Three Billboards Outside Ebbing, Missouri ist ein Spielfilm von Martin McDonagh aus dem Jahr 2017. Das zwischen Rachethriller, Filmdrama und schwarzer Komödie angesiedelte Werk basiert auf einem Originaldrehbuch des Regisseurs. Es erzählt von einer verbitterten Frau, dargestellt von Frances McDormand, die in einer fiktiven amerikanischen Kleinstadt nach dem Mord an ihrer Tochter auf drei großen Werbetafeln den örtlichen Polizeichef, gespielt von Woody Harrelson, der Untätigkeit anklagt. Ihre aufrührerische Aktion mündet in einem erbitterten Kleinkrieg.
Der Film feierte im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig am 4. September 2017 Premiere, am 10. November 2017 kam er in die US-amerikanischen und am 25. Januar 2018 in die deutschen Kinos. Bei den Oscars 2018 wurde er in sieben Kategorien nominiert, unter anderem als bester Film, und gewann letztlich in zweien: Frances McDormand wurde als beste Hauptdarstellerin und Sam Rockwell als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.
Handlung Mildred Hayes lässt an einer abgelegenen Landstraße in der Nähe ihrer Gemeinde Ebbing im US-Staat Missouri großformatige Werbeplakate auf drei jahrzehntelang ungenutzten Plakatwänden anbringen. Ein Jahr sollen die Plakate dort hängen bleiben; mit dem verantwortlichen Vermieter Red Welby hat sie dafür 5.000 Dollar monatlich vereinbart. In großen schwarzen Buchstaben auf rotem Grund sind dort nun am Straßenrand die Sätze „Raped While Dying“ („Vergewaltigt, als sie im Sterben lag“), „Still No Arrests?“ („Und noch keine Verhaftungen?“) und „How come, Chief Willoughby?“ („Wie kommt das, Chief Willoughby?“) zu lesen.
Mildreds Tochter Angela wurde sieben Monate zuvor, als sie nach einem Streit mit ihrer Mutter zum Feiern ausgegangen war, in der Nähe ihres Elternhauses vergewaltigt, ermordet und ihre Leiche anschließend verbrannt. Der Täter wurde nie gefasst. Chief Bill Willoughby und seine rechte Hand Officer Jason Dixon von der örtlichen Polizei verwenden nach Mildreds Meinung zu wenig Mühe darauf, den Fall aufzuklären; Dixon diskriminiert lieber die afroamerikanische Bevölkerung ihrer Heimatstadt. Mit der Plakataktion will Mildred die Polizei zum Handeln zwingen. Auch ein Fernsehsender wird aufmerksam und berichtet über die Aktion.
Willoughby sucht Mildred zu Hause auf und erklärt ihr, dass die genetischen Spuren am Tatort nirgends hinführen, weil das entsprechende Erbgutprofil in keiner Datenbank verzeichnet sei, und dass es außerdem keine Augenzeugen gebe, weshalb er in diesem Mordfall nicht weiterkomme. Die einzige Chance sei, dass der Täter irgendwann den Fehler mache, seine Tat auszuplaudern. Mildred zeigt sich wenig beeindruckt. Selbst als Willoughby sie um Rücksicht bittet, weil er an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist und nur noch wenige Monate zu leben hat, bleibt Mildred hart und erklärt ihm, dies sei der Grund gewesen, warum sie die Tafeln jetzt habe aufstellen lassen, denn wenn er erst einmal gestorben sei, brächten diese ja nichts mehr.
Mildreds Sohn Robbie möchte das Unglück am liebsten vergessen. Doch genau wie ihr Ex-Ehemann Charlie, der Mildred für eine jüngere, 19-jährige Frau verlassen hatte, weiß er, dass seine Mutter sehr entschlossen sein kann. Selbst als sich die Einwohner der Kleinstadt gegen sie wenden. Mildred belässt es nicht bei Worten. So drückt sie dem Zahnarzt, der sie aus Ärger über ihre Plakataktion sehr grob behandelt, den Zahnbohrer in den Daumennagel. Der Gemeindepriester, Father Montgomery, versucht sie zu besänftigen. Doch sie entgegnet ihm, dass die Kirche im Grunde eine „Gang“ sei, in der jedes Mitglied für deren Taten mitverantwortlich ist, also demnach auch für Kindesmissbrauch. Die örtliche Polizei wiederum versucht Mildred einzuschüchtern, indem sie ihre Freundin und Arbeitskollegin Denise wegen des Besitzes einer geringen Menge Marihuana verhaftet.
Nach einem letzten gemeinsamen Tag mit seiner Frau und seinen Töchtern erschießt sich Willoughby, da er seiner Familie sein langwieriges Krebsleiden nicht zumuten will. Zuvor hat er – inkognito – noch eine weitere monatliche Rate für die Miete der Werbetafeln bezahlt. Am Tag nach seinem Tod wird ein externer, schwarzer Polizeichef eingesetzt.
Nach Willoughbys Tod schlägt Dixon Red Welby, den Inhaber der Werbetafeln, schwer zusammen und wirft ihn aus dem Fenster seines Büros im 1. Stock, weil er ihn für Willoughbys Suizid mitverantwortlich macht. Hierfür wird Dixon aus dem Polizeidienst entlassen.
Als dann die Werbetafeln auch noch angezündet werden, hält Mildred Dixon zunächst für den Verantwortlichen und rächt sich ihrerseits an der lokalen Polizei, indem sie in der Nacht mehrere Molotowcocktails gegen die vermeintlich leere Polizeidienststelle wirft. Sie weiß nicht, dass sich Dixon dort alleine im Dunkeln aufhält, um einen Brief Willoughbys an ihn zu lesen. Weil Mildred kein Menschenleben gefährden will, hatte sie kurz vor dem Brandanschlag auf der Polizeiwache angerufen, um sicherzustellen, dass sich dort niemand aufhält. Dixon kann das Telefon jedoch nicht hören, da er, während er den Brief liest, Musik über Kopfhörer hört. Er bemerkt das Feuer daher erst, als die Polizeiwache bereits in Flammen steht und die Fluchtwege nahezu versperrt sind. Ihm gelingt es jedoch zu entkommen, obwohl er sich hierbei schwere Verbrennungen zuzieht. Zudem schafft er es, die Akte Angela Hayes vor den Flammen zu bewahren.
Er wird im Krankenhaus in dasselbe Zimmer gelegt wie Red, den er einen Tag zuvor verprügelt und aus dem Fenster geworfen hat. Zwischen den beiden kommt es zu einer Art Versöhnung.
Mildred Hayes erhält unterdessen Besuch von einem unbekannten Mann. Er tritt von Anfang an bedrohlich gegenüber Mildred auf und gibt an, sie wegen der Werbetafeln aus dem Fernsehen zu kennen. Auf die Frage, wer er sei, stellt er in drohender Haltung gegenüber Mildred drei Möglichkeiten in den Raum: Er könne ein Freund Willoughbys sein, er könne ein Freund ihrer Tochter sein oder er könne deren Mörder und Vergewaltiger sein. Auf die Frage Mildreds, ob er letzteres sei, schüttelt er den Kopf, sagt aber, dass er es gerne getan hätte, denn er habe ihr Foto in der Zeitung gesehen.
Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus sitzt der arbeitslose Dixon eines Abends angetrunken in der Kneipe und belauscht das Gespräch zweier Männer am Nebentisch. Einer davon ist der Mann, der Mildred in ihrem Laden aufgesucht und bedroht hat. In dem Gespräch mit seinem Freund in der Kneipe brüstet er sich mit einer Vergewaltigung und der anschließenden Verbrennung einer jungen Frau. Dixon schlussfolgert, dass dies der Mörder von Angela Hayes sein könnte und sucht in der Folge absichtlich Streit mit dem Mann, wobei er diesen im Gesicht kratzt, um so an eine Gewebeprobe zu kommen. Dafür nimmt er in Kauf, von ihm verprügelt zu werden. Dixon gibt die Gewebeprobe für einen DNA-Test an die Polizei weiter und erzählt Mildred, dass er möglicherweise den Mörder ihrer Tochter gefunden hat. Der neue Polizeichef teilt Dixon allerdings mit, dass die DNA-Spuren nicht übereinstimmen und der Verdächtige zudem laut Aussage seines Vorgesetzten zum Tatzeitpunkt als Soldat im Ausland stationiert war.
Obwohl der Mann für die Tat an Angela Hayes ausscheidet, ist er für Mildred und Dixon zweifelsfrei ein schuldiger Vergewaltiger und Mörder, daher beschließen sie, gemeinsam nach Idaho zu fahren, um ihn auf eigene Faust zur Rechenschaft zu ziehen. Dixon hatte zuvor über sein Nummernschild den Namen und die Adresse ausfindig machen können. Mildred weiß nicht, dass es derselbe Mann ist, der sie zuvor im Laden aufgesucht und bedroht hat. Unterwegs kommen beiden aber Zweifel an der geplanten Tötung des Mannes. Es bleibt offen, ob sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen.
Produktion Filmtitel, Stab und Dreharbeiten Der Filmtitel bezieht sich auf die drei Plakatwände (engl. „Billboards“) an der Landstraße außerhalb der fiktiven Gemeinde Ebbing in Missouri, die Mildred Hayes für ein Jahr anmietet. Regie führte Martin McDonagh, der auch das Drehbuch schrieb. Die Idee für den Film war McDonough während eines Roadtrips gekommen, bei dem ihm drei kleine Schilder an der Interstate 10 in der Nähe von Vidor östlich von Beaumont auffielen: „Vidor Police Botched Up the Case“, „Waiting For Confession“ und „This Could Happen to You“. Mit den Billboards wollte James Fulton, der Vater von Katherine Fulton Page, seiner Wut Ausdruck verleihen, dass man den Autounfall seiner Tochter nicht als einen Mord durch deren Ex-Ehemann erkannte.Cary Darling: The Texas connection behind 'Three Billboards Outside Ebbing, Missouri. In: houstonchronicle.com, 1. März 2018. Page, die Mutter von zwei Kindern war, wurde am 14. Mai 1991 tot in ihrem Auto im texanischen Vidor aufgefunden. Allerdings wurde ihr Tod nicht durch einen Unfall verursacht, wie die Ermittler herausfanden. Page war erwürgt worden und das Unfallszenario nur nachgestellt, wofür das Auto 100 Meter von ihrem Haus entfernt frontal in einen Graben gefahren wurde. Trotz dieser Hinweise war es in dem Fall nie zu einer Verhaftung gekommen.Harriet Sokmensuer: Behind the Real-Life Unsolved Murder Case That Inspired 'Three Billboards Outside Ebbing, Missouri'. In: People, 19. April 2018.
Gedreht wurde an 33 TagenBrian Brooks: Searchlight Posts 'Three Billboards'; The Orchard Has Norway’s 'Thelma' – Specialty B.O. Preview In: deadline.com, 9. November 2017. in Sylva, rund um Asheville und in Black Mountain in North Carolina.Three Billboards Outside Ebbing, Film Locations In: romanticasheville.com. Abgerufen am 6. Februar 2018.Aaron Adelson: 'Three Billboards' movie filming in WNC using three billboards In: wlos.com, 29. April 2016. Als Kameramann fungierte Ben Davis.
Besetzung und Synchronisation Oscarpreisträgerin Frances McDormand spielt im Film Mildred HayesOliver Lyttelton: Frances McDormand To Star In Martin McDonagh’s Next Film, Director Calls Focus Features 'Scumbags' In: indiewire.com, 14. September 2015., Lucas Hedges ihren Sohn RobbieMarkus Fiedler: Kritik der Filmstarts-Redaktion: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri In: filmstarts.de, 4. September 2017. und John Hawkes ihren Exmann Charlie. Chief Bill Willoughby wird von Woody Harrelson verkörpert, und Sam Rockwell spielt Officer Jason Dixon. Kathryn Newton übernahm die Rolle von Angela, Samara Weaving spielt Penelope, und Nick Searcy ist in der Rolle von Father Montgomery zu sehen. Mama Dixon wird von Sandy Martin gespielt, Ebbings neuer Polizeichef Abercrombie von Clarke Peters und der Werbeverkäufer Red Welby von Caleb Landry Jones. Abbie Cornish übernahm die Rolle von Anne Willoughby.
Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und unter der Regie von Marius Clarén bei der Interopa Film GmbH in Berlin. mini|hochkant=1.0|Woody Harrelson spielt im Film Chief Bill Willoughby, hier während der Dreharbeiten in Sylva im Mai 2016 Darsteller Synchronsprecher RolleFrances McDormandHeidrun BartholomäusMildred HayesWoody HarrelsonThomas Nero WolffChief Bill WilloughbySam RockwellDietmar WunderOfficer Jason DixonJohn HawkesTorsten MichaelisCharlie HayesPeter DinklageClaus-Peter DamitzJamesLucas HedgesMarco EßerRobbie HayesAbbie CornishMarie BierstedtAnne WilloughbyCaleb Landry JonesTim SanderRed WelbyClarke PetersOliver StritzelChief AbercrombieKerry CondonJulia KaufmannPamelaSamara WeavingKaya Marie MöllerPenelopeKathryn NewtonJodie BlankAngela HayesSandy MartinKatja BrüggerMama DixonBrendan Sexton IIITommy MorgensternVerdächtigerNick SearcyHelmut GaußFather Montgomery
Filmmusik und Soundtrack