Der Verband Schweizer Medien (VSM) ist die Branchenorganisation der privaten Schweizer Medienunternehmen mit Schwerpunkt Print und Digital. Er vereinigt über 70 Unternehmen und branchennahe assoziierte Mitglieder,Mitglieder. In: Website des VSM. die zusammen rund 300 Zeitungen und Zeitschriften herausgeben sowie verschiedene Newsplattformen und elektronische Medien anbieten.Über uns. In: Website des VSM.

Der Verband hat die Rechtsform eines Vereins. Präsident ist Andrea Masüger, Direktorin Pia Guggenbühl.

Die Schwesterverbände des VSM sind Média SuissesComité. In: Website der Médias Suisses. für die französischsprachige und Stampa Svizzera für die italienischsprachige Schweiz. Dem Verband angegliedert ist das Medieninstitut.

Aufgaben Zusammen mit den beiden Schwesterverbänden Média Suisses und Stampa Svizzera setzt sich der VSM für die Freiheit und Unabhängigkeit der privaten Medien gegenüber Politik und Wirtschaft ein. Er vertritt die gemeinsamen berufsständischen, ideellen, politischen, wirtschaftlichen und rechtsetzenden Interessen seiner Mitglieder in der Schweiz gegenüber Öffentlichkeit, politischen Institutionen, Behörden, Wirtschaft, Verbänden und Organisationen im In- und Ausland. Er unterstützt die Idee der indirekten Presseförderung (z. B. die ermässigte Zustellung von Zeitungen und Zeitschriften). In: Website des VSM. und das vom Parlament im Juni 2021 beschlossene Medienförderungspaket.Verlegerverband steht hinter Medienpaket. In: persoenlich.com. 17. September 2021. Gegen dieses wurde das Referendum ergriffenMediengesetz-Referendum ist zustande gekommen. In: persoenlich.com. 7. September 2021., das aber deutlich abgelehnt wurde.Ablehnung des Massnahmenpakets zugunsten der Medien. BAKOM, 13. Februar 2022.

Das Medieninstitut beobachtet die Marktentwicklung, bündelt die damit verbundenen Interessen seiner Mitglieder und engagiert sich für eine hochwertige Aus- und Weiterbildung in der Medienbranche.

Struktur Organe sind die Mitgliederversammlung und das Präsidium. Präsident ist Andrea Masüger, als Vizepräsidentin fungiert Ladina Heimgartner (Ringier). Weiter gehören Roman Betschger (Neue Zürcher Zeitung), Martina Gammeter (Gammeter Media, Engadiner Post), Christoph Nussbaumer (Freiburger Nachrichten), Stefan Wabel (CH Media) und Tanja zu Waldeck (TX Group) dem Präsidium des VSM an. Ehrenpräsidenten sind die früheren Präsidenten Hans Heinrich Coninx (Tamedia, 1992–2003), Hanspeter Lebrument (Somedia, 2003–2016) und Pietro Supino (TX Group, 2016–2022).Präsidium. In: Website des VSM.

Der VSM fokussiert sich auf Schlüsselbereiche der Medienpolitik, die durch Arbeitsgruppen oder Verantwortlichkeiten im Präsidium abgedeckt werden, wie z. B. geistiges Eigentum, Medienförderung, Service Public, Werbefreiheit, Pressefreiheit und Medienkompetenz (durch das Medieninstitut).

Geschäftsführerin (Direktorin) ist seit dem 1. Februar 2025 Pia Guggenbühl, die zuvor als Leiterin Public Affairs und Kommunikation des VSM sowie Mitglied der Geschäftsleitung von scienceindustries, dem Wirtschaftsverband der Schweizer Industrien Chemie, Pharma und Life Sciences, tätig war. Leiterin des Medieninstituts ist Marianne Läderach.Geschäftsstelle. In: Website des VSM.

Der VSM gibt neben den Journalistenorganisationen einen Presseausweis für die Akkreditierung an Medienkonferenzen und den Zugang zu Anlässen ab, der zudem zu Vergünstigungen berechtigt.Presseausweis. In: Website des VSM.

Mitgliedschaften Der VSM ist Mitglied im Schweizer Presserat, bei ProLitteris sowie in der European Newspaper Publishers’ Association (ENPA) und in der World Association of Newspapers (WAN). 2023 wurde der VSM Mitglied beim Wirtschaftsdachverband Economiesuisse.

Gesamtarbeitsvertrag Seit 2005 gibt es in der Deutschschweizer Presse keinen Gesamtarbeitsvertrag mehr. Der VSM beschloss an der Mitgliederversammlung 2016, neue Verhandlungen aufzunehmen.. VSM, 22. September 2016 (Medienmitteilung). Diese Verhandlungen liefen ab.. VSM, 20 Oktober 2017 (Medienmitteilung). Nachdem keine Einigung zustande gekommen war, wurden die Verhandlungen vorläufig sistiert. Nach einer Petition von über 1200 UnterzeichnendenPetitionsübergabe an den Verband Schweizer Medien. impressum, 28. November 2023 (Medienmitteilung) wurden sie im Frühling 2024 wiederaufgenommen, wobei der VSM die Gewerkschaften aufforderte, ihre «nicht nachvollziehbaren Forderungen» zu überdenken.Verlegerverband appelliert an Gewerkschaften. VSM, 28. November 2023 (Medienmitteilung).

Austritte Am 20. August 2015 gab das Medienunternehmen Ringier bekannt, dass es wegen «unüberbrückbarer Differenzen mit einzelnen Mitgliedern im Präsidium» mit sofortiger Wirkung aus dem VSM austrete.Austritt von Ringier aus dem Verband Schweizer Medien (VSM). In: Website von Ringier. 20. August 2015 (Medienmitteilung). Anlass dazu gab die geplante (und inzwischen verwirklichte) Werbeallianz Admeira von Ringier mit der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) und Swisscom.Valerie Zaslawski: Die Werbeallianz im Zeitraffer. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Juni 2017. Während die Verleger befürchteten, die SRG könnte sich durch die Allianz einen Zugang zum digitalen Werbemarkt verschaffen, lehnte Ringier ein umfassendes entsprechendes Verbot ab.Rainer Stadler: Eklat in der Medienbranche. In: Neue Zürcher Zeitung. 20. August 2015. Das Zerwürfnis führte weiter im Dezember 2015 zum Abgang der Geschäftsführerin Verena Vonarburg,Nick Lüthi: Streit um Strategie: Direktorin geht. In: Medienwoche. 25. November 2015. die als Head of Public Affairs zu Ringier wechselte.Verena Vonarburg wird Head of Public Affairs Ringier Group. In: Website von Ringier. 25. November 2015 (Medienmitteilung; PDF; 71 kB). Am 8. Januar 2020 hiess es, Ringier trete dem VSM wieder bei. Die Meldung bewahrheitete sich nicht, die Auseinandersetzungen dauerten an. Im Mai 2022 trat Ringier dem VSM schliesslich wieder beiRingier tritt Verband Schweizer Medien (VSM) wieder bei. In: Blick. 12. April 2022. und nahm mit Ladina Heimgartner als Vizepräsidentin auch im Präsidium Einsitz.

Coop und Migros traten Ende 2019 aus dem VSM aus. Migros begründete den Austritt damit, dass für sie als nicht klassischer Verlag der Nutzen einer Partnerschaft zu gering sei.

Geschichte mini|Umschlag des mehr als 1000 Seiten umfassenden Buchs zum 25-Jahr-Jubiläum des Schweizerischen Zeitungsverlegervereins Der Verband wurde auf Einladung des Präsidenten des Schweizerischen Buchdruckervereins (heute Viscom) Adolphe Niestlé am 26. Oktober 1899 im Hotel «Halbmond» in Olten als Schweizerischer Zeitungsverlegerverein (SZV) gegründet. Die Verleger, die häufig gleichzeitig Buchdrucker oder Journalisten oder alles zusammen waren, waren zuvor teils im Buchdruckerverein, teils zusammen mit den Journalisten im Verein der Schweizer Presse (1883 als Schweizerischer Presseverband gegründet, 1893 umbenannt, heute impressum) organisiert. Der Aufschwung des Zeitungswesens Ende des 19. Jahrhunderts (von 1879 bis 1923 stieg die Auflage der Zeitungen von 49 auf 289 Mio. Exemplare), von Journalisten und Druckern teils abweichende Interessen und das Aufkommen von Annoncenagenturen führten zur Bildung eines selbständigen Verlegerverbandes, wobei viele Verleger auch weiterhin Mitglied im Buchdruckerverein oder im Verein der Schweizer Presse oder gleichzeitig in beiden Vereinen waren. So waren der erste Präsident, Emanuel Wackernagel, und der erste Sekretär, Jean Grellet, zugleich Präsident bzw. Sekretär des Vereins der Schweizer Presse.

Erste Anliegen waren der Kampf gegen das «Schmarotzertum am Textteil» (Einsendungen, die nach Ansicht der Verleger in den Annoncenteil gehörten), der Zolltarif für Papier, die gemeinschaftliche Beschaffung von Zeitungspapier, Preisnormen für Inserate, eine raschere Übermittlung durch die PTT und – wie auch heute noch – günstige Zeitungstransporttaxen.Jakob Auer: 50 Jahre Schweizerischer Zeitungsverlegerverband. Separatdruck aus dem Bulletin Nr. 288 des Schweizerischen Zeitungsverlegerverbands. Zürich 1949.

Ein weiteres wichtiges Thema waren Gratispublikationen, gegen deren Aufkommen sich der Verband wehrte. Dabei ging es namentlich um Gratisinserateblätter, aber auch beispielsweise um den 1926 gegründeten Beobachter, der zwar neben der gratis verteilten auch eine abonnierte Auflage zu einer geringen Abonnementsgebühr vertrieb, nach Ansicht der Verleger aber nur, um von der verbilligten Zeitungstransporttaxe für abonnierte Zeitschriften zu profitieren. Heute ist der Beobachter über Ringier ein geschätztes Mitglied des Verbandes (und keine Gratiszeitschrift mehr). Anderseits wendete sich der Verband auch immer wieder gegen eine «Inseratezensur», d. h. Bestrebungen, die Werbung für gewisse Produkte zu verbieten.

Im Zweiten Weltkrieg bildeten die Verleger zusammen mit dem Journalistenverband die Gemischte Pressepolitische Kommission und stellten mit dem Verlegerpräsidenten Karl Sartorius deren Präsidenten. Sie übte während der kriegsbedingt unvermeidlichen Zensur die Aufgabe eines Presserates aus, der zwischen dem Bundesrat und zeitweise auch der Armeeleitung und den Zeitungen vermittelte.Edmund Richner: Zum Hinschied von Karl Sartorius. In: Neue Zürcher Zeitung. 11. Februar 1965, Abendausgabe, S. 9. Forderungen aus Deutschland, in Form der Eingabe der Zweihundert aber auch aus der Schweiz, gewisse Chefredaktoren zu massregeln, namentlich Willy Bretscher (Neue Zürcher Zeitung), Albert Oeri (Basler Nachrichten) und Ernst Schürch (Der Bund), deren Zeitungen in Deutschland bereits verboten waren, wurden zurückgewiesen.

Beim Aufkommen neuer Medienformen wie Radio, Telefonnachrichten und Teletext wandte sich der Verband dagegen, dass die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft bzw. die PTT Nachrichten verbreiten, und erreichte – wiederum zusammen mit dem Journalistenverband – Einschränkungen oder die Bedingung, dass die von den Verlegern gegründete Schweizerische Depeschenagentur damit betraut wurde oder dass die Verleger sich wie im Falle von Teletext an der Betreiberfirma beteiligen konnten. Bis heute wendet sich der Verband gegen eine vollständige Öffnung für die Verbreitung von Werbung im Fernsehen und im Internet durch die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG). Zugestimmt hatten die Verleger einer beschränkten Werbung im Fernsehen nur, weil sie sich anfänglich an der Vermarktung über die AG für das Werbefernsehen (später publisuisse) beteiligen konnten. Am 15. Mai 2025 wurde eine Kooperation mit der SRG angekündigt.. VSM, 15. Mai 2025.

Der Verband ist als Arbeitgeberverband Verhandlungspartner des Berufsverbandes impressum und der Journalistengewerkschaft syndicom für die Ausarbeitung eines Gesamtarbeitsvertrags (früher Kollektivvertrag genannt). In den letzten Jahren wandelte er sich jedoch zunehmend von einem Arbeitgeberverband zu einer Branchenorganisation. In den Mittelpunkt rückte neben der Medienpolitik nun auch das Gattungsmarketing in Aktionen wie «Woche der Schweizer Presse» (1997) oder «Print macht aus Werbung Information» (2015).

1948 benannte sich der Verein in Schweizerischer Zeitungsverlegerverband (ab 1958 Schweizerischer Zeitungsverleger-Verband geschrieben; SZV), 1980 in Schweizerischer Verband der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger (SZV), 1996 in Verband Schweizer Presse (VSP) und 2010 in Verband Schweizer Medien (VSM) um.Karl Lüönd: Das Schweizer Medien-Jahrhundert. In: Flash Extra. 1999, Verband Schweizer Presse, S. 6 ff.

Präsidenten seit 2022: Andrea Masüger 2016–2022: Pietro Supino (* 1965, TX Group)Rainer Stadler: Supino neuer Verlegerpräsident. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. September 2016. 2003–2016: Hanspeter Lebrument (* 1941, Somedia) 1992–2003: Hans Heinrich Coninx (* 1945, Tamedia) 1980–1992: Max U. Rapold (1925‒2006, Schaffhauser Nachrichten)Thomas Schürpf: Max Rapold gestorben. In: Neue Zürcher Zeitung. 23. September 2006.