojc wudwor).

Geschichte Klein Loitz wurde erstmals im Jahr 1527 als „Windischen Luge“ urkundlich erwähnt. Weitere Namensformen über die Jahre waren „Windischen Luja“, „Klein Lugitz“, „Klein-Klein Luitz“, „Klein-Loie“ und „Lojejz“, sowie „Kleinloitz“ im Jahr 1830. Der Ortsname stammt aus der sorbischen Sprache und bedeutet „Ort auf talgigem Boden“.Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1975, S. 76. Der Namenszusatz „Klein“ dient der Unterscheidung zum nahegelegenen Groß Luja. „Loitz“ ist die eingedeutschte Version des sorbischen Wortes „Luja“.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Alter – Herkunft – Bedeutung. Be.bra Wissenschaftsverlag, Berlin 2005, S. 107. Nach Rudolf Lehmann war die ursprüngliche Dorfform ein Weiler.Lehmann, Historisches Ortslexikon, Niederlausitz, 2, S. 139.

Im 16. Jahrhundert hatten mehrere Adlige Besitzungen bzw. das Recht Abgaben zu erheben. Später ist die Rede von drei Anteilen, die um die Mitte des 17. Jahrhunderts vereinigt wurden.

Die neun Bauern der von Reichenbach Nach dem Tod König Ludwigs II. 1526 in der Schlacht bei Mohács erhielten die Brüder Joachim und Lorenz von Reichenbach 1527 einen neuen Lehensbrief und mussten den Lehnseid auf dem neuen böhmischen König Ferdinand I. ablegen. Im Lehensbrief erhielten sie ihre bisherigen Besitzungen im Dorf Bühlow, ihre Mühle mit zwei Rädern bei Sellessen gelegen, das Dorf Türkendorf mit dem Rittersitz und dem Vorwerk, und neun Bauern in Klein Loitz sowie alles, das sie vor alders daselbst gehabt laut Ihrer vorigen Lehensbriefe. Im Herzogtum Sagan besaßen die Brüder Christoph und Georg von Reichenbach das benachbarte Lieskau und das bei Muskau gelegene Dorf Kromlau. 1538 fielen die Reichenbach’schen Güter im Herzogtum Sagan heim, sicherlich traf das auch für ihre Güter in Niederlausitz zu. 1539 belehnte Herzog Heinrich von Sagan (und Sachsen) den Dr. Georg Kommerstedt mit Lieskau und Kromlau, der sie 1540 weiter an Philipp von Kracht auf Strega veräußerte. Dr. Kommerstädt konnte auch Türkendorf und den Anteil Klein Loitz erwerben, die beiden Lehnstücke verkaufte er 1541 ebenfalls an Philipp von Kracht weiter. Philipp von Kracht erhielt noch 1541 den Lehnbrief für den Anteil Klein Loitz und Türkendorf. Er war mit Ursula von Sparr verheiratet, der er 1542 ein Leibgedinge vermachte. Das Paar hatte die drei Söhne Bartusch, Heinrich und Caspar. In der brüderlichen Teilung 1576 übernahm Bartusch von Kracht Türkendorf und den Reichenbach’schen Anteil Klein Loitz. Am 12. September 1576 kaufte er zudem sechs Bauern und sechs Hufen, ein Drittel Gärtner, ein Viertel Richter und ein Drittel am Dorfteich in Klein Loitz von den drei Brüdern von List. Bartusch hatte keine Leibeserben und seine Lehnstücke kamen an die Söhne seines Bruders Heinrich, namens Philipp, Heinrich, Christoph, Bartusch, Alexander und Rufus (oder Rudolf); letztere beiden waren noch minderjährig. Sie erhielten am 6. März 1597 den Lehnbrief über die neun Bauern, wie sie ihr Onkel Bartusch und davor ihr Großvater Philipp innehatten sowie über die sechs Bauern und sechs Hufen, ein Drittel Gärtner, ein Viertel Richter und ein Drittel am Dorfteich in Klein Loitz, die ihr Onkel Bartusch von Kracht am 12. September 1576 von den drei Brüdern von List gekauft hatte. In der brüderlichen Teilung bekam sie der jüngste, noch minderjährige Rufus, der aber schon 1609 verstorben ist. Die Brüder überließen nun Türkendorf und die zwei Anteile an Klein Loitz dem jüngeren Bartusch von Kracht. Bartusch hatte nur den Sohn Philipp Heinrich, der den ehemaligen Anteil der von List, sechs Bauern und sechs Hufen an Siegmund von Schütz auf Roitz und Pulsberg verkaufte. Den ehemaligen Reichenbach’schen Anteil mit neun Bauern behielt er zunächst, verkaufte ihn schließlich aber doch am 12. Dezember 1646 an Adam von Leupold. Adam Leupold hatte schon vorher den ehemaligen List’schen Anteil von Klein Loitz erworben. 1648 erwarb er noch das restliche Drittel von Klein Loitz.

Die sechs Bauern der von Loeben Ursprünglich besaßen die Brüder Christoph und Siegmund von Zabeltitz zu Sergen und Cottbus drei Bauern mit Namen Koschkula, Petschik und Bela in Klein Loitz. Sie hatten diese bereits einige Zeit vor 1527 an Caspar von Löben zu Neuhausen/Spree verkauft, der in diesem Jahr einen neuen Lehensbrief nach dem Wechsel in manu dominante erhielt, also die Bestätigung seiner bereits vor dem Tod Ludwig's II. von Böhmen und Ungarn in der Schlacht von Mohács innegehabten Lehen. Caspar von Löben besaß außerdem Jahreszinsen in Höhe von 40 Gulden im heute devastierten Dorf Horno.

Ebenfalls aus Anlass des Todes von König Ludwig erhielt Christoph von Loeben (vermutlich der Bruder von Caspar von Loeben) die Bestätigung seiner Lehen, darunter drei Bauern mit Namen Paul Stiesch, Valten Noack und Andres Kschisann in Klein Loitz. Mitbelehnt war sein Vetter Joachim von Loeben, der diese Bauern nach dem Tod von Christoph, der 1529 ohne Leibeserben gestorben war, auch erhielt. Sehr wahrscheinlich erhielt er auch die drei Bauern des Caspar von Loeben, entweder durch Kauf oder Erbe, denn 1539 wurde er mit sechs Bauern und sechs Hufen in Klein Loitz belehnt. Er hatte zudem noch den dritten Teil von einem Gärtner namens Koschkula von Hans von Loeben zu Groß Döbbern erworben. Die sechs Bauern mit sechs Hufen, einem Drittel-Gärtner, ein Viertel am Richter kamen bald darauf an Christoph von List, der 1576 gestorben ist. Erben waren seine drei Söhne Christoph, Caspar und George, die am 7. August 1576 den Lehnbrief über die erwähnten Lehnstücke erhielten. Renz von Löben hatte 1577 noch eine Forderung von 300 Gulden an die Gebrüder von List, wegen des Gutes Klein Loitz. Unklar ist, welche Beziehungen er zu den Brüder von List hatte. Nur einen Monat später verkauften die drei Brüder von List die Lehnstücke an Bartusch von Kracht, der am 12. September 1576 den Lehnbrief erhielt. In einem neuen Lehnbrief vom 18. Juli 1577 für Bartusch von Kracht sind nicht nur die sechs von den von List gekauften Bauern genannt, sondern auch die neun Bauern, die er von seinem Vater geerbt hatte. Bartusch von Kracht hatte keine Leibeserben. Seine Lehnstücke fielen nach seinem Tod an die Söhne seines bereits verstorbenen Bruders Heinrich, mit Namen Philipp, Heinrich, Christoph, Bartusch, Alexander und Rufus (oder Rudolf); letztere beiden waren noch minderjährig. Sie erhielten am 6. März 1597 den Lehnbrief über die neun Bauern, wie sie ihr Onkel Bartusch und davor ihr Großvater Philipp hatte sowie sechs Bauern und sechs Hufen, ein Drittel Gärtner, ein Viertel Richter und ein Drittel am Dorfteich in Klein Loitz. In der brüderlichen Teilung erhielt der noch minderjährige Rufus neben Türkendorf auch die neun ehemals Reichenbach’schen Bauern wie auch die sechs ehemals List’schen Bauern. Den Lehnbrief darüber erhielt er am 1. Dezember 1605. 1609 war Rufus schon verstorben. Die überlebenden Brüder überließen nun die Lehnstücke dem jüngeren Bartusch von Kracht, der am 17. Juni 1609 damit belehnt wurde. Auf Bartusch folgte dessen Sohn Philipp Heinrich, der nun den ehemahls List’schen Anteil mit sechs Bauern und an Siegmund Samuel von Schütz auf Roitz und Pulsberg verkaufte. Den anderen Anteil, die ehemals neun Reichenbach’schen Bauern behielt er zunächst. Samuel von Schütz starb 1628 ohne Leibeserben und der Anteil Klein Loitz mit sechs Bauern wurde durch seinen Bruder Siegmund übernommen. Den Lehnbrief erhielt er am 27. April 1629. Mitbelehnt waren seine Brüder Christoph, Georg und Otto von Schütz. Auch Siegmund von Schütz hatte keine Leibeserben und der Anteil Klein Loitz vererbte sich nun an seine mitbelehnten Brüder, die ihn 1638 an Joachim und Christoph von Seidlitz auf Graustein verkauften. Die beiden Brüder Seidlitz verkauften den Anteil Klein Loitz sofort weiter an Adam Leupold, der am 14. April 1639 damit belehnt wurde. Am 12. Dezember 1646 kaufte Adam Leupold auch die neun Bauern als der Krächte uhraltes antheil … doch aniezo wüstes und an Äckern verwildertes Lehn, für 1.600 Taler von Philipp Heinrich von Kracht. 1648 erwarb er noch das restliche Drittel von Klein Loitz von Seyfried von Kittlitz.

Das Kittlitz’sche Drittel Ein weiteres Drittel von Klein Loitz gehörte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts dem Hans von Tschammer. Hans Tschammer hatte durch Auskauf von 1½ Bauernhufen ein Vorwerk gebildet. Nach seinem Tod hatte diesen Anteil seine Witwe Margarethe von Buxdorf als Leibgedinge. Sie verpachtete dieses Drittel von Klein Loitz zusammen mit zwei Bauern in Türkendorf und einem jährlichen Zins in Höhe von 3½ Scheffeln aus der Mühle zu Bühlow für drei Jahre an Nicol von Seidlitz auf Bloischdorf. Nach dem Tod von Margarethe von Buxdorf 1589/90 fielen diese Lehnstücke an den böhmischen König und römisch-deutschen Kaiser Rudolf II. heim. 1590 ließ er die Lehnstücke durch seinen Amtskanzler und Verwalter der Landeshauptmannschaft Albrecht Khindler verkaufen, der sie Karl von Kittlitz zu Mallnitz und Herr der Herrschaft Spremberg überließ, und der am 17. Januar 1590 den Lehnbrief erhielt. 1599 war Karl von Kittlitz gestorben und hinterließ drei minderjährige Söhne, die Leonhardt und Dietrich von Kittlitz, auf Mallmitz und Eisenberg bzw. Fürstenau und Kunzendorf, und Brüder des Karl von Kittlitz waren, als Vormünder erhielten.

Am 21. April 1599 belehnte Heinrich Anselm Freiherr von Promnitz, auf Pleß, Sorau, Triebel und Hoyerswerda, Dobrilugk und Naumburg, Landvogt des Markgraftums Niederlausitz, im Namen Kaiser Rudolf II., Königs zu Böhmen, Karl, Siegmund und Seyfried von Kittlitz, die Söhne des verstorbenen Karl von Kittlitz, mit Stadt und Herrschaft Spremberg, darunter auch mit einem Drittel von Klein Loitz. Es ist nicht näher ausgeführt, was unter diesem Drittel inbegriffen war. Die Herrschaft Spremberg mit vielen anderen Lehnstücken, darunter auch das Drittel an Klein Loitz ging an seinen Sohn Seyfried, der am 1. Februar 1623 den Lehnbrief erhielt. 1615 gehörte ein Anteil von Klein Loitz dem Joachim von Waltersdorf. Nach Houwald kann es sich dabei nur um den Kittlitz’schen Anteil gehandelt haben, der von Seyfried wohl verpfändet wurde. 1619 ist Joachim von Waltersdorf verstorben und der Anteil fiel wohl wieder an Seyfried von Kittlitz zurück.