Käthe Lindenberg (* 16. Juli 1906 in Berlin; † 14. Dezember 1980 in Stuttgart) war eine deutsche Schauspielerin bei Bühne, Film und Fernsehen.

Leben Die Berlinerin erhielt 1927 Schauspielunterricht bei Julius Arnfeld in Breslau. Ihr erstes Engagement trat Käthe Lindenberg 1929 an. Theaterstationen waren bis 1945 u. a. Remscheid und Essen, nach dem Krieg Stuttgart (Neues Theater), Basel (Komödie), Frankfurt am Main (unter Fritz Rémond junior), Stuttgart (Staatstheater, Komödie) und Berlin (Renaissance-Theater).

Zu ihren bekanntesten Rollen zählen die Frau Wolff in Der Biberpelz, die Vera Louise Simmons in der Hasen-Komödie Harvey, die Claudia in Lessings Drama Emilia Galotti, die Königin Isabeau in Die Jungfrau von Orléans, die Marthe Rull in der Kleist-Komödie Der zerbrochne Krug, die Mrs. Peachum in Brechts/Weills Die Dreigroschenoper, die Marthe Schwerdtlein in Goethes Faust, die Frau Schicketanz in Der Lügner und die Nonne (nach Curt Goetz) und die Lady Brackwell in Bunbury von Oscar Wilde. Mehrfach sah man Käthe Lindenberg in Stücken nach Vorlagen von George Bernard Shaw: Mrs. Higgins in Pygmalion, Katharina in Helden und die Frau Warren in Frau Warrens Gewerbe.

Erst spät trat Käthe Lindenberg vor die Kamera. Abgesehen von winzigen Rollen in drei Kinofilmen (darunter zwei mit Johannes Heesters) des Jahres 1950 sah man die füllige, pausbäckige Berlinerin ab 1954 regelmäßig in Fernsehproduktionen. Lindenbergs Spezialität waren mütterliche Typen aber auch Charakterrollen in Literaturadaptionen. Ihre Abschiedsvorstellung gab Käthe Lindenberg 1974 an der Seite gestandener Schauspielveteranen wie Lil Dagover, Ernst Fritz Fürbringer und Johanna Hofer in Ludwig Cremers Inszenierung Memento Mori. Danach zog sie sich aufs Altenteil zurück.

Sie war mit dem Schauspieler Heinrich Diedrich verheiratet.

Filmografie 1950: Hochzeitsnacht im Paradies 1950: Wenn eine Frau liebt 1950: Die Treppe 1954: Nicht zuhören, meine Damen! 1955: Towarisch 1955: Feuerwerk 1956: Der eingebildete Doktor 1957: Die Dreigroschenoper 1957: Der Geisterzug 1960: Gäste auf Woodcastle 1961: Auf der Suche nach Glück 1962: Mr. Pim möchte nicht stören 1963: Dantons Tod 1963: Mein Bruder Alf 1964: Die Teufelsspur 1965: Verhör am Nachmittag 1965: Der Diplomat auf Eis 1966: Die spanische Fliege 1966: Blutbund 1967: Die Reise des Herrn Perrichon 1968: Nur ein Cello 1969: Die Verspätung 1970: Der Minister und die Ente 1972: Fisch zu viert 1973: Nicht einmal das halbe Leben 1974: Memento Mori

Literatur

Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 432. Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 2: Hed–Peis. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 999 f.

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