mini|Feldweg von Schwürz nach Gottsfeld
Gottsfeld (oberfränkisch: GutzfeldJ. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 16. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „guttsfeld“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Creußen im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Gottsfeld hat eine Fläche von 16,132 km². Sie ist in 1367 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 11801,33 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Großweiglareuth, Hörlasreuth, Kleinweiglareuth, Oberneueben, Schwürz, Unterneueben und Wasserkraut.
Lage Das Dorf liegt auf freier Flur am Kaigraben (im Unterlauf Kupfergraben genannt), einem linken Zufluss des Roten Mains. Die Staatsstraße 2184 führt nach Bühl (1,9 km östlich) bzw. nach Schwürz (1,4 km westlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen an der Neumühle vorbei zur Bundesstraße 2 (2,2 km südlich) und nach Kleinweiglareuth (1,6 km nördlich).
Geschichte Der Ort wurde 1376 als „Goczfelt“ erstmals urkundlich erwähnt. Dem Namen nach zu schließen gehörte das Grundstück ursprünglich der Kirche.J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 16. Das Ortsadelsgeschlecht der Familie von Gottsfeld lebte auf einer abgegangenen Burg im Südosten des Ortes oberhalb des Kaigrabens.G. P. Hönn: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises, S. 252.
In der Fraisch unterstand Gottesfeld dem brandenburg-bayreuthischen Kastenamt Schreez. Von 1791/92 bis 1810 unterstand der Ort dem preußischen Justiz- und Kammeramt Bayreuth.
Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Gottesfeld gebildet. Zu diesem gehörten Großweiglareuth, Hörlasreuth, Kleinweiglareuth, Oberneueben, Schwürz, Unterneueben und Wasserkraut. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Gottsfeld, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Gottsfeld zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt).
Nach der Einnahme Creußens durch die US-Armee am 14. April 1945 stieß die Kampfgruppe Grafenwöhr der Wehrmacht in Richtung Creußen vor, um die Autobahn Bayreuth–Nürnberg zurückzuerobern. Bei Gottsfeld kam es zur letzten größeren Panzerschlacht in der Region, die viele Menschenleben forderte und zahlreiche Gebäude zerstörte.
Die Gemeinde Gottesfeld hatte 1964 eine Fläche von 16,125 km². Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Mai 1978 in die Stadt Creußen eingegliedert.
Baudenkmäler Dorfstraße 6: Rest einer Inschrifttafel
Einwohnerentwicklung Gemeinde Gottsfeld Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 612 711 728 694 681 717 702 721 748 733 681 655 604 602 623 646 588 551 487 710 712 643 565 547HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 109 107 111 109 107 107 113 Quelle Für die Gemeinde Gottsfeld inklusive Grosweiglareuth (S. 39), Hörleinsreuth (S. 52), Kleinweiglareuth (S. 62), Neueben (S. 82), Schwürz (S. 113) und Wasserkraut (S. 134).
Ort Gottsfeld Jahr 1799 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 238 233 269 270 284 229 237 268 263 250 247Häuser 39 42 43 46 45 51 68Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 367.
Religion Gottsfeld ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakobus (Creußen) gepfarrt.
Persönlichkeiten Der Mundartforscher Eberhard Wagner ist mit Gottsfeld verbunden, da er nach der kriegsbedingten Flucht seiner Familie von Weimar nach Gottsfeld ab 1945 dort die Volksschule besuchte.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Geographie (Creußen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Ersterwähnung 1376 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth