Der Blaukehlkolibri (Chrysuronia coeruleogularis, Synonym: Lepidopyga coeruleogularis) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das die Länder Panama und Kolumbien umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.
Merkmale Der Blaukehlkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 8,9 cm, wobei der gerade Schnabel ca. 1,8 cm ausmacht. Die Basis des Unterschnabels ist rot. Die Oberseite der Männchen schimmert grün. Die Kehle, der untere Bereich der Wangen und die Brust glitzern violettblau. Der Rest der Unterseite leuchtet grün. Der deutlich gegabelte Schwanz ist schwarz. Auch die Oberseite der Weibchen glitzert grün. Die Unterseite ist weiß mit grünen Flanken. Der Schwanz ist ebenfalls gegabelt doch sind die zentralen Steuerfedern grün. der Rest des Schwanzes ist blauschwarz mit grauen Sprenkeln.Steven Leon Hilty u. a., S. 267.
Lebensweise Meist ist der Blaukehlkolibri allein unterwegs. An ihren Nektar gelangen sie an tiefliegenden Blüten an Waldrändern oder in halboffenen Gebieten. Neben Blumen fliegen sie auch blühende Sträucher und kleinere Bäume an. Gelegentlich erbeuten sie auch Insekten.Robert Sterling Ridgely u. a., S. 214.
Brutverhalten Im März wurden sie im Departamento del Chocó und im Juli nahe Petrólea im Departamento de Norte de Santander von Melbourne Armstrong Carriker in Brutstimmung beobachtet. Alexander Wetmore berichtete von Nestern aus Panama, die sie in den Astgabeln von trockenen Kräutern in 1 Meter Höhe bauten.
Verbreitung und Lebensraum miniatur|Verbreitungsgebiet (grün) des Blaukehlkolibris Die Vögel kommen selten und nur lokal an den Rändern von Mangroven, trockeneren buschigen Gebieten und lichteren Waldgebieten nahe dem Meeresspiegel vor. Am häufigsten sind sie nahe den Mangroven und nur wenige Kilometer von der Küste entfernt zu finden. Nahe dem Playa Los Cocos bei Santa Marta und im Nationalpark Vía Parque isla de Salamanca kommen sie recht regelmäßig vor. Sie sind in Höhenlagen unter 100 Meter unterwegs. In Kolumbien findet man sie vom Unterlauf des Río Atrato entlang der Küste südlich bis Nuquí. Außerdem sind an beiden Seiten des Golf von Urabá verbreitet. So trifft man auf sie zwischen Cartagena östlich bis Ciénaga Grande am Fuß der Sierra Nevada de Santa Marta. In Panama kommen sie in den Mangroven der Tiefebenen von den Provinzen von Chiriquí bis Darién vor. Gelegentlich ist er im Gebiet des Panamakanals an der Karibikküste vorzufinden. Relativ häufig ist er im Nationalpark Coiba und auf der Insel Cébaco.
Unterarten Es sind drei Unterarten bekannt:IOC World Bird List Hummingbirds Chrysuronia coeruleogularis coelina (, 1856)Jules Bourcier, S. 553. – Diese Unterart kommt im Westen Panamas vor. Chrysuronia coeruleogularis coeruleogularis (, 1851)John Gould 1850 (1851), S. 163. – Die Nominatform kommt im Osten Panamas und im Nordwesten Kolumbiens vor. Chrysuronia coeruleogularis confinis , 1932Ludlow Griscom, S. 333. – Diese Unterart ist im Norden Kolumbiens verbreitet.
Etymologie und Forschungsgeschichte John Gould beschrieb den Blaukehlkolibri unter dem Namen Trochilus (--?) coeruleogularis. Als Fundort gab er David an.John Gould 1850 (1851), S. 163. Lange wurde der Blaukehlkolibri der von Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach 1855 neu eingeführten neuen Gattung Lepidopyga zugeordnet.Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach, S. 7. Dieser Name ist ein altgriechisches Wortgebilde aus und , ‚Steiß‘, ‚Gesäß‘.Lepidopyga in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling 1850 führte Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte die Gattung Chrysuronia u. a. für den Bronzeschwanz-Saphirkolibri ein.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte, S. 75.Neben dem Bronzeschwanz-Saphirkolibri ordnete er auch den Goldsaphirkolibri (Hylocharis chrysura (, 1812)) (= Syn. Ornismya chrysura , 1832), den Goldschwanz-Saphirkolibri (= Syn. Hylocharis eliciae ( & , 1846)) (= Syn. Trochilus eliciae) und eine Unterart des Blauschwanz-Smaragdkolibri (Chlorostilbon mellisugus phoeopygus (, 1844)) (= Syn. Trochilus phaeopygus) der neuen Gattung zu. Dieser Name ist eine Kombination zweier Artennamen chrysura und oenone, die Bonaparte der Gattung zugeordnet hatte. Chrysura leitet sich von den griechischen Wörtern »chrysos, « für »Gold« und »-ouros, oura, « für »-schwänzig, Schwanz« ab.Chrysuronia in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Das Artepitheton coeruleogularis ist ein lateinisches Wortgebilde aus und .coeruleogularis in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling ist lateinisch und bedeutet ‚ähnlich‘.confinis in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Coelina leitet sich vom lateinischen ab.coelina in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
Literatur
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Kolibris