Der Kolumbiensmaragdkolibri (Chlorostilbon gibsoni) oder Rotschnabelkolibri, auch Rotschnabel-Smaragdkolibri oder Gibsonsmaragdkolibri genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art kommt in Kolumbien und Venezuela vor. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.
Merkmale mini|links|Kolumbiensmaragdkolibri ♀ Der Kolumbiensmaragdkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 7,6 cm, wobei der gerade Schnabel ca. 1,3 cm ausmacht. Der Unterschnabel des Männchens ist überwiegend rot, während der des Weibchens nur an der Basis rot ist. Die Oberseite des Männchens ist dunkel grünbronze gefärbt, während der Oberkopf nur wenig glitzert. Die Kopfseiten und die Unterseite glitzert und die Tönung variiert von Grün bis golden Grün. Der stark gegabelte Schwanz ist stählern blauschwarz. Die Weibchen sind in freier Natur kaum von den Weibchen des Blauschwanz-Smaragdkolibris (Chlorostilbon mellisugus (, 1758)) zu unterscheiden. Die Oberseite der Weibchen glitzert kupferngrün. Die dunklen Ohrdecken werden von einem auffälligen weißen Hinteraugenstich begrenzt. Die Unterseite ist blassgrau. Der rechtwinklige bis leicht gegabelte Schwanz ist stählern blauschwarz mit engen grauweißen Sprenkeln. Die Basis der Schwanzfedern ist grau.Steven Leon Hilty u. a., S. 265.
Verhalten Als „Trapliner“ fliegen sie regelmäßig in rascher Folge ganz bestimmte verstreute Blüten an.
Fortpflanzung In einer Forschungsarbeit der Universidad Nacional de Colombia im Departamento de Cundinamarca wurde sein Nest als herunterhängender Kelch beschrieben.Antonio Olivares, S. 181. Im Norden Kolumbiens und im Departamento del Huila hat man ihn von März bis August in Brutstimmung beobachtet.
Verbreitung und Lebensraum miniatur|Verbreitungsgebiet (grün) des Kolumbiensmaragdkolibris Sie kommen selten aber in manchen Gebieten häufig in trockenen Wäldern, buschigen halboffenen Landschaften sowie Anbaugebieten mit trockenem Gestrüpp vor. In der Trockenzeit zwischen Dezember und April sind sie sehr viel häufiger im Parque Nacional Natural Tayrona anzutreffen. Sie kommen Sinú-Tal in Höhenlagen um 500 Meter und in den trockeneren Gebieten des mittleren und oberen Tals des Río Magdalena sowie den Ostanden von Zulia in Höhenlagen bis zu 2300 Meter vor.
Unterarten Es sind drei Unterarten bekannt:IOC World Bird List Hummingbirds Chlorostilbon gibsoni gibsoni (, 1840)Louis Fraser, S. 17. – Die Nominatform kommt im Tal des Oberlaufs des Tals des Río Magdalena in Zentralkolumbien vor. Chlorostilbon gibsoni chrysogaster (, 1843)Jules Bourcier, S. 101. – Diese Unterart kommt von Cartagena bis Santa Marta im Norden Kolumbiens vor. Chlorostilbon gibsoni nitens , 1861George Newbold Lawrence, S. 305. – Diese Subspezies ist im Nordosten Kolumbiens und dem Nordwesten Venezuelas verbreitet.
Lange wurde der Kolumbiensmaragdkolibri als Unterart des Blauschwanz-Smaragdkolibri betrachtet. Erst Analysen von Frank Garfield Stiles III führten dazu, dass das South American Classification Committee (SACC) die Art abspaltete.Frank Garfield Stiles (1996).Proposal (#54) to South American Classification Committee
Etymologie und Forschungsgeschichte Louis Fraser beschrieb den Kolumbiensmaragdkolibri unter dem Namen Trochilus Gibsoni. Für die Beschreibung verwendete er ein Manuskript von George Loddiges. Zum Fundort machte er keine Angaben. Es war John Gould, der 1853 die neue Gattung Chlorostilbon einführte.John Gould, Tafel 355 plus TextLaut Frederick Herschel Waterhouse S. 47 erschienen die Tafel 355 als Teil der Lieferung 5 aus dem Jahre 1853. Hier ordnete Gould Chlorostilbon prasinus, ein Synonym für den Blauschwanz-Smaragdkolibri der Gattung zu. Erst später wurde der Kolumbiensmaragdkolibri dieser Gattung zugeordnet. »Chlorostilbon« setzt sich aus den griechischen Worten »chlōros « für »grün« und »stilbōn « für »scheinend« zusammen. Die Griechen gaben dem Merkur den Beinamen Stilbōn was auf das Verb »stilb« für »blinken« zurückzuführen ist.James A. Jobling, S. 103. Den Artzusatz »gibsoni« wurde dem britischen Gartenbauer John Gibson (1815–1875) gewidmet.James A. Jobling, S. 173. »Nitens, nitentis, nitere« ist lateinischen Ursprungs und bedeutet »glitzernd, schimmernd, schimmern«.James A. Jobling, S. 273. »Chrysogaster« ist ein griechisches Wortgebilde aus »chrysos, « für »Gold« und »gastēr, gastros « für »Bauch«.James A. Jobling, S. 105.
Literatur
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Kolibris