Das Klinikum Oldenburg ist mit 844 Betten das größte Akut-Krankenhaus im niedersächsischen Weser-Ems-Gebiet. Es hat derzeit 26 Kliniken, 6 Institute und mehrere Zentren, beschäftigt über 3800 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber in der Stadt Oldenburg (Oldb). Die Einrichtung führt jährlich etwa 33.000 vollstationäre und fast 120.000 ambulante Behandlungen durch. Gemeinsam mit dem Evangelischen Krankenhaus, der Karl-Jaspers-Klinik, dem Pius-Hospital und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg bildet es seit 2014 die Universitätsmedizin Oldenburg (vormals Medizinischer Campus).European Medical School. Uni und Kliniken bilden „Medizinischen Campus“. NWZ online vom 26. März 2014, abgerufen am 26. Januar 2022. Zudem verfolgen auch im Jahr 2025 die Stadt und das Klinikum Oldenburg weiterhin das Ziel, in nächster Zukunft vom Bundesland Niedersachsen als Universitätsklinikum anerkannt und als solches auch von dort gefördert zu werden.

Aufgabe und Lage Das Klinikum Oldenburg liegt im Stadtteil Kreyenbrück der niedersächsischen Stadt Oldenburg in der Rahel-Straus-Str. 10. Im Klinikum Oldenburg finden sich 25 verschiedene Fachrichtungen. Jährlich werden über 135.000 Patienten aller Altersstufen behandelt.

Seit 2012 ist das Klinikum Teil der European Medical School Oldenburg-Groningen, die einen grenzüberschreitenden Medizinstudiengang in Kooperation mit dem Universitair Medisch Centrum Groningen anbietet,Starke Partnerschaft. Auf Universitaetsmedizin-oldenburg.de; abgerufen am 15. November 2024. sowie Teil der Universitätsmedizin Oldenburg (UMO) und somit zu einem großen Anteil an der Ausbildung der Medizinstudenten im Modellstudiengang Humanmedizin der Universität Oldenburg beteiligt. Als Teil der UMO hat das Klinikum Oldenburg 2024 dreizehn Universitätskliniken und vier Universitätsinstitute. Die Leitungen dieser Kliniken bzw. Institute besetzen eine entsprechende Professur an der Medizinischen Fakultät der Universität.

Viele Fachabteilungen haben sich zu Zentren zusammengeschlossen. Schwerpunkte liegen vor allem in der Behandlung von onkologischen Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie in der Kinder- und Jugendmedizin.

Neben der medizinischen Versorgung bietet das Klinikum Beratung und Veranstaltungen zu Gesundheitsthemen an, etwa im Gesundheitshaus des Klinikums Oldenburg.

Das Klinikum ist eine der größten Ausbildungseinrichtungen der Region.

Geschichte Die Geschichte des Klinikums Oldenburg beginnt im 18. Jahrhundert, als am 1. März 1784 wohltätige Bürger in Oldenburg das „Institut zur Verpflegung kranker Hausarmer“ gründeten, welches aus einem ehemaligen militärischen Barackenlager bestand. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts fügt sich die weitere Geschichte aus den Historien der Vorläufer-Krankenhäuser bzw. medizinischer Einrichtungen zusammen: Peter Friedrich Ludwigs Hospital, Hebammen-Lehranstalt, Elisabeth-Kinderkrankenhaus, Garnisonslazarett, Oldenburger Frauenklinik und Landeshygieneinstitut.

1841: Peter Friedrich Ludwigs Hospital

Der Grundstein für das Peter Friedrich Ludwigs Hospital (PFL) wurde am 27. November 1838 gelegt und drei Jahre später mit 138 Betten eingeweiht. Sabine Schicke: Klinikum II – Vom Baracken-Lager zur Vorzeige-Klinik. Nwzonline.de, 07. Mai 2009; abgerufen am 17. Februar 2020. Das PFL stand zunächst unter Aufsicht des Großherzoglichen Ministeriums, ab 1919 unterstand es dem Freistaat Oldenburg. In den Besitz der Stadt Oldenburg – und damit unter Aufsicht des Oberbürgermeisters – gelangte das PFL 1938,Leo Brat, Peter Tornow: Die Geschichte des Peter Friedrich Ludwigs Hospitals. Oldenburg 1984, S. 30 aufgrund des Gesetzes über den Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden.

1872: Elisabeth-Kinderkrankenhaus

In direkter Nachbarschaft des PFL befand sich ab 1872 das durch eine Stiftung finanzierte Elisabeth-Kinderkrankenhaus.Historie. Kinderklinik-oldenburg.de; abgerufen am 17. Februar 2020. 1953 wurde das Kinderkrankenhaus nach Kreyenbrück in das umgebaute und erweiterte ehemalige Offizierscasino an der Cloppenburger Straße verlegt.

1902: Landesfrauenklinik Mit der Gründung einer Hebammenlehranstalt 1791 wurde der Grundstein für die Entwicklung eines gynäkologischen Zentrums gelegt. Die erste Schule befand sich im Haus der Stadthebamme Wesche an der Staustraße, blieb aber während der französischen Besatzung zwischen 1810 und 1813 geschlossen. Ab 1842 waren ein Entbindungshaus und die Schule in der Haarenstraße 42 untergebracht, ab 1877 an der Peterstraße.Peter Tornow: Die Geschichte des Klinikums Oldenburg seit 1784. Isensee, Oldenburg 2009, S. 32f. 1902 zogen Hebammenlehranstalt und Entbindungsabteilung in einen eigens zu diesem Zweck errichteten Neubau an die Kanalstraße 15. In der Landesfrauenklinik konnten 20 bis 25 Schwangere und 35 bis 40 Wöchnerinnen versorgt werden. Die staatlich bezuschusste Lehranstalt bildete jedes Jahr 12 bis 15 Hebammenschülerinnen in einem sechs bis neun Monate dauernden Lehrgang aus.M. Roth, P. Tornow: Aufsätze zur Medizingeschichte der Stadt Oldenburg. Isensee, Oldenburg 1999, S. 209

1950: Städtische Krankenanstalten Kreyenbrück 1950 zog die chirurgische Abteilung des PFL in die Gebäude des ehemaligen Militärlazaretts Kreyenbrück, das sich dort seit 1937 befand. Das nun Städtische Krankenanstalten Kreyenbrück genannte Krankenhaus wurde 1959 um die urologische Abteilung und die Oldenburger Frauenklinik (die vormalige Landesfrauenklinik) erweitert.

1976: Städtische Kliniken Oldenburg mini|Ökumenische Kapelle im Klinikum Oldenburg (2026) Aus den Städtischen Krankenanstalten wurden 1976 die Städtischen Kliniken. 1984 waren alle übrigen Abteilungen des PFL an den neuen Standort an der Dr.-Eden-Straße gezogen.Klinikum II – Mit 800 Betten auf dem Weg in die Zukunft. Nwzonline.de, 07. Mai 2009; abgerufen am 17. Februar 2020. Im Jahr 1997 entstand auf dem Gelände das Rehazentrum. Eine ökumenische Kapelle im Erdgeschoss des Hauptgebäudes wurde am 23. Juni 1992 eingeweiht. Der Rat der Stadt beschloss 2007, die Straße nach der Ärztin und Frauenrechtlerin Rahel Straus umzubenennen, da der vorherige Namensgeber, der Arzt Paul Eden, an Zwangssterilisationen beteiligt gewesen war.Dr. Eden Straße wird umbenannt. Nwzonline.de, 19. Dezember 2007; abgerufen am 18. Februar 2020

2001: Klinikum Oldenburg 2003 zog das Elisabeth-Kinderkrankenhaus in einen Neubau auf dem Gelände des Klinikums, mit der neuen Adresse An den Voßbergen. Im selben Jahr eröffnete die Kinderklinik. 2008 folgte die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in einen weiteren Neubau an der Brandenburger Straße. Das Gebäude an der Cloppenburger Straße wurde 2012 abgerissen.Stadtentwicklung – Abrissbagger an früherer Kinderklinik am Werk. In: nwzonline.de, 11. Februar 2012, abgerufen am 18. Februar 2020 mini|Skulptur „Salvation Bells“ („Alarmglocken“) von Martin Reichmann als Gedenkort der Krankenhausmorde im Klinikgarten Von 2000 bis 2002 war der Serienmörder Niels Högel als Krankenpfleger im Klinikum Oldenburg beschäftigt. Die Staatsanwaltschaft warf ihm zunächst 35 Morde im Klinikum Oldenburg vor. Des Weiteren musste er sich für weitere 63 Taten im Klinikum Delmenhorst verantworten.Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Oldenburg vom 22.01.2018: Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Oldenburg vom 26.04.2018: Im Juni 2019 wurde Högel zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt; dabei wurde eine besondere Schwere der Schuld festgestellt.85 Morde: Lebenslang für Ex-Krankenpfleger Högel. In: ndr.de, 6. Juni 2019, abgerufen am 18. Februar 2020 Aufgrund der Taten ermittelte die Polizei wegen Totschlags durch Unterlassen gegen zwei Ärzte, eine Pflegedirektorin, einen Stationsleiter und den ehemaligen Geschäftsführer des Klinikums. Trotz einer deutlichen Zunahme von Todesfällen und einer Vielzahl von Verdachtsmomenten gegen Högel unterließ die Klinikleitung Maßnahmen und stellte Högel ein gutes Arbeitszeugnis aus, mit dem er sich anschließend in Delmenhorst bewarb und dort seine Mordserie fortsetzte. Im Oktober 2022 wurden alle Beschuldigten vom Landgericht Oldenburg freigesprochen. Seit Februar 2019 ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen acht Zeugen des Mordprozesses wegen Meineids bzw. Falschaussage.Högel: Freigestellte Mitarbeiter zurück in Klinik. NDR 1 Niedersachsen, 9. Januar 2020; abgerufen am 24. Februar 2020.

2016 beschloss der Rat der Stadt Oldenburg die Änderung der Rechtsform des Klinikums Oldenburg in eine Anstalt öffentlichen Rechts.

Einrichtungen & Struktur Zentren Herz-, Gefäß-Zentrum: Universitätsklinik für Kardiologie Universitätsklinik für Herzchirurgie mit Sektion Gefäßchirurgie gemeinsam mit dem Reha-Zentrum Oldenburg/Kardiologische Abteilung Kopf-Hals Zentrum

Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Plastische Operationen Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten und Plastische Operationen

Zentrum für Anästhesie, Intensiv-, Notfall-, und Akutmedizin

Universitätsklinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie (stellt Notärzte auf Einsatzfahrzeugen zur Notfallversorgung der Stadt Oldenburg sowie den Leiter der Telemedizin-Zentrale) Notfallzentrum Klinik für Palliativmedizin

Zentrum für Diagnostik & Radiologie

Universitätsinstitut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie Universitätsinstitut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin Universitätsinstitut für Medizinische Mikrobiologie & Virologie Universitätsinstitut für Medizinische Genetik Sektion für Pathologie & Molekularpathologie

Zentrum für Innere Medizin

Universitätsklinik für Innere Medizin – Gastroenterologie mit Sektion für Nieren- und Hochdruckerkrankungen Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie Universitätsklinik für Geriatrie mit Sektion Konsiliarneurologie

Zentrum für Onkologie

Universitätsklinik für Innere Medizin – Onkologie und Hämatologie MVZ Nuklearmedizin Strahlentherapie des Pius-Hospital Oldenburg

Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit – Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin: Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Hämatologie und Onkologie (Mittelpunkt im Onkoverbund Weser-Ems) Klinik für Neuropädiatrie und Stoffwechselerkrankungen Klinik für Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin, Pädiatrische Kardiologie, Pädiatrische Pneumologie und Allergologie Klinik für Kinderchirurgie Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Zentrum für Operative Medizin

Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe Universitätsklinik für Urologie Klinik für Orthopädie & Unfallchirurgie

Nordwestdeutsches Tumorzentrum (DKG zertifiziertes Onkologisches Zentrum)

Viszeralonkologisches Zentrum Darmkrebszentrum Pankreaskarzinomszentrum Speiseröhrenkrebszentrum Uroonkologisches Zentrum Prostatakarzinomzentrum Nierenkrebszentrum Peniskarzinomzentrum Weitere Organkrebszentren Brustkrebszentrum Gynäkologisches Krebszentrum Brustkrebszentrum Zentrum für Hämatologische Neoplasien Haustkresbzentrum Kopf-Hals Tumorzentrum Kinderonkologisches Zentrum

Weitere Kompetenzzentren & Einrichtungen Institut für Krankenhaushygiene Allergiezentrum Altertraumazentrum Gefäßmedizinzentrum Herz-Kreislaufzentrum Nordwestdeutsches Aortenzemtrum Perinatalzentrum Level 1 Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs Zentrum für Interdisziplinäre Robotische Chirurgie Zentrum für Seltene Erkrankungen Oldenburg

Medizinisches Ausbildungszentrum (an der Brandenburger Straße): Pflegeschule: Ausbildung zu Pflegefachpersonen Physiotherapieschule MTL-Schule: Ausbildung Medizinische Technologen für Laboratoriumsanalytik (MTL) MTR-Schule: Medizinische Technologen für Radiologie (MTR) Ausbildung zu Medizinischen Fachangestellten